Muslimische Ministerin Wulff lobt Özkan
Erst die Watschen, dann die Komplimente: Nach der Kritik an der designierten niedersächsischen Sozialministerin hat ihr Chef sie nun demonstrativ in Schutz genommen.
Die neu gewählte Sozialministerin Aygül Özkan (CDU) ist vereidigt worden. Kurz zuvor hatte der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) sie gegen Kritik verteidigt. Özkan habe sich in der CDU-Fraktion "für das Missverständnis und die Verletzungen religiöser Gefühle aus eigenen, freien Stücken entschuldigt". Dies sagte Wulff am Dienstag im ARD-Morgenmagazin. Sie akzeptiere, dass es zwar ein Gebot zur Trennung von Staat und Kirche gebe, "dass wir aber das Ganze zu einem guten Miteinander entwickelt haben."
Dies habe Özkan zunächst nicht bedacht, fügte Wulff hinzu. "Sie hat sich quasi auf dünnes und glattes Eis begeben und da kann man schon mal ins Rutschen kommen." Özkans Äußerungen zu den Kruzifixen dürften aber nicht überbewertet werden, forderte der niedersächsische Regierungschef. Schließlich habe die muslimische Politikerin "so viel Kluges gesagt, dass wir überzeugt sind, sie wird ein gutes Vorbild werden mit ihrer Kompetenz, ihrem Charakter". Vor allem Migranten werde Özkans Karriere deutlich machen, dass sie in Deutschland alles werden könnten – "nicht nur Fußballnationalspieler".
Özkan hatte vor einigen Tagen gefordert, im Sinne des staatlichen religiösen Neutralitätsgebots Kruzifixe aus Schulen entfernen zu lassen und damit heftige Reaktionen innerhalb der Union ausgelöst.
Wulff kritisierte die hitzige Debatte über Özkans Äußerung. Die sei "bei 99 Prozent toller Äußerungen und einem Prozent provozierender Äußerungen" der künftigen Ministerin bedauernswert und "völlig neben der Sache". Es müsse sich keiner Sorgen machen, dass das christliche Abendland untergehe. Angesichts der geäußerten Ängste könne "man manchmal nur den Kopf schütteln und sagen 'Lasst die Kirche im Dorf, lasst die Kreuze in den Schulen, bleibt mit beiden auf dem Boden'", fügte Wulff hinzu.
- Datum 27.04.2010 - 14:41 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa
- Kommentare 17
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"'Lasst die Kirche im Dorf, lasst die Kreuze in den Schulen, bleibt mit beiden auf dem Boden', fügte Wulff hinzu." - Ja, laßt die Kreuze in den Schulen, denn Bildung ist schon lange ein Kreuz, mit dem man immer wieder schagen kann, statt Lösungen endlich anzupacken. - Mich wundert Herrn Wulffs Offenheit. -
Der Wähler in NRW wird dieser CDU zeigen wo es lang geht. Danach müssen sie dann wieder erst mal das Ergebnis sondieren und interpretieren.
In einem Land, wo die Rechte der Mehrheit durch Gerichte und Politiker vorgeführt werden, aus Ländern, in denen selbst keine Religionsfreiheit für andere Menschen gilt ist das die Krönung und nun besteht allerdings die Möglichkeit, dass sich das „dumme Wahlvolk“ das nicht länger gefallen lässt.
'...bei 99 Prozent toller Äußerungen....', kann doch nur bedeuten, dass dieses verbleibende 1% dem traurigen (Rest)Wert Rechnung trägt, der dem Gewicht des "Christlich" im Namen seiner Partei tatsächlich nur noch beigemessen wird!
Aygül Özkan:
"Wir alle sind noch nicht am Ziel. Ein Beispiel: Wir brauchen an unseren Gerichten dringend mehr Richter mit Migrationshintergrund. Damit die Betroffen auch sehen, hier entscheidet nicht eine fremde Autorität, sondern wir gehören da auch zu."
Deutsche Richter sind "fremde Autorität"?
"Vor den Kadi schleppen" wohl eine ganz neue Bedeutung zu! ;))
Natürlich kann das den Eindruck von latentem Rassismus entsprechen. In Amerika hat man zb häufig weiße richter die ständig schwarze verurteilen. Polizisten sind auch häufig weiß. Das macht den Eindruck als müsse sich die weiße Mehrheit um seine kriminelle schwarze Minderheit kümmern, weshalb dort auch nach mehr Chancengleichheit für Schwarze gerufen wird. und das ja zurecht. Wenn eine gewissen Minderheit überproportional angeklagt wird, dann hat das nichts mehr mit Chancengleichheit zu tun. Dann ist der Fall eingetreten, dass deine Hautfarbe oder Herkunft darüber entscheidet welchen Platz in der gesellscahft du einnehmen wirst.
Dass dabei das komplexe gesellschaftliche Gefüge eine Rolle spielt und auch solche "kleinigkeiten" wie "Es gibt nur weiße Richter" ist offenkundig. Rechtskonvervative nutzen aber diese Diskriminierung von Schwarzen ode rhierzulande eben von Türken und Arabern als beweis dafür dass diese fremden perse nichtsnutzig seien. Der übliche Rassismus eben.
Alle Menschen sind gleich. Wer diesen Grundsatz ernst nimmt, der muss dafür sorgen, dass Türken, mazedonier, Frauen und andere genauso Richter sind wie der weiße, deutsche Mann.
Richterinnen (sic! kleines "i"!). Deren Urteile müssen dann auch von männlichen Paschas respektiert und befolgt werden.
Aber die Richterinnen bitte weder mit Niqab noch mit Burka, und vielleicht wenns geht auch ohne Kopftuch, sondern mit Robe und Barett (zwar veraltet, aber das läßt sich reaktivieren), wie es sich gehört. Für alle Fälle kann man ja mal nachsehen, wie das in der Türkei gehandhabt wird.
Keinesfalls britische Perücken importieren!
"Vor den Kadi schleppen" wohl eine ganz neue Bedeutung zu! ;))
Natürlich kann das den Eindruck von latentem Rassismus entsprechen. In Amerika hat man zb häufig weiße richter die ständig schwarze verurteilen. Polizisten sind auch häufig weiß. Das macht den Eindruck als müsse sich die weiße Mehrheit um seine kriminelle schwarze Minderheit kümmern, weshalb dort auch nach mehr Chancengleichheit für Schwarze gerufen wird. und das ja zurecht. Wenn eine gewissen Minderheit überproportional angeklagt wird, dann hat das nichts mehr mit Chancengleichheit zu tun. Dann ist der Fall eingetreten, dass deine Hautfarbe oder Herkunft darüber entscheidet welchen Platz in der gesellscahft du einnehmen wirst.
Dass dabei das komplexe gesellschaftliche Gefüge eine Rolle spielt und auch solche "kleinigkeiten" wie "Es gibt nur weiße Richter" ist offenkundig. Rechtskonvervative nutzen aber diese Diskriminierung von Schwarzen ode rhierzulande eben von Türken und Arabern als beweis dafür dass diese fremden perse nichtsnutzig seien. Der übliche Rassismus eben.
Alle Menschen sind gleich. Wer diesen Grundsatz ernst nimmt, der muss dafür sorgen, dass Türken, mazedonier, Frauen und andere genauso Richter sind wie der weiße, deutsche Mann.
Richterinnen (sic! kleines "i"!). Deren Urteile müssen dann auch von männlichen Paschas respektiert und befolgt werden.
Aber die Richterinnen bitte weder mit Niqab noch mit Burka, und vielleicht wenns geht auch ohne Kopftuch, sondern mit Robe und Barett (zwar veraltet, aber das läßt sich reaktivieren), wie es sich gehört. Für alle Fälle kann man ja mal nachsehen, wie das in der Türkei gehandhabt wird.
Keinesfalls britische Perücken importieren!
Weil keine Suren aushängen dürfen, Burkas und Gewänder, Schleier nicht gewünscht werden, auch keine Kreuze? Merkwürdiges Denken. Bilden wir doch einen deutschen Staat in der Türkei. 7 Mio machen einen Staat auf, verlangen christliches Recht. Wär das nicht gerecht. Deutsche Verhältnisse, auch in der Produktion.
Zurück zum Thema: Das sollte jede Schule nach den Richtlinien der Eltern lösen. Mehrheiten bilden, fertig. Dazu braucht es keine Gesetze. Gleichheit muss von alleine entstehen.
"Vor den Kadi schleppen" wohl eine ganz neue Bedeutung zu! ;))
dass Frau Özkan gar nichts gefordert hat! Im Rahmen eines Interviews wurde sie gefragt, was sie von Kopftüchern in Schulen hält (gar nichts) und in der Folgefrage, was ihre Meinung bzgl. Kruzifixen in Schulen ist. Ihre Meinung ist, dass in Schulen beides nicht gehört.
Das ist keine Forderung, sondern eine eigene Meinung.
Dass die CDU da durchdreht ist leider bezeichnend für die CDU, nicht für Frau Özkan, die sich im Interview vielleicht politisch etwas unerfahren bzgl. ihrer Partei gezeigt hat.
Der Staat hat religiös neutral zu sein. Leider sieht die Praxis anders aus. Offensichtlich bedeutet deutsch = christlich. Welch' Anmaßung! Es wird sich immer wieder auf unsere sogenannten christlichen Wurzeln bezogen. Dabei wird ausgeblendet, dass unsere Wurzeln, sofern man das überhaupt so nennen kann, alles andere als christlich sind. Soweit ich weiß, hat's 'ne Weile gedauert, bis sich in Germanien die Geschichte mit Jesus rumgesprochen hatte.
Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell bei solchen Diskussionen unsere religiösen Hardliner-Politiker auf der Matte stehen und Angst um's christliche Abendland haben. Wahnsinn!
Lasst uns doch den Kindern was beibringen, anstatt antike Folterinstrumente zu bewundern.
wenn seine federführende Regierungspartei bereits im Namen das Etikett "Christlich" führt?
Aber zur Beruhigung nun eventuell auf die Hinterbeine aufsteigenden Massen: Die CDU ist in etwa genau so sehr christlich intendiert, wie es bei der SPD in sozialen Belangen der Fall ist ;))
Nun schreiben Sie, in leicht ironische touchiertem Tonfall, von der Geschichte mit Jesus, die sich ja erst nach einer Weile in ganz Germanien herum gesprochen hat.
Wenn ich allerdings so betrachte, was von den ursprünglichen Lehren dieses Jesus tatsächlich noch übrig geblieben ist, insbesondere auch bei der Partei, die sich mit dessen Nimbus so gerne ummänteln möchte, bleibt wirklich nur zu wünschen, dass sich die Geschichte mit dem Mohamed nicht ebenso hier "rumspricht".
wenn seine federführende Regierungspartei bereits im Namen das Etikett "Christlich" führt?
Aber zur Beruhigung nun eventuell auf die Hinterbeine aufsteigenden Massen: Die CDU ist in etwa genau so sehr christlich intendiert, wie es bei der SPD in sozialen Belangen der Fall ist ;))
Nun schreiben Sie, in leicht ironische touchiertem Tonfall, von der Geschichte mit Jesus, die sich ja erst nach einer Weile in ganz Germanien herum gesprochen hat.
Wenn ich allerdings so betrachte, was von den ursprünglichen Lehren dieses Jesus tatsächlich noch übrig geblieben ist, insbesondere auch bei der Partei, die sich mit dessen Nimbus so gerne ummänteln möchte, bleibt wirklich nur zu wünschen, dass sich die Geschichte mit dem Mohamed nicht ebenso hier "rumspricht".
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