NRW-Wahlkampf Showtime für die kleine BundestagswahlSeite 3/3

Spitzenkandidatin Kraft hat für den Fall ihres Wahlsieges bereits angekündigt, die Prestigeprojekte der Bundesregierung im Bundesrat zu blockieren. Ob sie dafür notfalls auch ein Bündnis mit der Linkspartei eingehen würde, sagt Kraft nicht. Zwar spricht sie der Linken in NRW unentwegt die Regierungsfähigkeit ab. Rot-Rot-Grün will Kraft bisher aber auch nicht kategorisch ausschließen. Das lässt der CDU Raum für ihre Kampagne gegen eine "Linksfront".

Schwarz-Grün, Rot-Grün, Rot-Rot-Grün – wie gehen die Grünen mit ihren Optionen um?

Für die Grünen soll sich die komplizierte Führungsstruktur (Partei- und Fraktionsspitze werden traditionell doppelt besetzt) als Vorteil im Wahlkampf erweisen. Die Parteivorsitzenden Claudia Roth und Cem Özdemir sowie die Fraktionschefs Renate Künast und Jürgen Trittin wollen es auf rekordverdächtige 109 Auftritte in NRW bringen. Die Offensive der vier Wahlkämpfer aus Berlin soll dazu beitragen, die außerordentlich guten Umfragewerte für den Landesverband in Stimmen umzumünzen. Seit Wochen errechnen die Demoskopen für die Ökopartei zwischen elf und zwölf Prozent.

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Voraussetzung für einen Erfolg am 9. Mai ist unter anderem ein vorsichtiger Umgang mit dem Thema Schwarz-Grün. Zwar wollen die Strategen der Partei diese Möglichkeit für den Notfall nicht verbauen. Doch ist ein Bündnis mit der CDU an der Basis gerade in NRW nicht besonders beliebt und eignet sich deshalb auch nicht zur Mobilisierung der eigenen Anhänger. Auf ihrem kleinen Parteitag ("Länderrat") am 25. April in Köln werden die Grünen deshalb vor allem die CDU hart angreifen – und zwar sowohl wegen bundespolitischer Themen wie der Aufkündigung des Atomausstiegs oder der Kopfpauschale im Gesundheitssystem als auch wegen Landesthemen wie der Schulpolitik der unpopulären Kultusministerin Barbara Sommer.

Aber auch die Linkspartei soll nicht geschont werden. Grünen-Chef Özdemir kündigt eine harte Auseinandersetzung in den letzten Wahlkampfwochen an. Man werde den Wählern sagen: Wer Schwarz-Gelb in Düsseldorf abwählen wolle, der dürfe nicht für die Linkspartei stimmen. Özdemir begründet diese Warnung damit, dass es der Linken nicht ums Gestalten, sondern ums Opponieren gehe. Und damit hat der Grünen-Chef offenbar gar nicht so unrecht.

Hat die Linke eine echte Machtoption?

Gemessen am Einsatz der Grünen-Prominenz wirken die bisherigen Planungen des Berliner Karl-Liebknecht-Hauses geradezu zurückhaltend. Als "Hauptzugpferde" sollen Oskar Lafontaine und Gregor Gysi die Anhänger der Linkspartei mobilisieren, heißt es in der Parteizentrale. 18 Mal will Gysi insgesamt auftreten, davon fünf Mal zusammen mit dem nach einer Krebsbehandlung zurückgekehrten Saarländer Lafontaine. Für die Linke geht es in Nordrhein-Westfalen darum, sich mit dem Einzug in den siebten westdeutschen Landtag weiter im Westen zu etablieren.

Ob es der Landespartei gelegen käme, wenn es rechnerisch für eine rot-rot- grüne Koalition reichen würde, ist aber eher fraglich. In dem als besonders radikal geltenden Landesverband stehen viele Linkspolitiker Regierungsbeteiligungen skeptisch gegenüber, die NRW- Linke gehörte zu den schärfsten Kritikern von Rot-Rot in Brandenburg.

Aber auch in der Bundespartei gibt es Befürchtungen, dass das Mitregieren die Linke in NRW überfordern und damit eine rot-rote Perspektive für den Bund 2013 beschädigen könnte. Offiziell betonen Lafontaine und Co. jedoch, dass ein Regierungswechsel an Rhein und Ruhr an der Linken nicht scheitern würde – vorausgesetzt, die SPD sei zu einem Kurswechsel bereit.

