NRW-Wahlkampf Rüttgers zeigt sich von Skandalen genervt
Jürgen Rüttgers will die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen gewinnen. Doch im Wahlkampf plagen ihn ominöse CDU-Affären. Michael Schlieben hat ihn einen Tag begleitet.
© dpa

Will wieder Landesvater von Nordrhein-Westfalen werden: Jürgen Rüttgers (CDU) beim Wahlkampf im Tierpark von Hamm
"Dagegen kann man sich nicht wehren." Jürgen Rüttgers schüttelt den gesenkten Kopf. Dann schaut er direkt ins Publikum. So sei das eben im Wahlkampf. Vor "Schmutzkampagnen" sei man nicht gefeit. Er warnt seine Anhänger: "Morgen in der Zeitung" erwarte sie schon die nächste Schweinerei. Sie müssten nun stark sein.
Rüttgers spricht an diesem Mittwochabend in Barntrup, einem kleinen Ort im Kreis Lippe, im Osten von Nordrhein-Westfalen. 150 Menschen sind in die zugige Mehrzweckhalle gekommen, um ihren Ministerpräsidenten drei Wochen vor der Landtagswahl live zu hören. Rüttgers steht mit einem Mikrofon bewaffnet allein in der Mitte der Halle, wie in einem Boxring. Er beantwortet Fragen aus dem Publikum, das um ihn herum Platz genommen hat.
Als einer der ersten hat sich ein älterer Lehrer gemeldet. Ihn ärgern die "Störmanöver" aus den eigenen Reihen. Er meint damit die Enthüllungen, die die nordrhein-westfälische CDU in Atem halten. Diverse Medien und Blogs veröffentlichen seit geraumer Zeit Interna aus dem innerparteilichen E-Mail- und Postverkehr. Merkwürdige Sponsoren- und Spenden-Vorgänge der CDU kamen so ans Licht, ebenso interne Strategiepapiere und andere Streitigkeiten. Die Opposition fordert tagtäglich Aufklärung und irgendwelche Rücktritte.
Rüttgers seufzt also. Er kann dem Lehrer die Sorgen nicht nehmen. Der Auftritt in Barntrup ist Rüttgers vierter Wahlkampftermin an diesem Tag. Schon in Hamm, wo er am Nachmittag einen Zoo besucht hat, ereifert er sich mit den örtlichen Honoratioren über den "unglaublich schmutzigen" Wahlkampf. In Bielefeld warten ein paar junge Demonstranten, die dem Ministerpräsidenten schlechte Bildungsreformen und eben auch Käuflichkeit vorwerfen. Egal, wo Rüttgers derzeit hinkommt, ständig muss er erklären, rechtfertigen oder zumindest Pöbeleien ignorieren.
Auch im Wahlkampf-Bus sind die Vorwürfe das Top-Thema. Rüttgers hat ein paar Journalisten eingeladen, ihn zu begleiten. Für ihn ist es ein stressiger Tag: Am Vormittag hat die Süddeutsche Zeitung über eine dubios verbuchte Unternehmensspende aus dem Jahr 2005 an die CDU-nahe Initiative "Wähler für den Wechsel" berichtet. Am Mittag laufen Meldungen über Rüttgers' Wahlkampf-Strategen Boris Berger, den die Opposition wegen seines nassforschen Auftritts "Scampi-Boris" nennt. Berger soll für seinen Wechsel in die Staatskanzlei mit einem von der Partei bezahlten Dienstwagen geködert worden sein. Für morgen seien weitere Enthüllungsstorys angekündigt.
Jürgen Rüttgers sitzt in der hintersten Busreihe und zuckt mit den Schultern, er möchte dazu nichts sagen, zumindest nichts zitierfähiges. Auch sein Umfeld winkt ab: "Skandälchen", die hochgekocht würden. Es soll lässig klingen. Tatsächlich aber kommen die Anschuldigungen zur Unzeit. Kurz vor der Wahl sorgen sie an der Basis für schlechte Stimmung und in der Führungsebene für gegenseitige Verdächtigungen. Rüttgers, der Amtsinhaber, wirkt im Wahlkampf wie ein Getriebener.
Schließlich hat er schon genug Probleme. Seine schwarz-gelbe Koalition hat seit Längerem keine Mehrheit mehr in den Umfragen. Die CDU kommt nur noch auf 38 Prozent, 2005 waren es noch mehr als 44. Die SPD hat aufgeholt und die CDU in wichtigen Kompetenzfeldern überholt. Besonders bitter für Rüttgers: Seine Herausforderin Hannelore Kraft ist inzwischen fast genauso populär wie er. 2005 profitierte Rüttgers noch vom Bundestrend, der sich gegen die SPD richtete. Diesmal könnte er das erste Opfer des anti-schwarz-gelben Trends werden.
- Datum 27.04.2010 - 15:40 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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völlig ausgelaugt aus. Er weiß ja von mehr dieses Schmutzes, den seine Partei jeweils abgemacht hat, also seine eigene Schmutzpartei. Jetzt kann er nicht mehr abschätzen, was noch so alles in den nächsten Tagen aufs Tapet kommt. Was es auch sei: Wenn Wählende immer noch CDU wählen, sind sie mitschuldig an diesem Schmutz. - Wer will denn (immer noch? wieder??) eine käufliche Demokratie?
Seit wann ist ein Politiker vom Schlage Rüttgers ein sensibles Reh oder ein wehleidiges Opfer ?
Dieser Mann hat seine Ellbogen kräftigst eingesetzt um dorthin zu kommen wo er jetzt ist. Nahezu jedes Mittel war recht.
Und nun holen ihn seine Sünden ein. Soll man da Mitleid haben ? Wohl kaum ..
Es droht aber neben der Pattsituation mit der Herausforderin noch weiteres Ungemach: Was ist wenn die FDP an der 5% Hürde scheitert?
der herr hat was vergessen, seinen eigenen skandal.
so geht es nicht mehr leicht die bürger nach wahlen auszubeuten,
um dann an die tagesordnung zurückzukehren.
auch das c in der partei ist ,,gott,, sei dank hinderlich geworden um alle für dumm zu verkaufen.
das einzige was noch Freude macht: IHR Panik vor den Wahlen,
Adenauer meinte doch schon: "der Waehler vergisst schnell........" spannender Sonntag wird's wohl werden !
Leeres Sinnloses Geschwafel - beide wollen sich nicht wehtun - wirken farblos -
Darauf können wir in NRW gut verzichten - die verkaufen uns wie Middelhof Karstadt -
Ich wähle Die Linke - obwohl ich seit mehr als 20 Jahren im öffentlichen Dienst bin - EX - Spd Mitglied - Betriebsrat - Gewerkschaftler und Vater von zwei Kindern denen ich noch eine lebenswerte Perspektive bieten will......- nein muss !
Hier mal was Sachliches:
Schwarz-Gelb muss im Mai und später auch im Bund abgewählt werden!
Warum?
180 Millionen für Kinderförderung weg!
Chaos im Bildungswesen. Studiengebühren!
Arme haben keine Chance auf Bildung! Gnadenloses Aussortieren von Schwächeren! NRW verliert so Millionen Talente!
Schwarz-Gelb raubt Bürgerinnen und Bürgern Rechte: Verfassungsgerichte mussten bereits mehrere Gesetze stoppen!
Umwelt: Naturschutzetat halbiert! Letzter Platz für NRW bei Lebensmittelkontrollen!
Schwarz-Gelb lässt die Schwächsten im Regen stehen! Zehntausende Kinder ohne tägliches warmes Mittagessen!
Hier zeigt Rüttgers sein wahres unsoziales Gesicht! Und wenn es für Rot-Grün nicht reicht dann eben Rot-Grün-Rot!!! Hauptsache die soziale Gerechtigkeit kehrt wieder zurück!
Bitte gehen Sie im Mai in NRW wählen! Schwarz-Gelb muss weg: FÜR GERECHTIGKEIT IN BILDUNG! DIE SOZIALE HERKUNFT DARF NICHT ENTSCHEIDEND SEIN FÜR SOZIALEN AUFSTIEG! FÜR RESPEKTVOLLEN UMGANG MIT DER UMWELT! FÜR ACHTUNG UNSERER GRUNDRECHTE! FÜR DIE ZUKUNFT UNSERE KINDER!!
Beide Stimmen für DIE GRÜNEN!
Moin,
angesichts der Umfragen und des NRW-Wahlrechts habe ich bei Ihrer Wahlempfehlung sachliche Zweifel. Mit der Empfehlung für die Abgabe der Erststimme (Wahlkreis-Kandidat) wäre ich etwas differenzierter, abhängig von Ihrer Absicht. Als Wahlkreis-Kandidat hat eigentlich nur ein Kandidat der großen Parteien eine Chance; genauer gesagt, der beiden größten Parteien. Dies gilt ungeachtet einiger weniger Ausnahmen, die im Wahlkreis selbst begründet liegen. Im Bund haben die Grünen (um bei Ihrer Empfehlung zu bleiben) nur einen [!] direkt gewählten Abgeordneten, Hans-Christian Ströbele seit der Bundestagswahl 2002 im Wahlkreis Prenzlauer Berg; die Partei DIE LINKE hat inzwischen 16, was allerdings auch ihrer Sonderrolle geschuldet ist, dass sie in diversen Landstrichen der neuen Bundesländer weit vor beispielsweise der SPD liegt und lokal stärkste oder zweitstärkste Partei ist.
Diese Sonderrolle trifft allerdings auf die Grünen nicht zu, sie gilt in NRW bei der Landtagswahl auch nicht für die Linke. Damit kann Ihre Aussage eigentlich nur bedeuten, dass Sie sowohl der SPD als auch der CDU "eines auswischen" wollen. Allerdings berauben Sie die Grünen damit möglicherweise ihres Koalitionspartners.
Ich sehe Ihre Empfehlung daher eher als emotionale denn wahltaktische an, was natürlich Ihr gutes Recht ist.
Nur sollten die Wähler eben auch die ganze Geschichte kennen.
Beste Grüße
Grabert
Moin,
angesichts der Umfragen und des NRW-Wahlrechts habe ich bei Ihrer Wahlempfehlung sachliche Zweifel. Mit der Empfehlung für die Abgabe der Erststimme (Wahlkreis-Kandidat) wäre ich etwas differenzierter, abhängig von Ihrer Absicht. Als Wahlkreis-Kandidat hat eigentlich nur ein Kandidat der großen Parteien eine Chance; genauer gesagt, der beiden größten Parteien. Dies gilt ungeachtet einiger weniger Ausnahmen, die im Wahlkreis selbst begründet liegen. Im Bund haben die Grünen (um bei Ihrer Empfehlung zu bleiben) nur einen [!] direkt gewählten Abgeordneten, Hans-Christian Ströbele seit der Bundestagswahl 2002 im Wahlkreis Prenzlauer Berg; die Partei DIE LINKE hat inzwischen 16, was allerdings auch ihrer Sonderrolle geschuldet ist, dass sie in diversen Landstrichen der neuen Bundesländer weit vor beispielsweise der SPD liegt und lokal stärkste oder zweitstärkste Partei ist.
Diese Sonderrolle trifft allerdings auf die Grünen nicht zu, sie gilt in NRW bei der Landtagswahl auch nicht für die Linke. Damit kann Ihre Aussage eigentlich nur bedeuten, dass Sie sowohl der SPD als auch der CDU "eines auswischen" wollen. Allerdings berauben Sie die Grünen damit möglicherweise ihres Koalitionspartners.
Ich sehe Ihre Empfehlung daher eher als emotionale denn wahltaktische an, was natürlich Ihr gutes Recht ist.
Nur sollten die Wähler eben auch die ganze Geschichte kennen.
Beste Grüße
Grabert
Der Kern des deutschen Apfels und die griechische Frucht.
Größenwahn und Großmannssucht waren schon immer die Hauptcharakteristika der deutscher Eliten.
Seit der von Kohl und Genscher proklamierten geistig-moralischen Wende, die aus der mehrwertschöpfenden Produktionswirtschaft der Bundesrepublik Deutschland eine Dienstleistungswirtschaft, also eine Herrschaften- und Domestikengesellschaft ohne industriellen Zentralkern gemacht hat, die dann auch noch unter den Hammerschlägen der "Reformer" der Gruppe Schröder-Fischer, speziell mit der sogen. Unternehmenssteuerreform 2000 und dem von diesen Herrschaften ausgeheckten und von der Dame Merkel und dem Opa Müntefering als Gesetzt durchgebrachten MoRaKG (Investorensubventions- und -deregulierungsgesetz), auf höchste Gipfel der Mehrwertschaffungsinsufizienz gegtrieben wurde.
Seit dem taumelt unsere Wirtschaft exakt in den Zustand, in dem die griechische Gesellschaft heute schon ist.
Und die Profiteure und Gewinner dieser Gesellschaftszerstörung sind exakt die gleichen Elitarier, die heute in Deutschland als die Organisatoren des Korruptions- und Wirtschaftskriminalitätslobbysystems der Deutschland AG zu identifizieren sind.
Es ist ein Zynismus und die gleiche totale Verantwortungslosigkeit, die heute schon wieder fast den Grad erreicht haben, den einst die deutschen Herrenmenschenelite realisiert hat und die sich im hybrid-exzessiven Aufbau der Staatsverschuldung zu Gunsten unserer Besitzstandsmonopolelite dokumentieren lässt. Dieser Erbesitzfeudaladel des Jahres 2010 ist der zentrale Kern des heutigen deutschen Lobby-Wirtschaft-und-Politiksystems.
Lt. Stat. Jahrbuch 2008 verfügten im Jahre 2007 weniger als 15% aller deutschen Privathaushalte über mehr als 85% aller Privatvermögen. Staatsschulden = Privatvermögen.
So wie in Griechenland. Nur sind es in Griechenland 6-10 Familien, in Deutschland dagegen so in etwa 25-30 solcher „Clans“. – Schauen wir mal, wenn uns das Dachgebälk auf die Köpfe kracht, weil inzwischen überall der Wurm drinnen ist und das Holzmehl ja schon überall sichtbar in Form der bundesweiten Staatsverschuldung und den verkommenden Infrastrukturen in den alten Bundesländern zu besichtigen ist.
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