Verkürzter Wehrdienst Union will Zivildienst verlängern

Zivildienstleistende sollen ihren Dienst verlängern können. Damit reagiert die Union auf Proteste der Sozialverbände – und provoziert neuen Streit mit der FDP.

Ab 2011 wird der Wehr- und der Zivildienst laut Koalitionsvertrag von neun auf sechs Monate verkürzt: Nun plant die Union, dass Zivildienstleistende ihren Dienst künftig freiwillig um bis zu sechs Monate verlängern können. Dies berichtet die Süddeutsche Zeitung. Demnach wollen CDU und CSU damit auf die Sorgen der Wohlfahrtsverbände eingehen, die erhebliche Probleme durch die Verkürzung befürchten.

Bereits vor drei Wochen hatte die Union angedeutet, dass man über eine freiwillige Zivildienst-Verlängerung nachdenke – den Zeitraum aber offen gelassen. Bei einer reduzierten Wehrpflicht lohne sich für viele soziale Organisationen die Ausbildung von Zivildienstleistenden nicht mehr, hatte CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich gesagt. Um auf freiwilliger Basis den Zivildienst zu verlängern, müsse aber auch Geld im Haushalt zur Verfügung gestellt werden, betonte er.

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Wir überlegen daher, ob wir den Zivildienst nicht auf freiwilliger Basis verlängern.

CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich

Bei der Bezahlung wolle sich die Union am Pflichtzivildienst orientieren, schrieb die Zeitung weiter. Wie auch in den ersten verpflichtenden sechs Monaten sollen die Kosten für die freiwillige Zeit zwischen Bund und Wohlfahrtsverband aufgeteilt werden. Sold und Sozialversicherung würden Berechnungen der Union zufolge kaum Mehrkosten verursachen, da durch die Verkürzung rund 160 Millionen Euro eingespart werden.

Die FDP dagegen lehnt den Vorstoß ab. Sie vermutet hinter den Plänen den Versuch, den Zivil- und damit auch den Wehrdienst zu stärken. Die Liberalen indes wollen den Wehrdienst langfristig abschaffen. Allerdings reagiert auch die FDP auf die Kritik der Sozialverbände und will das Problem durch die Einführung einer eigenständigen Form von Freiwilligendienst lösen.

Diesen Vorschlag wiederum hält die Union für nicht realistisch, schrieb die Süddeutsche Zeitung weiter. Dadurch entstehe ein "bürokratisches Monster", da die Zivildienstleistenden mehrfach bei Kranken - und Rentenversicherung umgemeldet werden müssen.

Zudem erwägt die Union auch, mehr Stellen für das freiwillige soziale Jahr zu schaffen. Bislang gebe es dafür mehr Bewerber als Angebote. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Ziel sei es, das Potenzial an Interessenten zu nutzen und gleichzeitig die Sozialträger zu entlasten.

Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben des Bundesamts für den Zivildienst rund 90.550 Kriegsdienstverweigerer zum Zivildienst einberufen. Zum Jahresbeginn 2010 wurden 3811 junge Männer einberufen. Damit gehen dem Amt zufolge derzeit mehr als 76.300 Zivildienstleistende bundesweit vor allem sozialen oder ökologischen Tätigkeiten nach.

 
Leser-Kommentare
    • FD
    • 04.03.2010 um 8:16 Uhr

    Es geht doch nicht um die jetzt sich angeblich nicht mehr lohnende Ausbildung sondern darum, daß die Zivildienstleistenden nun 3 Monate weniger als billige Arbeitskräfte zur Verfügung stehen!

    Bei den "Wohlfahrtsverbänden" setzt jetzt wohl die Angst ein, daß man sich in Kürze keinen Maserati mehr leisten kann!

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    Soe ein Bldösinn: Sozialdienst ist absolut notwenig geworden. Dort wo Sozialdiesntleistende fehlen werden keine neuen Jobs entstehen sondern arbeitskräfte Fehlen. Sollange Privatwirtschaft nicht lohnende Einrichtungen verkümmern lässt (pfelgeheime, Jugendhäuser, Tierheime) werden Sozialarbeiter, übrigens genauso wie ehrenamtler, notwendig sien. Und diese LEute verdienen im übrigen auch eine Entlohnung. Sei es als bedniungloses Grundeinkommen oder als geringfügige entlohnung.

    Jobs kostet das ganze nicht, und der Miserati spruch ist unnötiges gelaber.

    Soe ein Bldösinn: Sozialdienst ist absolut notwenig geworden. Dort wo Sozialdiesntleistende fehlen werden keine neuen Jobs entstehen sondern arbeitskräfte Fehlen. Sollange Privatwirtschaft nicht lohnende Einrichtungen verkümmern lässt (pfelgeheime, Jugendhäuser, Tierheime) werden Sozialarbeiter, übrigens genauso wie ehrenamtler, notwendig sien. Und diese LEute verdienen im übrigen auch eine Entlohnung. Sei es als bedniungloses Grundeinkommen oder als geringfügige entlohnung.

    Jobs kostet das ganze nicht, und der Miserati spruch ist unnötiges gelaber.

  1. Je mehr und je länger Zivildienstleistende ihre gute Arbeit tun, desto weniger werden Vollzeitarbeitsplätze für gut ausgebildete Pflegekräfte eingerichtet. Die Wohlfahrtsverbände, die in der Vergangenheit bestens profitiert haben, sind aufgerufen, das Geld, das sie von den zu Pflegenden und für sie erhalten, so einzusetzen, daß es den zu Pflegenden auch wieder zugute kommt. - Wenn Menschen deswegen fristlos entlassen werden können, weil sie ein halbes belegtes Brötchen im Dienst vom Rest einer Tafel gegessen haben, dann müssen sich Vertreter der Wohlfahrtsverbände am selben Maß messen lassen: Arbeitsessen, Sitzungsgelder, Posten und Pöstchen vom Geld der zu Pflegenden gehören abgeschafft.

