Gesundheitssystem Krankenkassen trotzen Krise und steigenden Kosten
Die gesetzlichen Krankenkassen haben einen unerwarteten Überschuss erwirtschaftet. Einige Unternehmen geraten dennoch finanziell unter Druck.
© Achim Scheidemann/dpa

Das Geschäft der Krankenkassen wirft trotz schwieriger Umstände überraschend Gewinne ab
Trotz Wirtschaftskrise und deutlicher Ausgabensteigerungen haben die gesetzlichen Krankenkassen im vergangenen Jahr einen Milliardenüberschuss erzielt. Wie das Handelsblatt unter Berufung auf vorläufige Zahlen der Branche berichtet, lagen die Einnahmen der Kassen aus dem Gesundheitsfonds um 1,07 Milliarden Euro über den Ausgaben.
Den höchsten Überschuss erzielten demnach die Kassen des AOK-Verbandes mit 771 Millionen Euro. Die Innungskrankenkassen meldeten ein Plus von knapp 263 Millionen Euro. Bei den
Betriebskrankenkassen lag der Überschuss bei 190 Millionen Euro. Die Ersatzkassen, zu denen mit Barmer-GEK, Techniker Krankenkasse und der DAK die größten deutschen Kassen gehören, schlossen als einzige Kassenart mit einem Defizit von nahezu 160 Millionen Euro.
Eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums sagte, die Zahlen würden derzeit noch "auf Plausibilität" geprüft. Experten äußerten dem Bericht zufolge Zweifel an den Zahlen der vorläufigen Statistik. So hätten einige Krankenkassen im süddeutschen Raum Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds in ihre Jahresbilanzen aufgenommen, die sie im kommenden Jahr zurückzahlen müssten. Dabei geht es vor allem um Gelder aus der sogenannten Konvergenzregel, mit der zu große Mittelabflüsse durch den 2009 neu eingeführten Gesundheitsfonds aus einzelnen Ländern verhindert werden sollten.
Einige Unternehmen könnten auch an anderer Stelle unter Druck geraten. Den gesetzlichen Krankenkassen in Baden-Württemberg drohen Rückzahlungen an das Bundesversicherungsamt in Höhe von rund 280 Millionen Euro. Auch Bayern soll weit über 200 Millionen Euro zurückzahlen, sollten sich die vorläufigen Neuberechungen des Bundesversicherungsamtes bestätigen, berichten die Stuttgarter Nachrichten.
Baden-Württemberg und Bayern hatten bei Einführung des Gesundheitsfonds die Sonderregel durchgesetzt, die den gesetzlichen Kassen im Süden aufgrund von Schätzungen Ausgleichs-Zahlungen in Höhe von rund einer halben Milliarde Euro bescherte. Die Kassen in Baden-Württemberg erhielten den Angaben zufolge für 2009 vorab rund 280 Millionen Euro, die in Bayern 244 Millionen.
Diese Schätzungen für 2009 hätten sich nach neuen Berechnungen aber als falsch herausgestellt, berichtet die Zeitung. Für den Südwesten ergibt sich demnach nur noch ein Ausgleichsbedarf von weniger als einer Million Euro. Das Bundesversicherungsamt wolle die zu viel gezahlten Abschläge zurück, sollten sich die Berechnungen bestätigen. Doch der Vorschuss sei bereits ausgegeben.
In einem Brief an Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) beklagt sich dessen Landes-Ressortkollegin Monika Stolz (CDU) der Zeitung zufolge, es stelle sich die Frage des Vertrauensschutzes. Die Kassen hätten nicht damit rechnen können, "dass das finanzielle Risiko letztlich 100 Prozent beträgt". Von Berlin sei aber keine Hilfe zu erwarten, so die Zeitung. Die Konvergenzregel "steht im Gesetz und wird ohne Abstriche umgesetzt", sagte ein Sprecher Röslers. Allen Beteiligten sei klar gewesen, dass "zunächst mit Schätzwerten" gearbeitet werden musste. Die endgültige Entscheidung falle Ende 2010.
