Guttenberg Da fehlt die Ehre
Erst feuert er verdiente Mitarbeiter, jetzt versucht er sich herauszuwinden. Ein so skandalöses Verhalten wie Guttenberg im Fall Kundus hat sich kein Vorgänger erlaubt. Ein Kommentar von Stephan-Andreas Casdorff
Man kann sich gar nicht genug aufregen über diesen Fall, diesen Skandal. Denn das ist es, was sich der Herr im Verteidigungsministerium, der Freiherr Karl-Theodor von und zu Guttenberg, da geleistet hat in Sachen Ehrabschneidung. Zu früheren Zeiten wäre er zum Duell gefordert worden. Aber wir sind in der Neuzeit – und da wird ihm noch nicht einmal ein Vorwurf gemacht? Unsitten sind das!
Es geht um den Vier-Sterne-General Wolfgang Schneiderhan und um Staatssekretär Peter Wichert. Denen hatte Guttenberg vorgehalten, sie hätten ihm zum Bombardement von Kundus, durch das viele Zivilisten starben, Dokumente vorenthalten, ja, sie unterschlagen. Darum verloren beide ihre Posten, wurden geschasst mit – wenn man es genau nimmt – strafbewehrten Vorwürfen, kurz: mit Schimpf.
Die Schande hat Guttenberg, wie sich jetzt herausstellt. Nicht nur, dass er seine verschiedenen, aber dafür jeweils im Brustton der Überzeugung vorgetragenen Wertungen so zu erklären versuchte, samt und sonders auf Kosten von Schneiderhan und Wichert. Und es waren Irrtümer! Jetzt stellt sich auch noch heraus, dass der Grund, der zu ihrem Abschied führte, unhaltbar ist. Wieder ein Irrtum. Den Guttenberg so nebenbei anspricht, in einem Interview, unter anderem, nach dem Motto: Ach ja, war gar nicht so.
Schneiderhan und Wichert konnte der Minister entlassen, das ist sein Recht. Ohne Angabe von Gründen. Wenn er ihnen die Ämter nicht zutraute, wenn er ihnen nicht vertraute. Das ist alles möglich. Unmöglich ist aber, was geschehen ist.
So etwas hat es noch nicht gegeben. Nicht einmal die Wörner-Kießling-Affäre, mit dem Versuch, einen Vier-Sterne-General wegen Homosexualität als Sicherheitsrisiko von seinem Dienstposten in der Nato-Spitze zu entfernen, ist vergleichbar. Im Fall Kundus geht es um Tod und Krieg, um das Verhalten von Soldaten im Krieg und die Auswirkungen auf das Selbstverständnis einer Gesellschaft, um die Truppe und ihre Verunsicherung, um die Zukunft solcher Kommandos. Das ist eine andere Dimension. Wenn der Herr Minister das nicht weiß und so handelt – schlimm. Wenn er es aber weiß – schlimmer.
Früher hätte man gesagt, das gehört sich nicht. Mindestens. Früher hätte der, der so gehandelt hat, daraus Konsequenzen gezogen – für sich. Demokratische Gepflogenheit und Benimm: Man muss den Eindruck gewinnen, als mangle es dieser Koalition, der schwarz-gelben, der selbst ernannten "bürgerlichen", an eben deren Maßstäben.
Was sich gehört hätte? Dort, wo er sie desavouiert hat, im Bundestag, hätte Herr zu Guttenberg sich hinstellen und sagen müssen: Ich habe mich geirrt, ich nehme den Vorwurf zurück, dass es mit Vorsatz geschehen ist. Damit hätte er Ehre eingelegt, sogar auch für sich. Hat er aber nicht.
Und die Kanzlerin sagt kein einziges Wort. Aber nächste Woche, da tagt der Untersuchungsausschuss. Das letzte Wort ist hier noch nicht gesprochen.
- Datum 10.03.2010 - 19:47 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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verderben eben den Charakter.
....gleitet ab in Aufregung über Anekdoten und Nebensächlichkeiten.
....gleitet ab in Aufregung über Anekdoten und Nebensächlichkeiten.