    • pbosch
    • 04.03.2010 um 10:26 Uhr

    ......kompetenten und profilierten Sozialpolitiker bei der FDP.
    Frage bei letzten Treffen in unserem PC-Seniorenclub (etwa 40 Teilnehmer, die meisten "bürgerliche" eher gelb-schwarz Zugeneigte.

    Betretenes Schweigen.

    Was kosten die vielen jungen arbeitslosen Zivis nach ihrem Dienst dieses freiwerdende halbe Jahr wenn keine andere Lösung kommt als die Einsparung von 169 Mio durch den verkürzten Wehrdienst?

    Und dass diese Jungen eine erhebliche "Sozialpower" (Sozialkompetenz, Empathie und Generationenverbindung)darstellen, wissen unsere Altchen auch. Selbst wenn sie noch nicht im Seniorenheim leben.

    Man sollte eher an ein Pflichtjahr für die Mädchen denken als an die Privatisierungs- und Monsterdemokratiekonzepte der Mövenpickpartei.

    Wieder mal schlechte Karten für die FDP bei unserer sozialdemokratisch eingestellten Kandesbunzlerin.

    • pbosch
    • 04.03.2010 um 10:58 Uhr

    Und als was haben Sie so lange durchgehalten - als Küchenhilfe? Und dies in einem Dunstkreis dessen Tellerrand Sie nicht erkennen können. Und wieso haben Sie sich nicht gewehrt sondern offensichtlich nur indoktrinieren lassen?
    Ich kenne diese Art von Propaganda interessierter Seiten zu gut.

    In unserem Landkreis gibt es noch zwei private Seniorenheime, die sich nicht so gerne in die Karten gucken lassen z.B. über unangemeldete Besuche.

    Wir machen das hier vom Kreisseniorenrat aus zusammen mit dem Landratsamt. Und da werden nicht nur Pflegeplätze begutachtet sonder auch die Arbeitsverhältnisse.

    Das mussten wir uns erkämpfen - aber wir haben dies nun geschafft.

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    Nein ich habe 24 Jahre als exam. ALtenpflegerin gearbeitet.

    Wenn Sie jetzt Pflegeplätze begutachten und auch Arbeitsverhältnisse,dann finde ich das gut.

    Ich frage mich aber gerade warum sie mich angreifen? Wer sagt Ihnen denn das ich mich nicht gewehrt habe? Wer sagt Ihnen denn, was passiert ist wenn ich mich gewehrt habe?
    Habe mich z.B gegen eine Heimleitung aufgelehnt,was kam dabei raus,Mobbing ohne Ende.
    Ich verstehe nicht was Sie mir jetzt vorwerfen wollen.

    Nein ich habe 24 Jahre als exam. ALtenpflegerin gearbeitet.

    Wenn Sie jetzt Pflegeplätze begutachten und auch Arbeitsverhältnisse,dann finde ich das gut.

    Ich frage mich aber gerade warum sie mich angreifen? Wer sagt Ihnen denn das ich mich nicht gewehrt habe? Wer sagt Ihnen denn, was passiert ist wenn ich mich gewehrt habe?
    Habe mich z.B gegen eine Heimleitung aufgelehnt,was kam dabei raus,Mobbing ohne Ende.
    Ich verstehe nicht was Sie mir jetzt vorwerfen wollen.

  2. Nein ich habe 24 Jahre als exam. ALtenpflegerin gearbeitet.

    Wenn Sie jetzt Pflegeplätze begutachten und auch Arbeitsverhältnisse,dann finde ich das gut.

    Ich frage mich aber gerade warum sie mich angreifen? Wer sagt Ihnen denn das ich mich nicht gewehrt habe? Wer sagt Ihnen denn, was passiert ist wenn ich mich gewehrt habe?
    Habe mich z.B gegen eine Heimleitung aufgelehnt,was kam dabei raus,Mobbing ohne Ende.
    Ich verstehe nicht was Sie mir jetzt vorwerfen wollen.

    Antwort auf "Realität?"
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    Was glauben sie denn woher eine Küchenhilfe weiß,das es diese Art Berechnung,Anreichen von Essen und Grundpflege gibt?

    Ich denke eine Küchenhilfe wird davon ehr weniger Ahnung haben.

    Was glauben sie denn woher eine Küchenhilfe weiß,das es diese Art Berechnung,Anreichen von Essen und Grundpflege gibt?

    Ich denke eine Küchenhilfe wird davon ehr weniger Ahnung haben.

  3. Was glauben sie denn woher eine Küchenhilfe weiß,das es diese Art Berechnung,Anreichen von Essen und Grundpflege gibt?

    Ich denke eine Küchenhilfe wird davon ehr weniger Ahnung haben.

    Antwort auf "Küchenhilfe?"
  4. Zu einem solchen Schritt kann man nur mit dem Kopf schütteln! Ob es Zivildienstleistende gibt, die freiwillig verlängern würden, mag mal dahingestellt sein, fakt ist jedenfalls, dass, wie bereits erwähnt, nur billige Arbeitskräfte benötigt werden. Anstatt das Pflegesystem zu reformieren wird geflickschustert! Man bedenke, dass durch eine Verlängerung des Zivildienstes das Eintrittsalter in den Beruf weiter hinausgezögert wird. Langfristig muss es möglich werden, die Altenpflege etc. ohne billige Zivis zu bewältigen und den Wehr- sowie Zivildienst abzuschaffen, um somit die Jungs früher in den Job zu bringen. Das zu bewältigen benötigt gute Politik, von wem auch immer, aber nicht sowas!

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