Finanztransaktionssteuer CSU stellt Merkel Bedingungen

Die Christsozialen koppeln ihr Ja zum Euro-Rettungspaket an die Einführung einer Finanztransaktionssteuer. Damit gehen sie auf Konfrontationskurs zur Kanzlerin.

Die CSU will das Rettungspaket für den Euro in seiner bisherigen Form nicht akzeptieren und verlangt Nachverhandlungen. "Wir werden das Milliardenpaket nicht einfach durchwinken", sagte CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt. Seine Partei stelle für eine Zustimmung diese Woche im Bundestag eine Reihe von Bedingungen.

Dobrindt forderte eine strenge Regulierung der Finanzmärkte und ein Ende der "irrsinnigen Spekulationen". Er verlangte in dem Zusammenhang eine internationale Finanztransaktionssteuer und eine Verschärfung der Bankenabgabe.

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Die CSU werde sich nicht mit Absichtserklärungen und Prüfaufträgen zufrieden geben. "Die Bürger haben die Nase voll davon, dass Konsequenzen und Konditionierungen immer nur geprüft werden. Es ist jetzt Zeit zu Handeln", sagte er.

Auch der CSU-Vorsitzende und bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer erneuerte die Forderung nach einer Finanztransaktionssteuer, "ohne Wenn und Aber". Die Regierung müsse "diese Branche, die Finanzbranche insgesamt, der wir ja zum großen Teil diese Wirtschafts- und Finanzkrise leider zu verdanken haben, bei der Bewältigung der Kosten auch heranziehen", sagte er.

Damit stellt sich die CSU offen gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Sie hatte der Steuer am vergangenen Wochenende eine Absage erteilt . Ihre Begründung: Die Abgabe sei international nicht durchsetzbar. Die Kanzlerin plädierte stattdessen für eine vom Internationalen Währungsfonds (IWF) vorgeschlagene Finanzmarktaktivitätssteuer, bei der Steuern auf Gewinne und Bonuszahlungen fällig würden.

Neben Merkel hatte sich auch der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle skeptisch über eine Steuer auf Finanztransaktionen geäußert. Trotzdem habe die FDP zugestimmt, dass die Einführung der Steuer in der EU noch einmal geprüft werde. "Die Bundesregierung ist absolut gesprächsbereit", sagte er. "Aber es macht keinen Sinn, etwas zu beschließen, das nicht durchsetzbar ist oder wo Zweifel überwiegen, ob es etwas bringt."

Der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Hans Peter Friedrich, warnte indessen vor einer ideologisch geprägten Debatte über die Einführung der Steuer. "Sie ist weder Allheilmittel noch Teufelszeug, sondern eine Möglichkeit, im Derivate-Handel ein bisschen den Risikohunger der Spekulanten einzudämmen." Die Abgabe müsse aber weltweit eingeführt werden, sonst wäre sie "völlig sinnlos."

Auch der parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Peter Altmaier (CDU), verlangte "einen entschlossenen Schritt zur Regulierung der Finanzmärkte." Er schließe dabei weder eine Finanzaktivitätssteuer aus, die Bundeskanzlerin Merkel bevorzugt, noch eine Finanztransaktionssteuer, wie sie die Opposition fordert, sagte Altmaier.

"Ich halte es nicht nur für wünschenswert, sondern für ein Gebot der Vernunft, angesichts der Tragweite der Herausforderung im Bundestag eine möglichst breite Mehrheit zustande zu bringen." Das beziehe SPD und Grüne ein. "Die Handlungsfähigkeit der Koalition wird sich auch daran entscheiden, ob wir imstande sind, SPD und Grünen ein Angebot zu unterbreiten, das hierfür eine tragfähige Grundlage darstellt."

Leser-Kommentare
  1. Der Streit um die Vorzüge der FAT (Finanzaktivitätensteuer) gegenüber FTT(Finanztransaktionssteuer) ist nebensächlich. Die FTT entspricht der Umsatzsteuer, die FAT der Mehrwertsteuer. Die FAT setzt eine komplizierte Verrechnung von Vorsteuern und internationale Abmachungen voraus. Hier würde zwangsläufig der IWF eine zentrale Rolle spielen müssen. Eine Einigung wird sehr, sehr lange dauern, wenn sie denn überhaupt zu Stande kommt. Die FTT ist sehr schnell und unabhängig für jedes Währungsgebiet einführbar. Erst muss die FTT im Euroland her, dann können wir weiter sehen.

  2. Endlich ein bekannter C-Politiker, der ausspricht, dass man nicht immer nur den bequemsten Weg bei der Geldbeschaffung gehen kann - weitere zusätzliche Lasten für die "Durchschnittsbürger".

    Alles Gute
    Kai Hamann

    • CM
    • 17.05.2010 um 12:59 Uhr

    Die CSU im Schulterschluß mit SPD, Grünen und Linken gegen Merkel - daß ich das noch erleben darf!

  3. Die CSU wird noch richtig innovativ. Ich hoffe, sie können sich durchsetzen. Gut!

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    muss aber an dieser Stelle auf die nach Minuten zählende Halbwertzeit hinweisen, die Seehofers Standpunkte in der Regel haben.
    Seine Richtung lässt sich am besten mit Wind aus wechselnden Richtungen beschreiben.

    muss aber an dieser Stelle auf die nach Minuten zählende Halbwertzeit hinweisen, die Seehofers Standpunkte in der Regel haben.
    Seine Richtung lässt sich am besten mit Wind aus wechselnden Richtungen beschreiben.

  4. Für die Finanztransaktionsteuer, ist keine!!! internationale Abmachung notwendig. Der Herausgeber der gesetzlichen Währung, die EZB und die Eurozentralbanken, haben jede!!! währungsrelevante Kontobewegung voll unter der Kontrolle. Wäre auch schlimm, wenn es anders wäre.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Irrtum!!!,faule Ausrede. Für die Finanztransaktionsteuer, ist keine!!! internationale Abmachung notwendig. Der Herausgeber der gesetzlichen Währung, die EZB und die Eurozentralbanken, haben jede!!! währungsrelevante Kontobewegung voll unter der Kontrolle. Wäre auch schlimm, wenn es anders wäre."

    Zustimmung. Merkel hat entweder keine Kenntnis der finanz- und wirtschaftspolitischen Fakten (was sehr wahrscheinlich ist), oder sie lügt bewußt. Natürlich braucht man keinerlei internationale Regelung oder Abstimmung mit anderen Währungsräumen abzuwarten. Alle Euro-Guthaben, auch Euro-Guthaben auf Euro-Konten bei Banken in New York, Hongkong etc., sind letztlich Guthaben bei Banken in Staaten der Euro-Zone. Nichtige Geschäfte im vorgenannten Sinne wären unter Zuhilfenahme der Computer-Systeme leicht zu kontrollieren.

    Das angedrohte Ausweichen" auf "Oasen" könnte leicht unterbunden werden, indem man jedwede Transaktion in oder aus einer Steueroase wie z.B. die Kaiman Islands schlicht verbietet.

    Damit dieses Kapital eingesetzt werden kann (sonst ist es wertlos) muss es in den Europäischen Markt.
    Diesen Markeintritt kann man verhindern, ohne ein Abkommen mit z.B. den Kaimans zu haben.
    Das Vorgehen wäre vergleichbar mit markierten Geldscheinen, die z.B. als Lösegeld bei einer Entführung eingesetzt wurden. Man kann sich zwar an diesem Geld ergötzen, faktisch ist es aber wertlos.

    "Irrtum!!!,faule Ausrede. Für die Finanztransaktionsteuer, ist keine!!! internationale Abmachung notwendig. Der Herausgeber der gesetzlichen Währung, die EZB und die Eurozentralbanken, haben jede!!! währungsrelevante Kontobewegung voll unter der Kontrolle. Wäre auch schlimm, wenn es anders wäre."

    Zustimmung. Merkel hat entweder keine Kenntnis der finanz- und wirtschaftspolitischen Fakten (was sehr wahrscheinlich ist), oder sie lügt bewußt. Natürlich braucht man keinerlei internationale Regelung oder Abstimmung mit anderen Währungsräumen abzuwarten. Alle Euro-Guthaben, auch Euro-Guthaben auf Euro-Konten bei Banken in New York, Hongkong etc., sind letztlich Guthaben bei Banken in Staaten der Euro-Zone. Nichtige Geschäfte im vorgenannten Sinne wären unter Zuhilfenahme der Computer-Systeme leicht zu kontrollieren.

    Das angedrohte Ausweichen" auf "Oasen" könnte leicht unterbunden werden, indem man jedwede Transaktion in oder aus einer Steueroase wie z.B. die Kaiman Islands schlicht verbietet.

    Damit dieses Kapital eingesetzt werden kann (sonst ist es wertlos) muss es in den Europäischen Markt.
    Diesen Markeintritt kann man verhindern, ohne ein Abkommen mit z.B. den Kaimans zu haben.
    Das Vorgehen wäre vergleichbar mit markierten Geldscheinen, die z.B. als Lösegeld bei einer Entführung eingesetzt wurden. Man kann sich zwar an diesem Geld ergötzen, faktisch ist es aber wertlos.

  5. irgendwie unerträglich wie die Nationalstaaten oder auch die EU den Finanzmärkten hinterherrennen. Unterträglich auch das der Finanzminsiter der USA sich überhaupt nicht motivert fühlt dem Vorschlag des IMF für eine Transaktionsteuer zu folgen. Der IMF hat siene Meinung seither revidiert und damit auch der Merkel den Weg vorberietet.
    Warum nicht einen nationalen Alleingang wagen? Immerhin hat man ja auch alleine den Titel Exportweltmeister erarbeitet, wenn auch mit sehr hohen sozialen Kosten für die ebenfalls Lösungen erarbeitet werden müssen. Ich denke die grösseren Oekonomien in Europa werden mit einer unilateralen Steuer ganz gut umgehen können. Bleibt dann später nur noch, die Zwergstaaten (Luxemburg, Lichtenstein, Schweiz usw.) die eventuell auf dem Trittbrett mitfahren wollen zu Massregeln...
    Auf alle Fälle will ich das hier wieder Demokratische Kräfte ode das was davon übrig geblieben ist die Oekonomie unter Kontrolle bekommen anstatt wie heute umgdreht. Für die Mehrheit der EU Bevölkeerung kann es nur Vorteile (endlich mal ausserhalb der Neoliberalen Ideologie) haben wenn die Demokratie/Mitbestimmungsrechte die Oekonomie wieder in's Schlepptau nehmen können...
    Um auf diesen Weg zu kommen muss mansich auch Uebrlegen welche Institute künftig für Informationen, Sachverhalte und Prognosen herangezogen werden. Die aktuell Neoliberal Indiktrinierten können da mal eine Pause einlegen so das endlich auch die Alternativen Debatiert werden.

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