Guttenberg verstrickt sich in Lügen und liefert peinliche Auftritte vor deutschen Soldaten in Afghanistan:
"Darf ich vielleicht eine ganz kurze Fußnote nur berichten: Ich hatte gerade von hier, eine Liveschaltung zum – keine Liveschaltung,sondern es war aufgezeichnet – eine Schaltung zum „Heute-Journal“ nachDeutschland, und ich darf von Marietta Slomka ausrichten – ja jetzt lachen einige – darf Ihnen ausrichten, dass Sie und Sie meinte Deutschland, an Sie denkt.
Meine Damen und Herren, das ist nicht die schlechteste Nachricht, wenn man geschaltet wird aus Afghanistan, dass so etwas gleichzeitig so auch vermittelt wird, auch gegenüber jenen, die in Deutschland das zu beurteilen haben, was Sie hier machen und was wir gemeinsam hier auch als Zielsetzung haben.Afghanistan wird uns noch mit Sicherheit eine Weile fordern."
wird ja allenthalben als begnadeter Redner gefeiert.
wird ja allenthalben als begnadeter Redner gefeiert.
"Miau" - wobei ich überrascht bin, wie ungefiltert Herr Casdorff seine Wut herausschreibt.
Vielleicht spürt die Kanzlerin über solche Artikel, dass es wärmer wird. Dann muss vG sich erklären.
Sein Rücktritt ist allerdings nicht zu erwarten.
Zu Zeiten der Kießling-Affäre legten Minister noch die Maßstäbe an sich selber an, die sie anderen heute öffentlich verweigern. Und sie lieber aus dem Amt kicken, als sich erstmal umfassend informieren zu lassen. Das würde schließlich einige Tage schlechter Kritiken bedeuten und der nächste Talk-Termin wartet nicht.
Wobei im Vergleich recht interessant ist, wie enervierend langsam der Untersuchungsausschuss eingesetzt wurde und voran kommt. Aber dabei geht es ja am Ende möglicherweise auch um die Zukunft von Politikern, nicht etwa nur hoher Beamter und Soldaten.
Ausserdem ist vG doch viel zu medienwirksam, als dass man ihm einige kleine Spleen und Ungenauigkeiten in der Amtsführung nicht nachsehen könnte, oder?
Alles Gute
Kai Hamann
Diese Aufregung ist nur noch peinlich.
Fakt ist: Herr zu Guttenberg hat hauptsächlich davon gesprochen, dass ihm Unterlagen "nicht vorgelegt wurden". Da ist nichts böswilliges drin zu lesen.
Aus der Quelle "Der Spiegel", die dem Minister auch ans Leder will, entnehme ich, dass er EINMAL die Formulierung "Unterlagen vorenthalten" verwendet hat. So, dann gebe ich in Google "vorenhalten" ein, und als Worterklärung lese ich an erster Stelle "nicht geben". Natürlich kann vorenthalten auch "verheimlichen" bedeuten, aber es ist im Kontext aller Minister-Äußerungen klar, wie er das meinte.
Dann das unsägliche Interview mit Schneiderhan, wo dieser (neben vorenthalten) von "unterschlagen" spricht. Dies ist nach Angaben der FAZ ein unbelegtes Zitat, irgendwo anders las ich, dass zu Guttenberg das mal in einer Hinterzimmerrunde gesagt haben soll. Beweise für das Wort "unterschlagen" habe ich jedenfalls nicht gefunden.
Somit ist klar: Herr zu Guttenberg hat seit jeher keine bösen Absichten unterstellt. Politische Gegner meinen, er habe "diesen Eindruck erweckt", Belege sah ich hierfür nicht und Journalisten sollten sich deren Meinung nicht zueigen machen. Die Formulierung "vorenthalten" mag unglücklich sein, aber da einen Strick draus zu drehen, ist lächerlich. Vor diesem Hintergrund ist es auch vollkommen legitim, dass der Minister diese angebliche Klarstellung "am Rande" erwähnt. Er wird sich wohl wundern, dass diese Äußerung nun so aufgebauscht wird...
Sie vergessen: Diese Unterlagen lagen Herrn von Guttenberg vor!!!! - Jeder Entlassungsgrund ist dahin, henrysilva. - Und nun dürfen Sie sich aufregen. -
... dass eine Situation, zu deren Erklärung man kreuz und quer durch Interviews und Internet argumentieren muss, möglicherweise, vielleicht, unter Umständen doch etwas unklar ist?
Oder so klar, dass es eine solche Argumentation braucht, um Zweifel zu säen?
Was mich an der ganzen Angelegenheit interessiert, ist nicht vG. Micht interessiert, wie es zu den Vorfällen am 4.9. gekommen ist und welche Hintergründe es dafür gibt.
Und was das angeht, ist ausser den an der Regierung vorbei über die Medien lancierten Fakten nach über einem halben Jahr gar nichts klar.
Alles Gute
Kai Hamann
Herr von Guttenberg, der bei jeder Gelegenheit herausstreicht, eine bessere Erziehung genossen zu haben als sein Gegenüber und das auch recht süffisant tun kann, sollte sich jetzt an gerade diese Erziehung erinnern und zurücktreten. Wer die Herren Schneiderhan und Wichert unter Vorwürfen entläßt, die absolut nicht haltbar sind, ihnen ihre Ehre abspricht und das nicht in aller Form zurücknehmen und um Verzeihung bitten kann, hat bei aller guten Erziehung ein schlechtes Benehmen und ist im Amt untragbar; denn im Bedarfsfall würde er wieder so handeln. Was kann man ihm dann noch glauben????
Sie vergessen: Diese Unterlagen lagen Herrn von Guttenberg vor!!!! - Jeder Entlassungsgrund ist dahin, henrysilva. - Und nun dürfen Sie sich aufregen. -
... dass eine Situation, zu deren Erklärung man kreuz und quer durch Interviews und Internet argumentieren muss, möglicherweise, vielleicht, unter Umständen doch etwas unklar ist?
Oder so klar, dass es eine solche Argumentation braucht, um Zweifel zu säen?
Was mich an der ganzen Angelegenheit interessiert, ist nicht vG. Micht interessiert, wie es zu den Vorfällen am 4.9. gekommen ist und welche Hintergründe es dafür gibt.
Und was das angeht, ist ausser den an der Regierung vorbei über die Medien lancierten Fakten nach über einem halben Jahr gar nichts klar.
Alles Gute
Kai Hamann
Herr von Guttenberg, der bei jeder Gelegenheit herausstreicht, eine bessere Erziehung genossen zu haben als sein Gegenüber und das auch recht süffisant tun kann, sollte sich jetzt an gerade diese Erziehung erinnern und zurücktreten. Wer die Herren Schneiderhan und Wichert unter Vorwürfen entläßt, die absolut nicht haltbar sind, ihnen ihre Ehre abspricht und das nicht in aller Form zurücknehmen und um Verzeihung bitten kann, hat bei aller guten Erziehung ein schlechtes Benehmen und ist im Amt untragbar; denn im Bedarfsfall würde er wieder so handeln. Was kann man ihm dann noch glauben????
Der COM-ISAF-Bericht,der seit Oktober 2009 vorlag,informierte über die gezielte Tötung,veranlasst durch Oberst Klein, sowie über bis zu 40 tote Zivilisten.
http://www.sueddeutsche.d...
Am 18.12.09 gab das Bundesverteidigungsministerium bekannt, eine gezielte Tötung von Gegnern sei nicht vom Bundestagsmandat für Afghanistan gedeckt.
http://www.zeit.de/politi...
Warum hat zu Guttenberg mit dem Wissen um Fehler, zivile Tote und die Missachtung eines Bundestagsmandates das Bombardement als angemessen bezeichnet und müsste er für diese krasse Fehleinschätzung nicht zurücktreten ?
... erspart den Entlassenen das Disziplinarverfahren, das nach Lage der Dinge übel für sie ausgehen würde.
Verdient haben sie es nicht, diese Intriganten.
Dem anonymen Schreiber dieser Hasstirade sei ein mildes Sedativum empfohlen.
"Dem anonymen Schreiber dieser Hasstirade sei ein mildes Sedativum empfohlen."
Da können Sie ja nur sich selbst und Ihren Beitrag meinen - schließlich ist der Artikel, auf den Sie sich zu beziehen vorgeben, namentlich gekennzeichnet. Also: Pillen nehmen und schweigen.
