Wehrpflicht Ein Relikt des Kalten Krieges
Guttenberg treibt die Reform der Wehrpflicht voran und verkürzt die Dienstzeit auf sechs Monate. Was daran zeitgemäß ist, erklärt der Verteidigungsminister nicht.
© Oliver Berg/dpa

Ein Ausbilder der Bundeswehr überprüft auf einem Truppenübungsplatz in Ahlen die Gewehre der Rekruten in der Grundausbildung
West-Berlin war für junge Männer in der alten BRD das Paradies – wer hier lebte, wurde nicht zur Bundeswehr eingezogen, musste sich nicht zwischen dem Dienst an der Waffe und der Verweigerung entscheiden, wurde nicht gemustert. Damit ist es seit der Wiedervereinigung vorbei, und am Donnerstag feiert das Kreiswehrersatzamt Berlin die Einberufung des 100.000. Wehrpflichtigen zum Grundwehrdienst.
Zum Festakt passt eine Nachricht aus dem Bendlerblock, dem Dienstsitz des Verteidigungsministers in der Hauptstadt: Karl-Theodor zu Guttenberg kündigte an, die Reform der Wehrpflicht mit großem Tempo voranzutreiben. Früher als im Koalitionsvertrag vereinbart soll der Pflichtdienst auf sechs Monate verkürzt werden. Statt 1. Januar 2011 soll der Stichtag in den Oktober vorverlegt werden.
Durch die Verkürzung könne die Zahl der jährlich einberufenen Rekruten von 40.000 auf 50.000 erhöht werden, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Die Wehrgerechtigkeit werde so erhöht. Die Vorbereitungen im Ministerium stünden kurz vor dem Abschluss, sagte der Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Christian Schmidt, am Mittwoch im Deutschlandfunk. In den nächsten Tagen soll den Bundestagsfraktionen ein Konzept präsentiert werden. Darüber will das Ministerium mit den Parlamentariern dann diskutieren.
Die Verteidigungspolitiker der Fraktionen wurden von dem Vorstoß überrumpelt. Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Susanne Kastner von der SPD, zeigte sich "sehr erstaunt", dass zu Guttenberg die Verkürzung der Wehrpflicht vorziehen will. "Es überrascht mich, weil ich das Wehrdienstkonzept überhaupt noch nicht gesehen habe", sagte Kastner dem Tagesspiegel.
Ob die Wehrpflicht überhaupt noch gebraucht wird, fragen sich nicht nur Mitglieder der Opposition. Denn die Bundeswehr ist eine Armee im Wandel. Neue Aufgaben wie Stabilisierungseinsätze im Ausland stellen die deutschen Streitkräfte vor große Herausforderungen. Doch beim Material und in der Personalplanung verharren Teile der Bundeswehr immer noch in Zeiten des Kalten Krieges. Damals planten die Strategen die Abwehr der Roten Armee. Dafür wurden Hunderttausende Infanteristen gebraucht. Heute benötigt die Bundeswehr hingegen Spezialisten für die Steuerung von Drohnen und für die vernetzte Kriegsführung, Experten, die über kulturelle Kompetenz verfügen, Informanten führen, Nachrichten sammeln oder hochkomplexe Waffensysteme bedienen. Für viele dieser anspruchsvollen Aufgaben sind Wehrdienstleistende nicht geeignet.
Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Reinhard Robbe, bescheinigte den Personalplanern am Dienstag, immer noch in den Strukturen des Kalten Krieges zu denken. Dazu passt auch das Festhalten an der Wehrpflicht.
Verteidigungsminister Guttenberg, der seinen Wehrdienst bei den Gebirgsjägern in Mittenwald verbrachte, will an dem Konzept festhalten. Der CSU-Politiker ist nach Franz Josef Jung erst der zweite Minister, der als Rekrut in der Bundeswehr diente. Doch die Armee von 1991 hat nichts mehr mit der Bundeswehr von heute zu tun.
Deutsche Soldaten dienen in Afghanistan, im Mittelmeer, vor Somalia, im Sudan, im Kosovo, in Bosnien und anderen Ländern. Die Landesverteidigung, für die die Bundeswehr 1955 gegründet wurde, hat keine Bedeutung mehr. Deutschland ist von Verbündeten umzingelt, außer die Schweiz sind alle Nachbarländer Mitglieder der Nato – ein Angriff auf Deutschland durch reguläre Streitkräfte ist keine ernst zu nehmende Option mehr.
Deswegen kann auch die Wehrpflicht und der Ersatzdienst nicht mehr als eine patriotische Pflicht der jungen Männer bezeichnet werden. Warum also hält die Bundesregierung an dem Dienst fest?
Hauptargument ist, dass die Wehrpflicht gebraucht werde, um geeigneten Nachwuchs für die Unteroffiziers- und Offizierslaufbahn zu rekrutieren. "Für den Wehrpflichtigen wird der Wehrdienst eine intensivere Zeit des Lernens, die zugleich die Möglichkeit eröffnet, in der Bundeswehr einen attraktiven Arbeitgeber zu erkennen", sagte Guttenberg im Interview mit dem Tagesspiegel.
Ein weiteres Argument der Wehrdienst-Befürworter ist, dass die jungen Wehrdienstleistenden die Armee lebendig und offen hielten. Militärischer Korpsgeist, eine Abschottung der Streitkräfte von der Gesellschaft würden so verhindert, behaupten die Befürworter des Dienstes.
Alle diese Argumente sind nicht stark genug, junge Männer dazu zu zwingen, ein halbes Jahr aufzubringen. Für den Staatsbürger in Uniform, dem gesetzlich verankerten Idealbild des deutschen Soldaten, braucht es keine Wehrdienstleistenden. Auch Berufssoldaten sind Teil der Gesellschaft.
Das stärkste Gegenargument ist jedoch, dass mit der Verkürzung die Qualität der Ausbildung nicht besser wird. Weder bei der Bundeswehr, noch im Zivildienst reichen sechs Monate aus, um die Männer sinnvoll auszubilden und einzusetzen. Guttenberg will die Grundausbildung zudem auf zwei Monate beschränken. Mit Urlaub und Zeit für die Wiedereingliederung bleiben den Rekruten dann noch gut drei Monate.
- Datum 17.03.2010 - 19:45 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 105
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:





...orientieren ?
Eine Freiwilligenarmee, die allen, die beruflich keinen Fuß fassen können, die Möglichkeit zu ehrenhaften Broterwerb bietet.
Durch entsprechende Ausweitung internationaler Hilfseinsätze könnten nach und nach alle Langzeitarbeitslosen und -losinnen einer sinnvollen, volkswirtschaftlich wertvollen Beschäftigung zugeführt werden.
Wie hieß es doch früher so schön: Die Bundeswehr ist die Schule der Nation.
war das jetzt zynisch gemeint?
war das jetzt zynisch gemeint?
Die Wehrpflicht ist der letzte Stein in der Brandung linksliberaler Selbstgefälligkeit! Sie ist dabei zudem ein Garant für die Aufrechterhaltung einer Wehrfähigkeit die heute unnütz erscheint, aber künftig wieder bedeutend werden könnte. Wer weiss denn was in 30 Jahren ist? Die Aufrechterhaltung einer Wehrfähigkeit setzt voraus, dass eine stetige Weitergabe des Verteidigungswissens erfolgt, eine Berufsarmee wird dabei schon Probleme haben die entsprechenden Nachwuchskräfte zu bekommen.
Und persönlich: Ich stehe jetzt kurz vor dem 1. juristischen Staatsexamen, ohne Wehrdienst wäre ich wohl schon fertig. Dennoch empfinde ich die Bundeswehrzeit als eine Bereicherung, da ich dort Dinge erlebt habe, im Positiven, die ich so vorher und Nachher nie mehr gesehen habe. Für die Charakterbildung, gerade junger Männer, die im fetten Partyzeitalter groß geworden sind, halte ich die Wehrdienstzeit für unentbehrlich. Erst da habe ich gelernt, das es auch noch was anderes gibt außer Konsum.
Ihr Linken habt doch nur ein Problem mit der ,,Militarisierung". [...]
[Gekürzt, bitte versuchen Sie, zu einer sachlichen Diskussion beizutragen. Vielen Dank. /Die Redaktion pt.]
Selbst wenn sich die militärische Lage in Europa in den nächsten 30 Jahren verschieben sollte würde uns die Wehrpflicht mangels Gerät nicht viel nutzen. Und selbst wenn
wir in Europa wieder Feinde hätten, dann würden wie unseren Nachbarn (die dann ja unsere Feinde wären) nicht hinterherhinken, weil kein Land das auch nur annäherungsweise eine Bedrohung dastellt eine Wehrpflichtigenarmee unterhält.
Und es mag ja sein das sie die Bundeswehr als Bereicherung erlebt haben, aber es gibt eine Menge Menschen die das anders sehen. Ich hab in den letzten Wochen erst mit zwei ehemaligen Soldaten gesprochen, einem ehemaligen Feldwebel aus dem Ausbildungsbereich und einem ehemaligen Oberstabsgefreiten und Truppführer.
Beide haben sinngemäß ausgesagt, das die Bundeswehr sich zum einen in einen Kindergarten entwickelt und gleichzeitig kontinuierlich verdummmt.
Beide konnten mir auch bestätigen das die Bundeswehr alles andere als Charakterbildend ist.
Und wenn sie vor ihrem Wehrdienst nicht wussten das es noch andere Dinge als Konsum gibt, tun sie mir ehrlich leid. Vielleicht hätten sie sich mal mit linksalternativen Ideen beschäftigen sollen, dann wäre es ihnen vielleicht vorher klar geworden.
Schön, dass Sie die Wehrdienstzeit als Bereicherung empfunden haben, das will Ihnen auch niemand nehmen - aber Ihre Empfindung kann eben auch nur für Sie selbst gelten. Ich hatte die Bundeswehrzeit ebenfalls als für mich persönlich bereichernd empfunden, sogar so sehr, dass ich mich als ursprünglich auf zwei Jahre verpflichteter Zeitsoldat nunmehr zum Offizier ausbilden ließ. Und trotzdem - die Auftragslage ist eine andere geworden, und ich würde den Entschluss, den ich vor 22 Jahren gefasst habe, heutzutage nicht mehr so fassen.
Ich persönlich stehe den Auslandseinsätzen äußerst kritisch gegenüber; der Grat zwischen echter Hilfe in Not einerseits und Export von Demokratie nach westlichem Muster andererseits ist ein sehr schmaler; wir haben, finde ich, nicht das Recht (trotz der furchtbaren Schicksale in den Ländern, in denen die BW ihren Dienst leistet), uns in innere Abläufe einzumischen. Am nachhaltigsten ist eine Diktatur durch Demokratie ersetzt, wenn dies aus dem Land heraus passiert und nicht aufgrund massiver fremder Hilfe.
Im übrigen: Am Wehrdienst festgehalten wird nicht, weil der Staatsbürger in Uniform keinen Staat im Staate bilden oder weil die BW in der Gesellschaft verankert bleiben soll (Gegenfrage: Ist die Polizei nicht in der Gesellschaft verankert?) - der Wehrdienst wird gebraucht, weil das Gesundheitssystem auf die Zivildienstleistenden nicht mehr verzichten kann. Das wird heuchlerischerweise immer wieder unterschlagen oder gar negiert.
... mir wird nur Angst und Bange, wenn ich daran denke, dass WachtamRhein wohl kurz davor steht, Jurist zu werden, mit der Gesinnung...
Selbst wenn sich die militärische Lage in Europa in den nächsten 30 Jahren verschieben sollte würde uns die Wehrpflicht mangels Gerät nicht viel nutzen. Und selbst wenn
wir in Europa wieder Feinde hätten, dann würden wie unseren Nachbarn (die dann ja unsere Feinde wären) nicht hinterherhinken, weil kein Land das auch nur annäherungsweise eine Bedrohung dastellt eine Wehrpflichtigenarmee unterhält.
Und es mag ja sein das sie die Bundeswehr als Bereicherung erlebt haben, aber es gibt eine Menge Menschen die das anders sehen. Ich hab in den letzten Wochen erst mit zwei ehemaligen Soldaten gesprochen, einem ehemaligen Feldwebel aus dem Ausbildungsbereich und einem ehemaligen Oberstabsgefreiten und Truppführer.
Beide haben sinngemäß ausgesagt, das die Bundeswehr sich zum einen in einen Kindergarten entwickelt und gleichzeitig kontinuierlich verdummmt.
Beide konnten mir auch bestätigen das die Bundeswehr alles andere als Charakterbildend ist.
Und wenn sie vor ihrem Wehrdienst nicht wussten das es noch andere Dinge als Konsum gibt, tun sie mir ehrlich leid. Vielleicht hätten sie sich mal mit linksalternativen Ideen beschäftigen sollen, dann wäre es ihnen vielleicht vorher klar geworden.
Schön, dass Sie die Wehrdienstzeit als Bereicherung empfunden haben, das will Ihnen auch niemand nehmen - aber Ihre Empfindung kann eben auch nur für Sie selbst gelten. Ich hatte die Bundeswehrzeit ebenfalls als für mich persönlich bereichernd empfunden, sogar so sehr, dass ich mich als ursprünglich auf zwei Jahre verpflichteter Zeitsoldat nunmehr zum Offizier ausbilden ließ. Und trotzdem - die Auftragslage ist eine andere geworden, und ich würde den Entschluss, den ich vor 22 Jahren gefasst habe, heutzutage nicht mehr so fassen.
Ich persönlich stehe den Auslandseinsätzen äußerst kritisch gegenüber; der Grat zwischen echter Hilfe in Not einerseits und Export von Demokratie nach westlichem Muster andererseits ist ein sehr schmaler; wir haben, finde ich, nicht das Recht (trotz der furchtbaren Schicksale in den Ländern, in denen die BW ihren Dienst leistet), uns in innere Abläufe einzumischen. Am nachhaltigsten ist eine Diktatur durch Demokratie ersetzt, wenn dies aus dem Land heraus passiert und nicht aufgrund massiver fremder Hilfe.
Im übrigen: Am Wehrdienst festgehalten wird nicht, weil der Staatsbürger in Uniform keinen Staat im Staate bilden oder weil die BW in der Gesellschaft verankert bleiben soll (Gegenfrage: Ist die Polizei nicht in der Gesellschaft verankert?) - der Wehrdienst wird gebraucht, weil das Gesundheitssystem auf die Zivildienstleistenden nicht mehr verzichten kann. Das wird heuchlerischerweise immer wieder unterschlagen oder gar negiert.
... mir wird nur Angst und Bange, wenn ich daran denke, dass WachtamRhein wohl kurz davor steht, Jurist zu werden, mit der Gesinnung...
Selbst wenn sich die militärische Lage in Europa in den nächsten 30 Jahren verschieben sollte würde uns die Wehrpflicht mangels Gerät nicht viel nutzen. Und selbst wenn
wir in Europa wieder Feinde hätten, dann würden wie unseren Nachbarn (die dann ja unsere Feinde wären) nicht hinterherhinken, weil kein Land das auch nur annäherungsweise eine Bedrohung dastellt eine Wehrpflichtigenarmee unterhält.
Und es mag ja sein das sie die Bundeswehr als Bereicherung erlebt haben, aber es gibt eine Menge Menschen die das anders sehen. Ich hab in den letzten Wochen erst mit zwei ehemaligen Soldaten gesprochen, einem ehemaligen Feldwebel aus dem Ausbildungsbereich und einem ehemaligen Oberstabsgefreiten und Truppführer.
Beide haben sinngemäß ausgesagt, das die Bundeswehr sich zum einen in einen Kindergarten entwickelt und gleichzeitig kontinuierlich verdummmt.
Beide konnten mir auch bestätigen das die Bundeswehr alles andere als Charakterbildend ist.
Und wenn sie vor ihrem Wehrdienst nicht wussten das es noch andere Dinge als Konsum gibt, tun sie mir ehrlich leid. Vielleicht hätten sie sich mal mit linksalternativen Ideen beschäftigen sollen, dann wäre es ihnen vielleicht vorher klar geworden.
Schön, dass Sie die Wehrdienstzeit als Bereicherung empfunden haben, das will Ihnen auch niemand nehmen - aber Ihre Empfindung kann eben auch nur für Sie selbst gelten. Ich hatte die Bundeswehrzeit ebenfalls als für mich persönlich bereichernd empfunden, sogar so sehr, dass ich mich als ursprünglich auf zwei Jahre verpflichteter Zeitsoldat nunmehr zum Offizier ausbilden ließ. Und trotzdem - die Auftragslage ist eine andere geworden, und ich würde den Entschluss, den ich vor 22 Jahren gefasst habe, heutzutage nicht mehr so fassen.
Ich persönlich stehe den Auslandseinsätzen äußerst kritisch gegenüber; der Grat zwischen echter Hilfe in Not einerseits und Export von Demokratie nach westlichem Muster andererseits ist ein sehr schmaler; wir haben, finde ich, nicht das Recht (trotz der furchtbaren Schicksale in den Ländern, in denen die BW ihren Dienst leistet), uns in innere Abläufe einzumischen. Am nachhaltigsten ist eine Diktatur durch Demokratie ersetzt, wenn dies aus dem Land heraus passiert und nicht aufgrund massiver fremder Hilfe.
Im übrigen: Am Wehrdienst festgehalten wird nicht, weil der Staatsbürger in Uniform keinen Staat im Staate bilden oder weil die BW in der Gesellschaft verankert bleiben soll (Gegenfrage: Ist die Polizei nicht in der Gesellschaft verankert?) - der Wehrdienst wird gebraucht, weil das Gesundheitssystem auf die Zivildienstleistenden nicht mehr verzichten kann. Das wird heuchlerischerweise immer wieder unterschlagen oder gar negiert.
Wacht am Rhein ist ein schönes deutsches Lied . Die NS-Führung hat doch alle möglichen Unternehmungen in entsprechende Worthülsen gelegt.
Das nenne ich doch mal einen typischen linken GEflex.
Verwandt oder verschwägert ? Ganz entfernt ja, zufällig ^^, ein Urgroßvater mütterlicherseits war Karl Friedrich Florian, Gauleiter von Düsseldorf. Nichts auf das man stolz sein kann, unzweifelhaft. Aber muss ich jetzt deswegen links sein?
Auslandseinsätze als Grund für die Aufstellung einer Berufsarmee anzuführen, heißt zu akzeptieren, daß wir aus einer Verteidigungsarmee eine Interventionsarmee machen. Das wollen wir aber doch gar nicht, oder?
Wenn wir erst einmal eine Interventionsarmee haben, werden unsere lieben Verbündeten sicher mit Leichtigkeit einen Krieg finden -oder vom Zaun brechen- den diese Armee dann führen kann/muß. Das sollten wir uns und den Ländern, in denen diese Konflikte dann stattfinden, ersparen, zB indem die Doktrin wieder Landesverteidigung wird. Wir sollten der Bundeswehr eine Struktur geben, die sie für Auslandseinsätze möglichst ungeeignet macht. Wir sollten unsere aktuellen und zukünftigen Politiker mit möglichst vielen Argumenten ausstatten, die einen Einsatz wie Afgahanistan technisch und personell unmöglich macht. Die Abschaffung der Wehrpflicht gehört sicher nicht dazu.
Die Bevölkerungen von Ländern, in denen es bereits Berufarmeen gibt, gehen leichtfertiger in einen Krieg, vermutlich weil viele menschen dort selbst keine Soldaten sind, selbst keine Soldaten kennen und sich vor dem eingezogen-werden sicher wähnen. In einem Wehrpflichtsystem muß jeder damit rechnen, zu Kanonenfutter zu werden, was idR die Vorsicht gegenüber Krieg erhöht.
Die Wehrpflicht ein Relikt aus dem kalten Krieg, aber ist das nicht gut so?
...wird die BW umgebaut. Auch eine Wehrpflicht schützt nicht vor Auslandseinsätzen, weil es keine Zwei-Klassen-Armee gibt. Der wehrpflichtige Soldat hat die gleiche Pflicht, ins Ausland zu gehen, wie der freiwillige oder Berufssoldat. Dass derzeit die Erlasslage eine andere sein könnte, bedeutet nur den temporären Verzicht auf Nicht-Freiwillige, aber keinesfalls ein gesetzliches Verbot. Ob unsere lieben Verbündeten irgendeinen Krieg vom Zaun brächen, dem wir uns anzuschließen hätten, läge nicht an einer abgeschafften Wehrpflicht, sondern entweder daran, dass dieser Einsatz von der UNO mandatiert wurde oder, falls dies nicht geschähe, an der politischen Unfähigkeit, "Nein" zu sagen.
"Die Landesverteidigung, für die die Bundeswehr 1955 gegründet wurde, hat keine Bedeutung mehr. Deutschland ist von Verbündeten umzingelt, außer die Schweiz sind alle Nachbarländer Mitglieder der Nato – ein Angriff auf Deutschland durch reguläre Streitkräfte ist keine ernst zu nehmende Option mehr."
Das Grundgesetz ernst nehmend bleibt dann nur eine sinnvolle Möglichkeit, die BW abzuschaffen.
Sollte man der Möglichkeit vorbeugen wollen, daß Deutschland eines Tages doch einmal von Zypern, Ostlettland, Dänemark oder den vereinigten Kanalinseln überrollt werden, so wäre eine Wehrpflicht-Armee auf jeden Fall vorzuziehen.
Allein schon aus dem Grund, daß eine verteidigungsfähige Bevölkerung dann doch auch einiges PutschResistenter wäre.
...wird die BW umgebaut. Auch eine Wehrpflicht schützt nicht vor Auslandseinsätzen, weil es keine Zwei-Klassen-Armee gibt. Der wehrpflichtige Soldat hat die gleiche Pflicht, ins Ausland zu gehen, wie der freiwillige oder Berufssoldat. Dass derzeit die Erlasslage eine andere sein könnte, bedeutet nur den temporären Verzicht auf Nicht-Freiwillige, aber keinesfalls ein gesetzliches Verbot. Ob unsere lieben Verbündeten irgendeinen Krieg vom Zaun brächen, dem wir uns anzuschließen hätten, läge nicht an einer abgeschafften Wehrpflicht, sondern entweder daran, dass dieser Einsatz von der UNO mandatiert wurde oder, falls dies nicht geschähe, an der politischen Unfähigkeit, "Nein" zu sagen.
"Die Landesverteidigung, für die die Bundeswehr 1955 gegründet wurde, hat keine Bedeutung mehr. Deutschland ist von Verbündeten umzingelt, außer die Schweiz sind alle Nachbarländer Mitglieder der Nato – ein Angriff auf Deutschland durch reguläre Streitkräfte ist keine ernst zu nehmende Option mehr."
Das Grundgesetz ernst nehmend bleibt dann nur eine sinnvolle Möglichkeit, die BW abzuschaffen.
Sollte man der Möglichkeit vorbeugen wollen, daß Deutschland eines Tages doch einmal von Zypern, Ostlettland, Dänemark oder den vereinigten Kanalinseln überrollt werden, so wäre eine Wehrpflicht-Armee auf jeden Fall vorzuziehen.
Allein schon aus dem Grund, daß eine verteidigungsfähige Bevölkerung dann doch auch einiges PutschResistenter wäre.
Diese Diskussion wird auch in der Schweiz geführt, und sie ist nachvollziehbar.
Man muss jedoch bedenken, dass der Einsatz einer "Freiwilligenarmee" (sofern man von Unterschichtsangehörigen, die die Wahl zwischen Arbeitslosigkeit und Militärdienst haben, von "Freiwilligen" reden kann) politisch leichter zu handhaben ist.
Ich bezweifle, dass die Amerikaner und Briten den Irak angegriffen hätten, wenn ihre Armeen noch Volksarmeen wären. Da es sich bei den getöteten Soldaten grösstenteils um Unterschichtler handelt, wird der ganze Einsatz weit weniger in Frage gestellt.
Ob sich die Gegner einer Wehrpflicht bewusst sind, dass sie nur die nützlichen Idioten einer zynischen Machtelite sind, die für ihre geostrategischen Ziele über die Leichen einfacher Leute geht, bezweifle ich.
Es wäre interessant zu wissen, wie viele Söhne und Töchter von MdBs in Afghanistan im Einsatz sind. Kriegführen ist für Politiker immer eine interessante Option - vor allem, wenn es nicht ihre Kinder sind, die in Zinksärgen nach Hause kommen...
kwT
Und wie Recht Sie haben wird daran deutlich, dass es bei früheren Artikeln zu AF und gefallenen deutschen Soldaten auch auf der Plattform "Zeit-online" Kommentare wie:
"Berufsrisiko, etc."
gab.
Sechs Monate sind grade lang genug, um die jungen Wehrpflichtigen zu Vedischen Friedensexperten auszubilden. Sie lernen dabei die Anwendung eines seit alters her in der 'Vedischen Wissenschaft Indiens' bekannten Phänomens: der Feldeffekt im „Kollektiven Bewußtsein". ( http://permanentpeace.org/ )
So wie jeder Mensch sein individuelles Bewußtsein hat gibt es ein sogenanntes „Kollektives Bewußtsein". Nach den Erkenntnissen der Vedischen Seher ( Sanskrit: 'Rishis') ist Krieg nichts anderes als eine Entladung von Spannungen des kollektiven Bewußtseins eines sozialen Systems — und hier kommt der Knackpunkt:
diese Spannungen können aufglöst werden, bevor sie sich plötzlich in destruktiver Weise entladen. Dem interessierten Leser stellt sich dann die Frage: WIE ?!?
Antwort: In dem man eine genügend große Gruppe menschlicher Nervensysteme erlaubt den sogenannten Feldeffekt hervorzurufen — durch 'Vedische Bewußtseinstechnologien { http://vedische-wissensch... } - sprich „Transzendentale Meditation, einschließlich des TM-Sidhiprogramms" nach Maharishi Mahesh Yogi { www.meditation.de }.
Das es einwandtfrei funktioniert wurde in den letzen 50 Jahren in zahlreichen Studien bewiesen.
Ein 'Vedisches Friedenskorps' würde nicht nur Kriege effektiv verhindern, sondern alle Aspekte des gesellschaftlichen Lebens zum Erblühen bringen
http://www.ramrajreport.d...
http://www.tm-center.ch/i...
ich hatte den selben gedanken
kwT
Und wie Recht Sie haben wird daran deutlich, dass es bei früheren Artikeln zu AF und gefallenen deutschen Soldaten auch auf der Plattform "Zeit-online" Kommentare wie:
"Berufsrisiko, etc."
gab.
Sechs Monate sind grade lang genug, um die jungen Wehrpflichtigen zu Vedischen Friedensexperten auszubilden. Sie lernen dabei die Anwendung eines seit alters her in der 'Vedischen Wissenschaft Indiens' bekannten Phänomens: der Feldeffekt im „Kollektiven Bewußtsein". ( http://permanentpeace.org/ )
So wie jeder Mensch sein individuelles Bewußtsein hat gibt es ein sogenanntes „Kollektives Bewußtsein". Nach den Erkenntnissen der Vedischen Seher ( Sanskrit: 'Rishis') ist Krieg nichts anderes als eine Entladung von Spannungen des kollektiven Bewußtseins eines sozialen Systems — und hier kommt der Knackpunkt:
diese Spannungen können aufglöst werden, bevor sie sich plötzlich in destruktiver Weise entladen. Dem interessierten Leser stellt sich dann die Frage: WIE ?!?
Antwort: In dem man eine genügend große Gruppe menschlicher Nervensysteme erlaubt den sogenannten Feldeffekt hervorzurufen — durch 'Vedische Bewußtseinstechnologien { http://vedische-wissensch... } - sprich „Transzendentale Meditation, einschließlich des TM-Sidhiprogramms" nach Maharishi Mahesh Yogi { www.meditation.de }.
Das es einwandtfrei funktioniert wurde in den letzen 50 Jahren in zahlreichen Studien bewiesen.
Ein 'Vedisches Friedenskorps' würde nicht nur Kriege effektiv verhindern, sondern alle Aspekte des gesellschaftlichen Lebens zum Erblühen bringen
http://www.ramrajreport.d...
http://www.tm-center.ch/i...
ich hatte den selben gedanken
Ich bin etwas besorgt, welche Schlüsse der Autor als Ursache der Wehrpflich zumindest insistiert. War es der Kalte Krieg oder nicht etwa Napoleon der die Einführung der Wehrpflicht in Preußen verursachte? Interessant wäre zudem, ob der Autor, fachkundig wie er ist, die "Wehrpflicht" in der Bundeswehr "genossen" hat. Wie viele seiner eloquenten Kollegen vermutlich nicht. Es gibt vermutlich nur eine wirklich vernünftige Reaktion darauf, die ich sofort beherzige: Diesen Quatsch kommentiert man nicht, weil man das offensichtlich krude Wirrwar damit aufwertet. Was sagt zu einem solchen journalistischen Niedrigwasser eigentlich der hochgeschätzte BK a.D. Helmut Schmidt?
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren