FDP-Chef Westerwelle geht in die Offensive

"Jetzt erst recht": FDP-Chef Westerwelle weist die Vorwürfe der Günstlingswirtschaft zurück. Die Opposition betreibe eine "Verleumdungskampagne" und schade dem Land.

"Jetzt erst recht": FDP-Chef Westerwelle auf dem Landesparteitag seiner Partei in Nordrhein-Westfalen

"Jetzt erst recht": FDP-Chef Westerwelle auf dem Landesparteitag seiner Partei in Nordrhein-Westfalen

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) legt in der hitzigen Debatte über die Auswahl seiner Begleiter bei Auslandsreisen mit massiven Gegenangriffen nach. In seiner Rede vor dem Landesparteitag der NRW-FDP in Siegen bekräftigte er, die Opposition wolle mit Attacken auf die Auswahl seiner Reisebegleiter den Landtagswahlkampf in Nordrhein-Westfalen
beeinflussen. "Wir erleben, wie in NRW eine linke Mehrheit vorbereitet werden soll. Das ist, worum es in Wahrheit geht", sagte der Vize-Kanzler bei seinem ersten offiziellen Auftritt nach der Rückkehr von seiner Südamerika-Reise.

Dass die Opposition auch Bundespräsident Horst Köhler in die Auseinandersetzung hineinziehe, sei ein absoluter Tiefpunkt und unanständig, fügte Westerwelle hinzu – in Anspielung auf kritische Fragen nach Köhlers Haltung in der Sozialstaatsdebatte. Die Gegner der FDP hätten vor gar nichts mehr Respekt. Westerwelle griff auch die Medien scharf an. "Ihr kauft mir den Schneid nicht ab", sagte er. Die Parteitagsdelegierten feierten den FDP-Chef für diese Aussage.

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Bereits in einem Interview mit der Bild am Sonntag warf der Außenminister der Opposition nun vor, mit ihren Anschuldigungen dem internationalen Ansehen des Landes zu schaden. "Solche Verleumdungen der Opposition gegen einen Außenminister, der zeitgleich im Ausland auch im Interesse unserer Arbeitsplätze unterwegs ist, schaden Deutschland", sagte Westerwelle.

Der FDP-Chef unterstrich seine Ansicht, es sei "der Tiefpunkt der politischen Kultur, wenn die Opposition für ihre parteipolitischen Anliegen sogar Familienmitglieder des politischen Gegners attackiert". Er kündigte an, "jetzt erst recht" die Auseinandersetzung zu suchen. "Mein Fell ist sehr dick. Parteipolitische Diffamierungskampagnen beflügeln mich zum Kampf."

Westerwelle wies auch Vorwürfe zurück, sein Lebenspartner, der Geschäftsmann Michael Mronz, habe die gemeinsame Südamerika-Reise für geschäftliche Zwecke genutzt. "Michael Mronz hat auf der Reise zahlreiche soziale Einrichtungen besucht, private Spendengelder an Kinderprojekte übergeben. Er ist nicht bei einem einzigen politischen Gespräch dabei gewesen, sondern hat in Chile nach dem Erdbeben oder in Brasilien in den Armenvierteln Kindern geholfen. Auf die Frage, ob er sich auch künftig bei Reisen von Mronz begleiten lasse, sagte der FDP-Chef: "Das wollen und das werden wir auch in Zukunft tun – wann immer das zeitlich möglich ist."

Unterstützung erhält der Vize-Kanzler von seiner Partei. Der niedersächsische FDP-Vorsitzende und Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler sagte, es sei Aufgabe eines Außenministers, deutsche Interessen im Ausland zu vertreten. Dazu zählten insbesondere auch wirtschaftspolitische Interessen. "Man sollte sich alle Reisen ansehen und wird feststellen, dass es nicht nur ein normaler Vorgang ist, sondern dass es richtig ist, dass die Kanzlerin, der Wirtschaftsminister, der Außenminister, dass alle auf ihren Reisen Unternehmer und Journalisten mitnehmen, um für Deutschland zu werben."

