Kritik am Außenminister Westerwelle lässt sich trösten
"Den Schneid" lasse er sich nicht abkaufen: Zurück aus Lateinamerika bejubelt die FDP-Basis in Siegen den Außenminister. Der wehrt sich weiter gegen die Kritik an seiner Person
© Bernd Thissen/dpa

Er strahlt wieder: Der FDP-Bundesvorsitzende und Außenminister Guido Westerwelle auf dem Landesparteitag seiner Partei in Siegen
Guido Westerwelle strahlt wie ein Honigkuchenpferd. Er winkt ins Publikum, das sich inzwischen erhoben hat und rhythmisch klatscht. Westerwelle kostet den Moment aus. Erst nach ein paar Minuten scheint es ihm geboten, sich wieder auf seinen Platz zu setzen. Da aber der Applaus anhält, stürmt er noch mal nach vorn, auf die Spitze der Parteitagsbühne – wie ein Schauspieler, der bereits hinter dem Vorhang verschwunden ist. Er winkt wieder. Das Auditorium jubelt.
Es ist der erste öffentliche Auftritt des Bundesaußenministers nach seiner einwöchigen Südamerika-Reise, die ihm wegen seiner Entourage, die unter anderem aus FDP-nahen Unternehmern bestand, viel Kritik eingebracht hat. Die nordrhein-westfälische FDP ist in Siegen zum Parteitag zusammengekommen, um das Wahlkampfprogramm zu beschließen. Westerwelles Rede ist der mit Spannung erwartete Höhe- und Schlusspunkt des Parteitags.
Dass Westerwelle sich als Opfer einer Kampagne darstellen würde – und nicht etwa selbstkritisch oder nachdenklich auftreten würde, ließ sich bereits am Samstagabend erahnen. Noch auf dem Rollfeld des Flughafen Tegels hatte Westerwelle bei seiner Ankunft mitgeteilt, wie er die Debatte bewerte, die in seiner Abwesenheit entbrannt ist: als durchsichtigen, niederträchtigen Versuch der Opposition und linker Medien, ihn zu diskreditieren. Während der Auslandsreise habe er sich zurückgehalten, da das der Anstand gegenüber den besuchten Staatsmännern gebiete. Nun sei wieder in Deutschland, nun werde er sich wehren.
Ein Vertrauter von Westerwelle sagt in Siegen: Westerwelle hätten die Vorwürfe tatsächlich überrascht und gekränkt. Er, der so viel Wert auf gute Manieren und Umgangsformen lege, fühle sich in seiner Ehre getroffen. Nichts mache ihm mehr zu schaffen, als Zweifel an seiner persönlichen Integrität. "Das tat ihm weh", heißt es. Dass Spitzenpolitiker "persönliche Netzwerke haben" und pflegen, sei eben "politische Realität", sagt FDP-Generalsekretär Lindner. Westerwelle habe die gängigen Regeln und Gepflogenheiten für Auslandsreisen peinlich genau beachtet.
Entsprechend verhält sich Westerwelle auf dem Parteitagspodium am Sonntagmorgen: Er zeigt sich ein bisschen gekränkt, vor allem aber stolz und unbeirrbar. Hinterher ist er gerührt, ob der Zuneigung, die ihm seine Basis signalisiert. Umgeben von seinen Parteifreunden aus seinem Heimatlandesverband interpretiert er die "unappetitlichen" Vorwürfe als Ouvertüre des politischen Gegners zum Wahlkampf in Nordrhein-Westfalen. Aber da müsse man als Regierungspartei durch, sagt er auf dem Podium. "Unsere Aufgabe ist es nicht, beliebt werden."
Aber zunächst geht es gar nicht um Spender oder Reisebegleiter. Der erste Teil der Rede ist Westerwelles politisches Glaubensbekenntnis, oft gehört, aber inzwischen mit einigen Erfahrungen aus seinen Auslandsreisen unterlegt. Westerwelle preist Fortschritt und Fleiß. Brasilien und China drohten Deutschland zu überholen, weil es hier eine größere Leistungsbereitschaft gebe. Während Finnland gerade die "dritte Generation" der nuklearen Energie entdecke, streiten dieselben deutschen Bedenkenträger wie seit den achtziger Jahren.
- Datum 14.03.2010 - 15:48 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 98
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:





mag man eigentlich nichts mehr schreiben. Wer sich so benimmt macht jeglichen Kommentar überflüssig...
Schreihals ist weniger seine Persönlichkeit, das mögen Psychiater bewerten, sondern die Interessen die er vorgibt zu vertreten.
Hotelketten, Banken, Versicherungen etc, schon klar. Aber der Mittelstand, der so brachial umschleimt wird, der wird sich noch wundern, wenn er weiterhin dem großen Geld zum Opfer fällt.
Aber auch dafür hat Willi Wichtig sein Rezept: Es ist natürlich der Sozialstaat, der den Mittelstand ruiniert, ungeachtet dessen, das gerade dieser verachtete Sozialstaat sich als wirksamster Puffer gegen die Folgen der von ihm bevorzugten Kapitalverbrecher (Banken etc) erwiesen hat.
Und auch die öffentliche zur Schau getragene Verachtung des Staates hat die Kapitalverbrecher nicht gehindert, eben diesen Staat - also also auch den Mittelstand - in Haftung zu nehmen für die garantierten Renditen des großen Geldes.
Willi Wichtig erweist sich nun als Handlanger des großen Geldes, die immer noch zu zahme Kritik an ihm und seiner Politik läßt sich nur als Notwehr begreifen.
Helfen wird das leider kaum, das parlamentarische System hat mit Demokratie keinerlei Ähnlichkeit.
Um das Thema etwas zu erweitern, Was zum Teufel machte ausgerechnt einen Guttenzwerg zum beliebtesten Politiker Deutschlands?
Genau.
Weiterhin einen geruhsamen Schlaf.
Schreihals ist weniger seine Persönlichkeit, das mögen Psychiater bewerten, sondern die Interessen die er vorgibt zu vertreten.
Hotelketten, Banken, Versicherungen etc, schon klar. Aber der Mittelstand, der so brachial umschleimt wird, der wird sich noch wundern, wenn er weiterhin dem großen Geld zum Opfer fällt.
Aber auch dafür hat Willi Wichtig sein Rezept: Es ist natürlich der Sozialstaat, der den Mittelstand ruiniert, ungeachtet dessen, das gerade dieser verachtete Sozialstaat sich als wirksamster Puffer gegen die Folgen der von ihm bevorzugten Kapitalverbrecher (Banken etc) erwiesen hat.
Und auch die öffentliche zur Schau getragene Verachtung des Staates hat die Kapitalverbrecher nicht gehindert, eben diesen Staat - also also auch den Mittelstand - in Haftung zu nehmen für die garantierten Renditen des großen Geldes.
Willi Wichtig erweist sich nun als Handlanger des großen Geldes, die immer noch zu zahme Kritik an ihm und seiner Politik läßt sich nur als Notwehr begreifen.
Helfen wird das leider kaum, das parlamentarische System hat mit Demokratie keinerlei Ähnlichkeit.
Um das Thema etwas zu erweitern, Was zum Teufel machte ausgerechnt einen Guttenzwerg zum beliebtesten Politiker Deutschlands?
Genau.
Weiterhin einen geruhsamen Schlaf.
"Ihr" – schmettert er ins Publikum, meint aber die Kameras dahinter. "Ihr kauft mir den Schneid nicht ab!"
Scheid, das ist Forschheit, Zackigkeit weiter nichts. Erinnert an den preußischen Leutnant vor 100 Jahren. Gestern Container und heute "Schneid". Guido oder das Politchamäleon.
Dass die Freiheitsstatue einer Gesellschaft ausserhalb jeder Jurisdiktion und über allem steht, dass lehrten uns in der Geschichte von den römischen Imperatoren bis hin zu den stalinistischen Führern der Arbeiter- und Bauernklasse.
Guido Westerwelle wurde, wie es in den Reihen der FDP-Mitglieder heisst, von der schweigenden Mehrheit unserer Bevölkerung gerufen und ist ausersehen, als Retter der Freiheit, der Freibeuterwirtschaft und der Finanzspekulations- und -anlagenbetrugswirtschaft in die Fußstapen der Herren Kohl, Genscher, Lambsdorf, Scholz, Rasch & Co. treten, die sich mit ihrem selbstlosen und beherzten Einsatz für den Finanzstandort Deutschland mit ihrer Anlegerwerbearbeit für die "Göttinger Gruppe" beredtes Zeugnis davon abgelegt haben, was unter der "Neuen Sozialen Marktwirtschaft" zu verstehen ist.
Dass die nepotistischen Seilschaftsverbindungen, die durch die höchst anrüchigen Parteispenden seiner Mitreisenden auf seinen so unbeschreiblich wertvollen Verkaufsreisen für die deutsche Industrie über jeden Zweifel erhabene Machenschaften sind, sollten sich alle Kritiker nun langsam selbst hinter ihre Ohren schreiben. Der Aussenminsister hat schließlich besseres zu tun, als sich gegen solche "Fragen" zu verwahren oder gar zu wehren.
Ja, dieser Mann hat wirklich etwas fürstliches, etwas ganz und gar aristokratisches. Dieser Mann kann gar nicht mehr "kritisiert" werden. ER steht über allem, vorallem über diesen dummen kleinbürgerlichen Gesetzen.
Dass die Freiheitsstatue einer Gesellschaft ausserhalb jeder Jurisdiktion und über allem steht, dass lehrten uns in der Geschichte von den römischen Imperatoren bis hin zu den stalinistischen Führern der Arbeiter- und Bauernklasse.
Guido Westerwelle wurde, wie es in den Reihen der FDP-Mitglieder heisst, von der schweigenden Mehrheit unserer Bevölkerung gerufen und ist ausersehen, als Retter der Freiheit, der Freibeuterwirtschaft und der Finanzspekulations- und -anlagenbetrugswirtschaft in die Fußstapen der Herren Kohl, Genscher, Lambsdorf, Scholz, Rasch & Co. treten, die sich mit ihrem selbstlosen und beherzten Einsatz für den Finanzstandort Deutschland mit ihrer Anlegerwerbearbeit für die "Göttinger Gruppe" beredtes Zeugnis davon abgelegt haben, was unter der "Neuen Sozialen Marktwirtschaft" zu verstehen ist.
Dass die nepotistischen Seilschaftsverbindungen, die durch die höchst anrüchigen Parteispenden seiner Mitreisenden auf seinen so unbeschreiblich wertvollen Verkaufsreisen für die deutsche Industrie über jeden Zweifel erhabene Machenschaften sind, sollten sich alle Kritiker nun langsam selbst hinter ihre Ohren schreiben. Der Aussenminsister hat schließlich besseres zu tun, als sich gegen solche "Fragen" zu verwahren oder gar zu wehren.
Ja, dieser Mann hat wirklich etwas fürstliches, etwas ganz und gar aristokratisches. Dieser Mann kann gar nicht mehr "kritisiert" werden. ER steht über allem, vorallem über diesen dummen kleinbürgerlichen Gesetzen.
Aktuell ist Wahlkampf und es wäre töricht, dem Parteichef in den Rücken zu fallen.
Warten wir also den Ausgang der NRW-Wahl ab. Sollte es in NRW nicht für schwarz-gelb reichen und sollte sich die FDP nicht hinter schlechten Zahlen der CDU verstecken können, dann geht die Diskussion los. Das lässt sich nicht mehr mit Basta-Sprüchen und Schuldzuweisungen an die Medien und an die politischen Gegner wegbügeln.
Ich hoffe nur der Abhub verschwindet endlich dort, wo er hingehört ... mein Gott, wie tief ist Deutschland nur gesunken!
[entfernt. Bitte verzichten Sie auf persönliche Beleidigungen. Danke, die Redaktion/vv]
wird zeigen, dass es noch tiefer gehen wird. Wenn sich einer schon etwas abkaufen will ("Schneid"),was er noch nie besessen hat, dann sehe ich in eine tiefschwarze Zukunft.
[entfernt. Bitte verzichten Sie auf persönliche Beleidigungen. Danke, die Redaktion/vv]
wird zeigen, dass es noch tiefer gehen wird. Wenn sich einer schon etwas abkaufen will ("Schneid"),was er noch nie besessen hat, dann sehe ich in eine tiefschwarze Zukunft.
unternehmt doch endlich was, den typen ertrage ich keine 3 jahre mehr.
Zitat Zeit: "Ein Vertrauter von Westerwelle sagt in Siegen: Westerwelle hätten die Vorwürfe tatsächlich überrascht und gekränkt. Er, der so viel Wert auf gute Manieren und Umgangsformen lege, fühle sich in seiner Ehre getroffen." Zitat Ende
Mir kommen die Tränen! Jemand der so rücksichtslos gegen die Verlierer unseres Wirtschaftssystems, die Hartzer pöbelt, wie Westerwelle, der sollte bei einer Retourkutsche nicht wie eine Mimose anstellen.
Sie sagen es.
Er lenkt mal schnell ab nach dem motto Angriff ist die beste Verteidigung und sehr durchsichtig für halbwegs intelligente.
Bitte achten Sie auf eine respektvolle Wortwahl. Die Redaktion/sh
Sie sagen es.
Er lenkt mal schnell ab nach dem motto Angriff ist die beste Verteidigung und sehr durchsichtig für halbwegs intelligente.
Bitte achten Sie auf eine respektvolle Wortwahl. Die Redaktion/sh
Dem kauf ich überhaupt nichts ab,
weder den Schneid noch einen Gebrauchtwagen!
Ich bin mit der Politik der FDP gar nicht einverstanden - trotzdem halte ich es für gut, dass Westerwelle polarisiert hat.
Warum? Weil es andere Parteien zwang ihre Politik aus dem Difusen ins Konkrete zu bringen.
Westerwelle hat nicht mein Mitgefühl - so hat er doch mit seinem Anecken doch genau das bekommen was er gerufen hat.
Westerwelle kann froh sein: Durch die Angriffe auf ihn rückt die restliche Partei kritiklos hinter ihn.
Die "liberale" Wagenburg ist aufgebaut - mal schaun was passiert.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren