Kundus-Ausschuss Ex-Generalinspekteur Schneiderhan belastet Guttenberg
Er ist leise und sein Vortrag brisant: Laut Schneiderhan hat Guttenberg alle nötigen Berichte gehabt, um ein korrektes Urteil über den Luftschlag bei Kundus zu fällen.
"Diese Berichte sind eingestuft", interveniert Ulrich Birkenheier, der Unterabteilungsleiter der Rechtsabteilung des Verteidigungsministeriums. Es ist nur eine von zahlreichen Unterbrechungen im großen Anhörungssaal des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses gegenüber dem Reichstagsgebäude. Dort tagt der Kundus-Untersuchungsausschuss erstmals öffentlich. Dennoch: Viele Informationen sind weiterhin nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.
Birkenheier fällt immer wieder Zeugen und Abgeordneten ins Wort. Meldewege, geheime Berichte und Namen von beteiligten Soldaten dürfen nicht genannt werden.
Die Befragung des früheren Generalinspekteurs der Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhan, berührt sensible Bereiche. Als Birkenheier sogar verhindern will, dass Themen aus bereits veröffentlichten Presseberichten angesprochen werden, übertönt Gelächter den Beamten. Es kommt von der Besucher- und Pressetribüne. Auch die Abgeordneten der Opposition grinsen breit. "Das Gelächter ist nicht in Ordnung", schimpft die Ausschussvorsitzende Susanne Kastner (SPD). Sie wirkt überfordert.
Schneiderhan sitzt der Ausschussvorsitzenden gegenüber. Zwischen ihnen ist so viel Raum, dass beide in die Mikrofone vor sich auf den Tischen sprechen müssen, um sich zu hören. Der General im Ruhestand trägt einen dunklen Anzug, sein graues Haar ist streng zu einem Seitenscheitel gekämmt. Links und rechts neben ihm stehen jeweils vier Drehstühle – leer. Er wirkt allein.
Die Abgeordneten sitzen an einem halbrunden Tisch, hinter ihnen ihre Mitarbeiter. Auf den hellen Holztischen stehen Gesetzessammlungen und dicke Aktenordner. Die große Fensterfront ist mit grauen, durchsichtigen Vorhängen abgedeckt. Wie hinter Nebel fahren draußen Ausflugsschiffe auf der Spree vorbei. Möwen fliegen vorbei. Im Ausschussraum geht es weniger beschaulich zu. Welche Fragen vom Untersuchungsauftrag abgedeckt sind und welche dagegen verstoßen, dies sorgt immer wieder für Streit zwischen Abgeordneten der Opposition und jenen aus dem Regierungslager.
Vor allem Siegfried Kauder von der CDU unterbricht die Parlamentarier und Zeugen häufig. "Ich kann nicht erkennen, was die Frage mit dem Untersuchungsauftrag zu tun hat", sagt er, als Rainer Arnold von der SPD Schneiderhan nach Details zu seiner Entlassung fragt. Ein anderes Mal interveniert der CDU-Mann, als die Opposition nach der Meinung des ehemaligen Generalinspekteurs fragt. "Der Zeuge hat konkret zu antworten und nicht seine Meinung kundzutun."
Als die Abgeordneten sich streiten, ob eine Frage den geheimen Bereich tangiert, wird der Zeuge und die Öffentlichkeit nach draußen geschickt. Nach minutenlanger Beratung einigen sich die Parlamentarier darauf, dass die Frage wie viele andere in den nichtöffentlichen Teil der Sitzung gehört, der später am Abend anhebt.
Auch nach Stunden der Befragung bleibt Schneiderhan fast immer sachlich. Vorwürfe bringen ihn nicht aus der Ruhe. Er redet ruhig, ein wenig leise mit leicht schwäbischem Akzent. Der General im Ruhestand muss seine Stimme gar nicht heben. Der Inhalt ist brisant genug. Denn was er sagt, bringt Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) weiter unter Druck.