Der Artikel erschien im Tagesspiegel

 
Leser-Kommentare
    • db72
    • 06.04.2010 um 14:19 Uhr

    Das ist mal wieder typisch für deutsche Politiker. Gabriel und Steinmeier wollen die Wahl zu einer Volksabstimmung über 2 ihnen genehme Themen machen, und dann werden sie sich hinterher auch noch erdreisten genau diese , einzig von ihnen , vorgeschobenen Themen als wahlentscheident anzusehen.
    Das ist mit Verlaub gesagt lächerlich.
    Westerwelle und Merkel sollten sich vielleicht einmal ansehen was Jung und Laschet so in den letzten 4 Jahren von sich gegeben und getan haben , dann geht den beiden vielleicht ein Licht auf warum sie diese Wahl verlieren werden.

    Herr Jung erkennt keine Probleme wenn beinahe jedes Wochenende Menschen in der Düsseldorfer Altstadt halbtot geprügelt werden , während er selbst im feinsten Vorort eine Alarmanlage benötigt die mehr kostet als er in der gesammten Legislaturperiode verdient . Sicherheit geht vor, aber offensichtlich nur für ihn.
    Laschet wird nicht müde ausländischen Gewalttätern 'Bleibeprämien' zahlen zu wollen , während er Ausweisungen kategorisch ablehnt und zeitgleich Guantanamohäftlinge am liebsten auf die Bevölkerung in NRW loslassen würde.

  1. Koalitionen nach den vorliegenden Werten der letzten Umfrage:

    Schwarz/Gelb NEIN
    Schwarz/Grün NEIN
    Schwarz/Dunkelrot Wie auch immer: NEIN
    Schwarz/Rot/Grün JA
    Rot/Dunkelrot/Grün JEIN Der Bundes SPD Chef ist gegen dunkelrot.

    Schwarz/Rot JA

    Sollte eine Partei die absolute Mehrheit bekommen, entfällt s.o.

    • mcbb
    • 06.04.2010 um 16:43 Uhr

    Schwarz-Gelb muss im Mai und später auch im Bund abgewählt werden!
    Warum?
    180 Millionen für Kinderförderung weg!
    Chaos im Bildungswesen. Studiengebühren!
    Arme haben keine Chance auf Bildung! Gnadenloses Aussortieren von Schwächeren! NRW verliert so Millionen Talente!
    Schwarz-Gelb raubt Bürgerinnen und Bürgern Rechte: Verfassungsgerichte mussten bereits mehrere Gesetze stoppen!
    Umwelt: Naturschutzetat halbiert! Letzter Platz für NRW bei Lebensmittelkontrollen!
    Schwarz-Gelb lässt die Schwächsten im Regen stehen! Zehntausende Kinder ohne tägliches warmes Mittagessen!
    Hier zeigt Rüttgers sein wahres unsoziales Gesicht! Und wenn es für Rot-Grün nicht reicht dann eben Rot-Grün-Rot!!! Hauptsache die soziale Gerechtigkeit kehrt wieder zurück!
    Leute, geht im Mai in NRW wählen! Schwarz-Gelb muss weg: FÜR GERECHTIGKEIT IN BILDUNG! DIE SOZIALE HERKUNFT DARF NICHT ENTSCHEIDEND SEIN! FÜR RESPEKTVOLLEN UMGANG MIT DER ERDE! FÜR ACHTUNG UNSERER GRUNDRECHTE! FÜR DIE ZUKUNFT UNSERE KINDER!! Weg mit Schwarz-Gelb bedeutet weg mit sozialer Ungerechtigkeit!

  2. Ihres Artikels nach zu Urteilen kann man davon ausgehen, dass FDP-Wähler, die nur ein Problem mit G. Westerwelle haben diese Wahl als "Denkzettel" verwenden könnten um seine Position innerhalb der FDP zu schwächen?

  3. Die großen Parteien haben un s nur verar....!
    Auf diese Wahl freue ich mich schon!
    Tief Rot wird wohl der einzigste Gewinner sein!
    Und nochmal: Hurra Deutschland!

  4. Komisch, wo ist denn mein Beitrag?

  5. wäre schwearz-grün-rot oder wenn es reichen sollte sogar schwarz-rot allemal besser, als der Untergang schwarz-Geld!
    Diesem Schmierentheater zur Volksverdummung muss schnellstmöglich ein Ende gesetzt werden!

    • Shizzo
    • 09.04.2010 um 13:42 Uhr

    doch sowieso mit den nächsten Parteien wieder welche die uns nur Verarschen...
    Ihr dürft nicht vergessen dass es nicht nur FDP, Grüne, SPD, CDU, usw gibt sondern auch kleine Parteien, die auch Plan haben aber nicht an die Macht kommen. Und da müssen wir das Volk in Kraft treten und diese Parteien an die Macht bringen ;)

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