Deutsche Innenbehörden haben im vergangenen Jahr insgesamt 33.917 politisch motivierte Straftaten gezählt. Im Vergleich zum Jahr 2008 ist das ein Anstieg um rund 6,7 Prozent. Seit der Einführung des derzeitigen Erfassungssystems 2001 stieg die Zahl damit auf den bislang höchsten Wert.

Die Zahl linksextremistischer Straftaten stieg im Vergleich zu 2008 um 39,4 Prozent auf 9375 Delikte. Deutlich höher ist aber nach wie vor die Zahl rechtsextremistischer Straftaten. Sie liegt bei 19.468, wobei es einen Rückgang um 4,7 Prozent gab. Ein Mensch war infolge politisch motivierter Gewalt gestorben: die Ägypterin Marwa El-Sherbini, die ein Russlanddeutscher am 1. Juli im Dresdner Gerichtssaal mit einem Messer angriff und tötete.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) nannte die Zahlen "alles andere als erfreulich." Der stärkste Anstieg sei bei den Straftaten aus dem linksextremistischen Spektrum zu verzeichnen. "Hier haben vor allem die Gewaltdelikte enorm zugenommen", teilte er mit. So seien erstmals mehr Körperverletzungen aus links- als aus rechtsextremistischer Motivation begangen worden.

Nach Beobachtung des Bundesinnenministeriums driftet die politische Kriminalität immer mehr in den Vandalismus ab. Dies zeige der erneute sprunghafte Anstieg der Sachbeschädigungen um 41 Prozent. Vielfach hätten Täter  Plakate zur Bundestagswahl und der Europa-Wahl zerstört oder beschädigt.