Afghanistan-Einsatz Robbe wirft Bundeswehrführung Unkenntnis vor
Im Streit um die Ausrüstung der Bundeswehr hat der Wehrbeauftragte die Militärführung als realitätsfern kritisiert. Er habe die Defizite seit Langem angeprangert.
Im Streit um die Ausrüstung der deutschen Soldaten in Afghanistan werden die Vorwürfe gegen die Bundeswehrführung immer lauter. Der scheidende Wehrbeauftragte Reinhold Robbe (SPD) sagte in der Saarbrücker Zeitung, er habe den Eindruck, "dass die Realitäten wie jetzt in Kundus zu wenig von der militärischen Führung wahrgenommen werden". Er bekräftigte seine bereits zuvor geäußerte Kritik, es sei "absolut nicht zu akzeptieren", wenn die Ausbildung erst im Einsatz erfolge.
Der Tagesschau sagte Robbe, er habe schon vor Jahren auf die Mängel hingewiesen. Doch die Hinweise würden nicht ernst genommen. "Das ist das alte Lied", sagte er: "Defizite, die der Wehrbeauftragte dokumentiert, werden von der militärischen Führung nicht unbedingt geteilt. Klagen kommen oben bei den Entscheidungsträgern nicht an."
Außenminister Guido Westerwelle (FDP) schloss unterdessen in der Bild-Zeitung Nachbesserungen bei der Ausrüstung nicht aus. "Die Bundesregierung tut alles, damit die Ausrüstung in Afghanistan bestmöglich ist. Gleichzeitig versichere ich, wenn hier neue Fragen auftauchen, werden Bundesregierung und Bundeswehr dem unverzüglich nachgehen."
Die Diskussion um Ausbildung und Ausrüstung war nach dem Tod dreier Soldaten in einem stundenlangen Gefecht am Karfreitag entbrannt. Erst am Dienstag hatte Robbe berichtet, dass ihm jene Fallschirmjäger, zu denen auch die Toten gehörten, vor ihrer Abreise nach Afghanistan von Ausbildungsmängeln berichtet hatten. Im ZDF betonte er jedoch, dass er diese Defizite nicht für ihren Tod verantwortlich mache; dazu fehle ihm der Überblick über die konkrete Situation.
Robbes designierter Nachfolger Hellmut Königshaus (FDP) sagte der Neuen Osnabrücker Zeitung: "Die bisherige Ausbildung der Bundeswehr ist auf die neue Qualität der Angriffe durch eine große Zahl von Taliban nicht ausgerichtet." Der Bundeswehrverband unterstützte die Kritik. "Die Fallschirmjäger schreiben uns, dass sie unzureichend ausgebildet in den Einsatz geschickt wurden", sagte Verbandssprecher Wilfried Stolze der Rheinischen Post. Er nannte etwa das gefechtsmäßige Besteigen und Verlassen der Fahrzeuge. Einer der Soldaten war beim Absitzen getötet worden.
Hinsichtlich der Ausrüstung räumte das Verteidigungsministerium "Ergänzungsbedarf bei Hubschraubern" ein. "Der mittlere Transporthelikopter NH90 und der Kampfhubschrauber Eurocopter Tiger sind bestellt, aber leider noch nicht einsatzfähig", sagte Staatssekretär Christian Schmidt (CSU) den Zeitungen Stuttgarter Nachrichten/Kölnische Rundschau. Zugleich stellte er den Nutzen von mehr Kampfhubschraubern infrage: "Was helfen uns mehr Kampfhubschrauber, wenn sich die Taliban in Häusern mit Familien und Kindern verschanzen?"
Zugleich wies das Ministerium Königshaus' Forderung nach einem Einsatz des Kampfpanzers Leopard 2 zurück. Die Gassen der afghanischen Dörfer seien zu schmal und die Brücken zu schwach für das 60-Tonnen-Gefährt, sagte ein Sprecher des Heeres Spiegel Online. Zudem würden die Bundeswehr-Soldaten damit wie Besatzer wirken – das "wäre eindeutig das falsche Signal an die Bevölkerung".
