Griechenland-Krise "Merkel hätte Bild-Zeitung stoppen müssen"

SPD-Chef Gabriel erhebt in der ZEIT schwere Vorwürfe gegen Kanzlerin Merkel und ihren Vizekanzler. Beide hätten mehr gegen die anti-griechische Stimmung vorgehen sollen.

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Vizekanzler Guido Westerwelle (FDP) vorgeworfen, nicht entschieden auf die Anti-Griechenland-Kampagne der Bild -Zeitung reagiert zu haben. Die Kanzlerin hätte sich dezidiert gegen die Bericherstattung der Bild stellen müssen. "Das wäre ihr Job gewesen!", sagte Gabriel der ZEIT. "Da hätte sie sagen müssen: Das geht zu weit! – Wenn nicht sie, so mindestens der Außenminister".

Stattdessen habe Frau Merkel die Anti-Griechenland-Stimmung noch bedient und sich als eiserne Kanzlerin feiern lassen . "Das ist das Gegenteil von aufklärerisch, das ist antiemanzipatorisch und damit immer auch gegen Europa gerichtet", kritisierte Gabriel.

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Nach Auffassung des SPD-Chefs haben Union und FDP dazu beigetragen, dass sich in den vergangenen Wochen anti-griechische Ressentiments in Deutschland ausgebreitet haben. Aus den Reihen von Union und FDP habe es Sprüche wie "Kein Cent den Griechen" oder den Vorschlag gegeben, die Griechen sollen ihre Inseln verkaufen. Gabriel dazu: "Wenn die so genannte politische Klasse diese Ressentiments bedient, sogar selbst damit operiert, dann muss man sich nicht wundern, dass Menschen das für salonfähig halten."

Sigmar Gabriel kritisierte auch die Äußerung des Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank Josef Ackermann, wonach nicht zu erwarten sei, dass die Griechen die Kredite aus dem Rettungspaket zurückzahlen könnten: "Herr Ackermann posaunt das einfach raus, ohne zu beachten, was das auf den Märkten auslöst".

Das zeige, "was manche Banker für grandiose Ratgeber sind", sagte Gabriel weiter. In der Krise 2008 und 2009 seien sie vollkommen rat- und hilflos gewesen. Er selbst habe "diese Großstrategen" ja alle als Minister kennen gelernt : "Was haben die uns vorher nicht alles erzählt, etwa dass wir die Sparkassen und Volksbanken unbedingt abschaffen müssen", so Gabriel weiter. "Nirgendwo habe ich eine so große Politik- und Demokratieverachtung erlebt wie bei manchen Bankern."

 
Leser-Kommentare
  1. den EU-Verträgen: Keine Finanzhilfe zwischen den Staaten.
    Warum weiß ein SPD-Vorsitzender das nicht?

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    • isipop
    • 26.05.2010 um 11:11 Uhr

    und wo, bei welcher schlauen lösung sind wir jetzt angelangt???

    • Krisse
    • 26.05.2010 um 11:25 Uhr

    Stimme Gabriel zu. Insbesondere dem letzten Absatz.

    @ #1: Natürlich haben sie recht, doch was hätte es gebracht, Griechenland fallen zu lassen?
    Wenn man für die Idee Europa ist, kann man das nicht zulassen. Die Finanzhilfen und auch die zugesicherten Kredite von 750 Mrd. Euro dienen dazu den Euroraum zusammen zu halten und Europa nicht zerbrechen zu lassen. Einigen, sogar vielen, würde das ganz gut gefallen, doch würde es uns danach wirklich besser gehen? Bei der Entstehung Europas sind einige Fehler gemacht worden, ebenso bei der Erweiterung des Euroraums und bei der Legitimation europäischer Politik, aber mit diesen müssen wir nun leben und durch sie für die Zukunft lernen und die Folgen auffangen.
    Europa steht im Moment am Scheidepunkt wo wir uns fragen müssen, ob wir uns auf eine gemeinsame Wirtschafts- und Währungsunion beschränken wollen, oder ob ein solidarisches Staatenbündnis angestrebt werden soll.
    Zweiteres könnte uns zu einem besseren Europa machen.

    MfG Krisse

    • joG
    • 27.05.2010 um 10:23 Uhr

    Weil das nicht opportun wäre?

    • isipop
    • 26.05.2010 um 11:11 Uhr

    und wo, bei welcher schlauen lösung sind wir jetzt angelangt???

    • Krisse
    • 26.05.2010 um 11:25 Uhr

    Stimme Gabriel zu. Insbesondere dem letzten Absatz.

    @ #1: Natürlich haben sie recht, doch was hätte es gebracht, Griechenland fallen zu lassen?
    Wenn man für die Idee Europa ist, kann man das nicht zulassen. Die Finanzhilfen und auch die zugesicherten Kredite von 750 Mrd. Euro dienen dazu den Euroraum zusammen zu halten und Europa nicht zerbrechen zu lassen. Einigen, sogar vielen, würde das ganz gut gefallen, doch würde es uns danach wirklich besser gehen? Bei der Entstehung Europas sind einige Fehler gemacht worden, ebenso bei der Erweiterung des Euroraums und bei der Legitimation europäischer Politik, aber mit diesen müssen wir nun leben und durch sie für die Zukunft lernen und die Folgen auffangen.
    Europa steht im Moment am Scheidepunkt wo wir uns fragen müssen, ob wir uns auf eine gemeinsame Wirtschafts- und Währungsunion beschränken wollen, oder ob ein solidarisches Staatenbündnis angestrebt werden soll.
    Zweiteres könnte uns zu einem besseren Europa machen.

    MfG Krisse

    • joG
    • 27.05.2010 um 10:23 Uhr

    Weil das nicht opportun wäre?

  2. Die SPD hat sich doch enthalten bei der Abstimmung für Griechnland. Was will Gabriel eigentlich? Was hat die SPD zur gutem Stimmung beigetragen? Ich finde H. Gabriels Auslassungen heuchlerisch und durchsichtig. Immer nur destruktiv ohne Selbstkritik.

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    • Buh
    • 26.05.2010 um 11:52 Uhr

    Die SPD hat sich immer gegen diese Kampagne gewerht. In jedem zum Thema gegebenen Statement, sie es is Reden, in Polit-Talkshows, im Bundestag oder auf Pressekonferenzen, wurde das kritisiert was die Führung von CDU und Bildzeitung (Was in diesem Land aufs gleiche arauskommt) propagiert haben. Aufeinmal war es das Griechische Volk, welches als Raffgierieg und Korrupt beschimpfen lassen musste. Solchen offenen Rassismus habe ich lange nicht mehr in diesem Land erlebt. Durch das zögern der Kanzlerin wurde das alles noch verschlimmert.
    Die SPD hat sich aus gutem Grund enthalten. Darauf kann sie stolz sein.

    lieber Buh ,ich wußte bisher nicht, dass
    die Griechen eine Rasse für sich sind,

    • Buh
    • 28.05.2010 um 1:03 Uhr

    Rassismus betrifft lange nichtmehr die größenwahnsinnigen Rassenlehren eines A.Hitler sondern in einer aufgeklärten gesellschaft, die nichtmehr an Rassen glaubt, eine ethnische einordnung in verschiedene Völker mit jeweiligem kulturellen Hintergrund. Von daher kann auch in diesem Zusammenhang von Rassismus gesprochen werden.

    • Buh
    • 26.05.2010 um 11:52 Uhr

    Die SPD hat sich immer gegen diese Kampagne gewerht. In jedem zum Thema gegebenen Statement, sie es is Reden, in Polit-Talkshows, im Bundestag oder auf Pressekonferenzen, wurde das kritisiert was die Führung von CDU und Bildzeitung (Was in diesem Land aufs gleiche arauskommt) propagiert haben. Aufeinmal war es das Griechische Volk, welches als Raffgierieg und Korrupt beschimpfen lassen musste. Solchen offenen Rassismus habe ich lange nicht mehr in diesem Land erlebt. Durch das zögern der Kanzlerin wurde das alles noch verschlimmert.
    Die SPD hat sich aus gutem Grund enthalten. Darauf kann sie stolz sein.

    lieber Buh ,ich wußte bisher nicht, dass
    die Griechen eine Rasse für sich sind,

    • Buh
    • 28.05.2010 um 1:03 Uhr

    Rassismus betrifft lange nichtmehr die größenwahnsinnigen Rassenlehren eines A.Hitler sondern in einer aufgeklärten gesellschaft, die nichtmehr an Rassen glaubt, eine ethnische einordnung in verschiedene Völker mit jeweiligem kulturellen Hintergrund. Von daher kann auch in diesem Zusammenhang von Rassismus gesprochen werden.

