Nach der NRW-Wahl Warnschüsse auf Westerwelle
Krisen-Debatte in der FDP: Kritiker werfen dem Parteichef vor, die Partei in die Sackgasse geführt zu haben: inhaltlich wie koalitionspolitisch.
Die erste Hochrechnung lag noch keine zwei Stunden zurück, schon kamen die ersten Kritiker aus der Deckung. "Der Ausgang in Nordrhein-Westfalen ist nur bedingt als Landtagswahlergebnis zu bewerten", schrieb Jörg-Uwe Hahn per E-Mail an die Redaktionen der Republik.
Der hessische FDP-Chef und Vize-Ministerpräsident ist schon mehrfach durch Nörgeleien gegen die Berliner Regierung aufgefallen. So deutlich wie diesmal war er selten geworden. "Die Wähler haben der Bundesregierung ein verheerendes Zwischenzeugnis ausgestellt", schrieb er, verknüpft mit der Forderung: "Die FDP muss nun daraus Konsequenzen ziehen, was die Inhalte und das Erscheinungsbild ihrer Politik angeht."
Welche Konsequenzen er damit meint, dazu wollte Hahn vorerst nichts sagen. Aber dass die Kritik auf den Bundesparteichef Guido Westerwelle abzielt, ist offensichtlich. Vermutlich treiben Hahn auch ganz triviale Gründe. Er wünscht sich schon lange einen Platz im Präsidium und eine wichtigere Rolle auf der bundespolitischen Bühne. Aber dennoch hat er mit seiner Kritik einen Nerv getroffen.
Seit Wochen schon lässt sich eine diffuse Unzufriedenheit an der Basis und bei der mittleren Führungsebene feststellen. Die schlechte Presse, die sinkenden Umfragewerte, manch ungeschickte Äußerung des Parteivorsitzenden – all das hat auf die freidemokratische Stimmung gedrückt. Hinzu kommt nun der Machtverlust gestern in Düsseldorf. Otto Fricke, sonst ein seriöser FDP-Haushaltspolitiker, twitterte ungehalten: Was für " ein Sch... Tag "
Der Unmut richtet sich nicht zuletzt gegen den Parteichef. Die Stimmung aus dem vergangenen Jahr, als Guido Westerwelle von Wahlerfolg zu Wahlerfolg eilte und die Basis ihn beinahe vergötterte, hat sich jedenfalls verflüchtigt. Inzwischen wird sein Wirken genau beäugt und kritisch besprochen.
Andreas Pinkwart, der nordrhein-westfälische FDP-Chef, hat sich im Wahlkampf bereits von Westerwelle abzusetzen versucht. Seine Forderung, die FDP müsste sich breiter aufstellen, werteten viele wohl zu Recht als einen ersten Angriff. Auch sein Vorschlag, die unpopuläre Mehrwertsteuersenkung für Hoteliers wieder abzuschaffen, ließ sich kaum anders deuten. Gestern sagte der tief enttäuschte Pinkwart, dass es ihm leider nicht gelungen sei, die Landesthemen in den Vordergrund zu stellen. Der Subtext der Botschaft: Ihr blöden Berliner seid Schuld!
Westerwelle wird vorgeworfen, die Partei programmatisch verengt zu haben. "Wir müssen uns jetzt thematisch breiter aufstellen. Wir müssen raus aus der Steuerfalle", fordert der Vorsitzende der Jungliberalen, Lasse Becker, im Gespräch mit ZEIT ONLINE. Die FDP hätte andere Schwerpunkte, die gelte es nun endlich hervorzuheben. Auch Gesundheitsminister Philipp Rösler oder Generalsekretär Christian Lindner stört es seit Langem, als eine reine Steuersenkungspartei wahrgenommen zu werden.
- Datum 10.05.2010 - 14:56 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Westerwelle hat zwei Fehler begannen - Außenminister werden und darauf folgend die Causa Steinbach. Als Außenminister kann er nicht glänzen, er wäre der bessere Arbeits/Wirtschaftsminister gewesen. Mit der Causa Steinbach hat er dann so einige CDU-Wähler - die der FDP ihr vertrauen geschenkt hatten - mit großem gepolter verjagdt.
Die richtige aber zu späte Diskussion um die Transferunion im Innern (HartzIV &CO) konnte dann den Schaden nicht mehr retten. Dumm sind die Wähler nicht!
Jetzt ist die Frage, ob mit dem gescheiterten ZENTRALEN Wahlziel einer Steuersenkung und Steuervereinfachung noch eine Berechtigung und Legimitierung auf eine Regierungsbeteiligung besteht? Die FDP sollte sich von dieser Kanzerlin lösen!
Ein Tipp noch an die CDU. Die Sozialisten werden bereits von der SPD und der Linken umgarnt. Es bedarf nicht noch der CDU die soziale Wohltaten verkauft. Man muss sich auch immer fragen warum 40% der Wähler zu Hause bleiben. Faulheit ist ein Punkt, aber ich denke eher mangelnde (nicht homogenisierte) Auswahl der andere.
....wie sein Abschneiden in NRW allgemein beurteilt wird. Recht besehen, bestätigt es nämlich eher seine Politik als sie zu schlecht zu bewerten. Die FDP ist in NRW keine beliebte Partei und war das auch nie. Erst bei der letzten Landtagswahl kam sie überhaupt noch einmal ins Parlament, wenn ich mich recht erinnere. Sie konnte den damaligen Erfolg halten. So könnte man sogar ableiten, dass seine Festigkeit in der Forderung geringerer Steuern unterstützt wird durch das Wahlergebnis.
Es sind die Volksparteien, die abgestraft wurden. Die Verluste, die die SPD in den letzten Jahren hinnehmen musste, holt jetzt die CDU lediglich ein. Das wurde vermutlich durch die Faxen der Landes CDU und dem Griechenland Hilfspaket verstärkt, liegt aber durchaus innerhalb der Parameter des Verfalls des Volksparteiensystems.
Eines hat sich doch eindeutig in den letzten Monaten gezeigt: Die FDP ist nicht regierungsfähig! In einem kleinen Kosmos begrenzter Überzeugungen, mag das FDP-Modell funktionieren, für die Lösung umfassender gesellschaftspolitischer Aufgaben ist sie weder bereit noch fähig. Die CDU hat zu loben wäre zu viel des Guten, doch muss man anerkennen, dass sie die einzige der drei Koalitionsparteien ist, die halbwegs Regierungsaufgaben wahrnimmt. Bei FDP und CSU hat man einfach nicht begriffen, dass die Zeit der Selbstproduktion vorbei ist und ernsthafte Probleme anstehen, die nur durch sinnvolles Handeln statt indoktriniertes Balgen gelöst werden können. Die Regierungsbilanz Schwarz-Gelb ist vernichtend. Jeder Haushalt und jede Familie in Deutschland wäre bei solcher Gechäftsführung längst aufgelöst. Es fehlt in Deutschland an Politikern mit klaren Richtlinien und Sachkompetenz. Der Opportunismus ist eben doch nicht die bessere Überzeugung.
... eher nicht. Wer vor dem Hintergrund einer Weltwirtschaftskrise Steuersenkungen verspricht und in Zeiten des Euro-Debakels immer noch nicht bereit ist, davon abzulassen, kommt höchstens bei den Stammwählern an (10 plus X ???). Dass mussten Westerwelle und Konsorten wohl jetzt auch erkennen. "Ihr kauft mir den Schneid nicht ab ...". Wie schauspielerisch schlecht und abgehoben jeglicher Realität muss jedem dieser Spruch in den Ohren hallen. Herr Westerwelle gehört mit seinen Ansichten und polemischnen Äußerungen in die Opposition. Seine Partei zählt für mich seit Herrn Bangemann nicht zu den regierungs- und koalitionsfähigen Parteien sondern zu der Art von Politikern, die außer Klientelgeschmuse und Machtanspruch nichts im Schulde führen.
des naßforsch-provozierenden Auftretens des Herrn Außenministers (und auch der Frau Homburger, sowie des unglaublichen herrn Brüderle) nicht unterschätzen. Es sah zeitweilig so aus, als ob es der FDP-Spitze geradezu Herzensangelegenheit wäre, den Koalitionspartner CDU/CSU regelrecht vorzuführen, und zu zeigen, daß die FDP, obwohl der bei weitem kleinere Koalitionspartner, doch letzendlich auch gegen den Willen des Partners die Richtung bestimme:
- Steinbach
- Türkei
- Hartz IV und spätrömische Dekadenz
- die absurde Steuersenkungsdiskussion
- Mövenpick
Wer seinem Koalitionspartner soviele Ohrfeigen innerhalb des ersten halben Jahres verpaßt, muß sich nicht wundern, wenn die Wechselwähler, welche auf eine funktionierende Koalition gesetzt hatten, fluchtartig das Weite suchen.
...der FDP-Politik zu langsam ins Bewußtsein der Bevölkerung - oder sie kann noch zuviel Wähler mobilisieren: Anders ist ihr Verbleiben in der NRW-Landesregierung nicht mehr zu erklären.
..."ihr Verbleiben im NRW-Landtag".
..."ihr Verbleiben im NRW-Landtag".
..."ihr Verbleiben im NRW-Landtag".
Ich denke es wäre für die FDP an der Zeit, über ihr Parteiprogram und ihr spitzen Personal gründlich nachzudenken. Zehn Jahre Opposition zeigen Spuren, die kann man nicht über Nacht wegwischen. Die FDP, wird nur als ein Mann Show wahrgenommen, oder als Klientel-Partei. In der Vergangenheit, war sie nur als Umfaller oder Mehrheitsbeschaffer bekannt. Ich rate dringend der FDP über sich nach zu denken. Man muß auch über die Trennung von Minister und Parteivorsitz nachdenken. Es gibt viel Arbeit in der FDP die sie nun schnell erledigen muss.
Danke
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