Steuerhinterziehung Neues Steuerabkommen mit der Schweiz
Finanzminister Schäuble hat sich mit seinem Schweizer Amtskollegen auf eine engere Zusammenarbeit gegen Steuerhinterzieher geeinigt. Altfälle bleiben aber unberührt.
© Fabrice Coffrini/AFP/Getty Images

Schweizer Finanzminister Hans-Rudolf Merz stimmte einem neuen Steuerabkommen mit Deutschland zu
Der Fiskus soll in Zukunft leichter deutschen Steuerhinterziehern in der Schweiz auf die Spur kommen. Dazu vereinbarten Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und sein Schweizer Amtskollege Hans-Rudolf Merz am Freitag in Berlin ein neues Steuerabkommen zwischen beiden Ländern. "Wir sind entschlossen, das Problem zu lösen", sagte Schäuble.
Das Abkommen muss noch von den Regierungen und Parlamenten abgesegnet werden. Bis zum Sommer sollen wichtige Detailfragen geklärt sein. Kern ist ein besserer Informationsaustausch zwischen den Behörden beider Länder.
Eine Amnestie für alle deutschen Alt-Anleger, die in den vergangenen Jahrzehnten unversteuerte Milliarden in der Schweiz versteckt haben, kommt für Berlin nicht infrage. Davon halte er nicht viel, sagte Schäuble. Merz brachte eine Art Abgeltungssteuer ins Spiel, um diese Vermögen zu erfassen und zu besteuern.
Das neue Doppelbesteuerungsabkommen sieht einen gegenseitigen Informationsaustausch über Steuerhinterzieher vor. Das soll jedoch nur für neue Fälle und nicht für die seit Jahrzehnten ausgelagerten Milliardensummen deutscher Anleger gelten. Hier müssen die Behörden Namen von Steuersündern benennen, um Amtshilfe zu erhalten.
Mit der Vereinbarung hebt die Schweiz den bisherigen Unterschied zwischen Steuerhinterziehung, die weitgehend straffrei ist und keine Amtshilfe vorsieht, und Steuerbetrug auf. Beim Steuerbetrug müssen etwa Dokumente gefälscht worden sein.
Die Schweiz will mit Doppelbesteuerungsabkommen – auch mit anderen Ländern – vermeiden, auf einer Sünderliste der internationalen Wirtschaftsorganisation OECD zu erscheinen. Bern hat angekündigt, den Zufluss von neuem, unversteuertem Schwarzgeld aus dem Ausland stoppen zu wollen.
Kürzlich hatte der deutsche Fiskus für 2,5 Millionen Euro eine Daten-CD mit Informationen über Konten mutmaßlicher Steuerbetrüger bei einer Schweizer Bank gekauft. Es folgte eine bundesweite Welle mit bereits über 10.000 Selbstanzeigen. Zwischen dem Bund und Baden-Württemberg gab es aber Streit, ob der Staat gestohlene Daten kaufen darf.
Im März brachte die Bundesregierung bereits ein Abkommen mit Liechtenstein auf den Weg. Im Frühjahr 2008 waren viele deutsche Steuerhinterzieher, darunter Ex-Post-Chef Klaus Zumwinkel, mit Stiftungen und Konten in Liechtenstein aufgeflogen. Der deutsche Auslandsgeheimdienst BND kaufte einem Ex-Mitarbeiter der Liechtensteiner LGT-Bank gestohlene Daten-CDs für etwa fünf Millionen Euro ab. Es folgten Razzien und viele Verfahren. Der Fiskus kassierte bisher nachträglich über 200 Millionen Euro.
- Datum 26.03.2010 - 15:28 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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Es gibt leider nur den automatischen Informationsaustausch, der sicherstellte, dass die Vermögen mehr oder weniger vollständig deklariert werden bzw. man die Möglichkeit hat, Steuersünder/innen zeitgerecht zu erwischen. In vielen Fällen werden die Vermögen in eine andere Steueroase verschoben, so dass der Fiskus nie Zugriff bekommen wird. Der Schweizer Staat hat sehr, sehr langwierige Verfahren, um überhaupt Informationen an einen anderen Staat weiterzuleiten (siehe zB USA), aber auch bei Fällen von Geldwäscherei. Die Kriminellen wissen dies genau, dass es Jahre geht, bis Informationen ausgetauscht bzw geliefert werden und damit ist die Schweiz nicht nur eine Steueroase, es ist eine Rechtsoase auch für Kriminelle. Man ist sich dessen bewusst und doch lässt man zB in Europa zu, dass das neue SWIFT Zenter (Zahlungszentrum für Internationalen Geldverkehr) wieder in der Schweiz gebaut wird. Es ist unglaublich, wie die EU hier die Bereitschaft zeigt, den Zahlungsverkehr unter dem Deckmantel des Schweizerischen Bankgeheimnisses abwickeln zu lassen. Die kostenintensive DBA-Politik, da eine Sonderlösung, und die neue Zahlungsverkehrszentrale zeigt, dass die führenden Politiker die Schweiz schützen aus welchen Gründen auch immer und dies zulasten der Bevölkerung, des Familienvaters, der Rentern/innen usw. Die soziale Verantwortung dieser führenden Politiker fehlt. Solche Leute müssen die Meinung ändern bzw. müssen das Stueroasen- Bankgeschäft besser verstehen lernen!!
gar nicht an den Kragen, sonst finge man doch im eigenen Land damit an.
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