Auch der FDP-Fraktionsvorsitzende im Landtag von Schleswig-Holstein, Wolfgang Kubicki, wies die Vorwürfe gegen Westerwelle zurück. "Ich bin empört und entsetzt darüber, wie mit Guido Westerwelle umgegangen wird", sagte er. Dies sei eine Kampagne gegen Westerwelle, die existenzvernichtende Qualität bekomme. "Hier soll ein Mensch nicht nur politisch, sondern auch persönlich vernichtet werden."

 
Leser-Kommentare
  1. Jetzt erst recht sollte man den Schnöseln dieser Partei Grenzen aufzeigen.
    "Man wird ja wohl noch "- um im Jargon dieser Herrschaften zu bleiben - Kritik
    üben dürfen. Kritik üben ohne gleich das Abendland und die Demokratie zu gefährden.
    Und, Herr Westerwelle, wenn 3/4 der Bevölkerung Ihr Verhalten und Ihren Stil nicht
    gut finden, dann hat das nichts mit Linkstendenzen zu tun.

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    • joG
    • 14.03.2010 um 12:37 Uhr

    ....sicherlich schon hauptsächlich von den Nutznießern des Steuer- und Transfersystems betrieben. Der gesamte öffentliche Sektor inklusive Atomgegner und Gewerkschaften. Er will ja auch eine politische Umgestaltung, die diesen Interessengruppen viel Macht weg nähme. Dass sie dann gegen ihn ins Feld ziehen ist klar und legitim. Die Art diese Gegnerschaft zu betreiben hat jedoch vieles von Mobbing, indem es hinterlistig persönliche Themen aufschwurbelt und kommt daher bei der Bevölkerung gut an; ist einprägsam. Besonders appetitlich ist das Verhalten vor allem der Medien nicht, aber es ist halt ein Existenz naher Kampf für die Interessengemeinschaft Solidarität und Soziales, die das Fundament der öffentlichen Hand und somit der Volksparteien in Deutschland ausmacht.

    • joG
    • 14.03.2010 um 12:37 Uhr

    ....sicherlich schon hauptsächlich von den Nutznießern des Steuer- und Transfersystems betrieben. Der gesamte öffentliche Sektor inklusive Atomgegner und Gewerkschaften. Er will ja auch eine politische Umgestaltung, die diesen Interessengruppen viel Macht weg nähme. Dass sie dann gegen ihn ins Feld ziehen ist klar und legitim. Die Art diese Gegnerschaft zu betreiben hat jedoch vieles von Mobbing, indem es hinterlistig persönliche Themen aufschwurbelt und kommt daher bei der Bevölkerung gut an; ist einprägsam. Besonders appetitlich ist das Verhalten vor allem der Medien nicht, aber es ist halt ein Existenz naher Kampf für die Interessengemeinschaft Solidarität und Soziales, die das Fundament der öffentlichen Hand und somit der Volksparteien in Deutschland ausmacht.

  2. haben nun mal ihre Verschwörungstheorien - Esel anscheinend auch.

  3. man sollte die "nordlichter der fdp" nicht unterschaetzen denn das werden wir noch sehen, was sich dort zusammenbraut.
    Vollkomen fehlendes Charisma bei Herrn Westerwelle veraergert die Waehler, WESTERWELLE BRUEDERLE NIEBEL ein irgendwie unmoegliches Trio das noch weit ueber DREI JAHRE kaum zu ertragen ist, leider (FDP WAEHLER)

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    die heiligen drei Könige...jedenfalls spielt sich der Erstere immer so auf !

    die heiligen drei Könige...jedenfalls spielt sich der Erstere immer so auf !

  4. Kein Mensch attackiert Ihren Bruder, Herr Westerwelle. Sie werden attackiert, weil Ihr Tross aus Leuten besteht, die u.a. Ihrem Bruder Vorteile verschaffen. Widerlegen Sie das doch mal, statt um sich zu schlagen. Erklären Sie doch den Steuerzahlern, was Ihr Freund Boersch, Inhaber von mehreren Briefkastenfirmen in der Schweiz, in Ihrer Entourage zu suchen hat. Und warum Ihr Lebensgefährte 4 Tage vor Abreise bei "Ein Herz für Kinder" eingestiegen ist.

  5. die heiligen drei Könige...jedenfalls spielt sich der Erstere immer so auf !

    • yato
    • 14.03.2010 um 12:24 Uhr

    ...und der Chefdiplomat von Deutschland umso mehr, wenn er das nicht kann, dann hat er den falschen Posten.

    Westerwelles Arroganz schadet Deutschland, spaltet das Land und passt absolut nicht zum Regierungsstil der Kanzlerin.

    Hochmut kommt vor dem Fall und wenn er sein Image durch Starrsinn ruiniert, dann hilft ihm auch seine Fähigkeit als geschickter bzw. aufgeblasener Redner nicht weiter.

    Ich hoffe auf Schwarz-Grün. Genscher war noch sympatisch aber Westerwelles Fähigkeiten passen nicht zu einer Regierung, sondern nur zur Opposition und gehören am besten auf eine Comedybühne.

    Als Satire wäre so ein eitler Charakter top!

    • Sonate
    • 14.03.2010 um 12:32 Uhr

    Westerwelle fühlt sich als absolutistischer Herrscher von Deutschland, dabei verachtet er in bester absolutistischer Manier die normalen Leute und wer Kritik übt, der wird abgeschossen. Er möchte am liebsten in jeder Stadt einen Henker einsetzten. Habt sein Lebensgefährte die Unkosten der reise selbst bezahlt, o0der hat er für die FDP gespendet, das war denn sein Freifahrschein, der Mensch Westerwelle ist größenwahnsinnig.

  6. kallewestrich: Sicher ist es normal, dass ein ganzer Tross mitreist und Geschäftsverbindungen knüpfen möchte... Aber wer sucht die aus? Das ist und bleibt eine subjektive Angelegenheit und eine Frage der Beziehungen über Partei und Privatverbindungen.
    Gerechter wäre es, wenn nach einem neutralen Bewertungssystem Firmen und Begleiter von Fall zu Fall eingesetzt würden, statt pro Regierungskoalition die Fans und Günstlinge nach vorne zu befördern. Alle 4 Jahre nur wendet sich das Blatt ... manchmal allerdings auch schneller.

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    Von der verständlichen Mitnahme von Freunden, der geschätzten Begleitung des Lebenspartner ist es ein schmaler Grat zu Günstlings- und Vetternwirtschaft.

    Was Westerwelle fehlt sind liberale Charaktereigenschaften. Und zeigt sich als die männliche Version der Amerikanerin Palin - trotz nachweislich besserer Allgemeinbildung.

    Schade. Wir hatten es vorher geahnt, aber doch gehofft, dass er im Amt dazulernt.

    Und die Frage ist erlaubt: Was hat er wirklich in Lateinamerika bewirkt, wenn er sich nur im Lichte der guten Kontakte großer Konzerne sonnt und offiziell sogar die fehlende Lateinamerika-Strategie eingestehen muss - während und nach der Reise.

    Peinlich. Nur peinlich.

    Von der verständlichen Mitnahme von Freunden, der geschätzten Begleitung des Lebenspartner ist es ein schmaler Grat zu Günstlings- und Vetternwirtschaft.

    Was Westerwelle fehlt sind liberale Charaktereigenschaften. Und zeigt sich als die männliche Version der Amerikanerin Palin - trotz nachweislich besserer Allgemeinbildung.

    Schade. Wir hatten es vorher geahnt, aber doch gehofft, dass er im Amt dazulernt.

    Und die Frage ist erlaubt: Was hat er wirklich in Lateinamerika bewirkt, wenn er sich nur im Lichte der guten Kontakte großer Konzerne sonnt und offiziell sogar die fehlende Lateinamerika-Strategie eingestehen muss - während und nach der Reise.

    Peinlich. Nur peinlich.

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