FDP-Steuerkonzept "Ein Stufentarif ist überflüssig"
Die FDP will das Steuersystem reformieren und einen Stufentarif einführen. Wirtschaftswissenschaftler Thiess Büttner erklärt, warum er davon nichts hält.
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Mit einem Stufentarif will die FDP den Steuerzahlern die Arbeit erleichtern, Wirtschaftswissenschaftler Thiess Büttner hält davon wenig
ZEIT ONLINE: Herr Büttner, die FDP hat im Bundestagswahlkampf ein Steuersystem mit drei Stufen propagiert. Mittlerweile heißt es, es könnten auch fünf Stufen werden. Welche Vorteile bietet denn ein Stufentarif überhaupt im Vergleich zu dem jetzigen progressiven Verlauf der Steuerkurve?
Thiess Büttner: Der Stufentarif löst kein Problem, das man ohne ihn nicht auch billiger lösen könnte, außerdem schafft er neue Probleme. Seine Einführung halte ich deswegen für überflüssig. Das einzige, was Sie einem solchen System zugute halten können, ist, dass es etwas transparenter ist als der jetzige Verlauf der Steuerkurve. Aber auch da stellt sich die Frage, was das letztlich bringt, außer dass es für manchen Bürger angenehmer wäre. Steuersenkungen können wir uns in der gegenwärtigen Situation aber nur leisten, wenn sie eine hohe Effizienzsteigerung, also einen tatsächlichen Wachstumsanreiz bringen, dafür sorgt der Stufentarif nicht.
ZEIT ONLINE: Welche Probleme kann der Stufentarif nicht lösen und welche schafft er neu?
Büttner: Nehmen Sie zum Beispiel die Beseitigung des sogenannten Mittelstandsbauchs, die sich sowohl die Union als auch die FDP vorgenommen haben. Damit ist das Phänomen gemeint, dass die Steuerbelastung für ein steuerliches Einkommen unterhalb von 13.500 Euro im Jahr besonders stark ansteigt, danach wächst sie moderater.
Diesen Mittelstandsbauch können Sie auch im jetzigen progressiven Steuersystem beseitigen. Das würde nach Angaben des Instituts der Deutschen Wirtschaft in Köln etwa 25 Milliarden Euro kosten. Ein Stufentarif hätte vielleicht den gleichen Effekt, würde aber wesentlich teurer.
ZEIT ONLINE: Ein anderes Problem, das Schwarz-Gelb beseitigen möchte, ist ja die sogenannte kalte Progression, also das Phänomen, dass Leute schon allein, weil sie einen Inflationsausgleich auf ihre Gehälter bekommen, in eine höhere Steuergruppe rutschen und der Ausgleich durch die Steuererhöhung mehr als aufgefressen wird. Was bringt ein Stufentarif da?
Büttner: Auch in dieser Hinsicht bringt ein Stufentarif an sich nichts. Um die kalte Progression zu beseitigen, müssten die Schwellenwerte, ab denen die Steuerbelastung wächst, regelmäßig an die Inflation angepasst werden. Ob Sie dies nun für ein Stufensystem tun oder für ein progressives Modell, ist im Prinzip egal. Zwar sind die unteren Einkommen im gegenwärtigen System besonders stark von der kalten Progression betroffen. Dies könnte im Stufentarif behoben werden.
- Datum 30.03.2010 - 12:11 Uhr
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Der wesentliche Vorteil des Stufentarifs ist folgender:
In der ersten Stufe zahlt man eine Steuer von z.B. 15%.
Kommt man in die zweite Stufe, dann wird nur für den Teil des Einkommens der die erste Stufe überschreitet ein Steuersatz von z.B. 25 % berechnet.
Beim bisherigen Modell wird bei einem höheren Einkommen das gesamte Einkommen mit dem höheren Steuersatz berechnet.
Dies hat die Folge, daß z.B. bei 1000 Euro Mehreinkommen schon bei einem Jahreseinkommen von 47000 Euro 45 % Steuer (Diese Steuer bezeichnet man als Schlussteuer) abgezogen wird. Bei diesem Jahreseinkommen gilt noch Sozialversicherungspflicht. Dies bedeutet, daß bei einem Mehreinkommen von 1000 Euro ca 65% an Steuern und Sozialabgaben abgezogen wird.
Dies ist viel zu hoch !!!!!!!!!!!!!!!!!
Bei jeder Lohnerhöhung oder bei Überstunden geht das meiste an Staat und Sozialversicherungen !!!!!!!!!!!!!!
... darauf hingewiesen haben. Auf gut Deutsch: Man kann das Interview knicken.
Das bisherige Modell ist progressiv. Sie koennen das falsche Anti-Stufen-Argument, dass Sie richtigerweise anprangern, nicht einfach auf einen progressiven Tarif anwenden. Es macht effektiv keinen Unterschied, ob man bei steigendem Einkommen eine hoehere Steuer auf jeden Euro zahlen muss oder ob man einen Stufentarif mit vielen tausend Stufen hat, die einen Abstand von einem Euro besitzen, so dass jeder Euro getrennt abgerechnet wird.
Die beiden mathematischen Funktionen koennen theoretisch zum exakt selben Ergbenis bei jedem Einkommen kommen. Die freien Parameter liegen nur in dem genauen Verlauf der Kurven und ihren Unter-und Obergrenzen.
Auch beim bisherigen Tarif erhöht sich der Steuersatz nur für den jeweils nächsten zusätzlichen EURO, sie verwechseln den Durchschnittssteuersatz mit dem Grenzsteuersatz.
Auch im Stufentarif steigt der Durchschnittssteuersatz kontinuierlich an.
Der aktuelle Tarif hat im Gegensatz zu einem Stufentarif nur unendlich viele Grenzsteuersätze entlang der Einkommenskurve.
Stufentarife nur so viele wie Stufen da sind.
H.
Die Diskussion hier zeigt, dass die FDP mit ihrem Vorschlag deshalb auf fruchtbaren Boden fällt, weil nur Wenige den linear progressiven Tarif verstehen zu scheinen (@schwabe24). In der Tat ist es nämlich auch ein Stufentarif, bei dem NUR(!) das Gehalt, das die jeweilige Stufe überschreitet mit dem entsprechenden Steuersatz besteuert wird. Diese Stufen weniger kontinuierlich zu machen hat (bei gleichen Gesamtsteuereinnahmen) lediglich zwei Konsequenzen: 1. Es profitieren diejenigen mit Gehältern in der oberen Hälfte der Sprungstufen und es zahlen die drauf mit Gehältern in der unteren Hälfte - das ist völlig willkürlich! 2. Die Steuerersparnis durch Absetzen wird sich dazu invers verhalten
Ein Inflationsausgleich passiert auch bei Stufentarifen nicht automatisch - er muss vielmehr durch eine Inflationsanpassung der Stufenschritte vorgenommen werden - das kann man analog durch eine Inflationsanpassung aller numerisch benannten Geldbeträge in der Progressionsformel wesensgleich umsetzen.
Kurzum, wie in diesem Artikel beschrieben, ist der Sprungtarif ungerechter kommt aber schlichten Gemütern entgegen.
Mit der Steuerhöhe hat das übrigens ebenfalls wenig zu tun. Eine Steuersenkung kann man auch im linear progressiven Tarif durchführen - einzig die FDP bleibt die Information, wo dann gespart wird schuldig.
Für jemanden, der einen schlanken Staat und geringe Steuern will, ist die heutige FDP eine entsetzliche Enttäuschung!
"...denn Menschen mit mittlerem Einkommen arbeiten so oder so, egal ob sie ein bisschen mehr oder weniger Steuern bezahlen."
Praktisch
... darauf hingewiesen haben. Auf gut Deutsch: Man kann das Interview knicken.
Das bisherige Modell ist progressiv. Sie koennen das falsche Anti-Stufen-Argument, dass Sie richtigerweise anprangern, nicht einfach auf einen progressiven Tarif anwenden. Es macht effektiv keinen Unterschied, ob man bei steigendem Einkommen eine hoehere Steuer auf jeden Euro zahlen muss oder ob man einen Stufentarif mit vielen tausend Stufen hat, die einen Abstand von einem Euro besitzen, so dass jeder Euro getrennt abgerechnet wird.
Die beiden mathematischen Funktionen koennen theoretisch zum exakt selben Ergbenis bei jedem Einkommen kommen. Die freien Parameter liegen nur in dem genauen Verlauf der Kurven und ihren Unter-und Obergrenzen.
Auch beim bisherigen Tarif erhöht sich der Steuersatz nur für den jeweils nächsten zusätzlichen EURO, sie verwechseln den Durchschnittssteuersatz mit dem Grenzsteuersatz.
Auch im Stufentarif steigt der Durchschnittssteuersatz kontinuierlich an.
Der aktuelle Tarif hat im Gegensatz zu einem Stufentarif nur unendlich viele Grenzsteuersätze entlang der Einkommenskurve.
Stufentarife nur so viele wie Stufen da sind.
H.
Die Diskussion hier zeigt, dass die FDP mit ihrem Vorschlag deshalb auf fruchtbaren Boden fällt, weil nur Wenige den linear progressiven Tarif verstehen zu scheinen (@schwabe24). In der Tat ist es nämlich auch ein Stufentarif, bei dem NUR(!) das Gehalt, das die jeweilige Stufe überschreitet mit dem entsprechenden Steuersatz besteuert wird. Diese Stufen weniger kontinuierlich zu machen hat (bei gleichen Gesamtsteuereinnahmen) lediglich zwei Konsequenzen: 1. Es profitieren diejenigen mit Gehältern in der oberen Hälfte der Sprungstufen und es zahlen die drauf mit Gehältern in der unteren Hälfte - das ist völlig willkürlich! 2. Die Steuerersparnis durch Absetzen wird sich dazu invers verhalten
Ein Inflationsausgleich passiert auch bei Stufentarifen nicht automatisch - er muss vielmehr durch eine Inflationsanpassung der Stufenschritte vorgenommen werden - das kann man analog durch eine Inflationsanpassung aller numerisch benannten Geldbeträge in der Progressionsformel wesensgleich umsetzen.
Kurzum, wie in diesem Artikel beschrieben, ist der Sprungtarif ungerechter kommt aber schlichten Gemütern entgegen.
Mit der Steuerhöhe hat das übrigens ebenfalls wenig zu tun. Eine Steuersenkung kann man auch im linear progressiven Tarif durchführen - einzig die FDP bleibt die Information, wo dann gespart wird schuldig.
Für jemanden, der einen schlanken Staat und geringe Steuern will, ist die heutige FDP eine entsetzliche Enttäuschung!
"...denn Menschen mit mittlerem Einkommen arbeiten so oder so, egal ob sie ein bisschen mehr oder weniger Steuern bezahlen."
Praktisch
... darauf hingewiesen haben. Auf gut Deutsch: Man kann das Interview knicken.
Das bisherige Modell ist progressiv. Sie koennen das falsche Anti-Stufen-Argument, dass Sie richtigerweise anprangern, nicht einfach auf einen progressiven Tarif anwenden. Es macht effektiv keinen Unterschied, ob man bei steigendem Einkommen eine hoehere Steuer auf jeden Euro zahlen muss oder ob man einen Stufentarif mit vielen tausend Stufen hat, die einen Abstand von einem Euro besitzen, so dass jeder Euro getrennt abgerechnet wird.
Die beiden mathematischen Funktionen koennen theoretisch zum exakt selben Ergbenis bei jedem Einkommen kommen. Die freien Parameter liegen nur in dem genauen Verlauf der Kurven und ihren Unter-und Obergrenzen.
Ich hab es Ihnen sehr sachlich und mit Zahlenbeispielen erklärt.
In meinem Beispiel würde bei einem Jahreseinkommen von 47000 Euro der Steuersatz von 25 % (d.h. mittlere Stufe) angewendet.
Dies bedeutet 1000 Euro mehr Einkommen würden mit 25 % mehr Steuern belastet. Mit Sozialversicherungen wären dies 45 % Belastung. Dies ist bedeutend weniger als 65 % Belastung.
Ich kann Ihre Begründung in keiner weise verstehen !!!!!
Satz
"Dies bedeutet 1000 Euro mehr Einkommen würden mit 25 % mehr Steuern belastet."
Richtig ist:
"Dies bedeutet 1000 Euro mehr Einkommen würden mit 25 % Steuern belastet."
Ich hab es Ihnen sehr sachlich und mit Zahlenbeispielen erklärt.
In meinem Beispiel würde bei einem Jahreseinkommen von 47000 Euro der Steuersatz von 25 % (d.h. mittlere Stufe) angewendet.
Dies bedeutet 1000 Euro mehr Einkommen würden mit 25 % mehr Steuern belastet. Mit Sozialversicherungen wären dies 45 % Belastung. Dies ist bedeutend weniger als 65 % Belastung.
Ich kann Ihre Begründung in keiner weise verstehen !!!!!
Satz
"Dies bedeutet 1000 Euro mehr Einkommen würden mit 25 % mehr Steuern belastet."
Richtig ist:
"Dies bedeutet 1000 Euro mehr Einkommen würden mit 25 % Steuern belastet."
Ich hab es Ihnen sehr sachlich und mit Zahlenbeispielen erklärt.
In meinem Beispiel würde bei einem Jahreseinkommen von 47000 Euro der Steuersatz von 25 % (d.h. mittlere Stufe) angewendet.
Dies bedeutet 1000 Euro mehr Einkommen würden mit 25 % mehr Steuern belastet. Mit Sozialversicherungen wären dies 45 % Belastung. Dies ist bedeutend weniger als 65 % Belastung.
Ich kann Ihre Begründung in keiner weise verstehen !!!!!
Wenn Sie sich klar machen, das die meisten Einkommen in Deutschland in dieser Tranche liegen, dann wird sofort klar, das eine Steuerentlastung dieser Größenordnung bestenfalls langfristig möglich ist.
Der Staat kann auf diese Einnahmen zur Zeit nicht verzichten, weshalb auch ein Stufentarif anfänglich so gestaltet werden muss, dass das Steueraufkommen insgesamt nicht zu drastisch sinkt!
Insgesamt haben Sie Recht und ein Stufentarif würde den Steuerzahlern viel deutlicher machen wer wie viel Steuern zahlt und die unselige Kampagne gegen Besserverdiener würde unmöglich gemacht. Das würde niemand mehr glauben.
H.
Wenn Sie sich klar machen, das die meisten Einkommen in Deutschland in dieser Tranche liegen, dann wird sofort klar, das eine Steuerentlastung dieser Größenordnung bestenfalls langfristig möglich ist.
Der Staat kann auf diese Einnahmen zur Zeit nicht verzichten, weshalb auch ein Stufentarif anfänglich so gestaltet werden muss, dass das Steueraufkommen insgesamt nicht zu drastisch sinkt!
Insgesamt haben Sie Recht und ein Stufentarif würde den Steuerzahlern viel deutlicher machen wer wie viel Steuern zahlt und die unselige Kampagne gegen Besserverdiener würde unmöglich gemacht. Das würde niemand mehr glauben.
H.
Satz
"Dies bedeutet 1000 Euro mehr Einkommen würden mit 25 % mehr Steuern belastet."
Richtig ist:
"Dies bedeutet 1000 Euro mehr Einkommen würden mit 25 % Steuern belastet."
Sie haben Recht - das Problem ist die marginale Steuermehrbelastung im jetzigen System. Dies fuehrt zu erheblichen Fehlanreizen. Der andere Vorteil eines Stufentarifs (wie z.B. in GB) ist dass sich jeder die Steuern ohne Computerporgramm ausrechnen kann. In GB werde uebrigens die Einkommensgrenzen an die Inflation jeder Jahr angepasst. Fuer einen VWL Professor ist es eine schwache Performance.
Das gegenwärtige, durch Polynom-Abschnitte ausgedrückte, System lässt sich mit beliebiger Genauigkeit durch Stufen approximieren.
Schwabe24 folgt dem Beispiel seines Parteichefs und schmeisst lustig ein paar falsche Zahlen in den Ring.
Zum Nachrechnen nehme man einen beliebigen Internet-Nettolohnrechner. Für den einfachsten Fall (Jahr 2010, keine Kirchensteuer, keine Kinder) ergibt sich bei einem Jahres-Butto von 47000 EUR eine monatliche Lohnsteuer von 756,67 EUR, das sind 19,3% vom Brutto (3916,67 EUR). Steigt der Jahreslohn um 1000 EUR, steigt die monatliche Lohnsteuer auf 785,83 EUR, das sind 19,6% vom Brutto (4000 EUR).
Diese 19,6 % wird auf auf den kompletten Jahreslohn von 47000 Euro berechnet.
Bei dem 3 Stufen Modell wird auf den Lohn in Stufe 1 der Steuersatz von 15 % berechnet.
Nur der Anteil der in Stufe 2 fällt wird mit 25 % berechnet.
Bitte beachten sie das Wort "Schlussteuer" d.h. wenn ich 1000 Euro mehr verdiene wie hoch ist die Steuer für die letzten 1000 Euro. Beim jetzigen Modell sind dies 45 %, beim 3 Stufen Modell sind dies 25 %.
Beim 3 Stufen Modell gibt es noch Freibeträge, die ich nicht genannt habe.
Mir geht es darum, daß sich Mehrarbeit wieder lohnt !!!!!!
Das Problem ist doch schlicht und einfach, dass diese 25 % völlig unrealistisch sind wegen der momentanen Haushaltslage.
Das können Sie doch seit Monaten in allen Zeitungen lesen!
Mathematisch ist es tatsächlich so, dass der bisherige linear-progressive Tarif praktisch ein Stufentarif mit unendlich vielen Stufen ist.
Vllt. verstehen Sie's mit dieser Grafik
Und mit den 1000 €:
Wenn Sie die mehr verdienen, zahlen Sie natürlich einen höheren Steuersatz (auf das Gesamteinkommen), das ist auch so erwünscht.
Denn jdm. der 500.000 € im Jahr verdient macht es weniger aus, einen gewissen Prozentsatz davon abzugeben, wie jd. der 30.000 € im Jahr verdient und der kaum Spielraum hat.
Deshalb ist es nur gerecht, dass man auf die 1000 mehr-€ auch einen sogar etwas höheren Steuersatz zahlt.
Bei einem Stufentarif, der realistisch gestaltet ist, wäre das aber insgesamt gesehen auch so, nur dass es weniger Leute betrifft (die schon in der nächsten Stufe sind), dafür aber umso mehr belastet werden!
Also kommt eine willkürliche Ungleichverteilung der Last dazu, deren einziger Vorteil die einfacherere Berechnung ist. Wobei ich auch nicht verstehe, was daran so schwer sein soll, einen linear mit dem Einkommen ansteigenden Steuersatz auszurechnen, den durch 100 zu teilen und das dan mit dem Einkommen zu multiplizieren. Außerdem könnte das Finanzamt eine Web-Applikation machen.
Das Problem ist doch eher, dass man erst mal das ganze Steuerpflichtige Einkommen zusammenrechnen muss!
Das Problem ist doch in dem gewählten Beispiel folgendes: Dieser Mensch verdient im Monat 83,33€ brutto mehr, davon werden ihm an zusätzlichen Steuern 29,16€ (785,83-756,67) abgezogen. Der Grenzsteuersatz, also der Steuersatz auf sein zusätzliches Einkommen, beträgt damit 35%!!!
Unabhängig von Parteizugehörigkeiten ist doch wohl klar, dass ein Steuersystem, dass zusätzliches Einkommen (in diesem Fall) mit einem um 16% höheren Steuersatz belegt, nur noch als extrem leistungsfeindlich bezeichnet werden kann!
Deshalb braucht man einen Stufentarif und deshalb führt dieser eben auch z.B. dazu, dass einfache Arbeitnehmer Überstunden nicht mehr abgebummelt werden, wo immer das möglich ist (weil sich das Auszahlen im gegenwärtigen System nicht lohnt), sondern sich diese künftig wieder auszahlen lassen (was einen Teil zur Gegenfinanzierung beiträgt).
Insgesamt hätte man so ein Steuersystem, in dem Gehaltssteigerungen (egal, ob aus Beförderung, Mehrarbeit, Tarifsteigerung etc.) endlich nicht mehr diskriminiert würden!!!
Diese 19,6 % wird auf auf den kompletten Jahreslohn von 47000 Euro berechnet.
Bei dem 3 Stufen Modell wird auf den Lohn in Stufe 1 der Steuersatz von 15 % berechnet.
Nur der Anteil der in Stufe 2 fällt wird mit 25 % berechnet.
Bitte beachten sie das Wort "Schlussteuer" d.h. wenn ich 1000 Euro mehr verdiene wie hoch ist die Steuer für die letzten 1000 Euro. Beim jetzigen Modell sind dies 45 %, beim 3 Stufen Modell sind dies 25 %.
Beim 3 Stufen Modell gibt es noch Freibeträge, die ich nicht genannt habe.
Mir geht es darum, daß sich Mehrarbeit wieder lohnt !!!!!!
Das Problem ist doch schlicht und einfach, dass diese 25 % völlig unrealistisch sind wegen der momentanen Haushaltslage.
Das können Sie doch seit Monaten in allen Zeitungen lesen!
Mathematisch ist es tatsächlich so, dass der bisherige linear-progressive Tarif praktisch ein Stufentarif mit unendlich vielen Stufen ist.
Vllt. verstehen Sie's mit dieser Grafik
Und mit den 1000 €:
Wenn Sie die mehr verdienen, zahlen Sie natürlich einen höheren Steuersatz (auf das Gesamteinkommen), das ist auch so erwünscht.
Denn jdm. der 500.000 € im Jahr verdient macht es weniger aus, einen gewissen Prozentsatz davon abzugeben, wie jd. der 30.000 € im Jahr verdient und der kaum Spielraum hat.
Deshalb ist es nur gerecht, dass man auf die 1000 mehr-€ auch einen sogar etwas höheren Steuersatz zahlt.
Bei einem Stufentarif, der realistisch gestaltet ist, wäre das aber insgesamt gesehen auch so, nur dass es weniger Leute betrifft (die schon in der nächsten Stufe sind), dafür aber umso mehr belastet werden!
Also kommt eine willkürliche Ungleichverteilung der Last dazu, deren einziger Vorteil die einfacherere Berechnung ist. Wobei ich auch nicht verstehe, was daran so schwer sein soll, einen linear mit dem Einkommen ansteigenden Steuersatz auszurechnen, den durch 100 zu teilen und das dan mit dem Einkommen zu multiplizieren. Außerdem könnte das Finanzamt eine Web-Applikation machen.
Das Problem ist doch eher, dass man erst mal das ganze Steuerpflichtige Einkommen zusammenrechnen muss!
Das Problem ist doch in dem gewählten Beispiel folgendes: Dieser Mensch verdient im Monat 83,33€ brutto mehr, davon werden ihm an zusätzlichen Steuern 29,16€ (785,83-756,67) abgezogen. Der Grenzsteuersatz, also der Steuersatz auf sein zusätzliches Einkommen, beträgt damit 35%!!!
Unabhängig von Parteizugehörigkeiten ist doch wohl klar, dass ein Steuersystem, dass zusätzliches Einkommen (in diesem Fall) mit einem um 16% höheren Steuersatz belegt, nur noch als extrem leistungsfeindlich bezeichnet werden kann!
Deshalb braucht man einen Stufentarif und deshalb führt dieser eben auch z.B. dazu, dass einfache Arbeitnehmer Überstunden nicht mehr abgebummelt werden, wo immer das möglich ist (weil sich das Auszahlen im gegenwärtigen System nicht lohnt), sondern sich diese künftig wieder auszahlen lassen (was einen Teil zur Gegenfinanzierung beiträgt).
Insgesamt hätte man so ein Steuersystem, in dem Gehaltssteigerungen (egal, ob aus Beförderung, Mehrarbeit, Tarifsteigerung etc.) endlich nicht mehr diskriminiert würden!!!
Es ist richtig, der Stufentarif löst kein wirkliches Problem! Keines der gravierenden Probleme wird gelöst, nicht einmal die vergleichsweise unbedeutende Steuerkomplexität, denn die hängt an der Einkommensdefinition für Selbständige, die sich ja dadurch nicht ändern würde.
Das Interessante aber an diesem Thema ist, das man mit einer Steuerreform wirklich gravierende Probleme lösen könnte, wie z.B. die Arbeitslosigkeit, die Sicherung der Sozialsysteme bei gleichzeitig verbesserter Wettbewerbsfähigkeit für den Standort Deutschland.
Nur müßte dabei die FDP über ihren eigenen Schatten springen und sich der Vorteilhaftigkeit der Mwst. bewußt werden. Mwst. statt Arbeitsabgaben würde den Arbeitsmarkt entlasten und die Wettbewerbsfähigkeit stärken, nachzulesen im MWPOT-Konzept.
Denn damit würden sie insbesondere Familien die ohnehin schon die Spitzenzahler gemessen am Einkommen sind, weiter deutlich belasten.
Eine Erhöhung der Konsumsteuern hat am Ende den selben Effekt wie Lohnnebenkosten, sie kosten Wettbewerbsfähigkeit.
Das Grundübel deutscher Abgaben ist auch mit Erhebungsverschiebungen nicht zu lösen. Das Hauptproblem besteht in einer zu großen Zahl von Kostgängern und einer zu geringen Zahl wertschöpfender Tätigen.
Deshalb sind die Abgaben so hoch. Hohe Abgaben aber sind nur dann unproblematisch, wenn sie im wesentlichen an die Wertschöpfer zurückfließen bzw. in staatliche Infrastruktur fließen.
Beides entspricht aber nicht unseren Verhältnissen.
H.
Denn damit würden sie insbesondere Familien die ohnehin schon die Spitzenzahler gemessen am Einkommen sind, weiter deutlich belasten.
Eine Erhöhung der Konsumsteuern hat am Ende den selben Effekt wie Lohnnebenkosten, sie kosten Wettbewerbsfähigkeit.
Das Grundübel deutscher Abgaben ist auch mit Erhebungsverschiebungen nicht zu lösen. Das Hauptproblem besteht in einer zu großen Zahl von Kostgängern und einer zu geringen Zahl wertschöpfender Tätigen.
Deshalb sind die Abgaben so hoch. Hohe Abgaben aber sind nur dann unproblematisch, wenn sie im wesentlichen an die Wertschöpfer zurückfließen bzw. in staatliche Infrastruktur fließen.
Beides entspricht aber nicht unseren Verhältnissen.
H.
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