Generaldebatte im Bundestag Angriffslustige Merkel schont Westerwelle
Die Kanzlerin gibt sich in der Generaldebatte angriffslustig. Und beklagt wie die Opposition den Verfall der "politischen Kultur".
Die Kanzlerin trägt mal wieder Schwarz-Rot an diesem Tag. Doch wenn man es schon symbolisch sehen will, so ist dies diesmal bestimmt kein Zeichen andauernder Verbundenheit mit dem Koalitionspartner von einst. Die Farbkombination dürfte eher für Kampfeslust stehen. Einen ungewohnt kämpferischen Eindruck macht Angela Merkel jedenfalls, als sie schließlich ans Rednerpult im Bundestag tritt, wo an diesem Mittwoch im Rahmen der Haushaltsdebatte der übliche Schlagabtausch zwischen Regierung und Opposition stattfindet.
Und zweifelsohne hat ihr Vorredner Frank-Walter Steinmeier einiges dafür getan, Merkel in Stimmung für ihren Auftritt zu bringen. Schon rein äußerlich hat sich der ehemalige Außenminister in den letzten Monaten zum Oppositionsführer verändert. Statt Nickelrandbrille trägt er nun ein markantes Gestell aus schwarzem Horn. Rhetorisch setzt er zum Totalveriss der Regierung an.
So schlecht wie von Schwarz-Gelb werde Deutschland seit Jahren nicht regiert, befindet Steinmeier. "Die Menschen wissen nicht, wovor sie mehr Angst haben sollen: davor, dass diese Regierung sich auflöst, oder davor, dass sie fortbesteht." Natürlich redet der SPD-Fraktionschef auch über Billiglöhne, die die Regierung fördere, über die Kopfpauschale ("Sie wollen 30 Millionen Menschen zu Bittstellern machen"), über die Finanzmarktregulierung, die nicht vorangetrieben werde. Doch vor allem schwingt er die ganz große Keule: Diese Regierung zerstöre das Vertrauen in die Politik, lautet sein harscher Vorwurf.
Weniger als auf Vizekanzler Guido Westerwelle, der in den vergangenen Tagen wieder mal im Zentrum der Kritik stand, konzentriert sich Steinmeier bei seinem Angriff auf die Kanzlerin: "Bringen Sie Ordnung in den Laden", ruft er ihr zu. "Das ist ihre Verantwortung."
Für die Kanzlerin ist das eine willkommene Vorlage. Die Opposition könnte der Demokratie im Land einen großen Dienst erweisen, wenn auch "Sie, Herr Steinmeier, ganz persönlich dafür sorgen könnten, dass dem Staatsoberhaupt der notwendige Respekt erwiesen wird", kontert sie in Anspielung auf die vortags geäußerte ungewohnt direkte Kritik der SPD an Bundespräsident Horst Köhler, der sich nach Ansicht der Sozialdemokraten in den letzten Monaten viel zu sehr zurückhält.
Nun ist es nicht so, dass Merkel nicht eine typische Merkel-Rede hielte, gespickt mit Zahlen und Fakten. Doch sie tut es an diesem Tag mit sehr viel Verve. Die Regierungsfraktionen danken es ihr mit viel Beifall, der diesmal gar nicht so pflichtbewusst klingt wie sonst oft.
Da ist zum Beispiel das leidige Thema Hartz IV. Guido Westerwelle hat dazu bereits vor zwei Wochen im Bundestag geredet, die Kanzlerin blieb der Debatte damals demonstrativ fern. Hatte sie doch zu diesem Zeitpunkt bereits die Haushaltsdebatte als den richtigen Ort für diese Auseinandersetzung benannt.
Zupass kommt Merkel nun, dass die SPD am Montag eigene Korrekturvorschläge zu der einst von ihr selbst initiierten Reform vorgelegt hat. Das gibt ihr nun die Möglichkeit, in die Offensive zu gehen. Der "ehemalige Kanzleramtsminister Steinmeier" habe doch nie den Mut gehabt, seinen eigenen Anhängern zu erklären, wieso in Folge der Hartz-Reformen die Zahl der Arbeitslosen von über fünf auf unter drei Millionen zurückgegangen sei, sagt sie. Weil die SPD dies versäumt habe, müsse sie nun eine "Rolle rückwärts" vollziehen. "Sie sind auf dem falschen Trip", schleudert sie den Sozialdemokraten entgegen.
- Datum 17.03.2010 - 17:31 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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müsste erwähnt werden. Wenn überhaupt ist doch an der Debatte bemerkenswert, dass Herr Steinmeier anders als in der Sachdebatte um Hartz 4 kein Wort der Kritik an Westerwelles Adresse in dieser Sache sagt. Warum wohl? Weil er nur zu gut weiß, dass er wie auch sein Vorgänger Fischer es keinen Deut anders hielten als Westerwelle und zig andere Politiker. Es gibt einen Unterschied: Steinmeier und Fischer wurden nie von den Medien wegen solcher Lappalien attackiert, Westerwelle dagegen kriegt die volle Breitseite selbst von Zeitungen, die sich üblicherweise mit Journalismus befassen. Und wenn ich es recht verstanden habe, hat Steinmeier Westerwelle sogar ausdrücklich heute in einem Interview in Schutz genommen. (ddp von heuet) Es ist schon fast amüsant zu sehen, wie viele Medien mit dicken Schlagbohrer anrückten um Sperrholz zu traktieren.
Zu Steinmeier gebe ich Ihnen "streckenweise" recht. Die Frage ist noch lange nicht geklärt wer Kanzlerkandidat der SPD wird. Merkel macht den Helmut K. und der Rest spielt im Plenarsandkasten unter Aufsicht von Mutti.
Aber zu Westerwelle.....sehe ich das a bisserl anders.
Ich glaube da ist das Sperrholz schon vor jeden Bohrer gelaufen der nicht bei drei auf den Bäumen war!
"Heißt "gnäd'ger Herr" das Bürschchen dort
man sieht's am Stolz und alledem
Doch lenkt auch Hunderte sein Wort,
's ist nur ein Tropf trotz alledem!
Trotz alledem und alledem!
trotz Band und Stern und alledem!
Der Mann von unabhängigem Sinn
sieht zu, und lacht zu alledem!"
Zu Steinmeier gebe ich Ihnen "streckenweise" recht. Die Frage ist noch lange nicht geklärt wer Kanzlerkandidat der SPD wird. Merkel macht den Helmut K. und der Rest spielt im Plenarsandkasten unter Aufsicht von Mutti.
Aber zu Westerwelle.....sehe ich das a bisserl anders.
Ich glaube da ist das Sperrholz schon vor jeden Bohrer gelaufen der nicht bei drei auf den Bäumen war!
"Heißt "gnäd'ger Herr" das Bürschchen dort
man sieht's am Stolz und alledem
Doch lenkt auch Hunderte sein Wort,
's ist nur ein Tropf trotz alledem!
Trotz alledem und alledem!
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Der Mann von unabhängigem Sinn
sieht zu, und lacht zu alledem!"
Steinmeier und Merkel haben beide gut debattiert. Die Bundeskanzlerin hat eine im Vergleich zu bisher überraschend schneidende Rede gehalten und gezeigt, dass mit ihr zu rechnen ist. Thema "Westerwelle" sollte nun ad acta gelegt werden, wir haben Wichtiges zu tun. Steinmeier stand die alte Nickelbrille besser als die neue Hornbrille. Er will damit wohl Abstand von seiner Rolle in der großen Koalition nehmen.
Eine Kanzlerin, die ein Bailout für korrupte Volkswirtschaften ins Auge fasst,
die Banken unterstützt (und keine verbindlichen Finanzregeln schafft), die nicht nach den Regeln der Marktwirtschaft wirtschaften,
die sich gegen Mindestlohn stemmt, obwohl D mit den größten Niedriglohnsektor in Europa hat,
diese Frau braucht die Oposition nicht zu beschimpfen oder von der Presse in besonders belobigt zu lassen.
..ist vollkommen unangebracht. Wer so eine Hetze gegen die Hartz IV-Empfänger und Geringverdiener vom Stapel lässt, wegen ein paar Wählerstimmen, der hat die volle Härte des Volkes verdient.
Dieser Unmensch muss zum Rücktritt gezwungen werden, er hat keine Gnade verdient und wenn Frau Merkel Westerwelle schont, macht sie sich mitschuldig.
Was sagt unser Bundespräsident eigentlich zu alledem?
:-)
Zu Steinmeier gebe ich Ihnen "streckenweise" recht. Die Frage ist noch lange nicht geklärt wer Kanzlerkandidat der SPD wird. Merkel macht den Helmut K. und der Rest spielt im Plenarsandkasten unter Aufsicht von Mutti.
Aber zu Westerwelle.....sehe ich das a bisserl anders.
Ich glaube da ist das Sperrholz schon vor jeden Bohrer gelaufen der nicht bei drei auf den Bäumen war!
"Heißt "gnäd'ger Herr" das Bürschchen dort
man sieht's am Stolz und alledem
Doch lenkt auch Hunderte sein Wort,
's ist nur ein Tropf trotz alledem!
Trotz alledem und alledem!
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Der Mann von unabhängigem Sinn
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Ich hoffe die (noch und nicht mehr lange) Opposition arbeitet weiter verstärkt am Verfall dieser schwarz-gelben "politischen Kultur". Meine Stimme ist euch sicher!
Die müssen leider alle ruhig sein. Was Frank Steinmeier und die Bulldogge der Grünen alles kritisieren, haben sie selbst beschlossen. Es tut mir ja im Herzen weh, den Linken recht zu geben, aber war das Hartz 4 nicht von der SPD? Und jetzt sind sie dagegen? Waren die nicht bis Herbst letzten Jahres in der Regierung? Stellten sie nicht den Finanzminister? Den Außenminister? Warum haben die als Regierung nicht schon lange die Bankenregeln aufgestellt?
Von wegen Westerwelle und "Günstlingswirtschaft". Was war das mit Steinmeier und dem Grillfest 2008 und 2009? Und wie war das mit der 100 000 € SPD-Spende und dem Mitflug nach Ghana?
Bin ja froh, dass bei Josef Fischer immer nur Er, sein Sekretär und ein Dolmetscher in der Maschine saßen als er im Ausland war.
Es ist einfach nur Plump ständig auf den Außenminister einzuhacken. Wir haben in Deutschland offensichtlich keine anderen Probleme als dieses kindische Parteienhickhack. Warum regt sich keiner über die Spionage hoch 10 auf? (ELENA). Wie soll das weiter gehen mit dem Sozialstaat? Was ist mit den Banken? Lassen wir die weiter zocken?
Was ist in NRW, wenn die Roten an die Macht kommen? Dann ist wieder mal totaler Stillstand, weil die Mehrheit im Bundesrat fehlt. Und zum Schluss der Amtszeit von Helmut Kohl hat die SPD auch um des blockieren Willens blockiert.
Das braucht Deutschland. 4 Jahre passiert nichts. Die Banken zocken, Hartz4 bleibt wie es ist. Kosten steigen, Michel zahlt. Danke!
jedenfalls wenn man die kalte Enteignung der Kapitalrücklagen der deutschen Sozialversicherungen durch Kohl-Genscher, deren schuldenbasierte Restkostenfinanzierung, die Unternehmenssteuerreform von Schröder-Fischer und das MoRaKG von Merkel-Müntefehring genau analysiert und in das Zentrum der Betrachtung stellt.
Der absolute Vorrang, den die heutige Finanzspekulations- und -anlagenbetrugswirtschaft unter dem Deckmantel der "Neuen Sozialen Marktwirtschaft" noch immer eingeräumt bekommt, ist sicherlich der tiefen und innigen geistig-emotionalen Beziehung zwischen Herrn Ackermann und Frau Merkel geschuldet. Dem Wähler jedoch muss der Vorhalt gemacht werden, dass noch immer eine so große Mehrheit von Schlachtlämmern ihre Schlächter in den sogen. bürgerlichen Parteien wählt. Deutschland - Das Land der Untertanen, der Masochisten und der Kinderschänder (sowohl der sexuellen als auch der geistigen und ethischen).
Ein einziger Moloch von Herrenmenschenphilosophie, kannibalistischem Sozialdarwinismus und hybrid manierierter Privilegiertenhybris. Alles unter der Schirmherrschaft von Angela Merkel, die als Physikerin offenbar absolut nichts von den Abartigkeiten deutscher Eliten und den Hilflosigkeiten deutscher Untermenschen versteht.
Das ist absolut gagga. Das ist Daddaismus des 21. Jahrhunderts gewürzt mit großen Priesen von Franz Kafka und Eugène Ionesco mitten im Bundestag.
jedenfalls wenn man die kalte Enteignung der Kapitalrücklagen der deutschen Sozialversicherungen durch Kohl-Genscher, deren schuldenbasierte Restkostenfinanzierung, die Unternehmenssteuerreform von Schröder-Fischer und das MoRaKG von Merkel-Müntefehring genau analysiert und in das Zentrum der Betrachtung stellt.
Der absolute Vorrang, den die heutige Finanzspekulations- und -anlagenbetrugswirtschaft unter dem Deckmantel der "Neuen Sozialen Marktwirtschaft" noch immer eingeräumt bekommt, ist sicherlich der tiefen und innigen geistig-emotionalen Beziehung zwischen Herrn Ackermann und Frau Merkel geschuldet. Dem Wähler jedoch muss der Vorhalt gemacht werden, dass noch immer eine so große Mehrheit von Schlachtlämmern ihre Schlächter in den sogen. bürgerlichen Parteien wählt. Deutschland - Das Land der Untertanen, der Masochisten und der Kinderschänder (sowohl der sexuellen als auch der geistigen und ethischen).
Ein einziger Moloch von Herrenmenschenphilosophie, kannibalistischem Sozialdarwinismus und hybrid manierierter Privilegiertenhybris. Alles unter der Schirmherrschaft von Angela Merkel, die als Physikerin offenbar absolut nichts von den Abartigkeiten deutscher Eliten und den Hilflosigkeiten deutscher Untermenschen versteht.
Das ist absolut gagga. Das ist Daddaismus des 21. Jahrhunderts gewürzt mit großen Priesen von Franz Kafka und Eugène Ionesco mitten im Bundestag.
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