Hartz-Debatte "Deutschlands Eliten haben sich radikalisiert"

Deutschlands Elite ist homogener geworden. Der Soziologe Michael Hartmann sagt im Interview, die Bereitschaft, dem ärmeren Drittel der Gesellschaft etwas abzugeben, sinke.

Frage: Thilo Sarrazin hat jüngst Hartz-IV-Empfängern kaltes Duschen empfohlen, wenn das Geld fürs warme Wasser nicht reicht. Ein Einzelfall?

Michael Hartmann: Die Fälle häufen sich. Seit Wochen läuft die Westerwelle-Debatte um angebliche Sozialschmarotzer, der Philosoph Peter Sloterdijk macht sich für die sogenannten „Leistungsträger“ stark, die der Steuerstaat zugunsten der Unproduktiven enteigne, die als kultiviert und nachdenklich geltende DIE ZEIT malt auf ihrer ersten Seite das Schreckbild der „Einwanderung in die Sozialsysteme“. Das ist zwar durch Fakten nicht zu belegen, aber es wird umgehend auf dem Titel der Bild-Zeitung zitiert. Eine erstaunliche Allianz. Und eine Aktivistin des Hamburger Volksbegehrens zur Rettung des grundständigen Gymnasiums bedauert im Fernsehen, dass seit den achtziger Jahren ein „akademisches Proletariat“ herangezüchtet worden sei, das „weder für eine wissenschaftliche noch für eine gehobene akademische Laufbahn“ tauge. All das und das öffentliche Echo zeigen mir, dass salonfähig geworden ist, was Sarrazin sagt.

Anzeige

Frage: Die Hamburger Eltern, die das dreigliedrige Schulsystem erhalten wollen, dürften vom Alter her doch auch zu jenen gehören, die von Ausbau und Öffnung der Schulen und Universitäten seit den sechziger Jahren profitiert haben?

Hartmann: Sicher sind da Bildungsaufsteiger von damals dabei. Mit dem klassischen alten Bildungsbürgertum bekommen Sie die gut 15 Prozent der Wahlberechtigten nicht zusammen, die jetzt in Hamburg für ein Volksbegehren gestimmt haben. Ich nehme vielen dieser Eltern durchaus ab, dass sie glauben, der Bildungserfolg sei größer, wenn man schwächere Schüler, das heißt vor allem Migranten und sozial Schwache, aus den weiterführenden Schulen fernhält – auch wenn alle Studien das Gegenteil belegen. Aber dazu kommt natürlich auch die Überlegung, dass so 60 Prozent eines Jahrgangs praktisch keine Chance mehr auf ein Studium haben, als Konkurrenz für die eigenen Kinder also ausscheiden. Dafür sorgt das dreigliedrige Schulsystem.

Frage: Hat sich Deutschlands Elite verändert?

Hartmann: Sie ist erstens homogener geworden. Die politische Elite hat sich der wirtschaftlichen angeglichen. Im neuen Kabinett Merkel haben drei Großbürgerkinder zentrale Ministerien inne: Guttenberg aus einer der 400 reichsten Familien Deutschlands und 800 Jahre altem Adel, de Maizière aus einer gut vernetzten Hugenottenfamilie und von der Leyen. Das gab es in der Geschichte der Bundesrepublik noch nie. Man ist immer mehr unter sich und wird mit anderen Lebenswirklichkeiten gar nicht mehr konfrontiert. Zweitens haben sich Deutschlands Eliten radikalisiert – das sieht man an Äußerungen wie den zitierten.

Frage: Wollen Sie alle Angehörigen der Eliten unter Generalverdacht stellen? 

Hartmann: Natürlich denken nicht alle gleich. Aber wenn es um Grundsätzliches geht, ums Geld, stelle ich fest, dass es relativ wenige Differenzen gibt. Als ich zum Beispiel auf dem Arbeitgebertag darauf hinwies, dass sich der Wunsch nach einem besseren Schulsystem nicht mit einer Reduzierung oder gar Abschaffung der Erbschaftssteuer vertrüge, grummelten 90 Prozent im Saal deutlich.

Frage: Worauf führen Sie das zurück?

Hartmann: Der Kuchen ist schlicht kleiner geworden. In den siebziger und achtziger Jahren gab es mehr zu verteilen, da war man bereit, auch an das ärmere Drittel der Gesellschaft abzugeben. Jetzt aber geht es darum festzulegen, wie die Kosten der Finanzkrise verteilt werden. Und da heißt es dann: Die Hartz-IV-Empfänger verjubeln unsere Steuern.

Frage: Wollen Sie sagen, Missbrauch gibt es nicht?

Hartmann: Sicherlich gibt es den, aber selbst fünf bis zehn Prozent Missbrauchsfälle würden bei den infrage kommenden Summen den Kohl nicht fett machen. Das Getöse um die Frage, ob Hartz-IV-Empfänger Sozialschmarotzer sind oder nicht, lenkt davon ab, was am anderen Ende der Gesellschaft passiert. Der durchschnittliche Deutsche hat sein Vermögen zwischen 2002 und 2007 praktisch nicht steigern können, gerade einmal von 15.000 auf 15.288 Euro. Anders war dies bei den oberen zehn Prozent mit einem Vermögen von mindestens 222.295 Euro, die um 6,6 Prozent zulegen konnten. Und richtig gewonnen hat in dieser Zeit das eine Prozent an der Spitze, mit Vermögen ab 817.181 Euro netto. Sie haben in fünf Jahren zehn Prozent dazugewonnen. Das heißt, dass dieser sehr kleine Teil der Bevölkerung, der nahezu ein Viertel des gesamten Vermögens in Händen hält, fast 150 Milliarden dazugewonnen hat. Darüber wird nicht geredet; dabei wäre es doch nahe liegend zu fragen, ob nicht sie ihren Anteil leisten müssten. Schließlich hat die staatliche Rettung der Banken vor allem ihr Geld gesichert.

Frage: Danach müsste die Masse der Steuerzahler fragen.

Hartmann: Das zu verhindern ist der Sinn all dieser Äußerungen. Die Mittelschichten sollen glauben, mit denen oben in einem Boot zu sitzen. Sloterdijk weitete seinen Begriff der Leistungsträger von Interview zu Interview mehr aus, selbst Westerwelle spricht inzwischen von der Krankenschwester, die man in Schutz nehmen müsse gegen die Hartz-IV-Empfänger, die von ihren Steuern lebten. Es gibt einen massiven Versuch, die Fronten so zu ziehen. Und er scheint zu funktionieren. 

Das Gespräch führte Andrea Dernbach.

Michael Hartmann, Jahrgang 1952, ist seit 1999 Professor für Soziologie an der TU Darmstadt und forscht zu sozialer Ungleichheit und über Bildung und Erziehung in Deutschland.

 
Leser-Kommentare
  1. Der Artikel ist 2 Seiten lang, aber mit dieser Aussage:

    "Hartmann: Der Kuchen ist schlicht kleiner geworden. In den 70er und 80er Jahren gab es mehr zu verteilen, da war man bereit, auch an das ärmere Drittel der Gesellschaft abzugeben. Jetzt aber geht es darum festzulegen, wie die Kosten der Finanzkrise verteilt werden. Und da heißt es dann: Die Hartz-IV-Empfänger verjubeln unsere Steuern."

    wurde er auf den Punkt gebracht. Es ist die Entwicklung eines kapitalistischen Systems, daß seit 15 -20 Jahren, nach dem Fall des Kommunismusses in Osteuropa, Indien und China ohne den "natürlichen" Feind "kommunismus" existiert. Es wird jedoch genauso fallen, wie der Kommunismus gefallen ist. Was danach kommt? ich weiß es nicht. Es wird spannend werden.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    So sehr ich der unterschwelligen Kritik, die sog. "Eliten" hätten sich radikalisiert, zustimmen muss, so sehr ist doch die Behauptung, der Kuchen sei kleiner geworden, eine Falschaussage.

    http://www.diw.de/de/diw_...

    Das sozio-ökonomische Panel des Berliner DIW hat bei der letzten Erhebung der Vermögenswerte und -verteilungen gerade das nicht festgestellt.

    Diejenigen, die sich hier altklug im Forum verewigen, dürften größtenteils zu jener Gruppe gehören, deren Möglichkeiten zur Vermögensbildung laut Pressemitteilung seit Jahren stagnieren oder schlechter werden. Die daraus entstehende Haltung des ("ich beklage mich auch nicht, warum sollten also HartzIV-Empfänger haufenweise Steuergelder in den A**** geblasen bekommen?!") wird von Politikern wie Guido Westerwelle geschickt in die Richtung kanalisiert, in der sie keine nennenswerte politische Änderung bewirken kann: nach unten.

    Liebe Leute: Die Vermögensverteilung in Deutschland ist erschreckend und eklatant ungerecht. Unser Bildungssystem macht die Unterschiede in den sozialen Schichten zusätzlich erblich. Und trotzdem wird hier wieder und wieder eine Verteidigung der "Eliten" unter dem Motto gefahren: "Das Leben ist halt hart, wird sind Realisten." Ich begreife es nicht, es tut mir leid.

    So sehr ich der unterschwelligen Kritik, die sog. "Eliten" hätten sich radikalisiert, zustimmen muss, so sehr ist doch die Behauptung, der Kuchen sei kleiner geworden, eine Falschaussage.

    http://www.diw.de/de/diw_...

    Das sozio-ökonomische Panel des Berliner DIW hat bei der letzten Erhebung der Vermögenswerte und -verteilungen gerade das nicht festgestellt.

    Diejenigen, die sich hier altklug im Forum verewigen, dürften größtenteils zu jener Gruppe gehören, deren Möglichkeiten zur Vermögensbildung laut Pressemitteilung seit Jahren stagnieren oder schlechter werden. Die daraus entstehende Haltung des ("ich beklage mich auch nicht, warum sollten also HartzIV-Empfänger haufenweise Steuergelder in den A**** geblasen bekommen?!") wird von Politikern wie Guido Westerwelle geschickt in die Richtung kanalisiert, in der sie keine nennenswerte politische Änderung bewirken kann: nach unten.

    Liebe Leute: Die Vermögensverteilung in Deutschland ist erschreckend und eklatant ungerecht. Unser Bildungssystem macht die Unterschiede in den sozialen Schichten zusätzlich erblich. Und trotzdem wird hier wieder und wieder eine Verteidigung der "Eliten" unter dem Motto gefahren: "Das Leben ist halt hart, wird sind Realisten." Ich begreife es nicht, es tut mir leid.

  2. Die Politik wird auch nicht von den sogenannten "Eliten" bestimmt. Die wirklich maßgeblichen Kreise sind sehr klein und beherrschen die Massenmedien.

    In diesen Massenmedien wird dann die Stimmung im Land gemacht. Zum Beispiel durch pausenlose Hetze gegen die Opfer des kapitalistischen Systems, die HartzIV-Empfänger.

    Es gibt genug dummes Geschwätz jeden Tag von Politikern, die damit in groß die Medien wollen, da bräuchte also nicht die Hetze von Westerwelle oder das dumme Geschwätz von einem zum Filosofen hochstilisierten Propagandisten der Kapitalinteressen wie Sloterdijk auf die Titelseiten der Lügenpresse zu kommen.

    Außerdem könnte man ja dem Volk endlich mal erklären, dass Wirtschaftskrisen und Massenarbeitslosigkeit seit jeher absichtlich mit Hochzinspolitik verursacht wurden. Angeblich zur "Bekämpfung der Inflationsgefahren", also um die Löhne zu drücken, während die Geldvermögen explodieren und eine Inflation der Vermögenswerte die Deflation der Löhne begleitet.

    Das zu erklären, ist in unserem angeblich so freien System wohl nicht möglich.

  3. ... Dr. Leonard "Pille" McCoy aus dem jüngsten "Enterprise"-Spektakel (StarTrek 11):

    (...)"Yeah. Tell me something I don't know!"(...)

    • profus
    • 06.04.2010 um 14:54 Uhr
    4. Eliten

    Wie sagte doch so treffend die französische Königin Marie Antoinette : Wenn kein Brot da ist,dann sollen sie eben Kuchen essen!«
    Der Satz könnte auch von Westerwlle stammen!!!!!!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Der Satz könnte auch von Westerwlle stammen!!!!!!"

    aber, aber....
    der Mann hat doch schon einen kurzen Haarschnitt.

    "Der Satz könnte auch von Westerwlle stammen!!!!!!"

    aber, aber....
    der Mann hat doch schon einen kurzen Haarschnitt.

    • Zazazz
    • 06.04.2010 um 14:59 Uhr

    "Der Kuchen ist schlicht kleiner geworden. In den siebziger und achtziger Jahren gab es mehr zu verteilen"

    Das ist faktisch falsch. Oder ist das BIP seitdem gesunken? Es gab ein stetiges, wenn auch langsames Wachstum des BIP in Deutschland. Der "Kuchen" ist also durchaus grösser geworden. Was gestiegen ist, ist der Anteil der Transferleistungsempfänger an der Bevölkerung, aber das verschweigt Herr Hartmann geflissentlich, weil es nicht in sein Weltbild von den angeblich so arroganten Eliten passt. Gestiegen ist ebenso die Steuer- und Abgabenlast.

    Aber keine Sorge, Hartz-4 ist für die nächsten 100 Jahre sicher.

    http://www.achgut.com/dad...

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    an den Käse den sie in ihrem link verkaufen?

    Sei sollten den Artikel richtig lesen: Wenn das BSP wirklich wächst und die oberen 10% ihre Vermögen haben mehren können - dann sollte der steigende Anteil an Transferempfängern höchst problematisch sein! Da gebe ich ihnen gerne recht!

    Moin,
    nun, vielleicht sind Sie ja im Recht, wenn Sie sagen, der Kuchen sei nicht kleiner geworden. Ja, ich teile Ihre Auffassung, dass der Kuchen eigentlich größer ist. Gleichzeitig ist aber auch die Grundeinstellung zum Stück Kuchen eine andere geworden, man will einfach größere Stücke. Die Bereitschaft zur Bescheidenheit ist offensichtlich einem großen Teil der Bürger abhanden gekommen, die sich als Leistungsträger auffassen. Man möchte fast fragen, wessen Leistung(en) sie tragen - und vor allem, wohin. Vielleicht ermöglicht aber gerade die Verschärfung der Auseinandersetzung ein Neubewerten der Situation und den Entwurf eines Gesellschaftsmodells, bei dem nicht diFabio, Kirchhof, Herzog, Sinn & Co. die Hand geführt haben. Nur ist eben von der Seite, von der man ein entsprechendes Gegenmodell erwarten könnte, nicht der leiseste Piep zu hören. Man verharrt in alten Positionen, zieht sich auf Gemeinplätze zurück, bleibt halbherzig. Die Gesellschaft gestalten derweil andere; jene, die sich genüsslich an ihrer Leistungsträgerschaft laben und es den Rest der Gesellschaft auch wissen lassen. Nein, ich rufe hier nicht zu einem Umsturz auf, ich rufe aber dazu auf, sich Gedanken zu machen über eine für die breite Masse funktionierende Teilhabe, eine funktionierende soziale Marktwirtschaft, die im günstigsten Falle kaum Ausgestoßene, kaum Versager produziert. Sloterdijk ist da leider keine leuchtende Figur.
    Beste Grüße
    Grabert

    Sie können gut hier herumposaunen und sich erregen. Aber Sie scheinen sich keine Gedanken über die Ursachen zu machen, die zu einer angeblich gestiegenen Zahl von Hartz-IV Empfängern geführt haben bzw. weiterhin führen!!!

    an den Käse den sie in ihrem link verkaufen?

    Sei sollten den Artikel richtig lesen: Wenn das BSP wirklich wächst und die oberen 10% ihre Vermögen haben mehren können - dann sollte der steigende Anteil an Transferempfängern höchst problematisch sein! Da gebe ich ihnen gerne recht!

    Moin,
    nun, vielleicht sind Sie ja im Recht, wenn Sie sagen, der Kuchen sei nicht kleiner geworden. Ja, ich teile Ihre Auffassung, dass der Kuchen eigentlich größer ist. Gleichzeitig ist aber auch die Grundeinstellung zum Stück Kuchen eine andere geworden, man will einfach größere Stücke. Die Bereitschaft zur Bescheidenheit ist offensichtlich einem großen Teil der Bürger abhanden gekommen, die sich als Leistungsträger auffassen. Man möchte fast fragen, wessen Leistung(en) sie tragen - und vor allem, wohin. Vielleicht ermöglicht aber gerade die Verschärfung der Auseinandersetzung ein Neubewerten der Situation und den Entwurf eines Gesellschaftsmodells, bei dem nicht diFabio, Kirchhof, Herzog, Sinn & Co. die Hand geführt haben. Nur ist eben von der Seite, von der man ein entsprechendes Gegenmodell erwarten könnte, nicht der leiseste Piep zu hören. Man verharrt in alten Positionen, zieht sich auf Gemeinplätze zurück, bleibt halbherzig. Die Gesellschaft gestalten derweil andere; jene, die sich genüsslich an ihrer Leistungsträgerschaft laben und es den Rest der Gesellschaft auch wissen lassen. Nein, ich rufe hier nicht zu einem Umsturz auf, ich rufe aber dazu auf, sich Gedanken zu machen über eine für die breite Masse funktionierende Teilhabe, eine funktionierende soziale Marktwirtschaft, die im günstigsten Falle kaum Ausgestoßene, kaum Versager produziert. Sloterdijk ist da leider keine leuchtende Figur.
    Beste Grüße
    Grabert

    Sie können gut hier herumposaunen und sich erregen. Aber Sie scheinen sich keine Gedanken über die Ursachen zu machen, die zu einer angeblich gestiegenen Zahl von Hartz-IV Empfängern geführt haben bzw. weiterhin führen!!!

  4. Das starke Anwachsen der Unterschicht hängt in höchstem Maße mit der Masseneinwanderung in die Sozialsysteme zusammen.
    Zeit-Chefredakteur DiLorenzo hat das ja selbst festgestellt.
    Die Krux ist nur, dass diese Eliten, die jetzt nicht zahlen wollen, diese Einwanderung in die Sozialsysteme verursacht haben, in der Hoffnung die Löhne zu drücken...

    Das heißt, wir haben hier mal wieder eine doppelt versagende Elite!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    noch kräftig mit und Mindestlöhne wollen sie auch nicht akzeptieren. Gegen Schwarzarbeit sind sie ja auch, aber wenn die Löhne zu niedrig sein, müssen die Leute ja nebenher arbeiten, um ihre Existenz zu sichern. Die Aushöhlung des Kündigungschutzes würde auch nur dem Lohndrücken Vorschub leisten. Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der FDP, Vogel, hat noch nie gearbeitet. Dann muss er ja unbedingt der richtige Mann sein.

    noch kräftig mit und Mindestlöhne wollen sie auch nicht akzeptieren. Gegen Schwarzarbeit sind sie ja auch, aber wenn die Löhne zu niedrig sein, müssen die Leute ja nebenher arbeiten, um ihre Existenz zu sichern. Die Aushöhlung des Kündigungschutzes würde auch nur dem Lohndrücken Vorschub leisten. Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der FDP, Vogel, hat noch nie gearbeitet. Dann muss er ja unbedingt der richtige Mann sein.

  5. Sich diese Frage mal WIRKLICH stellen:

    Welchen Grund könnte es aus der Perspektive der Elite denn geben, irgendeinen dummen armen hoffnungslosen Wicht, der sein sinnloses kleines Leben nicht auf die Reihe kriegt, auch noch zu unterstützen?

    Gibt es in unserer Gesellschaft, Kultur, Religion, Medien, moderner Kunst, Literatur noch IRGENDETWAS, das eine Alternative sein könnte zu dieser Sichtweise?

    Wie ginge diese Denke konsequenterweise weiter? Was ist mit den Kranken, Alten, Behinderten? Welche Rendite bringt es, die zu unterstützen?

    Und weiter: Wäre es nicht für diesen Planeten (und die Lebensqualität der Reichen) viel gesünder, es gäbe 90% weniger Menschen? Wäre es für die Evolution nicht viel beitragender, nur eine intelligente Elite würde sich vermehren?

    Und noch weiter gedacht: Wie könnte man diese Utopie verwirklichen, ohne dass es Volksaufstände gibt? Wie kann man z.B. durch Fernsehfilme, in denen jemand erfolgreich eine massive Bedrohung dieser Art bekämpft, dem Volk suggerieren, das Problem sei gelöst - und den Willen zum Aufstand einschläfern.

    "Wie können wir, die Elite, Kriege, Hungersnöte, Armut und Krankheiten initiieren, die uns diesem Ziel ein Stück näher bringen?"

    "Das Wichtigste ist, jeden, der behauptet, das seien unsere Ziele und unsere Sichtweise, als Paranoiker hinzustellen."

    Und welcher Journalist möchte schon darüber berichten - und wird am Ende als Geisteskranker hingestellt ... DESWEGEN hören wir darüber nichts.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    die können Sie, hoffe ich, schon daran sehen, dass eine solche Elite ja immer jemanden braucht, der ihr die einfachen arbeiten macht. Und um die heutigen Luxusprodukte herzustellen, da braucht man schon sehr viele Leute und Arbeiter. Da muss man die ganze Mikroelektronik mit einrechnen - wenn die nur für wenige Autos entwickelt werden würde, so würde sie immens teurer! Das gilt für Gesundheitsleistungen, Benzin und anderes mehr.
    Ganz so einfach ist das nicht. Gleichwohl ist es, für eine Gesellschaft, durchaus sinnvoll, wenn sich nur die wirtschaftlich erfolgreichen Menschen vermehren, vermehren würden. Dies kritisiert aber noch kein dt. Politiker, das ist noch tabuisiert. Gleichwohl ist dies durchaus auch etwas problematisch, weil wir eben eine so hochentwickelte Wirtschaft haben, dass man in der Tat eher etwas weniger Menschen brauchen würde. Der Mensch hatte hier, auch hier, bei der Reproduktion des Humankapitals, bisher eher Überschüsse hergestellt, die dann in Kriegen und Klöstern, später Universitäten und anderem aufgefangen oder vernichtet wurden bzw. sich selbst vernichteten. Gleichwohl ist es auch für überflüssige wohlstandsverwahrlosten Hartz-4-Kinder nicht unbedingt gut, in solchen Zusammenhängen später zu leben, dünkt mir. Keinesfalls ist es gut, erst die Kinder zu zeugen, und sich dann über deren Perspektiven Überlegungen und Anstrengungen zu machen: Das muss man vorher tun!

    ...bleibt nur noch einer übrig. Der dann nicht mehr Elite heißt. Weil ihm unterwegs alle Wichte abhandengekommen sind.

    Die These, hier könnte etwas bewusst gesteuert werden oder Hilfe bewusst UNTERLASSEN werden (Verschwörungstheorie? ;-) scheint auch Prof. Butterwegge aufzuwerfen in seinem Buch: Armut in einem Reichen Land - hierzu gibt es auch Vorträge. Hier Näheres zum Buch: http://www.campus.de/wiss... in einem reichen Land.85847.html.

    die können Sie, hoffe ich, schon daran sehen, dass eine solche Elite ja immer jemanden braucht, der ihr die einfachen arbeiten macht. Und um die heutigen Luxusprodukte herzustellen, da braucht man schon sehr viele Leute und Arbeiter. Da muss man die ganze Mikroelektronik mit einrechnen - wenn die nur für wenige Autos entwickelt werden würde, so würde sie immens teurer! Das gilt für Gesundheitsleistungen, Benzin und anderes mehr.
    Ganz so einfach ist das nicht. Gleichwohl ist es, für eine Gesellschaft, durchaus sinnvoll, wenn sich nur die wirtschaftlich erfolgreichen Menschen vermehren, vermehren würden. Dies kritisiert aber noch kein dt. Politiker, das ist noch tabuisiert. Gleichwohl ist dies durchaus auch etwas problematisch, weil wir eben eine so hochentwickelte Wirtschaft haben, dass man in der Tat eher etwas weniger Menschen brauchen würde. Der Mensch hatte hier, auch hier, bei der Reproduktion des Humankapitals, bisher eher Überschüsse hergestellt, die dann in Kriegen und Klöstern, später Universitäten und anderem aufgefangen oder vernichtet wurden bzw. sich selbst vernichteten. Gleichwohl ist es auch für überflüssige wohlstandsverwahrlosten Hartz-4-Kinder nicht unbedingt gut, in solchen Zusammenhängen später zu leben, dünkt mir. Keinesfalls ist es gut, erst die Kinder zu zeugen, und sich dann über deren Perspektiven Überlegungen und Anstrengungen zu machen: Das muss man vorher tun!

    ...bleibt nur noch einer übrig. Der dann nicht mehr Elite heißt. Weil ihm unterwegs alle Wichte abhandengekommen sind.

    Die These, hier könnte etwas bewusst gesteuert werden oder Hilfe bewusst UNTERLASSEN werden (Verschwörungstheorie? ;-) scheint auch Prof. Butterwegge aufzuwerfen in seinem Buch: Armut in einem Reichen Land - hierzu gibt es auch Vorträge. Hier Näheres zum Buch: http://www.campus.de/wiss... in einem reichen Land.85847.html.

  6. Der Artikel ist ziemlich offensichtlich von einem mehr oder minder typischen Soziologen verfasst worden, welcher die grundlegenden Anreizprobleme der Sozialsysteme wieder einmal völlig ausblendet. Abgesehen davon sind die Betonungen wie "Das ist zwar durch Fakten nicht zu belegen" ohne tatsächlichen Beleg völlig aus der Luft gegriffen. Es gibt eine Vielzahl empirischer Studien, welche das genaue Gegenteil aufzeigen. Ob Hartz IV oder Eliten Bashing, wenn deutsche Akademiker mehr über Problemzusammenhänge und individuelles Verhalten nachdenken und sich mehr moderner empirischer Forschung zuwenden würden, statt in überholtem Klassendenken zu verharren , könnte man auch passendere Antworten ohne ideologische Färbung auf gesellschaftliche Misstände geben. In anderen Ländern und Fachbereichen ist ein solch unvoreingenommener Ansatz längst vorherrschend.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    was genau kritisieren sie eigentlich? Beim lesen ihres Kommentars kommt bei mir nichts an?

    Das Deutschland Kapital- und Wissensintensiv wirtschaften will, aber zugleich niedrige Löhne zahlen muss - weil die Bürger sonst keine Anreize haben?

    Das Liberalisierung schöpferische Zerstörung bedeutet, die Mehrwert in der Summe (!) erzeugt im Konkreten aber auch Verlierer! Welche Anreize meinen Sie?

    Im grunde bracht eine offene Weltwirtschaft - eine die Exportweltmeister sein will/ also auch Importweltmeister eine Sozialstaat!

    Die Gewinner eines solchen Prozesses finden iher Anreize von alleine, welche Anreize meinen sie eigentlich?

    was genau kritisieren sie eigentlich? Beim lesen ihres Kommentars kommt bei mir nichts an?

    Das Deutschland Kapital- und Wissensintensiv wirtschaften will, aber zugleich niedrige Löhne zahlen muss - weil die Bürger sonst keine Anreize haben?

    Das Liberalisierung schöpferische Zerstörung bedeutet, die Mehrwert in der Summe (!) erzeugt im Konkreten aber auch Verlierer! Welche Anreize meinen Sie?

    Im grunde bracht eine offene Weltwirtschaft - eine die Exportweltmeister sein will/ also auch Importweltmeister eine Sozialstaat!

    Die Gewinner eines solchen Prozesses finden iher Anreize von alleine, welche Anreize meinen sie eigentlich?

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service