Entweder sind Sie extrem schlecht informiert, sehr 'vergesslich' oder Sie schreiben vorsätzlich, Ihr Begriff: "Schwachsinn".
"Guttenberg hat in der ZDF-Talkshow "Maybritt Illner" sich selbst noch halb korrigierend von ihm "unterschlagenen beziehungsweise vorenthaltenen Dokumenten" gesprochen."
http://www.faz.net/s/RubA...
Und das nächste Mal machen Sie Ihre Hausaufgaben selbst, bevor Sie hier das große Wort schwingen, ja?
... mein Handy hat die Quellenspalte nicht angezeigt.
Zur Sache: Heute die Frankfurter Rundschau lesen.
Es wird eben nach Gutsherrenart geheuert und gefeuert.
Die Geschassten sollen froh sein, dass man ihnen nicht ein Disziplinarverfahren anhängt.
Da wird einem aber schon ganz anders und der modrige Duktus eines Neo Feudalismus zieht, den Brechreitz befördernd, übers Land.
Moderne Zeiten sehen anders aus.
"Dem anonymen Schreiber dieser Hasstirade sei ein mildes Sedativum empfohlen."
Da können Sie ja nur sich selbst und Ihren Beitrag meinen - schließlich ist der Artikel, auf den Sie sich zu beziehen vorgeben, namentlich gekennzeichnet. Also: Pillen nehmen und schweigen.
Entweder sind Sie extrem schlecht informiert, sehr 'vergesslich' oder Sie schreiben vorsätzlich, Ihr Begriff: "Schwachsinn".
"Guttenberg hat in der ZDF-Talkshow "Maybritt Illner" sich selbst noch halb korrigierend von ihm "unterschlagenen beziehungsweise vorenthaltenen Dokumenten" gesprochen."
http://www.faz.net/s/RubA...
Und das nächste Mal machen Sie Ihre Hausaufgaben selbst, bevor Sie hier das große Wort schwingen, ja?
... mein Handy hat die Quellenspalte nicht angezeigt.
Zur Sache: Heute die Frankfurter Rundschau lesen.
Es wird eben nach Gutsherrenart geheuert und gefeuert.
Die Geschassten sollen froh sein, dass man ihnen nicht ein Disziplinarverfahren anhängt.
Da wird einem aber schon ganz anders und der modrige Duktus eines Neo Feudalismus zieht, den Brechreitz befördernd, übers Land.
Moderne Zeiten sehen anders aus.
Sie vergessen: Diese Unterlagen lagen Herrn von Guttenberg vor!!!! - Jeder Entlassungsgrund ist dahin, henrysilva. - Und nun dürfen Sie sich aufregen. -
Na am Ende wird Gutenberg jede Position min. einmal vetreten haben, so dass er sich immer auf die jeweils nützliche Version beziehen kann. Und die Presse wird es willfährig schlucken.
Sehr treffend formuliert. Dem kann ich mich nur anschliessen... Herr Gutenberg ist ein gnadenloser Opportunist, sowas nennt man heutzutage medienwirksam... Nur authentisch ist das nie.
...Gottseidank. Mich überrascht, wie Herr Casdorf hier auf Herrn zu Guttenberg einprügelt. Sollte man seine persönliche Meinung in einem Artikel kundtun, dann sollte man dies auch als Kommentar deklarieren und nicht als objektiven Artikel und Fakt hinstellen. Zudem sind hier keineswegs Quellen zur Bestätigung seiner Aussagen nachzuvollziehen.
Sehr treffend formuliert. Dem kann ich mich nur anschliessen... Herr Gutenberg ist ein gnadenloser Opportunist, sowas nennt man heutzutage medienwirksam... Nur authentisch ist das nie.
...Gottseidank. Mich überrascht, wie Herr Casdorf hier auf Herrn zu Guttenberg einprügelt. Sollte man seine persönliche Meinung in einem Artikel kundtun, dann sollte man dies auch als Kommentar deklarieren und nicht als objektiven Artikel und Fakt hinstellen. Zudem sind hier keineswegs Quellen zur Bestätigung seiner Aussagen nachzuvollziehen.
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