Arbeitsmarkt Kein Müßiggang mehr unter 25

Bundesarbeitsministerin von der Leyen will allen Leistungsempfängern unter 25 Jahren binnen sechs Wochen eine Tätigkeit verschaffen. Wer ablehnt, erhält weniger Geld.

Drei Wochen vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen will die Bundesregierung vor allem in der Arbeitsmarktpolitik Initiative zurückgewinnen. Kernpunkte sind die Verlängerung der Sonderregeln zum Kurzarbeitergeld bis Ende März 2012 und ein Programm mit neuen Leistungen, aber auch Pflichten für junge Empfänger von Hartz-IV-Leistungen.

Das Bundeskabinett will das Paket am Mittwoch beschließen. Die neuen Regeln sehen nach einem Bericht der Bild am Sonntag vor, dass alle Leistungsempfänger unter 25 Jahren innerhalb von sechs Wochen ein verpflichtendes Arbeits- oder Fortbildungsangebot erhalten.

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"Ich will, dass für jeden Jugendlichen, der Hartz IV beantragt, innerhalb von sechs Wochen eine Lösung gefunden wird", konkretisierte Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) der Welt am Sonntag. "Entweder wird der Schul- oder Berufsschulabschluss nachgeholt, oder es gibt einen Arbeitsplatz oder große Probleme wie Sucht werden konsequent angegangen."

Dazu solle jedem Jugendlichen ein Ansprechpartner oder "Coach" zur Seite stehen, der ihn beim schwierigen Übergang von der Schule in die Ausbildung bis in den Beruf hinein an die Hand nehme, sagte die Ministerin. Der Coach "kennt sich aus im System, er macht Mut und sorgt auch dafür, dass der Jugendliche pünktlich im Betrieb oder der Schule erscheint", sagte von der Leyen.

Für die 600.000 allein erziehenden Mütter im Hartz-IV-Bezug sollen die Jobcenter mithelfen, die Kinderbetreuung zu organisieren, kündigte die Ministerin an.

Beim Koalitionspartner stieß dies auf positives Echo: FDP-Chef Guido Westerwelle sagte, die Koalition mache mit dem Prinzip von Fördern und Fordern "endlich ernst". Er sieht darin auch wirksame Druckmittel: "Diesem Angebot muss der junge Hartz-IV-Empfänger nachkommen, sonst werden ihm nach geltender Rechtslage die Hilfsleistungen gekürzt."

Kanzleramtsminister Roland Pofalla (CDU) sagte, durch die Vermittlungsoffensive für Arbeitslosengeld-II-Empfänger unter 25 bekämen gerade junge Menschen zusätzliche Chancen. Geld aus Ferienjobs von Jugendlichen soll zudem künftig bis zu 1200 Euro nicht mehr mit den Hartz-IV-Bezügen der Eltern verrechnet werden. Das Maßnahmenpaket enthält dem Tagesspiegel zufolge noch weitere Vorhaben, darunter zusätzliche Fördermaßnahmen für Solartechnik.

"Alle Maßnahmen folgen dem Leitgedanken: Arbeitsplätze sichern und Bildung und Forschung stärken", sagte Pofalla. So erhielten bei Kurzarbeit Betriebe und Mitarbeiter über die nächsten zwei Winter hinaus Planungssicherheit.

Leser-Kommentare
  1. Diese Aussagen von v.d.L. sind ja allesamt ganz nett. Problematisch ist dabei nur, dass es bspw. besagte Kürzungen bereits gibt. Die Vermittler des Amtes sind auch jetzt schon überfordert, wie da die Vermittlung beschleunigt werden soll, bleibt IMO mehr als fraglich. Aber vielleicht werden ja neue Leute (siehe Coaches) eingestellt, die dann mit entsprechender Ausbildung (z.B. Sozialpädagogisch) sich um die betreffenden jungen Leute kümmern können. Das es sich hierbei jedoch nur um Wunschdenken und Wahlkampfrethorik handelt, wird sich mMn. in den nächsten Wochen bzw. nach der NRW Wahl zeigen.

  2. Wie wäre es, wenn Zensursel alle arbeitslosen auf den Mond schiesst. Die, die unterwegs genug Vulkanstaub aufsammeln und deshalb wieder nach unten kommen, haben ihren Beitrag zur Gesellschaft geleistet und die Wirtschaft kann wieder fliegen. Die die nicht sammeln fallen nicht mehr zur Last.

    Und wer Ironie findet, darf sie behalten ;-)

    • Rayne
    • 19.04.2010 um 11:46 Uhr

    ... dabei wissen wir doch langsam welche Sorte Politik, bzw. puren Aktionismus, wir von unserer lieben Leyenministerin zu erwarten haben, egal auf welchem Ministerposten.

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    • Lapje
    • 19.04.2010 um 11:54 Uhr

    immer noch zu dumm dies zu erkennen...anders kann ich mir die Ergebnisse solcher Parteien bei den Wahlen einfach nicht erklären...

    • Lapje
    • 19.04.2010 um 11:54 Uhr

    immer noch zu dumm dies zu erkennen...anders kann ich mir die Ergebnisse solcher Parteien bei den Wahlen einfach nicht erklären...

    • Lapje
    • 19.04.2010 um 11:54 Uhr

    immer noch zu dumm dies zu erkennen...anders kann ich mir die Ergebnisse solcher Parteien bei den Wahlen einfach nicht erklären...

  3. Jeder Mensch darf in meinen Augen so faul sein, wie er will. Nur sollte er dabei nicht von seinen Mitbürger verlangen, ihn mit ihrer Hände Arbeit dann durchzufüttern.

    Wer also finanziell selbst für sich aufkommt, der soll tun und lassen, was er will.

    Wer aber von seinen Mitbürgern verlangt, sein Leben zu finanzieren, der verliert damit auch seine Souveränität und muss tun, was die erwerbstätigen Mitbürger von ihm verlangen.

    Und da ist Zensursula's Forderung, dass diese Zeitgenossen ihren Allerwertesten gefälligst selbst bewegen sollen, durchaus richtig.

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    • Lapje
    • 19.04.2010 um 12:10 Uhr

    Behalten Sie doch bitte Ihre Stammtischplatitüden für sich. Damit würden Sie uns allen einen großen Gefallen erweisen...

    als ob es an der Faulheit der Betroffenen liegen würde. Die Gründe weshalb junge Menschen in solche prekären Situationen geraten sind wesentlich vielfältiger, als sie unter Ihrem ignoranten und herabwürdigenden Banner der Faulheit zusammenfassen zu können!

    'Wer aber von seinen Mitbürgern verlangt, sein Leben zu finanzieren, der verliert damit auch seine Souveränität und muss tun, was die erwerbstätigen Mitbürger von ihm verlangen.'

    Und das beziehen Sie auf unter-25-jährige? Vielleicht sollten Sie sich besser mal mit der Kinderrechtskonvention beschäftigen, in deren, ich glaube, Artikel 4 ganz unmißverständlich steht: 'Kinder haben das Recht auf Bildung und Ausbildung.'

    In meiner Nähe gibt es eine Hauptschule, von deren Absolventen es seit drei (3) Jahren nicht einem Einzigen gelang, einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Was 'verlangen' Sie denn von denen? Bevor Sie sich zu einem weiteren vorschnellen Kommentar hinreißen lassen: darf ich fragen, ob Sie Ihr Studium in Vollständigkeit aus eigener Tasche bezahlt haben oder habe ich es Ihnen aus meinen Steuern mitfinanziert? Was außer Dünkel und Arroganz versetzt Sie eigentlich in die Position, in menschenverachtender und unterstellender Weise über unter 25jährige zu befinden?

    • Buh
    • 19.04.2010 um 12:53 Uhr

    Bei Menschen wie Julia ist der Gedanke der Solidarität flöten genagen, das Menschenbild völlig verzerrt und in jeder erdenklichen weise negativ und der Drang nach Oberflächlichen und unreflektierten Aussagen groß.

    Lapje hat ja gefragt was für menschen solche Parteien wählen. Hier kann er/sie sehen welche das sind. es sind in aller regel Menschen die in ihren Mitmenschen den Wolf sehen. Die CDU hat das selbe Menschenbild, nichts mit Nächstenliebe. Konservative und Pseudoreligiöse Politiker hatten schon immer ein solches Menschenbild.

    Unter-25-jährige auf der Straße stehen zu lassen, ist unverantwortlich. Mit 30 sind sie garantiert nicht mehr in der Lage, irgendwo produktiv zu arbeiten. Natürlich bekommen manche jungen Menschen keine Ausbildungsplätze mehr. Allerdings gibt es mittlerweile jede Menge Ausbildungsplätze, die nicht mehr besetzt werden können, weil es keine qualifizierten Bewerber gibt. Hier muss endlich auch in der Schule jeder Jugendliche sich entsprechend anstrengen.

    • exi2
    • 19.04.2010 um 17:17 Uhr

    Erstens muß erwähnt werden, daß das "Recht" auf Faulheit aus dem Grundgesetz folgt. Die vor wenigen Wochen vieldiskutierten Art. 1 und 20 GG legen ein soziokulterelles Existenzminimum als Recht fest. Ein Forderung auf Gegenleistung widerspricht dem Grundgesetz. (Menschen die das nicht verstehen wollen, mögen doch bitte in ihre Paradiese auswandern: usa, China, Belorussland, Simbabwe.)

    Zweitens hinkt der Vorwurf, Arbeitslose würden auf Kosten ihrer werktätigen Mitbürger leben. Denn die letzten Steuererhöhungen haben die Mittelschicht zwar deutlich belastet, kamen aber in der Unterschicht nicht an. Das Geld wanderte in die Oberschicht.
    Ziel des Arbeitslosen-Bashing das vdLeyen verbricht, ist es, die Opfer zu Täter zu stilisieren und die eigentlichen Verbrecher finanziell zu füttern.

    sicher? hm

    • Lapje
    • 19.04.2010 um 12:10 Uhr

    Behalten Sie doch bitte Ihre Stammtischplatitüden für sich. Damit würden Sie uns allen einen großen Gefallen erweisen...

    als ob es an der Faulheit der Betroffenen liegen würde. Die Gründe weshalb junge Menschen in solche prekären Situationen geraten sind wesentlich vielfältiger, als sie unter Ihrem ignoranten und herabwürdigenden Banner der Faulheit zusammenfassen zu können!

    'Wer aber von seinen Mitbürgern verlangt, sein Leben zu finanzieren, der verliert damit auch seine Souveränität und muss tun, was die erwerbstätigen Mitbürger von ihm verlangen.'

    Und das beziehen Sie auf unter-25-jährige? Vielleicht sollten Sie sich besser mal mit der Kinderrechtskonvention beschäftigen, in deren, ich glaube, Artikel 4 ganz unmißverständlich steht: 'Kinder haben das Recht auf Bildung und Ausbildung.'

    In meiner Nähe gibt es eine Hauptschule, von deren Absolventen es seit drei (3) Jahren nicht einem Einzigen gelang, einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Was 'verlangen' Sie denn von denen? Bevor Sie sich zu einem weiteren vorschnellen Kommentar hinreißen lassen: darf ich fragen, ob Sie Ihr Studium in Vollständigkeit aus eigener Tasche bezahlt haben oder habe ich es Ihnen aus meinen Steuern mitfinanziert? Was außer Dünkel und Arroganz versetzt Sie eigentlich in die Position, in menschenverachtender und unterstellender Weise über unter 25jährige zu befinden?

    • Buh
    • 19.04.2010 um 12:53 Uhr

    Bei Menschen wie Julia ist der Gedanke der Solidarität flöten genagen, das Menschenbild völlig verzerrt und in jeder erdenklichen weise negativ und der Drang nach Oberflächlichen und unreflektierten Aussagen groß.

    Lapje hat ja gefragt was für menschen solche Parteien wählen. Hier kann er/sie sehen welche das sind. es sind in aller regel Menschen die in ihren Mitmenschen den Wolf sehen. Die CDU hat das selbe Menschenbild, nichts mit Nächstenliebe. Konservative und Pseudoreligiöse Politiker hatten schon immer ein solches Menschenbild.

    Unter-25-jährige auf der Straße stehen zu lassen, ist unverantwortlich. Mit 30 sind sie garantiert nicht mehr in der Lage, irgendwo produktiv zu arbeiten. Natürlich bekommen manche jungen Menschen keine Ausbildungsplätze mehr. Allerdings gibt es mittlerweile jede Menge Ausbildungsplätze, die nicht mehr besetzt werden können, weil es keine qualifizierten Bewerber gibt. Hier muss endlich auch in der Schule jeder Jugendliche sich entsprechend anstrengen.

    • exi2
    • 19.04.2010 um 17:17 Uhr

    Erstens muß erwähnt werden, daß das "Recht" auf Faulheit aus dem Grundgesetz folgt. Die vor wenigen Wochen vieldiskutierten Art. 1 und 20 GG legen ein soziokulterelles Existenzminimum als Recht fest. Ein Forderung auf Gegenleistung widerspricht dem Grundgesetz. (Menschen die das nicht verstehen wollen, mögen doch bitte in ihre Paradiese auswandern: usa, China, Belorussland, Simbabwe.)

    Zweitens hinkt der Vorwurf, Arbeitslose würden auf Kosten ihrer werktätigen Mitbürger leben. Denn die letzten Steuererhöhungen haben die Mittelschicht zwar deutlich belastet, kamen aber in der Unterschicht nicht an. Das Geld wanderte in die Oberschicht.
    Ziel des Arbeitslosen-Bashing das vdLeyen verbricht, ist es, die Opfer zu Täter zu stilisieren und die eigentlichen Verbrecher finanziell zu füttern.

    sicher? hm

    • joG
    • 19.04.2010 um 11:57 Uhr

    ... sollen die Jobcenter mithelfen, die Kinderbetreuung zu organisieren, kündigte die Ministerin an."

    Man könnte jede Fünfte dazu verpflichten auf die Kinder Anderer aufzupassen. Ob man für die Anderen allerdings Jobs finden wird? Aber vielleicht können sie Literatur studieren.

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    • Lapje
    • 19.04.2010 um 12:16 Uhr

    ...alleinerziehender Mütter und der Ansicht, dass sie nicht Literatur studieren könnten?

    Haben Sie auch schon einmal auch nur einen Gedanken daran verschwendet, dass unter den 600.000 auch viele dabei sind, welche arbeiten wollen? Welche sogar eine gute Ausbildung genossen haben und durchaus qualifiziert sind? Welche, die sofort arbeiten würden, vielleicht sogar schon eine Stelle hätten, wenn sie eine Betreuung für die Kinder hätten?

    Ich bin mir nicht sicher ob dieser Gedanke in ihr recht einfach gestricktes Weltbild passt...

    • Lapje
    • 19.04.2010 um 12:16 Uhr

    ...alleinerziehender Mütter und der Ansicht, dass sie nicht Literatur studieren könnten?

    Haben Sie auch schon einmal auch nur einen Gedanken daran verschwendet, dass unter den 600.000 auch viele dabei sind, welche arbeiten wollen? Welche sogar eine gute Ausbildung genossen haben und durchaus qualifiziert sind? Welche, die sofort arbeiten würden, vielleicht sogar schon eine Stelle hätten, wenn sie eine Betreuung für die Kinder hätten?

    Ich bin mir nicht sicher ob dieser Gedanke in ihr recht einfach gestricktes Weltbild passt...

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