- Datum 09.03.2010 - 08:27 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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Stopp, den gierigen Privaten jeglicher Art, die die Krankenkassenbeiträge ausrauben, darunter auch die verästelten Abzweigungen die von den Beiträgen der Mitglieder im Sumpf der privaten Schmarotzer abfließen.
.....ob ein solcher Bericht der Informationsübertragung in die Bevölkerung zuträglich ist, oder die Diskussion nur weiter verwirrt. Ich lese relativ viel, habe ein relevantes Studium und bin im Finanzwesen tätig. Dennoch kann ich die Inhalte des Artikels kaum einordnen oder gar bewerten.
Das hängt natürlich nicht nur am Reporter. Die Zusammenhänge um den Fond und den Beiträgen oder Abgaben, Zusatzzahlungen und den diversen Transferzahlungen sind schon unübersichtlich. Nur wäre es hilfreich diese Dinge so zu sortieren, dass der Inhalt des Artikels verständlich wird. Wieso ist es wichtig, dass Hessen soviel und Bayern jenes bekommen? Wie ist das mit NRW? Warum haben die Leute 5 Euro mehr zahlen müssen, wenn jetzt mehr in der Kasse ist? Was macht eigentlich der Fond nun wirklich? Überschüsse in einzelnen Kassen herstellen? Das scheint alles sehr undurchsichtig.
ich gebe joG recht, da blickt keiner durch.
ich habe bis heute nicht verstanden, warum die südländer extrakonditionen erhalten. was hat die solidarische finanzierung des gesundheitssystems mit bundesländergrenzen zu tun? vielleicht kann das mal einer erklären.
ich gebe joG recht, da blickt keiner durch.
ich habe bis heute nicht verstanden, warum die südländer extrakonditionen erhalten. was hat die solidarische finanzierung des gesundheitssystems mit bundesländergrenzen zu tun? vielleicht kann das mal einer erklären.
ich gebe joG recht, da blickt keiner durch.
ich habe bis heute nicht verstanden, warum die südländer extrakonditionen erhalten. was hat die solidarische finanzierung des gesundheitssystems mit bundesländergrenzen zu tun? vielleicht kann das mal einer erklären.
1. Der Fonds ist nichts anderes, als ein großer Topf Geld, wo zunächst alles Geld, dass die Krankenkassen einnehmen und der Bund zuschießt einfließt. Dann werden mit Hilfe eines etwas komplexeren Schlüssels die Mittel an jede einzelne Kasse verteilt. Der Schlüssel hat solche Merkmale wie: Alter der Versicherten, Anzahl der Familienmitversicherten, Morbiditätsrisiko der Versicherten etc. Am Ende "sollte" jede Kasse das Geld bekommen, das sie für die Versorgung ihrer Versicherten benötigt. Weil es sich hierbei jedoch jeweils um Durchschnittswerte handelt, kommen uneffiziente Kasse mit dem Geld nicht aus und effiziente Kassen machen einen Überschuss (theoretisch, wenn der Schlüssel also stimmt).
2. Und nun kommen die Südländer: Diese hatten argumentiert, dass die Uhren dort anders ticken, als im Rest der Republik. Alle Kosten dort seien höher, also auch die Kosten für die medizinische Versorgung. Insofern hatten sie zu Lasten der anderen Länder einen Zuschlag gefordert und auch bekommen. Da diese Atgumentation jedoch auf schwachen Prognosen beruhte und eine Kostenrechnung noch ausstand, haben sie also lediglich die Hoffnung gehabt, dass die Rechnung letztlich aufgeht. Wie sich zeigt wohl zu unrecht.
erstaunlicherweise scheint das der ach so objektiven Zeit nicht erwähnenswert. Sie haben wohl zuviele Abonennten in dieser Zielgruppe?
