Letztes Angebot von Obama Showdown um Obamas Gesundheitsreform

US-Präsident Obama hat genug von Blockadepolitik: Er hat seinen endgültigen Gesundheitsentwurf vorgelegt und will notfalls auf die Stimmen der Republikaner verzichten.

Alles in eine Waagschale: Obama hat einen letzten Gesundheitsentwurf vorgelegt

Alles in eine Waagschale: Obama hat einen letzten Gesundheitsentwurf vorgelegt

Ungeachtet des massiven Widerstands will US-Präsident Barack Obama seine Gesundheitsreform bereits in den kommenden Wochen vom Kongress verabschieden lassen. Obama legte in Washington einen Entwurf vor, in den nach seinen Angaben mehrere Vorschläge der Republikaner eingeflossen sind. Ein kompliziertes parlamentarisches Verfahren namens Reconciliation ist dabei seine letzte Hoffnung, um sein wichtigstes innenpolitisches Vorhaben zu retten.

Er forderte den Kongress auf, "seine Aufgabe zu erledigen" und eine Abstimmung "in den nächsten paar Wochen" vorzubereiten. Die Abgeordneten seien der Bevölkerung eine abschließende Abstimmung schuldig, sagte Obama im Weißen Haus, wo er vor Journalisten, Regierungsmitarbeitern und Medizinern noch einmal ein Plädoyer für seinen Entwurf hielt. "Wir haben dieses Thema gründlich diskutiert, nicht nur im vergangenen Jahr, sondern über Jahrzehnte."

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"Die amerikanische Bevölkerung und die US-Wirtschaft können einfach nicht länger warten", sagte Obama weiter. "Alles, was es über das Gesundheitswesen zu sagen gibt, ist gesagt worden und jeder hat sich dazu geäußert." Jetzt sei es Zeit, die Entscheidung zu fällen. "Ich weiß nicht, ob sich das politisch auszahlt, aber ich weiß, dass es richtig ist", sagte Obama über sein innenpolitisches Kernanliegen, das darauf abzielt, 31 Millionen bislang unversicherten Bürgern eine Krankenversicherung zu geben.

Demokratischen Kongressmitarbeitern zufolge wird eine Abstimmung noch vor der Parlamentspause angestrebt, die am 26. März beginnt. Danach wollen sich die Abgeordneten bis zur Kongresswahl im November auf Reformen für den Arbeitsmarkt konzentrieren.

Mit seinem Beharren auf die Umsetzung der Reform wagt Obama die Kraftprobe mit den gegnerischen Republikanern, aber auch mit Kritikern unter seinen eigenen Demokraten. Um ihren Widerstand zu umgehen, muss der US-Präsident das Vorhaben mit der umstrittenen Sonderregelung namens Reconciliation durchpeitschen. Sie sieht für Haushaltsgesetze eine einfache Mehrheit von 51 Stimmen vor und verhindert so, dass die Republikaner die Reform mit ihrer Sperrminorität von 41 der 100 Stimmen blockieren können.  

Obama machte klar, dass er das Verfahren für gerechtfertigt hält. "Ich denke, der Kongress schuldet dem amerikanischen Volk das Votum über die Gesundheitsreform", sagte er. Die Reform verdiene dasselbe Verfahren wie bereits zahlreiche Sozialgesetze oder die Steuerreduzierungen seines Vorgängers George W. Bush. "Sie alle kamen mit nicht mehr als einer einfachen Mehrheit durch den Kongress."

Der demokratische Senatsführer Harry Reid unterstützte den Vorstoß. "Der Präsident und das amerikanische Volk haben den Kongress aufgerufen, jetzt zu handeln", sagte er. Der Senat verpflichte sich dazu. "Wir werden jede Möglichkeit nutzen, in diesem Jahr eine bedeutende Reform zu liefern." Zahlreiche andere Demokraten zögern allerdings noch, das Reconciliation-Verfahren mitzutragen. Sie befürchten eine Niederlage bei der Kongresswahl im November, die auch Obamas politischer Autorität großen Schaden zufügen könnte.

All dies will Obama aber in Kauf nehmen. "Ich weiß nicht, wie sich das alles politisch auswirken wird, aber ich weiß, dass es richtig ist." Der Präsident machte klar, dass er nach einem Jahr der scharfen politischen Debatte eine Entscheidung erzwingen wolle. Über seinen Entwurf sagte er: "Das ist nun also unser Vorschlag. Das sind die Ergebnisse, zu denen wir gelangt sind." Er sagte, dass darin "die besten Ideen von Demokraten und Republikanern" eingeflossen seien.

Dabei handelt es sich nach Angaben des Weißen Hauses unter anderem um einen Vorschlag des republikanischen Senators Tom Coburn, mit dem Betrug bei der Krankenversicherung unterbunden werden soll, und eine Idee des Senators Chuck Grassley. Dieser hatte sich für eine bessere Vergütung der Ärzte ausgesprochen, die im Versicherungssystem für finanzschwache Bürger (Medicaid) arbeiten.

Die Republikaner allerdings wollen Obamas Vorschlag nicht folgen. "Diese ganze Übung ist unglücklich und unnötig", sagte der Führer der Republikaner in Senat, Mitch McConnell. "Sie ist ein schlechter Dienst für das amerikanische Volk." Die Opposition will stattdessen, dass Obama das Verfahren noch einmal von vorne aufrollt, um strittige Punkte auszuräumen.

 
Leser-Kommentare
  1. ... diese Kuh vom Eis zerren wird? Es wäre den Menschen dort zu wünschen.

    Sehr, sehr gutes Portrait zu diesem Artikel!

    Ronald
    ------
    Portrait-Photography only
    "say NO! to cheese": http://www.daedalus-v.de

  2. kallewestrich - Für uns eine klare Sache, für die Hälfte der US-Politiker völlig von der Hand zu weisen, den Leuten Sicherheit zu gewähren. Die sollen wirklich nichts zu lachen haben, siehe den Link obendrüber, sich für Geld in den Krieg werfen, bei der Army gibt's wiederum gute Versorgung, und alles machen, was nach Arbeit riecht. Wer mehr hinbringt, geht den American way of life, wer weniger, ist sehr schlecht dran.

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    genau durchschaut. wo ehmen sie die felsenfeste Ueberzeugung fuer diesen idiotischen One-liner her?

    gerd

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    gerd

    • LP
    • 03.03.2010 um 22:44 Uhr

    Krankenhäuser in der USA sind dazu verpflichtet Notfallhilfe zu leisten, egal ob der Patient versichert ist oder nicht. Nun gibt es Krankenhäuser in ärmeren Kommunen, die pleite gehen, weil zu viele Menschen in der Region nicht versichert sind.

    Natürlich ist Obama’s Gesundheitsreform Anfangs sehr teuer und noch lange nicht das, was wir uns in Deutschland darunter vorstellen, sie ebnet aber den Weg in ein gerechteres Amerika.

    Deshalb ist dieser Präsident auch so davon überzeugt, dass der politisch unpopuläre Weg letztlich der bessere ist.

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    von was Paesident Obama ueberzeugt ist?
    Gedankenlesen?
    Gerd

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    Gerd

  3. von was Paesident Obama ueberzeugt ist?
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    Gerd

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    • eciv
    • 04.03.2010 um 10:25 Uhr

    an den zwei Zitaten kann man erkennen, dass er davon überzeugt ist das richgite zu tun, auch wenn es ihm politisch schadet.
    "Ich weiß nicht, ob sich das politisch auszahlt, aber ich weiß, dass es richtig ist"
    "Ich weiß nicht, wie sich das alles politisch auswirken wird, aber ich weiß, dass es richtig ist."

    natürlich könnte man jetzt sagen, das ist alles nur politische kalkül, der gute Präsident, der alles für sein Volk tut auch wenn er dafür abgewählt wird.

    • LP
    • 09.03.2010 um 21:28 Uhr

    Indem ich regelmäßig seine Podcasts ansehe und mir seine Reden anhöre. Ferner, indem ich die Diskussionen um die Gesundheitsreform kritisch verfolge.

    • eciv
    • 04.03.2010 um 10:25 Uhr

    an den zwei Zitaten kann man erkennen, dass er davon überzeugt ist das richgite zu tun, auch wenn es ihm politisch schadet.
    "Ich weiß nicht, ob sich das politisch auszahlt, aber ich weiß, dass es richtig ist"
    "Ich weiß nicht, wie sich das alles politisch auswirken wird, aber ich weiß, dass es richtig ist."

    natürlich könnte man jetzt sagen, das ist alles nur politische kalkül, der gute Präsident, der alles für sein Volk tut auch wenn er dafür abgewählt wird.

    • LP
    • 09.03.2010 um 21:28 Uhr

    Indem ich regelmäßig seine Podcasts ansehe und mir seine Reden anhöre. Ferner, indem ich die Diskussionen um die Gesundheitsreform kritisch verfolge.

  4. genau durchschaut. wo ehmen sie die felsenfeste Ueberzeugung fuer diesen idiotischen One-liner her?

    gerd

  5. Sperrminorität von 41 Stimmen? Ihr könnt doch die vollkommen irre Regelung des Filibuster nicht einfach mit Sperrminorität übersetzen!

    Das klingt wie ein legitimes Vorgehen, nicht wie der Albtraum einer veralteten, missbrauchten und politisch instrumentalisierten Verfahrensweise, die der Filibuster eben ist.

  6. Es ist erstaunlich mit welcher Arroganz die Rechten gegen ihre eigenen Landsleute schießen.
    Sie reißen alle Privilegien und Rechte an sich und lassen "ihr" Amerika bei jeder Veranstaltung hoch leben.
    Geht es darum "ihr" Volk menschlicher zu behandeln, stellen sie sich stur und gönnen "ihrem" Volk nicht einmal eine einfache solide Gesundheitsfürsorge. Diese Sorte sind schon recht komische, sogenannte Amerikaner.
    Naturlich ist so ein fortschrittlicher Mann wie Obama dann das Feindbild - traurig !

    • eciv
    • 04.03.2010 um 10:25 Uhr

    an den zwei Zitaten kann man erkennen, dass er davon überzeugt ist das richgite zu tun, auch wenn es ihm politisch schadet.
    "Ich weiß nicht, ob sich das politisch auszahlt, aber ich weiß, dass es richtig ist"
    "Ich weiß nicht, wie sich das alles politisch auswirken wird, aber ich weiß, dass es richtig ist."

    natürlich könnte man jetzt sagen, das ist alles nur politische kalkül, der gute Präsident, der alles für sein Volk tut auch wenn er dafür abgewählt wird.

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    Also, was Obama sagt, meint er.
    Was Bush sagte, war Luege.

    Ist das Ihre Weltanschauung?

    Wissen sie ueberhaupt irgendetwas ueber das Thema? Woher wissen sie, dass Obama etwas durchdrueckt, was fuer die Amerikaner gut ist?

    Die grosse Mehrheit der Amerikaner ist gegen diese Legislation. warum wohl? Weil der Obama weiss, was gut fuer sie ist? Und die Waehler zu doof sind?, um zu wissen, was gut fuer sie ist?

    Uebrigens, es geht los mit dem Aufgeben von Arztpraxen. Gestern hat ein Aezt wieder erklaert, er gibt auf, weil schon heute die medicare/Medicaid Zahlungen seine Kosten nicht decken, und Obama Care ihn zum Bankrott zwingen wuerden. Deshalb gibt er eben schon jetzt auf.

    Gerd

    Also, was Obama sagt, meint er.
    Was Bush sagte, war Luege.

    Ist das Ihre Weltanschauung?

    Wissen sie ueberhaupt irgendetwas ueber das Thema? Woher wissen sie, dass Obama etwas durchdrueckt, was fuer die Amerikaner gut ist?

    Die grosse Mehrheit der Amerikaner ist gegen diese Legislation. warum wohl? Weil der Obama weiss, was gut fuer sie ist? Und die Waehler zu doof sind?, um zu wissen, was gut fuer sie ist?

    Uebrigens, es geht los mit dem Aufgeben von Arztpraxen. Gestern hat ein Aezt wieder erklaert, er gibt auf, weil schon heute die medicare/Medicaid Zahlungen seine Kosten nicht decken, und Obama Care ihn zum Bankrott zwingen wuerden. Deshalb gibt er eben schon jetzt auf.

    Gerd

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