FDP-Chef in der Kritik Westerwelles abenteuerliche Reisen
Selten stand ein deutscher Außenminister derart in der Kritik wie Guido Westerwelle in diesen Tagen. Beinahe täglich gehen neue Vorwürfe auf den FDP-Vorsitzenden und Vizekanzler nieder. Was ist dran an den Anschuldigungen? ZEIT ONLINE klärt die wichtigsten Fragen
Was wird Westerwelle konkret vorgeworfen?
Der Hauptvorwurf lautet, der Außenminister und Vizekanzler habe auf seinen bisherigen Reisen ins Ausland Dienstliches und Privates miteinander vermischt. Außerdem hält man ihm vor, dass er sich während seiner Südamerika-Reise und seiner Asien-Reise im Januar von FDP-nahen Unternehmern, Parteispendern und persönlichen Freunden begleiten ließ. Im Raum steht auch der Vorwurf, Westerwelles Bruder Kai profitiere indirekt vom Amt des Außenministers. Ebenso wie Westerwelles Lebenspartner, der Eventmanager Michael Mronz, der mit nach Südamerika gereist ist.
Darf denn der Außenminister mitnehmen, wen er will?
Ja. Zwar wird jede Reise von einem Fachreferat im Auswärtigen Amt über Monate hinweg vorbereitet. Die Beamten entwerfen für jede der Reisen des Ministers eine Liste mit 50 bis 60 möglichen Teilnehmern. Das letzte Wort aber hat der Minister. Er kann Personen von der Liste streichen – und neue benennen. Irreführend ist es deshalb, wenn das Auswärtige Amt (AA) nun mitteilt, "die Mitreise beim Bundesminister des Auswärtigen Amtes" erfolge "allein auf der Grundlage der fachlichen Expertise". Der Minister darf seine Reisebegleiter frei wählen – begründen muss er die Entscheidung nicht.
Das Verfahren sei "nicht transparent", sagt Ludger Volmer, der unter Joschka Fischer Staatsminister im Außenministerium war. Die Wahl der Reiseteilnehmer erfolge oft nach "Gutdünken". Ein öffentliches Register, das die Gäste von Auslandsreisen der Bundesregierung protokolliert, gibt es nicht. Ein anderer früherer Staatsminister im AA, Christoph Zöpel, hält das für einen Missstand: "Die Bürger haben einen Anspruch darauf zu erfahren, wer den Minister auf vom Staat bezahlte Reisen begleitet."
Dass die Ehe- oder Lebenspartner den Außenminister begleiten, ist möglich – üblich war es in der jüngeren Vergangenheit aber nicht: Joschka Fischer wurde von seiner Frau nur zwei Mal auf offiziellen Reisen begleitet, Frank-Walter Steinmeier drei Mal. Mronz war bisher auf jeder Außenminister-Reise Westerwelles dabei. An der nächsten große Reise, sie führt im April nach Südafrika, will er nach eigenen Angaben nicht teilnehmen.
Westerwelle spricht von der "Verleumdung" seiner Familie. Welche Rolle spielt sein Bruder Kai?
Kai Westerwelle ist wie sein älterer Bruder Guido Jurist und arbeitet in Frankfurt als Partner für die Kanzlei Taylor Wessing. Einer der Geschäftsführer des Unternehmens ist Konstantin Graf Lambsdorff, ein Neffe des früheren FDP-Vorsitzenden Otto Graf Lambsdorff, der im Dezember des vergangenen Jahres verstarb. Lambsdorff gilt als politischer Ziehvater von Westerwelle.
Die Rechtsanwaltskanzlei mit Sitz in Düsseldorf macht keinen Hehl daraus, dass sie FDP-Kontakte im Geschäftsalltag nutzt. Nach seinem Rückzug aus der Politik half Lambsdorff der Kanzlei, die Türen in die Chefetagen der Republik zu öffnen. Im Jahr 2004 ließ die Kanzlei im Handelsblatt verlauten, was man an Lambsdorffs Engagement schätze: "Wenn wir in vorprozessualen Verhandlungen auf Granit beißen, ebnet er uns den Weg in die Vorstandsetagen eben bedeutend schneller."
Kai Westerwelle hält auch Anteile an der Far Eastern Fernost Beratungs- und Handels GmbH. Die Firma (Slogan: "Unlock the china market") berät Unternehmen, die in China Geschäfte machen wollen. Ihr Mehrheitseigner und Geschäftsführer Ralf Marohn gehörte im Januar zu einer zehnköpfigen Wirtschaftsdelegation, die den Außenminister auf einer Reise nach China und Japan begleitete.
- Datum 12.03.2010 - 20:47 Uhr
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. . eben mehr Format für einen solchen Posten. Anzug allein reicht nicht.
....dass es eine Frage der Qualität des Außenministers ist, die die Berichterstattung hier leitet. Vielmehr sehen wir eine Fortsetzung der innenpolitischen Kampagne gegen ihn, die ganz anderen Interessen folgt. Dazu ist es notwendig den Charakter des Ministers in der Öffentlichkeit zu beschädigen und so ist die jetzige Darstellung nur logisch konsequent.
Diesem Satz muß man nichts Bedeutendes mehr hinzufügen.
Orpheus
....dass es eine Frage der Qualität des Außenministers ist, die die Berichterstattung hier leitet. Vielmehr sehen wir eine Fortsetzung der innenpolitischen Kampagne gegen ihn, die ganz anderen Interessen folgt. Dazu ist es notwendig den Charakter des Ministers in der Öffentlichkeit zu beschädigen und so ist die jetzige Darstellung nur logisch konsequent.
Diesem Satz muß man nichts Bedeutendes mehr hinzufügen.
Orpheus
Normalerweise ist der Aussenminister unter den beliebtesten Politikern, weil er mit den harten Themen (Arbeitslosigkeit, sozialer Abstieg, Krankheit, Altervorsorge) nichts bis wenig zu tun hat. Die Tagesschau berichtet immer mit schönen Bildern, welche wichtigen Leute er trifft und die sagen immer schön artig, wie sehr sie Deutschland mögen.
In diesem Amt schlecht beurteilt zu werden, ist ein echte Negativleistung.
...wenn der Außenminister bislang deswegen gute Beliebtheitswerte hatte, weil er mit den "harten Themen" nichts zu tun hatte, dann kann man Westerwelles schlechte Beliebtheitswerte doch nicht zwangsläufig als Negativleistung deuten. Man könnte auch sagen, dass wir endlich einen Politiker haben, der nicht nur die Sonnenseiten des Außenamtes genießt, sich aber als Parteivorsitzender (der ein Außenminister in der Vergangenheit ja nun auch zumeist gewesen ist) mit den Niederungen der Innenpolitik gar nicht mehr abgibt, sondern sich auch in der Innenpolitik positioniert und zwangsläufig damit angreifbar macht. Joschka Fischer wurde seinerzeit vorgeworfen, dass er sich aus der Innenpolitik völlig herausgehalten und nur noch sein Ego durch schöne außenministertypische Umfragewerte gepflegt hatte.
...wenn der Außenminister bislang deswegen gute Beliebtheitswerte hatte, weil er mit den "harten Themen" nichts zu tun hatte, dann kann man Westerwelles schlechte Beliebtheitswerte doch nicht zwangsläufig als Negativleistung deuten. Man könnte auch sagen, dass wir endlich einen Politiker haben, der nicht nur die Sonnenseiten des Außenamtes genießt, sich aber als Parteivorsitzender (der ein Außenminister in der Vergangenheit ja nun auch zumeist gewesen ist) mit den Niederungen der Innenpolitik gar nicht mehr abgibt, sondern sich auch in der Innenpolitik positioniert und zwangsläufig damit angreifbar macht. Joschka Fischer wurde seinerzeit vorgeworfen, dass er sich aus der Innenpolitik völlig herausgehalten und nur noch sein Ego durch schöne außenministertypische Umfragewerte gepflegt hatte.
Dieser korrupte und asoziale deutsche Mövenpick-Außenminister ist für Deutschland zutiefst beschämend.
[Anmerkung: Bitte verzichten Sie auf persoenliche Beleidigungen. Danke. Die Redaktion/ew]
Dieser korrupte und asoziale deutsche Mövenpick-Außenminister ist für Deutschland zutiefst beschämend.
[Anmerkung: Bitte verzichten Sie auf persoenliche Beleidigungen. Danke. Die Redaktion/ew]
Recht hat er aber. Wie der Kerl ein ganzes Land im Ausland repräsentieren will, ist mir schleierhaft. Und sozial ist er sicher nicht. Das mit der Korruption ist Auslegungssache, zugegeben. Aber der Anschein liegt sehr nahe.
Dieser korrupte und asoziale deutsche Mövenpick-Außenminister ist für Deutschland zutiefst beschämend.
[Anmerkung: Bitte verzichten Sie auf persoenliche Beleidigungen. Danke. Die Redaktion/ew]
Recht hat er aber. Wie der Kerl ein ganzes Land im Ausland repräsentieren will, ist mir schleierhaft. Und sozial ist er sicher nicht. Das mit der Korruption ist Auslegungssache, zugegeben. Aber der Anschein liegt sehr nahe.
Um die Interessen von Deutschland geht es doch sowieso nicht - es geht um die Staatsräson - und wer die wohl bestimmt?
Es mag etwas kleinlich sein, Westerwelle nun jede auf nur denkbare wirtschaftliche Verstrickung von Teilnehmern seiner Delegation anzurechnen. Das Desaster scheint mir ein anderes zu sein: was qualifiziert denn den Steve Urkel der deutschen Politik eigentlich als Außenminister? Auf dem Terrain hat er keine Erfahrung, von der Thematik hat er offensichtlich und auch nach eigenem Bekunden wenig Ahnung und seine Ausstrahlung ist das krasse Gegenteil eines 'elder statesman'. Will sich die politische Klasse damit volksnah zeigen und demonstrieren, dass sie endlich auf dem Niveau der Shows des Privatfernsehens angekommen ist? Mir wäre ein Außenminister lieber, dessen Format sich deutlicher von dem einer Briefmarke unterscheidet.
....für seine Gegner ist, dass er in weiten Teilen recht hat. So kann man ihn zwar wegmobben, wie Sie es vorschlagen, aber man kann damit die Situation nicht verbessern.
....für seine Gegner ist, dass er in weiten Teilen recht hat. So kann man ihn zwar wegmobben, wie Sie es vorschlagen, aber man kann damit die Situation nicht verbessern.
Das war gemein, Hans-Peter Bartels! Den Vergleich mit Guido Westerwelle hat der arme Heinrich Lübke nun wirklich nicht verdient!
Guter Artikel zum Thema Lobbyismus/Verfilzung von Politik und Wirtschaft von Kim Otto:
http://www.blaetter.de/ar...
...wenn der Außenminister bislang deswegen gute Beliebtheitswerte hatte, weil er mit den "harten Themen" nichts zu tun hatte, dann kann man Westerwelles schlechte Beliebtheitswerte doch nicht zwangsläufig als Negativleistung deuten. Man könnte auch sagen, dass wir endlich einen Politiker haben, der nicht nur die Sonnenseiten des Außenamtes genießt, sich aber als Parteivorsitzender (der ein Außenminister in der Vergangenheit ja nun auch zumeist gewesen ist) mit den Niederungen der Innenpolitik gar nicht mehr abgibt, sondern sich auch in der Innenpolitik positioniert und zwangsläufig damit angreifbar macht. Joschka Fischer wurde seinerzeit vorgeworfen, dass er sich aus der Innenpolitik völlig herausgehalten und nur noch sein Ego durch schöne außenministertypische Umfragewerte gepflegt hatte.
Das stimmt so nicht, Fischer hat das alles nur leiser durchgesetzt.
Vermutlich weil Fischer, anders als Ww kein Ego-Problem hatte.
Bitte unter dem Stichwort googeln und nach Erwerb des Wissens- und Informationsstocks neu kommentieren.
Das stimmt so nicht, Fischer hat das alles nur leiser durchgesetzt.
Vermutlich weil Fischer, anders als Ww kein Ego-Problem hatte.
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