Kosten hin - Kosten her - für mich scheint die Sache so:
Die vielen Kassen wissen überhaupt nicht, was für finanzielle Mittel überhaupt zur Verfügung stehen.
Das ganze "Kassensystem" wie es heute praktiziert wird, das ist eine ganz große "Finanzblase"!
Die AOK wird "gesponsert", wenn sie Geld braucht und die anderen Kassen müssen abdrücken.
Wann kommt die "Einheitskasse", in der endlich alle Bürgerinnen und Bürger einkommensabhängig einzahlen?
In Luxemburg geht das doch auch und noch viel mehr und Luxemburg ist kein "sozialistisches" Land - dafür aber sozialer und sozial gerechter.
Wir kennen das von unseren Verwandten, die Saisonal arbeitslos sind und als Ledige das doppelte von dem auf die Hand bekommen als sie in Deutschland an ALG I bekämen.
Komisch nur, dass hier auch das "Kassensystem" funktioniert!
Wendelin89 schmeißt nun alles in einen Topf und rührt kräftig um. Dann schaut er rein und sieht, dass nur noch grauer Brei drin ist, der irgendwie weniger schön als der aus Luxembourg scheint. Man könnte jetzt natürlich einiges über die Philosphie des deutschen Gesundheitssystems schwadronieren oder darüber, dass man zwei Staaten nicht pauschal anhand weniger Indikatoren miteinander vergleichen kann. Das führte hier aber zu weit. Und darum greife ich jetzt auch nur einen einzigen Punkt auf: Genau genommen haben wir nämlich eine Einheitskasse in Deutschland für die meisten Menschen dieses Landes, weil sowohl die Leistungen gesetzlich vorgegeben sind, als auch die Finanzierung durch den Fonds vereinheitlicht wurde. Irgend jemand glaubte aber, dass man noch mehrere Kassen brauchte, damit der Wettbewerb in unsichtbarer Hand unser aller Gemeinwohl verbessert.
Wendelin89 schmeißt nun alles in einen Topf und rührt kräftig um. Dann schaut er rein und sieht, dass nur noch grauer Brei drin ist, der irgendwie weniger schön als der aus Luxembourg scheint. Man könnte jetzt natürlich einiges über die Philosphie des deutschen Gesundheitssystems schwadronieren oder darüber, dass man zwei Staaten nicht pauschal anhand weniger Indikatoren miteinander vergleichen kann. Das führte hier aber zu weit. Und darum greife ich jetzt auch nur einen einzigen Punkt auf: Genau genommen haben wir nämlich eine Einheitskasse in Deutschland für die meisten Menschen dieses Landes, weil sowohl die Leistungen gesetzlich vorgegeben sind, als auch die Finanzierung durch den Fonds vereinheitlicht wurde. Irgend jemand glaubte aber, dass man noch mehrere Kassen brauchte, damit der Wettbewerb in unsichtbarer Hand unser aller Gemeinwohl verbessert.
Wendelin89 schmeißt nun alles in einen Topf und rührt kräftig um. Dann schaut er rein und sieht, dass nur noch grauer Brei drin ist, der irgendwie weniger schön als der aus Luxembourg scheint. Man könnte jetzt natürlich einiges über die Philosphie des deutschen Gesundheitssystems schwadronieren oder darüber, dass man zwei Staaten nicht pauschal anhand weniger Indikatoren miteinander vergleichen kann. Das führte hier aber zu weit. Und darum greife ich jetzt auch nur einen einzigen Punkt auf: Genau genommen haben wir nämlich eine Einheitskasse in Deutschland für die meisten Menschen dieses Landes, weil sowohl die Leistungen gesetzlich vorgegeben sind, als auch die Finanzierung durch den Fonds vereinheitlicht wurde. Irgend jemand glaubte aber, dass man noch mehrere Kassen brauchte, damit der Wettbewerb in unsichtbarer Hand unser aller Gemeinwohl verbessert.
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