Gipfeltreffen Koalition verständigt sich auf Bankenabgabe
Banken sollen stärker für die Folgen der Finanzkrise zur Verantwortung gezogen werden. Auf ihrem Spitzentreffen klammerten die Koalitionäre jedoch mehrere Themen aus.
Schwarz-Gelb steht kurz vor einer Einigung auf eine Bankenabgabe und eine strengere Finanzaufsicht. "Die Dinge finden zueinander", sagte FDP-Chef Guido Westerwelle nach einer vierstündigen Beratung der Koalitionsspitzen in Berlin. "Wir konnten konkrete Fortschritte bei der Bankenregulierung und der Bankenverantwortung erreichen." Der Abend sei "sehr konstruktiv" gewesen. Auch CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich bestätigte, bei der geplanten Bankenabgabe habe sich die Koalition auf eine "gemeinsame Linie" verständigt. Am Montag soll mit den Finanzexperten der Koalition darüber gesprochen werden.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte zuvor mehrfach eine Bankenabgabe angekündigt und bis April ein Konzept in Aussicht gestellt. Darin, so hieß es, solle ein Unterschied zwischen "Zockerinstituten" und seriösen Unternehmen wie Sparkassen und Genossenschaftsbanken gemacht werden.
Der Koalitionsgipfel im Kanzleramt war thematisch belastet von einer Rekordverschuldung im Bund, sinkenden Umfragewerten für Schwarz-Gelb und der Kritik des Bundespräsidenten an der Arbeit der Koalition. Offiziell ging es auf dem Gipfel neben der Regulierung des Finanzmarktes aber um die Krise in Griechenland.
Auf dem Treffen sei die deutsche Position bekräftigt worden, dass derzeit keine Finanzhilfen an Griechenland notwendig seien, hieß es. Dies werde beim EU-Gipfel Ende der Woche so vertreten. Nach Regierungsangaben hatte Merkel am späten Sonntagnachmittag mit dem griechischen Premierminister Georgios Papandreou telefoniert. Der habe erneut bestätigt, dass sein Land keiner finanziellen Hilfe bedürfe.
EU-Kommissionschef José Manuel Barroso wiederholte derweil im Handelsblatt seine Forderung an Merkel, beim EU-Gipfel einem EU-Finanzierungsinstrument für Griechenland zuzustimmen. Er will den EU-Staats- und Regierungschefs ein System koordinierter bilateraler Kredite für Griechenland vorschlagen. Er räumte ein, dass ein solches System in Deutschland unpopulär sei. Merkel schloss eine solche Möglichkeit nicht aus.
Den Angaben zufolge wurde am Abend im Kanzleramt entgegen den Erwartungen nicht über die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am 9. Mai gesprochen. Dort ist die schwarz-gelbe Mehrheit in Gefahr.
SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier bezeichnete das Spitzentreffen als Ablenkungsmanöver. Nach der Wahl in NRW werde die Regierung zugeben, dass die Kassen leer seien.
Dagegen sagte Unionsfraktionschef Volker Kauder, dass die Koalition ihr Versprechen einhalten und Steuern senken werde. Nähere Angaben stellte er in der ARD für Anfang Mai in Aussicht. "Wir haben uns in der Koalition darauf verständigt, dass wir nach der Steuerschätzung, die Anfang Mai noch vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen kommt, wir eine Aussage machen werden, wie es weitergeht." FDP-Fraktionschefin Birgit Homburger ließ den weiteren Fahrplan der Regierung für Steuersenkungen offen. Die Liberalen wollen auf ihrem Parteitag im April ein eigenes Steuerkonzept beschließen, sagte sie.
Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) schloss inzwischen aus, dass es schon vor der NRW-Wahl eine Entscheidung über Steuersenkungen geben werde. Darüber werde erst zwischen Mitte Mai und Ende Juni entschieden, sagte er der Bild am Sonntag. Der Minister will das Bundeskabinett angesichts von Etat-Zusatzwünschen für 2011 in Höhe von zehn Milliarden Euro auf einen strikten Sparkurs einschwören.
- Datum 22.03.2010 - 08:47 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
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Wenn Wahlen nahmen muss man populäres tun. Was ist populärer als Banken in die Schranken zu weisen? Wie durchsichtig.
Wer diese Pappkameraden wählt, dem ist ohnehin nicht mehr zu helfen.
Gerade was das Thema Banken angeht sind die, die sich Liberale nennen, ganz still.
Dafür haben sie das Schlagwort Freiheit wieder für sich entdeckt. Zumindest bis zur Wahl. Nach der Wahl beschränken sie sich doch wieder auf's Umfallen.
Das heißt: Wer seine Bürgerrechte stärken will, muss eh eine andere, kleine Partei wählen, der ich viel Glück wünsche.
Gerade was das Thema Banken angeht sind die, die sich Liberale nennen, ganz still.
Dafür haben sie das Schlagwort Freiheit wieder für sich entdeckt. Zumindest bis zur Wahl. Nach der Wahl beschränken sie sich doch wieder auf's Umfallen.
Das heißt: Wer seine Bürgerrechte stärken will, muss eh eine andere, kleine Partei wählen, der ich viel Glück wünsche.
... dann sollte noch viel öfter gewählt werden.
... das "populäres tun" beschränkt sich leider meist nur auf die Ankündigungen. Nach der Wahl heißt es dann: "keine nationalen Alleingänge" oder "nicht finanzierbar" oder "es ist unfair uns an Wahlversprechen zu messen"...
... das "populäres tun" beschränkt sich leider meist nur auf die Ankündigungen. Nach der Wahl heißt es dann: "keine nationalen Alleingänge" oder "nicht finanzierbar" oder "es ist unfair uns an Wahlversprechen zu messen"...
und die FDP ist dabei???
Mensch, wie die Zeiten sich ändern und Parteien sich verbiegen, ups nennt man ja anpassen. Ich weiß nicht was ich davon halten soll. Gerade diejenigen, die vor dem Crash gegen eine Regulierung gewettert hätten und sich im Westerwelle Style aufgeplustert hätten, drehen sich wie ein Zweig im Wind; crazy.
Heute ist Oben, Unten. Ist Rechts bald Links?
Verwirrend!
Beste Grüße.
FSonntag
Bei einer Reaktionszeit von cirka 1,5 Jahren ab Banken-Rettungsschirm, ist es illusorisch zu erwarten, dass die eigentlich gemeinten Banken sich nicht vorbereitet haben.
Man erinnere sich nur ganz grob, wie sich die Lage von HRE, Deutscher Bank, Commerzbank, Dresdner Bank, WestLB, Bayerischer LB und vielen anderen bekannten Instituten geändert hat.
Ich gehe also aus Erfahrung erst einmal davon aus, dass durch die Bankenabgabe im Saldo zusätzliches Geld von Sparkassen, Genossenschaftsbanken und anderen biederen Institutionen in Richtung "Zockerbanken" verschoben wird. Solche Transferleistungen gab es bislang nicht in wirklich interessanter Dimension. (Hinweis: Welche Banken haben die Einlagensicherungsfonds zu Beginn der Finanzkrise in Anspruch nehmen wollen -- und in welcher Höhe!)
Wenn wir die genauen Modalitäten für die Durchführung kennen (die Presse sollte ein scharfes Auge darauf haben, welche Institutionen an der Formulierung beteiligt sind) und erste Daten vorliegen, wie der Mittelfluss ist, dann wissen wir, warum die FDP nicht Zeter und Mordio schreit.
Meine Meinung, meine Vorhersage.
Alles Gute
Kai Hamann
Bei einer Reaktionszeit von cirka 1,5 Jahren ab Banken-Rettungsschirm, ist es illusorisch zu erwarten, dass die eigentlich gemeinten Banken sich nicht vorbereitet haben.
Man erinnere sich nur ganz grob, wie sich die Lage von HRE, Deutscher Bank, Commerzbank, Dresdner Bank, WestLB, Bayerischer LB und vielen anderen bekannten Instituten geändert hat.
Ich gehe also aus Erfahrung erst einmal davon aus, dass durch die Bankenabgabe im Saldo zusätzliches Geld von Sparkassen, Genossenschaftsbanken und anderen biederen Institutionen in Richtung "Zockerbanken" verschoben wird. Solche Transferleistungen gab es bislang nicht in wirklich interessanter Dimension. (Hinweis: Welche Banken haben die Einlagensicherungsfonds zu Beginn der Finanzkrise in Anspruch nehmen wollen -- und in welcher Höhe!)
Wenn wir die genauen Modalitäten für die Durchführung kennen (die Presse sollte ein scharfes Auge darauf haben, welche Institutionen an der Formulierung beteiligt sind) und erste Daten vorliegen, wie der Mittelfluss ist, dann wissen wir, warum die FDP nicht Zeter und Mordio schreit.
Meine Meinung, meine Vorhersage.
Alles Gute
Kai Hamann
Es zieht sich wie ein roter Faden durch die neoliberale Regierungspolitik der letzten Jahrzehnte: Das Steuersenkungsmantra.
Fakt ist: Umverteilungsmotivierte Steuersenkungen waren und sind der Schlüssel der Neoliberalen, unseren Staat umzugründen, aus ihm ein Pleiteprojekt "leerer Kassen" zu machen, um das zentrale Anliegen - die Privatisierung der gesamten Daseinsvorsorge - realisieren zu können.
Die Privatisierung all dessen, was den Bürgerinnen und Bürgern des Staates gehört, ist ein koordiniertes Raub- und Plünderungsprojekt der politischen Klasse zu Gunsten des Finanzkapitals.
"Die Privatisierung all dessen, was den Bürgerinnen und Bürgern des Staates gehört, ist ein koordiniertes Raub- und Plünderungsprojekt der politischen Klasse zu Gunsten des Finanzkapitals."
"Die Privatisierung all dessen, was den Bürgerinnen und Bürgern des Staates gehört, ist ein koordiniertes Raub- und Plünderungsprojekt der politischen Klasse zu Gunsten des Finanzkapitals."
Bei einer Reaktionszeit von cirka 1,5 Jahren ab Banken-Rettungsschirm, ist es illusorisch zu erwarten, dass die eigentlich gemeinten Banken sich nicht vorbereitet haben.
Man erinnere sich nur ganz grob, wie sich die Lage von HRE, Deutscher Bank, Commerzbank, Dresdner Bank, WestLB, Bayerischer LB und vielen anderen bekannten Instituten geändert hat.
Ich gehe also aus Erfahrung erst einmal davon aus, dass durch die Bankenabgabe im Saldo zusätzliches Geld von Sparkassen, Genossenschaftsbanken und anderen biederen Institutionen in Richtung "Zockerbanken" verschoben wird. Solche Transferleistungen gab es bislang nicht in wirklich interessanter Dimension. (Hinweis: Welche Banken haben die Einlagensicherungsfonds zu Beginn der Finanzkrise in Anspruch nehmen wollen -- und in welcher Höhe!)
Wenn wir die genauen Modalitäten für die Durchführung kennen (die Presse sollte ein scharfes Auge darauf haben, welche Institutionen an der Formulierung beteiligt sind) und erste Daten vorliegen, wie der Mittelfluss ist, dann wissen wir, warum die FDP nicht Zeter und Mordio schreit.
Meine Meinung, meine Vorhersage.
Alles Gute
Kai Hamann
Man weiß nur wieder nicht, auf was
... seriöse Banken wie Sparkassen und Genossenschaftsbanken ... dann muss die Deutsche Bank wohl zu den Zockerinstituten gehören..?
hat sie natürlich nicht gesagt
Bei der beispielsweisen Aufzählung der seriösen kann man ja nicht alle benennen, und wer die unseriösen sind, weiß ja eh jeder
und gegen eine Grossspende an die Freien Demokraten und speziell an Westerwelle und den 2.ten Vorsitzenden Mronz einfach weiter Roulette spielen lassen. Als Gegenleistung könnten ev. Vorstandsmitglieder und ihre Frauen bei Flügen in ferne Länder kostenlos mit dabei sein. So haben alle was davon. Es kämen aber auch Steuererleichterungen für Bankinstitute in Frage, bis auf 0 Prozent, abhängig von der Spendenhöhe.
Bis diese Abgabe in Kraft tritt oder wirkt, haben die zuständigen "Eliten" aus Lobby, Banken und interessierten Parteien das Ding so verwässert, dass der Gegenwert nur noch dem Kleingeldbestand in Ackermanns Geldbörse entspricht. Das Ganze ist wieder nur ein lahmer Trick, der dabei helfen soll, die Wahlen in NRW nicht gänzlich zu verkimmeln. Darüberhinaus zeigt es, für wie dämlich die Regierung den Wähler hält, wenn sie annimmt, dass man davon beeindruckt ist.
Eins der üblichen Täuschungsmanöver, mehr nicht.
Jagd die ganze Bande zum Teufel !!!!!!
Ackermann und seine Winkeladvokaten werden es zu verhindern wissen. Nach der NRW-Wahl werden die gelben Marktschreier auftreten, Herr Sinn wird seinen Unsinn verzapfen. Nebenbei scheint die Idee der Transaktionssteuer vom Tisch zu sein....
Ackermann und seine Winkeladvokaten werden es zu verhindern wissen. Nach der NRW-Wahl werden die gelben Marktschreier auftreten, Herr Sinn wird seinen Unsinn verzapfen. Nebenbei scheint die Idee der Transaktionssteuer vom Tisch zu sein....
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