Interne Berichte der Bundeswehr weisen nach einem Bericht der Bild-Zeitung schon seit Monaten auf gravierende Ausrüstungsdefizite bei den deutschen Soldaten in Afghanistan hin. Wie die Zeitung unter Berufung auf Dokumente, die dem Blatt vorliegen, schreibt, fehlt es unter anderem an wirkungsvoller Munition für das Standard-Gewehr G36. "Die Hartkernmunition ist aufgrund der fehlenden Mannstoppwirkung ungeeignet", schrieb Brigadegeneral Jörg Vollmer, der bis Herbst 2009 Kommandeur in Afghanistan war laut Bild in seinem Bericht an das Einsatzführungskommando der Bundeswehr. Die fehlende "Mannstoppwirkung" führe dazu, dass getroffene Taliban-Kämpfer nicht sofort kampfuntauglich seien. "Die fehlende Mannstoppwirkung der Hartkernmunition erfordert im Gefecht einen höheren Munitionseinsatz zur Bekämpfung von Zielen", schreibt General Vollmer in seinem Bericht.
Aus diesem Bericht gehe auch hervor, dass die Bordkanonen der gepanzerten Fahrzeuge Dingo und Fuchs nicht über die erforderliche Durchschlagkraft verfügten. "Eine Steigerung der Waffenwirkung ... ist zwingend erforderlich", heißt es etwa. Die Bordgeschütze "reichen bei der landestypischen Bauweise von Häusern und Wällen nicht, um diese zu durchschlagen". Vollmer beklagt auch das Fehlen von deutscher Artillerie in Afghanistan, wie zum Beispiel der Panzerhaubitze 2000. Vollmer schrieb nach den Angaben der Zeitung in seinem Bericht, dass die "Forderung nach einer weitreichenden zielgenauen Steilfeuerkomponente aufrecht zu erhalten" sei.
Die Polizeigewerkschaften warnten nach dem Gefecht erneut massiv davor, deutsche Polizei-Ausbilder mit ihren afghanischen Schülern außerhalb geschützter Lager auf Streife zu schicken. "Ohne hinreichenden militärischen Schutz steht die deutsche Polizeimission in Afghanistan aber vor dem Scheitern", sagte der Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freitag, der NOZ. Der Vizevorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), Bernd Carstensen, verlangte in der Zeitung den Abzug der deutschen Polizisten, falls eine Ausbildung in Lagern nicht möglich sei.
Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) zeigte sich weiter optimistisch, was das Funktionieren der geplanten schrittweisen Ausstiegsstrategie angeht. "In gesicherten Provinzen oder Bezirken werden wir noch bis Ende dieses Jahres in einigen gesicherten Distrikten die Sicherheitsarchitektur an die afghanischen Kräfte übergeben können", sagte er der Rhein-Neckar-Zeitung.
Die Linke forderte eine Regierungserklärung vor dem Bundestag, weil Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) den Einsatz "umgangssprachlich als Krieg" bezeichnet hatte. "Die Beteiligung an einem Krieg hat der Bundestag aber nie mandatiert", erklärte der Vizevorsitzende Klaus Ernst in Berlin.
- Datum 07.04.2010 - 08:44 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
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mehr Kampfhubschrauber, wenn sich die Taliban in Häusern mit Familien und Kindern verschanzen?"
Eine gute Frage!
Die könnte man natürlich auch bezüglich Bordkanonen und Panzerhaubitzen stellen.
Und was die Munition für die Barbie-Gewehre anbelangt ...
....man sich hier endlich mit den Problemen beschäftigt:
"Was helfen uns ...
mehr Kampfhubschrauber, wenn sich die Taliban in Häusern mit Familien und Kindern verschanzen?"
Wenn früher Andere das Problem hatten, so war man hier uneinsichtig und sprach gerne von Kriegsverbrechen. Die Engländer, Franzosen, Holländer, Kanadier, Polen, Israelis kenne diese Fragen. Das ist Guantanamo nicht anders und mit dem Irakeinsatz. Allmählich beginnt man zu verstehen, dass die ganzen Dinge, die man kindisch verurteilte auch einen komplizierteren Sachverhalt beinhalten und Die man beschimpfte gar nicht so dumm und unmenschlich waren, wie man das gerne sagte.
....man sich hier endlich mit den Problemen beschäftigt:
"Was helfen uns ...
mehr Kampfhubschrauber, wenn sich die Taliban in Häusern mit Familien und Kindern verschanzen?"
Wenn früher Andere das Problem hatten, so war man hier uneinsichtig und sprach gerne von Kriegsverbrechen. Die Engländer, Franzosen, Holländer, Kanadier, Polen, Israelis kenne diese Fragen. Das ist Guantanamo nicht anders und mit dem Irakeinsatz. Allmählich beginnt man zu verstehen, dass die ganzen Dinge, die man kindisch verurteilte auch einen komplizierteren Sachverhalt beinhalten und Die man beschimpfte gar nicht so dumm und unmenschlich waren, wie man das gerne sagte.
Ich hatte schon immer den Eindruck, dass es sich bei unserer Bundeswehr um eine Ananas -Armee handelt.
Pünktlich 17.00Uhr Dienstschluss, Wachschutz (weil man sich ja selbst nicht bewachen kann) , Reinigungsfirmen für den Stubenputz usw., usw.
Die Taliban sind kampferprobt und das seit einigen Jahrzehnten. Sie kennen das Gelände und haben Rückhalt in der Bevölkerung .
Und sie haben eine russische Armee zur Aufgabe gezwungen, die sicher ganz andere Sachen gewöhnt ist, als unsere Jungs.
Ich hätte aber zumindest erwartet, dass wenigstens die Ausrüstung up to date ist.
Wenn ich schon lese, dass Kampfhubschrauber „bestellt“, aber noch nicht einsatztbereit sind........hallo geht’s noch?
Wie blauäugig muss unsere militärische und politische Führung sein, um unsere Soldaten derart schlecht vorbereitet und ausgerüstet in einen Kampfeinsatz zu schicken??
Und vor allem. Wie will man das den Eltern der Gefallenen erklären????
Sie schreiben:
Ich hatte schon immer den Eindruck, dass es sich bei unserer Bundeswehr um eine Ananas -Armee handelt.
Im Gegensatz zur allgemeinen Meinung genießen gerade unsere vielen Spezialkräfte (KSK, Fernspäher, etc) international einen hervorragenden Ruf. Eine "ananas-Armee" sind allenfalls die Wehrpflichtigen, die ihre viel zu kurze Dienstzeit nur schnell hinter sich bringen wollen (so haben wir es schliesslich auch gemacht , gelle?). Aber ich denke kaum, daß solche Hilfsoldaten in Afghanistan stationiert sind.
Sie schreiben:
Die Taliban sind kampferprobt und das seit einigen Jahrzehnten. Sie kennen das Gelände und haben Rückhalt in der Bevölkerung .
Und das haben die Taliban eben nicht (den Rückhalt). Kampferprobt mag ja sein, sicher sind sie auch genügsam was das Leben im Felde angeht aber Rückhalt? nein. Auch der "normale" Afghane möchte mit Sicherheit viel lieber in Ruhe sein Feld bestellen als ständig in Angst um sein Leben zu sein und in einem Kriegsgebiet zu leben. Oft genug hört man ja (schauen Sie sich mal Berichte über z.b. Mädchenschulen an), daß die Taliban die eigene Bevölkerung bedrohen, wenn sie den Eindruck haben, da arbeitet wer mit den "Besatzern" zusammen. Die Taliban sind nichts anderes als - hmmmm, wie sagt man es am besten - kriminelle Feiglinge, die die Bevölkerung einschüchtern und sich zwischen Zivilisten verstecken und Deckung suchen.
Sie schreiben:
Wenn ich schon lese, dass Kampfhubschrauber „bestellt“, aber noch nicht einsatztbereit sind........hallo geht’s noch?
Was meinen Sie wie lange es dauert so komplizierte waffensysteme zu entwickeln? Die Entwicklung des Kampfhubschraubers wurde vor Jahren angestossen. So ein System wird nicht mal eben schneller fertig, nur weil die Dinger gebraucht werden - und die Erfahrung hat doch auch oft genug gezeigt, daß die Entwicklung neuer Dinge länger dauern als angenommen (das ist selbst bei Kühlschränken so - oder z.b. beim Airbus ^^). Und was meinen Sie wie groß das Geschrei (und die Häme) wäre, wenn ein neuer Hubschraubertyp in Dienst gestellt wird, der sich dann als fehlerhaft herausstellt, oder als untauglich?
Mir tun unsere Soldaten in Afghanistan nur leid. Sie können nie wissen, ob der Bauer, der Ihnen morgens freundlich zuwinkt, nicht im nächsten Augenblick eine Bombe per Fernzünder zur Explosion bringt. Und sollten sie mal im Gefecht wen erschiessen, müssen sie noch hoffen daß neben dem Toten auch ne Waffe liegt, sonst sind sie womöglich dran.
Gruß
dkh
Die Taliban sind kampferprobt und das seit einigen Jahrzehnten. Sie kennen das Gelände und haben Rückhalt in der Bevölkerung .
Und sie haben eine russische Armee zur Aufgabe gezwungen, die sicher ganz andere Sachen gewöhnt ist, als unsere Jungs.
An dieser Satz stimmen zwei Dinge nicht:
Ersten waren es nicht die Taliban die gegen die Russen gekämpft haben sonder eine bunte Mischung aus allen moeglichen Widerstandgruppen. Die Taliban sind erst nach dem Abzug der Russen dominierend geworden, weil die anderen Gruppen sich sofort nach dem Abzug der Russen gegenseitig bekämpft haben.
Zweitens haben die Russen nicht gegen die Afghanen sondern gegen die USA verloren. Es waren die USA die den Widerstand in Afghanistan angezettelt, finanziert und ausgerüstet haben. Ohne das wäre es den Russen sicher gelungen frueher oder später eine funktionierende staatliche Struktur in Afghanistan einzurichten.
Sie schreiben:
Ich hatte schon immer den Eindruck, dass es sich bei unserer Bundeswehr um eine Ananas -Armee handelt.
Im Gegensatz zur allgemeinen Meinung genießen gerade unsere vielen Spezialkräfte (KSK, Fernspäher, etc) international einen hervorragenden Ruf. Eine "ananas-Armee" sind allenfalls die Wehrpflichtigen, die ihre viel zu kurze Dienstzeit nur schnell hinter sich bringen wollen (so haben wir es schliesslich auch gemacht , gelle?). Aber ich denke kaum, daß solche Hilfsoldaten in Afghanistan stationiert sind.
Sie schreiben:
Die Taliban sind kampferprobt und das seit einigen Jahrzehnten. Sie kennen das Gelände und haben Rückhalt in der Bevölkerung .
Und das haben die Taliban eben nicht (den Rückhalt). Kampferprobt mag ja sein, sicher sind sie auch genügsam was das Leben im Felde angeht aber Rückhalt? nein. Auch der "normale" Afghane möchte mit Sicherheit viel lieber in Ruhe sein Feld bestellen als ständig in Angst um sein Leben zu sein und in einem Kriegsgebiet zu leben. Oft genug hört man ja (schauen Sie sich mal Berichte über z.b. Mädchenschulen an), daß die Taliban die eigene Bevölkerung bedrohen, wenn sie den Eindruck haben, da arbeitet wer mit den "Besatzern" zusammen. Die Taliban sind nichts anderes als - hmmmm, wie sagt man es am besten - kriminelle Feiglinge, die die Bevölkerung einschüchtern und sich zwischen Zivilisten verstecken und Deckung suchen.
Sie schreiben:
Wenn ich schon lese, dass Kampfhubschrauber „bestellt“, aber noch nicht einsatztbereit sind........hallo geht’s noch?
Was meinen Sie wie lange es dauert so komplizierte waffensysteme zu entwickeln? Die Entwicklung des Kampfhubschraubers wurde vor Jahren angestossen. So ein System wird nicht mal eben schneller fertig, nur weil die Dinger gebraucht werden - und die Erfahrung hat doch auch oft genug gezeigt, daß die Entwicklung neuer Dinge länger dauern als angenommen (das ist selbst bei Kühlschränken so - oder z.b. beim Airbus ^^). Und was meinen Sie wie groß das Geschrei (und die Häme) wäre, wenn ein neuer Hubschraubertyp in Dienst gestellt wird, der sich dann als fehlerhaft herausstellt, oder als untauglich?
Mir tun unsere Soldaten in Afghanistan nur leid. Sie können nie wissen, ob der Bauer, der Ihnen morgens freundlich zuwinkt, nicht im nächsten Augenblick eine Bombe per Fernzünder zur Explosion bringt. Und sollten sie mal im Gefecht wen erschiessen, müssen sie noch hoffen daß neben dem Toten auch ne Waffe liegt, sonst sind sie womöglich dran.
Gruß
dkh
Die Taliban sind kampferprobt und das seit einigen Jahrzehnten. Sie kennen das Gelände und haben Rückhalt in der Bevölkerung .
Und sie haben eine russische Armee zur Aufgabe gezwungen, die sicher ganz andere Sachen gewöhnt ist, als unsere Jungs.
An dieser Satz stimmen zwei Dinge nicht:
Ersten waren es nicht die Taliban die gegen die Russen gekämpft haben sonder eine bunte Mischung aus allen moeglichen Widerstandgruppen. Die Taliban sind erst nach dem Abzug der Russen dominierend geworden, weil die anderen Gruppen sich sofort nach dem Abzug der Russen gegenseitig bekämpft haben.
Zweitens haben die Russen nicht gegen die Afghanen sondern gegen die USA verloren. Es waren die USA die den Widerstand in Afghanistan angezettelt, finanziert und ausgerüstet haben. Ohne das wäre es den Russen sicher gelungen frueher oder später eine funktionierende staatliche Struktur in Afghanistan einzurichten.
Der Herr Robbe wie lange hatte er Zeit seine Probleme nach nichtbeachten öffentlich zu machen ? Mehr als genug.
Der ist genauso einer der an seinem fetten Posten klebte.Jetzt wo er ausscheiden muß da kommt er aus der Deckung.Das sieht eher wie ein nachtreten nach verletzter Eitelkeit aus.
Von diesen Opportunisten die Erfolg und Macht über Ehrlichkeit und Charakter stellen haben wir viel zu viele.
Herr Robbe gehen sie und schämen sie sich es gab vorher schon 36 Tote.
Davon abgesehen ist dieser Krieg ein Verbrechen.
Reinhold Robbe (SPD) 'klebt' weder an seinem Posten (sondern wurde von der jetzigen Regierung darum gebeten, seine Arbeit noch weiterzuführen), noch sind seine aktuellen Äußerungen irgendeine Form von 'Nachtreten'.
Seit Jahren schon macht er immer wieder auf die mangelnde Ausrüstung und andere Missstände bzgl. der Einsätze der Soldaten aufmerksam. Beitrage wie Ihrer (#3) sind das beste Beispiel dafür, dass ihm zuvor einfach viele nicht zugehört haben.
Reinhold Robbe (SPD) 'klebt' weder an seinem Posten (sondern wurde von der jetzigen Regierung darum gebeten, seine Arbeit noch weiterzuführen), noch sind seine aktuellen Äußerungen irgendeine Form von 'Nachtreten'.
Seit Jahren schon macht er immer wieder auf die mangelnde Ausrüstung und andere Missstände bzgl. der Einsätze der Soldaten aufmerksam. Beitrage wie Ihrer (#3) sind das beste Beispiel dafür, dass ihm zuvor einfach viele nicht zugehört haben.
Sie schreiben:
Ich hatte schon immer den Eindruck, dass es sich bei unserer Bundeswehr um eine Ananas -Armee handelt.
Im Gegensatz zur allgemeinen Meinung genießen gerade unsere vielen Spezialkräfte (KSK, Fernspäher, etc) international einen hervorragenden Ruf. Eine "ananas-Armee" sind allenfalls die Wehrpflichtigen, die ihre viel zu kurze Dienstzeit nur schnell hinter sich bringen wollen (so haben wir es schliesslich auch gemacht , gelle?). Aber ich denke kaum, daß solche Hilfsoldaten in Afghanistan stationiert sind.
Sie schreiben:
Die Taliban sind kampferprobt und das seit einigen Jahrzehnten. Sie kennen das Gelände und haben Rückhalt in der Bevölkerung .
Und das haben die Taliban eben nicht (den Rückhalt). Kampferprobt mag ja sein, sicher sind sie auch genügsam was das Leben im Felde angeht aber Rückhalt? nein. Auch der "normale" Afghane möchte mit Sicherheit viel lieber in Ruhe sein Feld bestellen als ständig in Angst um sein Leben zu sein und in einem Kriegsgebiet zu leben. Oft genug hört man ja (schauen Sie sich mal Berichte über z.b. Mädchenschulen an), daß die Taliban die eigene Bevölkerung bedrohen, wenn sie den Eindruck haben, da arbeitet wer mit den "Besatzern" zusammen. Die Taliban sind nichts anderes als - hmmmm, wie sagt man es am besten - kriminelle Feiglinge, die die Bevölkerung einschüchtern und sich zwischen Zivilisten verstecken und Deckung suchen.
Sie schreiben:
Wenn ich schon lese, dass Kampfhubschrauber „bestellt“, aber noch nicht einsatztbereit sind........hallo geht’s noch?
Was meinen Sie wie lange es dauert so komplizierte waffensysteme zu entwickeln? Die Entwicklung des Kampfhubschraubers wurde vor Jahren angestossen. So ein System wird nicht mal eben schneller fertig, nur weil die Dinger gebraucht werden - und die Erfahrung hat doch auch oft genug gezeigt, daß die Entwicklung neuer Dinge länger dauern als angenommen (das ist selbst bei Kühlschränken so - oder z.b. beim Airbus ^^). Und was meinen Sie wie groß das Geschrei (und die Häme) wäre, wenn ein neuer Hubschraubertyp in Dienst gestellt wird, der sich dann als fehlerhaft herausstellt, oder als untauglich?
Mir tun unsere Soldaten in Afghanistan nur leid. Sie können nie wissen, ob der Bauer, der Ihnen morgens freundlich zuwinkt, nicht im nächsten Augenblick eine Bombe per Fernzünder zur Explosion bringt. Und sollten sie mal im Gefecht wen erschiessen, müssen sie noch hoffen daß neben dem Toten auch ne Waffe liegt, sonst sind sie womöglich dran.
Gruß
dkh
Egal, wen nun welche Schuld trifft, Fakt scheint nach diesem Bericht zu sein, dass unsere Soldaten gegenwärtig für ihren Einsatz noch nicht optimal ausgerüstet sind.
Das allerdings muss für jeden verantwortlichen Truppenführer (Minister u.a. ) heißen, die Soldaten so lange im befestigten Lager zu lassen, bis sie ordentlich bewaffnet und trainiert sind. Alles andere ist unverantwortlich. Jedenfalls sollten die Ausflüge - nach der neueren Strategie (Präsenz in der Fläche) - so lange gestoppt werden, bis entsprechendes Gerät für diese Einsätze (Kampfhubschrauber etc.)verfügbar sind oder von den Amerikanern gestellt werden.
Es ist meiner Meinung nach sogar ziemlich sicher, dass der „normale“ Afghane die Nase voll hat vom Krieg.
Aber was immer sehr verkannt wird ist, dass das Land von einer Unzahl von Stammesfürsten beherrscht wird. Und die sagen wo es lang geht.
Diese habe keine Interesse an einer funktionierenden Zentralregierung, weil das ja eine Beschneidung Ihrer Machtbefugnisse nach sich ziehen würde.
Und. Keine Partisanenarmee, kann 30ig Jahre Krieg führen ohne die Unterstützung von zumindest Teilen der Bevölkerung. Sei es weil es Ihr von den Stammesfürsten befohlen wird oder weil sie aus Überzeugung handeln.
Aber es war auch nicht das Anliegen meines Kommentars, die Taliban zu „glorifiziere“. Das sind Verbrecher.
Ich finde diesen ganzen Einsatz so was von sinnlos.
Aber wenn ich schon deutsche Soldaten in einen solch umstrittenen Krieg schicke, dann muss ich doch zumindest die beste Ausrüstung mitgeben, die wir aufbieten können....
Und da kann ich doch nicht erst anfangen Waffensysteme (Kampfhubschrauber) zu entwickeln.
Oder sehe ich das falsch?
Ps: Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass wir keine einsatzbereiten Kampfhubschrauber haben. Was wären denn dann im Verteidigungsfall????
Das die Bundeswehr schlecht ausgerüstet ist, ist ein alter Hut! Jedoch bin ich froh darüber, dass jetzt endlich in der Öffentlichkeit darüber diskutiert wird.
"Robbe wirft Bundeswehrführung Unkenntnis vor"
Nein die wissen genauso wie Herr Robbe was unseren Soldaten fehlt, jedoch werden Offiziere, die politische Entscheidungen hinterfragen (ja es ist eine politische Entscheidung, wenn die Bundeswehr schlecht ausgerüstet ist!), sehr schnell in den "Ruhestand" geschickt! Beispiele gibt es zur Genüge!
"Ich hatte schon immer den Eindruck, dass es sich bei unserer Bundeswehr um eine Ananas -Armee handelt."
Ich habe selbst miterlebt, dass das nicht der Falls ist. Unsere Fallschirmjäger und Gebirgsjäger zählen bereits zu den Eliteeinheiten und deren Ausbildung übersteigt bei weitem die eines Talibankämpfers. Was Fernspäher und Kommandosoldaten leisten können ist unseren Verbündeten spätestens nach der Verleihung des US Navy Presidential Unit Citation klar geworden.
Das Problem liegt wo anderes. Wir Deutschen sind realitätsfern. Man kann versuchen Konflikte diplomatisch zu lösen, aber nicht bei jedem ist das auf diesem Weg möglich. Wir sind jedoch nicht mehr bereit die Leiden eines militärischen Konflikts zu tragen. Es gibt aber nun einmal eine tödliche Bedrohung gegen die wir uns verteidigen müssen! Wir graben da unten nicht nach Öl, sondern machen dort Jagd auf Terroristen und entziehen ihnen ihre Basis damit wir es in Deutschland nicht machen müssen!
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