Das Verhältnis zwischen dem jungdynamischen Minister und dem altgedienten Soldaten war von Anfang an nicht innig. Schneiderhan hatte bis zum Tag seiner Entlassung kein Vier-Augen-Gespräch über die Kundus-Bombardierung mit seinem Dienstherrn. Als Guttenberg am 6. November sein Presse-Statement zu dem Luftschlag abgab, in dem er die Bombardierung als "militärisch angemessen" und zwingend bezeichnete, war der Generalinspekteur gerade bei einem Besuch in Bratislava. "Selbst wenn es keine Verfahrensfehler gegeben hätte, hätte es zum Luftschlag kommen müssen", sagte Guttenberg und ging damit viel weiter als sein oberster General.
Dass mit der Äußerung des Ministers auch seine Karriere in Gefahr geriet, daran dachte Schneiderhan nicht. Selbst als er am Mittag des 25. November eilig ins Ministerbüro bestellt wurde, hatte er noch keinen Verdacht. "Die Gefahr habe ich nicht gesehen. Dass ich zwei Stunden später freiwillig rausfliege, habe ich nicht geahnt", sagt Schneiderhan. Generell habe der Minister das Recht, ihn ohne Nennung von Gründen zu entlassen. "Den Anlass mit dem Feldjägerbericht verstehe ich aber nicht."
An jenem 25. November, so berichtet Schneiderhan, habe das Büro des Ministers gegen 14 Uhr angerufen und ihn für 14.20 Uhr zum Minister zitiert – ebenso den damaligen Staatssekretär Peter Wichert.
Schneiderhan habe zunächst nicht verstanden, was der Minister wollte. "Die Lage war nicht so eindeutig", schildert er. Guttenberg habe nach weiteren Berichten über die Kundus-Bombardierung gefragt. Schneiderhan will dem Minister sofort drei Berichte genannt haben: Die Meldung von Oberst Georg Klein, der die Bombardierung befahl. Den Feldjägerbericht, der von deutschen Militärpolizisten verfasst wurde. Sowie den Bericht eines deutschen Offiziers, der die Ermittler der Internationalen Afghanistan-Schutztruppe (Isaf) begleitete.
Wichert habe nachgeschoben, dass es noch den Rot-Kreuz-Bericht gebe. "Wir bekamen den Auftrag, nun so schnell wie möglich dem Minister die Berichte vorzulegen und uns für ein Gespräch bereitzuhalten", sagt Schneiderhan. Er ließ die Akten bereitstellen.
"Um kurz vor 17 Uhr hat das Büro Wichert dem Minister gemeldet, dass wir gesprächsbereit seien", sagt Schneiderhan. Er sprach den Minister dann jedoch allein. Auch Wichert sprach mit Guttenberg ohne Beisein eines Dritten.
Da habe er von Guttenberg erfahren, dass er ein gestörtes Vertrauensverhältnis zu jenem habe, sagt Schneiderhan. Er habe daraufhin angeboten, um seine Versetzung in den Ruhestand zu ersuchen. Guttenberg habe von ihm daraufhin eine schriftliche Demissionserklärung verlangt, die er am kommenden Morgen im Bundestag verwenden wolle.
Öffentlich begründete Guttenberg die Entlassung Schneiderhans und Wicherts jedoch damit, dass ihm der Feldjägerbericht "vorenthalten" worden sei.
Für seine Bewertung habe Guttenberg den Feldjägerbericht jedoch gar nicht gebraucht, sagt Schneiderhan: "Der Minister hatte den Com-Isaf-Bericht, den Rot-Kreuz-Bericht und die Vorlage des Einsatzführungsstabes vom 3. November. Damit muss der Minister urteilsfähig sein."
Schneiderhan hält den Feldjägerbericht zudem für qualitativ schlecht. Darin stünden keine Informationen, die nicht auch im Com-Isaf-Bericht stehen und der Autor habe zahlreiche Mutmaßungen notiert. "Aus militärischer Sicht hat der Feldjägerbericht keine Bedeutung", sagt Schneiderhan. Bei der Isaf sei er geschreddert worden.
Den Vorwurf, dass der Minister schlecht von ihm beraten wurde, weist Schneiderhan entschieden zurück. Er berichtet, dass er Guttenberg kurz nach dessen Amtsübernahme während eines gemeinsamen Fluges zur Vorsicht bei Äußerungen zur Kundus-Affäre geraten habe. Es sei nicht alles so einfach, wie es scheine, habe er ihm gesagt. Heute schiebt er nach: "Politisch muss, ich meine, kann man das anders bewerten."
Eines wird klar: Der ehemalige Generalinspekteur fühlt sich aus dem Amt gemobbt. Tief verletzt wirkt der 62-Jährige. Die Abgeordneten fordert er auf, für Klarheit zu sorgen. Es klingt wie ein Appell, sein Lebenswerk zu retten. Aus dem Kopf referiert Schneiderhan Behauptungen und Bewertungen, die er in verschiedenen Zeitungen über sich gelesen hat.
Rund viereinhalb Stunden dauert die Befragung Schneiderhans in öffentlicher Sitzung. Danach – draußen ist es bereits dunkel geworden – ist Peter Wichert, der ehemalige Staatssekretär, an der Reihe.
Entlassen war der Zeuge Schneiderhan damit noch nicht. Nach Wicherts Befragung ging es für beide hinter verschlossener Tür weiter. Für den Untersuchungsausschuss wurde es eine lange Nacht.
- Datum 18.03.2010 - 21:23 Uhr
- Seite 1 | 2 | 3 | Auf mehreren Seiten lesen
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 52
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:







Herr von Guttenberg wollte offensichtlich galant die ganze Kundus-Affaire decken, indem er päpstlicher als der Papst auftrat. Aber leider war der Boden wohl etwas zu brüchig - Insidern war dies längst bekannt - daher dér gute Rat, die Kundus-Affaire vorsichtig zu behandeln.
Es geht hier allein ums Taktieren, da jeder gerne den Kopf aus der Schlinge ziehen möchte - dabei hat sich Herr Guttenberg wohl selbst stranguliert (dafür weiß er jetzt, worum es geht).
Es war Klärungsbedarf und Handlungsbedarf - und das wird so quittiert.
die NATO stellt fest:
D handelt nicht, D diskutiert, diskutiert, und diskutiert ..
Wenn Sie NATO mit ihrer US-Philosophie ("handeln, handeln, erst dann ev. (nach)denken") als Maßstab heranziehen, dann dürfte das Urteil teilweise zutreffen.
Ich bezweifle es aber, dass diese Organisation dafür taugt. Und es ist äußerst fragwürdig, ob man mit DEN Kenntnissen der Länder, in die man reinfällt.... , etwas daueraft befrieden KANN, vom WOLLEN erstmal abgesehen.
Wenn Sie NATO mit ihrer US-Philosophie ("handeln, handeln, erst dann ev. (nach)denken") als Maßstab heranziehen, dann dürfte das Urteil teilweise zutreffen.
Ich bezweifle es aber, dass diese Organisation dafür taugt. Und es ist äußerst fragwürdig, ob man mit DEN Kenntnissen der Länder, in die man reinfällt.... , etwas daueraft befrieden KANN, vom WOLLEN erstmal abgesehen.
Es schmerzt, dass hier ein von der Öffentlichkeit ohne erkennbaren Grund zum Popstar hochstilisierter Minister in der Lage war, einen erfahrenen Experten zum Bauernopfer zu machen. Ein Bauernopfer, das nur nötig war, weil es Herrn Guttenberg in heikler Lage an Gespür und Erfahrung fehlte.
Guttenberg hat versucht die Öffentlichkeit zu täuschen und hat andere für seine Fehler gerade stehen lassen. Wahrscheinlich wird es die Mehrheit der Deutschen trotzdem vorziehen, diese feinen Details zu ignorieren, bevor sie sich schmerzlich eingesteht sich in einem Menschen sehr getäuscht zu haben.
Der Minister ist wohl ein äußerlich gelackter jugendlicher Selbstdarsteller, aber dahinter ist noch zu wenig intellektuelle, moralische und fachliche Kompetenz.
Aus Schaden wird man hoffendlich klug, er ist ja noch jung, wenn es ihm wie Jung gehen sollte.
Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der Schönste im ganzen Land? (Wenn nicht ich, dann eben Gift)
Wieder einmal werden Nachricht und Wertung in einer Schlagzeile vermischt dabei lernt doch jeder Journalist in seinen "Basics" dass man das als seriöser Berichterstatter nicht tut.
@Deguo
Ich bin diesbezueglich ja auch empfindlich, aber bei der Ueberschrift "Ex-Generalinspektor Schneiderhan belastet Guttenberg" frage ich mich doch ein bisschen, wo Sie da die Wertung sehen und wie "besser" haette formuliert werden sollen. "Schneiderhan sagt aus" oder "Schneiderhan wirft Guttenberg Versaeumnisse vor" waeren nur vordergruendig neutraler.
Das Adjektiv "belastend" trifft m.E. durchaus auf die von Schneiderhan vorgebrachten Erklaerungen zu und ist eine zulaessige Beschreibung, da er Guttenberg explizit wie implizit Versaeumnisse vorwirft.
Waere bei einem Prozess dasselbe: eine Zeugenaussage kann im Kontext als belastend beschrieben werden. (Daher oft als Belastungszeuge bezeichnet.)
Auf einem anderen Blatt steht, ob die belastete Person sich entlasten und womoeglich die belastenden Aussagen als haltlos darlegen kann.
Aendert aber nichts an der zunaechst belastenden Natur der Aussagen.
Wie gesagt, bin da selbst auch empfindlich und hab auch auf zeit.de schon Beispiele gefunden, die mich geaergert haben, aber nun gerade bei dieser Ueberschrift die Haarspalterei zu starten finde ich ein bisschen uebertrieben.
@Deguo
Ich bin diesbezueglich ja auch empfindlich, aber bei der Ueberschrift "Ex-Generalinspektor Schneiderhan belastet Guttenberg" frage ich mich doch ein bisschen, wo Sie da die Wertung sehen und wie "besser" haette formuliert werden sollen. "Schneiderhan sagt aus" oder "Schneiderhan wirft Guttenberg Versaeumnisse vor" waeren nur vordergruendig neutraler.
Das Adjektiv "belastend" trifft m.E. durchaus auf die von Schneiderhan vorgebrachten Erklaerungen zu und ist eine zulaessige Beschreibung, da er Guttenberg explizit wie implizit Versaeumnisse vorwirft.
Waere bei einem Prozess dasselbe: eine Zeugenaussage kann im Kontext als belastend beschrieben werden. (Daher oft als Belastungszeuge bezeichnet.)
Auf einem anderen Blatt steht, ob die belastete Person sich entlasten und womoeglich die belastenden Aussagen als haltlos darlegen kann.
Aendert aber nichts an der zunaechst belastenden Natur der Aussagen.
Wie gesagt, bin da selbst auch empfindlich und hab auch auf zeit.de schon Beispiele gefunden, die mich geaergert haben, aber nun gerade bei dieser Ueberschrift die Haarspalterei zu starten finde ich ein bisschen uebertrieben.
@Deguo
Ich bin diesbezueglich ja auch empfindlich, aber bei der Ueberschrift "Ex-Generalinspektor Schneiderhan belastet Guttenberg" frage ich mich doch ein bisschen, wo Sie da die Wertung sehen und wie "besser" haette formuliert werden sollen. "Schneiderhan sagt aus" oder "Schneiderhan wirft Guttenberg Versaeumnisse vor" waeren nur vordergruendig neutraler.
Das Adjektiv "belastend" trifft m.E. durchaus auf die von Schneiderhan vorgebrachten Erklaerungen zu und ist eine zulaessige Beschreibung, da er Guttenberg explizit wie implizit Versaeumnisse vorwirft.
Waere bei einem Prozess dasselbe: eine Zeugenaussage kann im Kontext als belastend beschrieben werden. (Daher oft als Belastungszeuge bezeichnet.)
Auf einem anderen Blatt steht, ob die belastete Person sich entlasten und womoeglich die belastenden Aussagen als haltlos darlegen kann.
Aendert aber nichts an der zunaechst belastenden Natur der Aussagen.
Wie gesagt, bin da selbst auch empfindlich und hab auch auf zeit.de schon Beispiele gefunden, die mich geaergert haben, aber nun gerade bei dieser Ueberschrift die Haarspalterei zu starten finde ich ein bisschen uebertrieben.
Die Vorwürfe basieren auf Meinungen und subjektive Einschätzung der Lage Schneiderhans und Wicherts.
Fakt ist nur, die fraglichen Berichte haben Guttenberg tatsächlich nicht vorgelegen.
Schneiderhan ist lediglich der Meinung, das wäre auch nicht nötig gewesen. Vielleicht hat er Recht, vielleicht auch nicht.
Im Grunde geht der Streit, abgesehen von der Demontage Guttenbergs, nur um diese Einschätzung.
Doch wie vertrauenswürdig ist diese Einschätzung?
Die einzigen Indizien die für eine solche Beurteilung bekannt sind, ist die Tatsache, dass Schneiderhan und Wichert schon vor Guttenberg die politische Einschätzung mitbestimmten.
Da das zum Rücktritt Jungs führte, lässt das zumindest den Verdacht zu, das Schneiderhan und Wichert mitnichten die politische Bedeutung einzelner Berichte richtig einzuschätzen in der Lage waren.
Die Selbstdarstellung als Unschuldslämmer ohne jede Selbstkritik mutet da ein wenig merkwürdig an.
H.
Die Vorwürfe basieren auf Meinungen und subjektive Einschätzung der Lage Schneiderhans und Wicherts.
Fakt ist nur, die fraglichen Berichte haben Guttenberg tatsächlich nicht vorgelegen.
Schneiderhan ist lediglich der Meinung, das wäre auch nicht nötig gewesen. Vielleicht hat er Recht, vielleicht auch nicht.
Im Grunde geht der Streit, abgesehen von der Demontage Guttenbergs, nur um diese Einschätzung.
Doch wie vertrauenswürdig ist diese Einschätzung?
Die einzigen Indizien die für eine solche Beurteilung bekannt sind, ist die Tatsache, dass Schneiderhan und Wichert schon vor Guttenberg die politische Einschätzung mitbestimmten.
Da das zum Rücktritt Jungs führte, lässt das zumindest den Verdacht zu, das Schneiderhan und Wichert mitnichten die politische Bedeutung einzelner Berichte richtig einzuschätzen in der Lage waren.
Die Selbstdarstellung als Unschuldslämmer ohne jede Selbstkritik mutet da ein wenig merkwürdig an.
H.
Wenn Herr Guttenberg zurücktreten muss, wäre das die erste gute Nachricht aus der Regierung seit dem Beginn von Schwarz-Gelb.
Aber gut... nicht sehr wahrscheinlich. Herr Klein ist kein Mörder, weil der Krieg ein Kreig ist den man nicht so nennen darf. Und Guttenberg ist der CSU wohl zu wichtig, um wirklich in Gefahr zu sein.
Was ich mir wünschen würde, wäre darauf vertrauen zu können, dass die Entscheidung über Guttenbergs Schuld von den Erkenntnissen aus der Verhandlung abhängt und nicht von politischem Machtgeschacher.
Er war ja schließlich für das Massaker tatsächlich nicht verantwortlich.
Was er, vielleicht etwas voreilig, wann gesagt hat und ob das ganz richtig, halbrichtig oder falsch war, interessiert mich auch nicht so.
Er ist Politiker und hat als solcher reagiert. Hierauf kann ich bei der nächsten Wahl antworten.
Was mich wirklich interessiert, ist, ob die Regierung das von Klein angerichtete Gemetzel, nachdem die Tatsachen langsam bekannt sind, wirklich weiterhin gutheisst und dahintersteht oder ob sie Konsequenzen, ggf. welche, ziehen will.
Wenn jemand den befehl gibt Menschen zu töten macht ihn das sehr wohl zum Mörder! Krieg hin oder her, das ist eine moralische frage.
Sie haben recht. Das Spiel Erkenntnisse vs. Machtgeschacher verbietet sich bei der Entscheidung über Schuld und Unschuld vor Gericht und auch in einem Untersuchungsauschuss. Jedenfalls, wenn die Entscheidungsfindung über jeden Zweifel der Parteilichkeit erhaben sein soll.
Was das angeht, unterliegt ein Untersuchungsauschuss leider nicht den hohen Anforderungen an einen rechtsstaatlichen Prozess. Ich bin kein Jurist, aber auch dieser Untersuchungsauschuss erinnert mich schon durch das Verhandeln und Taktieren darüber, wer wann und wozu befragt wird, an Schauprozesse. Keine besonders würdige Angelegenheit und Zeugen/Beteiligte wie Herr Schneiderhan müssen ein schales Gefühl dabei haben.
Ich würde mir wünschen, dass man sich mehr darauf konzentriert, was man zukünftig besser machen kann. Weniger über Schuld und Unschuld redet, sondern es eine Nummer kleiner angeht. Etwa über richtig und falsch, produktiv und kontraproduktiv spricht.
Dann könnte sich zeigen, wie man das eigentlich tragische Ereignis, die Bombardierung am Kundus, hätte verhindern können. Und wo es zwischen BW, BMVg und Politik Kommunikationsdefizite gibt. Und vielleicht würde man sogar etwas über Sinn und Unsinn des Afghanistan-Einsatzes an sich erfahren.
Kleiner gemeiner Test: Wer kann aus dem Kopf Namen von Opfern des Bombardements nennen? Oder Namen von in Afghanistan getöteten BW- oder Polizei-Angehörigen?
Pro Name eine Frage im Untersuchungsauschuss, das wäre doch was.
Alles Gute
Kai Hamann
Er war ja schließlich für das Massaker tatsächlich nicht verantwortlich.
Was er, vielleicht etwas voreilig, wann gesagt hat und ob das ganz richtig, halbrichtig oder falsch war, interessiert mich auch nicht so.
Er ist Politiker und hat als solcher reagiert. Hierauf kann ich bei der nächsten Wahl antworten.
Was mich wirklich interessiert, ist, ob die Regierung das von Klein angerichtete Gemetzel, nachdem die Tatsachen langsam bekannt sind, wirklich weiterhin gutheisst und dahintersteht oder ob sie Konsequenzen, ggf. welche, ziehen will.
Wenn jemand den befehl gibt Menschen zu töten macht ihn das sehr wohl zum Mörder! Krieg hin oder her, das ist eine moralische frage.
Sie haben recht. Das Spiel Erkenntnisse vs. Machtgeschacher verbietet sich bei der Entscheidung über Schuld und Unschuld vor Gericht und auch in einem Untersuchungsauschuss. Jedenfalls, wenn die Entscheidungsfindung über jeden Zweifel der Parteilichkeit erhaben sein soll.
Was das angeht, unterliegt ein Untersuchungsauschuss leider nicht den hohen Anforderungen an einen rechtsstaatlichen Prozess. Ich bin kein Jurist, aber auch dieser Untersuchungsauschuss erinnert mich schon durch das Verhandeln und Taktieren darüber, wer wann und wozu befragt wird, an Schauprozesse. Keine besonders würdige Angelegenheit und Zeugen/Beteiligte wie Herr Schneiderhan müssen ein schales Gefühl dabei haben.
Ich würde mir wünschen, dass man sich mehr darauf konzentriert, was man zukünftig besser machen kann. Weniger über Schuld und Unschuld redet, sondern es eine Nummer kleiner angeht. Etwa über richtig und falsch, produktiv und kontraproduktiv spricht.
Dann könnte sich zeigen, wie man das eigentlich tragische Ereignis, die Bombardierung am Kundus, hätte verhindern können. Und wo es zwischen BW, BMVg und Politik Kommunikationsdefizite gibt. Und vielleicht würde man sogar etwas über Sinn und Unsinn des Afghanistan-Einsatzes an sich erfahren.
Kleiner gemeiner Test: Wer kann aus dem Kopf Namen von Opfern des Bombardements nennen? Oder Namen von in Afghanistan getöteten BW- oder Polizei-Angehörigen?
Pro Name eine Frage im Untersuchungsauschuss, das wäre doch was.
Alles Gute
Kai Hamann
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren