Es sei "ein Tiefpunkt" erreicht, wenn ein Außenminister derart angegangen werde
In der Siegerlandhalle ist es mucksmäuschenstill. Die Delegierten ahnen, dass der FDP-Chef auch zur Kritik an sich Stellung nehmen wird. Erfahrene Westerwelle-Reden-Hörer wissen schließlich, dass er immer ein paar Minuten sich selbst widmet. Nach einer halbem Stunde fällt dann das erste Reizwort, das sofort mit großem Applaus bedacht wird. "Dekadent" sei es, wenn man anstrengungslosen Wohlstand verspreche.
"Ich nehme kein einziges Wort zurück", ruft Westerwelle in die Halle. Diese Haltung durchzieht die ganze Rede. Der Außenminister rechtfertigt sich nicht, er widerruft nicht. Westerwelle wähnt sich im Recht. Ihm wehe der Gegenwind ins Gesicht, weil er die alte Ordnung der Sozial- und Steuersysteme verändern wolle.
Er hat nun den Kern seiner Rede erreicht: Westerwelle wendet sich an seine "Gegner": "Ihr" – schmettert er ins Publikum, meint aber die Kameras dahinter. "Ihr kauft mir den Schneid nicht ab!" Für diesen Satz erhält er zum ersten Mal Standing Ovations.
Deutschland habe "den Tiefpunkt" an politischer Kultur erreicht, wenn ein Außenminister derart angegangen werde, während er deutsche Interessen im Ausland vertrete. "Hat die Opposition denn vor gar nichts mehr Respekt?", seufzt Westerwelle, der selbst jahrelang Oppositionschef war, und keineswegs ein zahmer.
Die Delegierten feiern ihren Chef euphorisch. Bereits am Samstag war auf dem Parteitag viel Empörung über das vermeintliche "Westerwelle-Bashing" zu vernehmen. Selbst Landesparteichef Andreas Pinkwart, der Westerwelle noch kürzlich in den Rücken fiel, als er sich gegen die unpopuläre Mehrwertsteuersenkung für Hoteliers stellte, murmelt etwas von "voller Solidarität" für den Parteichef. Westerwelle strahlt immer noch, als er die Siegerlandhalle wieder verlässt.
Ach, eines noch: Inhaltlich ist Westerwelle auf die Vorwürfe gegen ihn gar nicht eingegangen. Zu seinem Rollenverständnis sagt er lediglich, er sehe sich auch weiterhin als "Türöffner" für die deutsche Wirtschaft in andere Länder, gerade für den Mittelstand. Andere Länder würden sich wundern, wenn er das nicht täte. Sein Umfeld verweist auf eine Pressekonferenz demnächst. Da könne man Fragen stellen.
- Datum 14.03.2010 - 15:48 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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mag man eigentlich nichts mehr schreiben. Wer sich so benimmt macht jeglichen Kommentar überflüssig...
Schreihals ist weniger seine Persönlichkeit, das mögen Psychiater bewerten, sondern die Interessen die er vorgibt zu vertreten.
Hotelketten, Banken, Versicherungen etc, schon klar. Aber der Mittelstand, der so brachial umschleimt wird, der wird sich noch wundern, wenn er weiterhin dem großen Geld zum Opfer fällt.
Aber auch dafür hat Willi Wichtig sein Rezept: Es ist natürlich der Sozialstaat, der den Mittelstand ruiniert, ungeachtet dessen, das gerade dieser verachtete Sozialstaat sich als wirksamster Puffer gegen die Folgen der von ihm bevorzugten Kapitalverbrecher (Banken etc) erwiesen hat.
Und auch die öffentliche zur Schau getragene Verachtung des Staates hat die Kapitalverbrecher nicht gehindert, eben diesen Staat - also also auch den Mittelstand - in Haftung zu nehmen für die garantierten Renditen des großen Geldes.
Willi Wichtig erweist sich nun als Handlanger des großen Geldes, die immer noch zu zahme Kritik an ihm und seiner Politik läßt sich nur als Notwehr begreifen.
Helfen wird das leider kaum, das parlamentarische System hat mit Demokratie keinerlei Ähnlichkeit.
Um das Thema etwas zu erweitern, Was zum Teufel machte ausgerechnt einen Guttenzwerg zum beliebtesten Politiker Deutschlands?
Genau.
Weiterhin einen geruhsamen Schlaf.
Schreihals ist weniger seine Persönlichkeit, das mögen Psychiater bewerten, sondern die Interessen die er vorgibt zu vertreten.
Hotelketten, Banken, Versicherungen etc, schon klar. Aber der Mittelstand, der so brachial umschleimt wird, der wird sich noch wundern, wenn er weiterhin dem großen Geld zum Opfer fällt.
Aber auch dafür hat Willi Wichtig sein Rezept: Es ist natürlich der Sozialstaat, der den Mittelstand ruiniert, ungeachtet dessen, das gerade dieser verachtete Sozialstaat sich als wirksamster Puffer gegen die Folgen der von ihm bevorzugten Kapitalverbrecher (Banken etc) erwiesen hat.
Und auch die öffentliche zur Schau getragene Verachtung des Staates hat die Kapitalverbrecher nicht gehindert, eben diesen Staat - also also auch den Mittelstand - in Haftung zu nehmen für die garantierten Renditen des großen Geldes.
Willi Wichtig erweist sich nun als Handlanger des großen Geldes, die immer noch zu zahme Kritik an ihm und seiner Politik läßt sich nur als Notwehr begreifen.
Helfen wird das leider kaum, das parlamentarische System hat mit Demokratie keinerlei Ähnlichkeit.
Um das Thema etwas zu erweitern, Was zum Teufel machte ausgerechnt einen Guttenzwerg zum beliebtesten Politiker Deutschlands?
Genau.
Weiterhin einen geruhsamen Schlaf.
"Ihr" – schmettert er ins Publikum, meint aber die Kameras dahinter. "Ihr kauft mir den Schneid nicht ab!"
Scheid, das ist Forschheit, Zackigkeit weiter nichts. Erinnert an den preußischen Leutnant vor 100 Jahren. Gestern Container und heute "Schneid". Guido oder das Politchamäleon.
Dass die Freiheitsstatue einer Gesellschaft ausserhalb jeder Jurisdiktion und über allem steht, dass lehrten uns in der Geschichte von den römischen Imperatoren bis hin zu den stalinistischen Führern der Arbeiter- und Bauernklasse.
Guido Westerwelle wurde, wie es in den Reihen der FDP-Mitglieder heisst, von der schweigenden Mehrheit unserer Bevölkerung gerufen und ist ausersehen, als Retter der Freiheit, der Freibeuterwirtschaft und der Finanzspekulations- und -anlagenbetrugswirtschaft in die Fußstapen der Herren Kohl, Genscher, Lambsdorf, Scholz, Rasch & Co. treten, die sich mit ihrem selbstlosen und beherzten Einsatz für den Finanzstandort Deutschland mit ihrer Anlegerwerbearbeit für die "Göttinger Gruppe" beredtes Zeugnis davon abgelegt haben, was unter der "Neuen Sozialen Marktwirtschaft" zu verstehen ist.
Dass die nepotistischen Seilschaftsverbindungen, die durch die höchst anrüchigen Parteispenden seiner Mitreisenden auf seinen so unbeschreiblich wertvollen Verkaufsreisen für die deutsche Industrie über jeden Zweifel erhabene Machenschaften sind, sollten sich alle Kritiker nun langsam selbst hinter ihre Ohren schreiben. Der Aussenminsister hat schließlich besseres zu tun, als sich gegen solche "Fragen" zu verwahren oder gar zu wehren.
Ja, dieser Mann hat wirklich etwas fürstliches, etwas ganz und gar aristokratisches. Dieser Mann kann gar nicht mehr "kritisiert" werden. ER steht über allem, vorallem über diesen dummen kleinbürgerlichen Gesetzen.
Dass die Freiheitsstatue einer Gesellschaft ausserhalb jeder Jurisdiktion und über allem steht, dass lehrten uns in der Geschichte von den römischen Imperatoren bis hin zu den stalinistischen Führern der Arbeiter- und Bauernklasse.
Guido Westerwelle wurde, wie es in den Reihen der FDP-Mitglieder heisst, von der schweigenden Mehrheit unserer Bevölkerung gerufen und ist ausersehen, als Retter der Freiheit, der Freibeuterwirtschaft und der Finanzspekulations- und -anlagenbetrugswirtschaft in die Fußstapen der Herren Kohl, Genscher, Lambsdorf, Scholz, Rasch & Co. treten, die sich mit ihrem selbstlosen und beherzten Einsatz für den Finanzstandort Deutschland mit ihrer Anlegerwerbearbeit für die "Göttinger Gruppe" beredtes Zeugnis davon abgelegt haben, was unter der "Neuen Sozialen Marktwirtschaft" zu verstehen ist.
Dass die nepotistischen Seilschaftsverbindungen, die durch die höchst anrüchigen Parteispenden seiner Mitreisenden auf seinen so unbeschreiblich wertvollen Verkaufsreisen für die deutsche Industrie über jeden Zweifel erhabene Machenschaften sind, sollten sich alle Kritiker nun langsam selbst hinter ihre Ohren schreiben. Der Aussenminsister hat schließlich besseres zu tun, als sich gegen solche "Fragen" zu verwahren oder gar zu wehren.
Ja, dieser Mann hat wirklich etwas fürstliches, etwas ganz und gar aristokratisches. Dieser Mann kann gar nicht mehr "kritisiert" werden. ER steht über allem, vorallem über diesen dummen kleinbürgerlichen Gesetzen.
Aktuell ist Wahlkampf und es wäre töricht, dem Parteichef in den Rücken zu fallen.
Warten wir also den Ausgang der NRW-Wahl ab. Sollte es in NRW nicht für schwarz-gelb reichen und sollte sich die FDP nicht hinter schlechten Zahlen der CDU verstecken können, dann geht die Diskussion los. Das lässt sich nicht mehr mit Basta-Sprüchen und Schuldzuweisungen an die Medien und an die politischen Gegner wegbügeln.
Ich hoffe nur der Abhub verschwindet endlich dort, wo er hingehört ... mein Gott, wie tief ist Deutschland nur gesunken!
[entfernt. Bitte verzichten Sie auf persönliche Beleidigungen. Danke, die Redaktion/vv]
wird zeigen, dass es noch tiefer gehen wird. Wenn sich einer schon etwas abkaufen will ("Schneid"),was er noch nie besessen hat, dann sehe ich in eine tiefschwarze Zukunft.
[entfernt. Bitte verzichten Sie auf persönliche Beleidigungen. Danke, die Redaktion/vv]
wird zeigen, dass es noch tiefer gehen wird. Wenn sich einer schon etwas abkaufen will ("Schneid"),was er noch nie besessen hat, dann sehe ich in eine tiefschwarze Zukunft.
unternehmt doch endlich was, den typen ertrage ich keine 3 jahre mehr.
Zitat Zeit: "Ein Vertrauter von Westerwelle sagt in Siegen: Westerwelle hätten die Vorwürfe tatsächlich überrascht und gekränkt. Er, der so viel Wert auf gute Manieren und Umgangsformen lege, fühle sich in seiner Ehre getroffen." Zitat Ende
Mir kommen die Tränen! Jemand der so rücksichtslos gegen die Verlierer unseres Wirtschaftssystems, die Hartzer pöbelt, wie Westerwelle, der sollte bei einer Retourkutsche nicht wie eine Mimose anstellen.
Sie sagen es.
Er lenkt mal schnell ab nach dem motto Angriff ist die beste Verteidigung und sehr durchsichtig für halbwegs intelligente.
Bitte achten Sie auf eine respektvolle Wortwahl. Die Redaktion/sh
Sie sagen es.
Er lenkt mal schnell ab nach dem motto Angriff ist die beste Verteidigung und sehr durchsichtig für halbwegs intelligente.
Bitte achten Sie auf eine respektvolle Wortwahl. Die Redaktion/sh
Dem kauf ich überhaupt nichts ab,
weder den Schneid noch einen Gebrauchtwagen!
Ich bin mit der Politik der FDP gar nicht einverstanden - trotzdem halte ich es für gut, dass Westerwelle polarisiert hat.
Warum? Weil es andere Parteien zwang ihre Politik aus dem Difusen ins Konkrete zu bringen.
Westerwelle hat nicht mein Mitgefühl - so hat er doch mit seinem Anecken doch genau das bekommen was er gerufen hat.
Westerwelle kann froh sein: Durch die Angriffe auf ihn rückt die restliche Partei kritiklos hinter ihn.
Die "liberale" Wagenburg ist aufgebaut - mal schaun was passiert.
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