Kopfpauschale Ein Projekt mit vielen Fragezeichen
In der Gesundheitspolitik hat sich Schwarz-Gelb auf einen Minimalkonsens geeinigt: Irgendetwas muss sich ändern. Doch zur Kopfpauschale ist es noch ein weiter Weg.
© dpa - Bildfunk

Demonstranten protestieren während der ersten Sitzung der Regierungskommission gegen die Einführung einer Kopfpauschale
Der Arbeitsauftrag des achtköpfigen Ministergremiums, das am Mittwoch zum ersten Mal zusammentrat, ergibt sich schon aus seinem Namen. "Kommission zur nachhaltigen und sozial ausgewogenen Finanzierung des Gesundheitswesens" heißt der Arbeitskreis, an dem als Zuhörer auch die stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der drei Koalitionsparteien teilnehmen dürfen. Die Kommission soll umsetzen, was im Koalitionsvertrag festgehalten wurde: das eindeutige Bekenntnis zu "einkommensunabhängigen Beiträgen" nämlich, im Volksmund unter dem Begriff "Kopfpauschale" bekannt. Doch wie groß ist die Chance, dass dieses Projekt am Ende tatsächlich umgesetzt wird? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick:
Wieso ist eine Reform überhaupt notwendig?
Seit über einem Jahrzehnt doktert jede Regierung immer wieder am Gesundheitssystem herum. Dessen Finanzierung dauerhaft auf sichere Füße zu stellen ist noch keiner gelungen. Die größten Kostentreiber sind der medizinische Fortschritt und der demografische Wandel.
Allein in diesem Jahr fehlen den gesetzlichen Kassen trotz zusätzlicher Steuerzuschüsse vier Milliarden Euro. Im kommenden Jahr werden es nach den neuesten Berechnungen des Bundesversicherungsamtes im schlechtesten Fall sogar 15 Milliarden Euro sein.
Um die Finanzlöcher zu stopfen, hat die letzte Regierung den Kassen die Möglichkeit eingeräumt, Zusatzbeiträge zu erheben. Diese sind allerdings bei einem Prozent des Einkommens gedeckelt. Das bedeutet nicht nur, dass Kassen mit ärmeren Mitgliedern über dieses Instrument weniger Geld eintreiben können als Kassen mit reicheren Klienten, sondern auch, dass die Summe, die sich auf diese Weise aufbringen lässt, begrenzt ist. Schon im nächsten Jahr könnten die Zusatzbeiträge an ihre Grenze stoßen, fürchten Experten. Spätestens dann muss ein anderer Weg gefunden werden, mehr Geld ins System zu bringen. Denn Ausgabensenkungen allein werden, so wichtig sie sind, das Problem wohl nicht lösen.
Zusätzliches Geld muss aber nicht notwendig durch eine Kopfpauschale aufgebracht werden. Es könnten auch einfach die Beiträge erhöht werden. Allerdings hat sich die schwarz-gelbe Koalition das Ziel gesetzt, die Sozialabgaben insgesamt möglichst unter 40 Prozent zu halten. Alternativ dazu könnte der Staat die Steuerzuschüsse erhöhen. Dem sind angesichts der notwendigen Haushaltskonsolidierung (Schuldenbremse) und der geplanten Steuersenkungen jedoch enge Grenzen gesetzt.
Die Kopfpauschale oder Gesundheitsprämie, wie CDU und FDP sie lieber nennen, würde dagegen einerseits die Versicherten an den höheren Kosten beteiligen, andererseits die Arbeitskosten nicht erhöhen. Die Entkopplung der Gesundheits- von den Arbeitskosten ist in den Augen der schwarz-gelben Koalition der wesentliche Vorteil der Prämie.
Wie groß ist die Chance für eine Einigung?
"Wir ziehen an einem Strang", behauptete FDP-Gesundheitsminister Philipp Rösler nach der ersten Sitzung der Kommission tapfer. Doch auch dieses Mal ließ der bayerische Gesundheitsminister Markus Söder (CSU) die Gelegenheit nicht aus, sich kategorisch gegen jede Kopfpauschale auszusprechen, sei sie auch noch so klein.
Blockiert hier also ein Koalitionspartner den anderen? Der CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn ist da optimistischer. "Wir sind näher beieinander, als man meint", sagt er. Einig sei man sich immerhin insofern, dass die Gesundheitsfinanzierung auf eine breitere Finanzgrundlage gestellt werden müsse. "Es kann nicht bleiben, wie es ist", lautet der einstweilige Minimalkonsens.
Eine Kompromisslinie könnte am Ende darin bestehen, dass die CSU sich damit einverstanden zeigt, zumindest die künftig zusätzlich anfallenden Kosten über eine Pauschale mit Sozialausgleich zu finanzieren. Aus der Pauschale würde ein Pauschälchen. In diesem Sinne hatte sich auch CSU-Chef Horst Seehofer kurz nach Abschluss der Koalitionsverhandlungen geäußert. Er müsste dafür aber seinen widerspenstigen Gesundheitsminister einfangen.
Außerdem könnte der bisher allein von den Arbeitnehmern gezahlte Zuschlag von 0,9 Prozent des Lohnes in eine Pauschale überführt werden. Hinzu kämen dann noch die bisher schon eingeführten Zusatzbeiträge. Würde dabei am Ende eine Pauschale von 60 Euro monatlich herauskommen (29 Euro könnten nach bisher kursierenden Zahlen die 0,9 Prozent ersetzen, 25 Euro wären nötig, um ein Defizit von 15 Milliarden Euro zu stopfen), würde dies einen aus Steuergeld zu finanzierenden Sozialausgleich von 10 Milliarden Euro notwendig machen.
Bis wann ist mit Ergebnissen zu rechnen?
Klar scheint zu sein: Vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am 9. Mai wird es keine Festlegungen geben. Um diese Zeitspanne unauffällig zu überbrücken, ist das nächste Treffen der Kommission erst für den 21. April angesetzt. Die nächsten vier Wochen passiert also erst mal gar nichts, weil bald Ostern sei und die fachfremden Minister sich einarbeiten müssten, wie es offiziell heißt.
Aus Sicht der schwarz-gelben Koalition macht es durchaus Sinn, konkretere Vereinbarungen auf die Zeit nach der Landtagswahl zu vertagen. Die Kopfpauschale, als Begriff ungefähr so negativ besetzt wie Hartz IV, könnte sonst zu viele Wähler vertreiben. Gehen die Umfragen allzu sehr in den Keller, könnte sich NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers am Ende noch gezwungen sehen, sich von der Reform ganz zu distanzieren, so eine Befürchtung.
Würde sich die nordrhein-westfälische Landesregierung dagegen zu dem Projekt bekennen und deswegen die Wahl verlieren, wäre der Koalition erst recht nicht geholfen. Denn dann wäre die Mehrheit im Bundesrat weg und die Gesundheitsprämie vermutlich ohnehin gestorben. Deswegen gilt vorerst die Devise: Bloß nicht zu viel darüber reden.
Nach dem 9. Mai allerdings steht die Kommission unter großem Zeitdruck, zumindest wenn die Reform zum 1.1.2011 starten soll. Unmittelbar nach der Sommerpause müsste dann bereits mit dem Gesetzgebungsprozess begonnen werden, für den in der Regel mindestens drei bis vier Monate eingerechnet werden müssen.
Denkbar wäre zwar auch ein Beginn zum 1.7.2011. Für die Kassen wäre das unschön, denn sie müssten dann mitten im Haushaltsjahr ihre Finanzierung umstellen. Ein noch späterer Beginn käme der Koalition wiederum ungelegen, weil dann sehr lange über das unpopuläre Vorhaben diskutiert würde.
Mit welchen Themen beschäftigt sich die Kommission noch?
Der Auftrag an die Kommission beschränkt sich auf die Einnahmeseite des Gesundheitssystems. Sie behandelt also in der Tat nur die Frage, in welchem Verhältnis Beiträge, Steuermittel und Pauschalen künftig zueinander stehen sollen.
Dass darüber hinaus auch auf der Ausgabenseite – etwa bei den Pharmakosten, den Ärztehonoraren, der Organisation der Krankenhäuser – dringend etwas geschehen muss, ist natürlich allen Beteiligten klar. Diese Aufgabe hat Rösler allerdings seinem Ministerium vorbehalten.
Wie sozial ist die Kopfpauschale?
Wer diese Frage einem Mitglied der CDU oder FDP stellt, bekommt zunächst vor allem eine Antwort: Niemand plane die Einführung einer Kopfpauschale. Das klingt ein bisschen nach DDR.
Zugute halten muss man CDU und FDP allerdings, dass das, was sie vorhaben, tatsächlich keine Kopfpauschale in Reinform ist. Denn die bisherige beitragsfreie Mitversicherung von Familienangehörigen soll beispielsweise erhalten bleiben. Außerdem ist ein Sozialausgleich geplant, sodass am Ende Putzfrau und Bankdirektor eben nicht dasselbe bezahlen, wie die Opposition, aber auch die CSU immer behaupten (ganz abgesehen davon, dass es nicht allzu viele Bankdirektoren geben wird, die gesetzlich versichert sind).
CDU und FDP halten dagegen, dass ihre "Gesundheitsprämie" entgegen ihrem Ruf am Ende sogar sozialer als das bisherige System sei, da sich die Last dann auf die Schultern aller Steuerzahler (auch des privat versicherten Bankdirektors) verteile und nicht nur auf die der Beitragszahler.
Dies stimmt allerdings nur, wenn man davon ausgeht, dass die für den Sozialausgleich aufgebrachten Steuermittel hauptsächlich aus der Einkommenssteuer stammten. Derzeit allerdings wächst der Anteil der indirekten Steuern am gesamten Steueraufkommen – und diese treffen die Schlechtverdiener immer härter als die Besserverdiener, denn die Mehrwertsteuer – um nur ein Beispiel zu nennen – ist eben für alle gleich.
Zum Streitpunkt in der Regierungskommission könnte deswegen die Frage werden, ob für die Gesundheitsprämie nicht eher eine Erhöhung der direkten (also auf Einkünfte bezogenen) Steuern notwendig ist, anstatt diese Steuern – wie die FDP das möchte – weiter zu senken.
Durch die Einführung einer Kopfpauschale würde zudem der Arbeitgeberanteil an den Gesundheitskosten festgeschrieben. Das bedeutet auch: Alle künftigen Kostensteigerungen würden allein von den Arbeitnehmern (und Steuerzahlern) bezahlt.
Wie wird der Sozialausgleich organisiert?
Das ist eine der wichtigsten Fragen, die die Kommission zu klären haben wird. Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) stellte nach dem ersten Treffen der Kommission klar: Die Gesundheitsprämie könne es nur geben, wenn der Sozialausgleich "vernünftig, unbürokratisch und bezahlbar" organisiert werden könne. Was darunter allerdings zu verstehen ist, darüber dürfte in den nächsten Wochen noch heftig gestritten werden.
Geht es nach Rösler, dann wäre das Finanzamt für die Auszahlung des Sozialausgleichs verantwortlich. Die Versicherten würden also monatlich einfach etwas weniger Steuern zahlen. Problematisch wäre dies bei allen Versicherten, die so wenig verdienen, dass sei gar keine Steuern zahlen. Sie müssten den Sozialausgleich extra beantragen.
Auf die Finanzbehörden käme in jedem Fall eine erheblich Mehrbelastung zu, von der noch völlig unklar ist, ob und unter welchen Umständen sie diese stemmen könnten.
Kann die Pauschale noch scheitern?
Das ist durchaus nicht ausgeschlossen. Sollte sich am Ende herausstellen, dass es nicht gelingt, den bürokratischen Aufwand für die Pauschale und den finanziellen Nutzen in ein angemessenes Verhältnis zu bringen, dürfte die Prämie, die in der Bevölkerung ohnehin einen schlechten Ruf hat, auch in Koalitionskreisen nicht durchsetzbar sein.
Dort fürchten ohnehin nicht wenige, die Gesundheitsprämie könne sich als "schwarz-gelben Hartz IV" entpuppen. Im Zuge der Arbeitsmarktreform verlor die einstige rot-grüne Regierung bekanntlich die Bundestagswahl.
Andererseits hat der Gesundheitsminister sein politisches Schicksal mit der Prämie verbunden. Nach den Steuersenkungen ist sie für die FDP das Prestigethema Nummer zwei. Auch Kanzlerin Angela Merkel hat sich mehrfach im Grundsatz zur Einführung einer Gesundheitsprämie bekannt, auch wenn sie anders als noch beim CDU-Parteitag 2003 diese eben nur noch zusätzlich und nicht als Ersatz für die Beitragssätze einführen will. Ein Scheitern der Reform fiele also auf alle Beteiligten – die CSU ausgenommen – zurück. Entsprechend hoch ist der politische Druck, am Ende doch zu einem Ergebnis zu kommen.
- Datum 18.03.2010 - 19:02 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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die Arbeitgeber bei den Kosten nicht weiter zu belasten, wo jeder weis ,das Arbeit ein hohes Gesundheitsrisiko mit sich bringt.Ich sehe nur eine Umschichtung und mehr nicht. Wir sollen noch den Arbeitgeberanteil am Ende mit übernehmen.
kallewestrich: Noch mehr zahlen ist sehr heikel! Die Belastungen sind schon stark. Die Ausgabenbremse muss rein, nicht Geld aus dem Sack! Wir haben noch große Sparspielräume bei den kassen und ihren Zahlungen, z.B. Medizintechnik, Hilfsmittel etc. Viel, viel Luft.
Vielleicht sollte jeder mal den fälligen Eingriff im Krankenhaus zum Sondertarif machen lassen, was Geld reinspült, dafür gibt's 5 - 10 Jahre Kopfprämienerlass. ;-)
kennt kein Halten, kein Stoppen, keinen Moment der Besinnung.
Der fundamentalistische Humankannibalismus ist das Prinzip, nach dem die Neue Soziale Marktwirtschaft organisiert wird.
Schneller betrügen, als man betrogen wird. Der absolute und kategorische Einsatz aller verfügbaren Psychofoltermethoden zur willkürlichen Durchsetzung der eigenen Interessen und unbedingten Befriedigung der eigenen Suchtbedürfnisse. Insbesondere der Einsatz des "weißen Raumes" zur schnellen und effektiven Exekution von zu entsorgendem Personal bzw. Humankapital.
Der fundamentalistische und absolutistische Einsatz solcher Herrschaftsmethoden und -mittel stellt den Kern der heutigen Finanzspekulations- und -anlagenbetrugswirtschaft dar. Es muss mit allen erdenlichen Instrumenten dafür gesorgt werden, dass die Beseitigung eines funktionierenden Rechtssystems aufschnellstem Wege durchgesetzt wird. Es muss damit endlich knallhart ernst gemacht werden, damit die Gewinnerzielungstrategien, die unseren Leistungsträgern bei der Erziehlung ihrer alternativlosen Boni und Spitzenleistungsträgereinkünfte sichert, nicht länger in Frage gestellt werden.
Dafür müssen die Krankenversicherungspremien endlich genau so aus den Einkünften des Humankapitals heraus genommen werden, ebenso wie der Reproduktionskostenanteile, die ja schon seit mehr als 20 Jahren dank der Politik von Kohl und Genscher schon nicht mehr zu Lasten der Betriebe gehen.
Was haben Betriebe auch schon mit Kinderaufzucht zu tun?
Warumm hebt man nicht die Beitragsbemessungsgrenze auf und ziehtalle Einkommensarten heran?
Ausserdem kann man Kosten senken:
Weniger Krankenkassen, Wettbewerb für Apotheken, Pharmaindustrie .................
geradezu grotesk. Anstatt das Leben zu vereinfachen, wird alles immer noch bürokratischer und noch komplizierter - und das alles nur, um schrittweise durch die Hintertür durchzusetzen, was die Mehrheit der Wähler nicht akzeptieren will.
Wenn die Gesundheitskosten steigen, ist es gehupft wie gesprungen, ob die Mehrkosten über Steuern oder über Beiträge finanziert werden.
Auch der Zank um den "Arbeitgeberanteil" ist nur Augenwischerei - denn selbstverständlich hat der Arbeitgeber die Brutto-Kosten im Auge. Muss der Arbeitnehmer die gesamten Kosten der Versicherung tragen, so werden die Gewerkschaften über kurz oder lang den Lohnausgleich durch Einkommenserhöhung erzwingen.
Das Ergebnis wird nur sein, dass alle Geringverdienenden nicht nur zum Arbeitsamt wg. Aufstockung laufen müssen, sondern auch zum Finanzamt, wg Beihilfe zur Kopfpauschale. Da kommt Freude auf!
Na wenigstens werden weitere Arbeitsplätze in der öffentlichen Verwaltung geschaffen. Aber woher die Steuergelder nehmen? Hat Westerwelle einen Dukatenesel?
Fazit:
die ideologische Verbohrtheit der FDP ist geradezu grotesk.
Und dass Merkel dabei mitmacht, ist mehr als seltsam.
dabei wäre es an der Zeit, dass alle Beteiligten etwas "konservativer" würden. Es ist nämlich noch die Frage, ob es nicht besser ist, regelmäßig abzuwaschen und den Müll rauszutragen, statt alle naselang eine Wand rauszureissen und an einer anderen Stelle wieder aufzubauen, bzw. hauptsächlich sich darüber die Köpfe heisszureden.
Anstatt uns einfach anständig zu regieren, d.h. den täglichen Kram effizient und ohne großes Theater zu erledigen, zoffen sie sich lieber um immer neue "Umbauten des Systems", bis am Ende eine kleine, aber in ihren Wirkungen fiese Groteske herauskommt, wofür sie dann vom Bundesverfassungsgericht zu Recht eins auf den Schnabel kriegen.
Aber sie lernens nicht: wenigstens eine "Jahrhundertreform" pro Wahlperiode muss schon drin sein!
Und die Journalisten machen fleißig mit. Sonst gäbe es ja nichts zu berichten.
"Die Kopfpauschale oder Gesundheitsprämie, wie CDU und FDP sie lieber nennen, würde dagegen einerseits die Versicherten an den höheren Kosten beteiligen, andererseits die Arbeitskosten nicht erhöhen. "
Ah ja... Wir ignorieren jetzt mal einfach, das Deutschlands Arbeitskosten seit Jahren fallen und wir in den Augen unserer Europäischen Nachbarn bereits Lohndumping betreiben.
Psychische Erkrankungen durch enormen Stress am Arbeitsplatz sind auf dem Vormarsch. Aber dass die Arbeitgeber sich an der Eindämmung der Schäden beteiligen, die sie wissentlich verursachen scheint völlig undenkbar.
Ausserdem finde ich es seltsam, dass hier zur Entlastung der Arbeitnehmer Einkommensunabhängige Beiträge erforderlich sind. Das benachteiligt die Einkommensschwachen überproportional, während Wohlhabende auf dem Polster der unteren Schichten ausruhen könnten.
Aber gut, dafür gibt es ja dann einen Sozialausgleich. Der funktioniert dann so super wie die Stipendien und Baföghilfe die im Rahmen der Studiengebühren versprochen wurden... Ernsthaft: ein paar Jährchen mit der FDP an der Macht und es gibt Gesundheitstourismus in die USA.
Dass in dieser Diskussion noch immer von "Gesundheitsprämie" und "Kopfpauschale geredet wird, zeugt von der ganzen Unseriösität der Debatte.
Wäre es eine echte Pauschale, dann müssten wirklich alle den selben Beitrag leisten - aber das wäre extrem unsozial und nicht durchsetzbar.
Also konstruiert man einen "Sozialausgleich" für Geringverdiener und will das fehlende Geld über eine Quersubventionierung durch den Staatshaushalt - also über Steuern - hereinholen.
Damit zahlen Geringverdiener de facto weniger als die sog. Pauschale, höhere Einkommen zahlen - verdeckt über ihre Steuerlast - de facto mehr als die Pauschale.
Kurz: Es gibt keine Pauschale, nur einen komplizierten Verschiebe-Bahnhof, der die wahren Lasten kaschiert.
Denn auch die höheren Steuern zur Quersubventionierung müssen bezahlt werden und tragen zur Erhöhung der Lasten von Arbeitnehmern und Arbeitgebern bei.
Da könnte man der Ehrlichkeit halber auch gleich bei einkommensabhängigen Beträgen bleiben.
MfG, Ijon Tichy
Hier geht es nicht um logik oder Gerechtigkeit. Es geht darum, den Wählern gerecht zu werden. Bei FDP sind das nunmal die besser gestellten. Ich meine die die es ganz dicke haben, sind privat versichert. Und die wenigen die Mehr zahlen in der gesetzlichen werden sich freuen. Aber die meisten werden mehr zahlen müssen,was der FDP egal sien kann. Sie ist keine Partei für die Mehrheit. Sie ist eine Partei für die Reichen, wenn man es so platt sagen darf, und dem Image wird sie mit der Kopfpauschale gerecht. Was ich aber nicht vrstehen kann, ist warum Christdemokraten da mitmischen. Die sind ja demhingegen eine Partei für eine gewisse Mehrheit. Aber die können sich ja darauf verlassen, dass ihre Wählerschaft traditionell wählt. Die bekommen wahrhsceinlich nchtmal mit was die CDU grade so macht. Die CDU hat es echt gut.
Jedenfalls dürfte das ihre aussage "Da könnte man der Ehrlichkeit halber auch gleich bei einkommensabhängigen Beträgen bleiben" revidieren. Die FDP macht schon das richtige - für ihre Klientel. Reiche und gehobener Mttelstand.Der Rest kann sehen wo er bleibt. Sozialdarwinismus ist das erklärte Synomym von Neoliberalismus.
Hier geht es nicht um logik oder Gerechtigkeit. Es geht darum, den Wählern gerecht zu werden. Bei FDP sind das nunmal die besser gestellten. Ich meine die die es ganz dicke haben, sind privat versichert. Und die wenigen die Mehr zahlen in der gesetzlichen werden sich freuen. Aber die meisten werden mehr zahlen müssen,was der FDP egal sien kann. Sie ist keine Partei für die Mehrheit. Sie ist eine Partei für die Reichen, wenn man es so platt sagen darf, und dem Image wird sie mit der Kopfpauschale gerecht. Was ich aber nicht vrstehen kann, ist warum Christdemokraten da mitmischen. Die sind ja demhingegen eine Partei für eine gewisse Mehrheit. Aber die können sich ja darauf verlassen, dass ihre Wählerschaft traditionell wählt. Die bekommen wahrhsceinlich nchtmal mit was die CDU grade so macht. Die CDU hat es echt gut.
Jedenfalls dürfte das ihre aussage "Da könnte man der Ehrlichkeit halber auch gleich bei einkommensabhängigen Beträgen bleiben" revidieren. Die FDP macht schon das richtige - für ihre Klientel. Reiche und gehobener Mttelstand.Der Rest kann sehen wo er bleibt. Sozialdarwinismus ist das erklärte Synomym von Neoliberalismus.
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