    • isipop
    • 26.05.2010 um 11:11 Uhr

    und wo, bei welcher schlauen lösung sind wir jetzt angelangt???

  3. >Sigmar Gabriel kritisierte auch die Äußerung des Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank Josef Ackermann, wonach nicht zu erwarten sei, dass die Griechen die Kredite aus dem Rettungspaket zurückzahlen könnten: "Herr Ackermann posaunt das einfach raus, ohne zu beachten, was das auf den Märkten auslöst".<
    Welche Art Demokratieveständnis spricht denn aus diesem Statement? Frei nach dem Motto: Wie kann denn der Ackermann so böse sein und dem Bürger den wahren Sachverhalt mitteilen?
    Angeblich zahlen uns die Griechen ja alles mit Zinsen zurück. Warum müssen wir dann jetzt aber alle so dringend sparen, wo wir doch so ein gutes Geschäft gemacht haben? Wir müssen sparen, damit die Griechen das Geld raushauen können.
    Herr Gabriel, alle Politiker verarschen uns, aber Sie sind einer der Chefverarscher!

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    Zunächst einmal die BILD zu zensieren deckt sich in nahezu allen Fällen mit dem gesunden Menschenverstand!

    BILDblog.de :

    http://www.bildblog.de/?s...

    Außerdem ist eine derartige Hetze, wie sie von der BILD betrieben wird niemals gut.
    Darüber hinaus hat Sigmar Gabriel Herrn Ackermann nicht den Mund verboten, sondern es einfach nur für unvernünftig erachtet so etwas zu sagen.
    Und mal ganz ehrlich, das war es auch.

    • Buh
    • 26.05.2010 um 11:54 Uhr

    Gabriel hat nicht Zensur gefordert, sondern öffentliche Statements gegen die Hetze der Bild. Das muss die Politik tun. Statt dessen haben sie Union und FDP in die reihen dieser Hetzer gestellt. Das ist verachtesnwert und gibt den Rechten im Land aufwind.

    Was ist daran undemokratisch, Ackermann zu kritisieren? Wenn Ackermann so einen Sch.... herausposaunt in seiner Stellung, gehört er dafür kritisiert. Und das ist, was Gabriel tut. Richtigerweise.
    Woher wollen Sie denn wissen, ob das der "richtige Sachverhalt" ist, was Ackermann dahersülzt? Zahlen denn die Banken etwas mit Zinsen zurück?! Z. B. von den Milliarden, die ihnen vergangenes Jahr hinten und vorn reingeschoben werden mussten, weil sie über Jahre Ihren eigenen Shareholer Value getürkt hatten und letztes Jahr die Blase geplatzt ist?!?
    Ackermann hat sich mit seiner Aussage wie ein Elefant im Porzellanladen verhalten. In seiner Stellung kann er das eigentlich nicht verantworten. An dieser Stelle halte ich es sogar für Gabriel's Pflicht, ihn zu kritisieren. Und zwar heftig.
    Sie kritisieren mangelndes Demokratieverständnis bei Gabriel wobei dieser nur sagt, was Sache ist, ohne jemandem den Mund zu verbieten.
    Sie selbst hingegen merken gar nicht, wie positiv Sie von Ackermann voreingenommen sind.

    Zunächst einmal die BILD zu zensieren deckt sich in nahezu allen Fällen mit dem gesunden Menschenverstand!

    BILDblog.de :

    http://www.bildblog.de/?s...

    Außerdem ist eine derartige Hetze, wie sie von der BILD betrieben wird niemals gut.
    Darüber hinaus hat Sigmar Gabriel Herrn Ackermann nicht den Mund verboten, sondern es einfach nur für unvernünftig erachtet so etwas zu sagen.
    Und mal ganz ehrlich, das war es auch.

    • Buh
    • 26.05.2010 um 11:54 Uhr

    Gabriel hat nicht Zensur gefordert, sondern öffentliche Statements gegen die Hetze der Bild. Das muss die Politik tun. Statt dessen haben sie Union und FDP in die reihen dieser Hetzer gestellt. Das ist verachtesnwert und gibt den Rechten im Land aufwind.

    Was ist daran undemokratisch, Ackermann zu kritisieren? Wenn Ackermann so einen Sch.... herausposaunt in seiner Stellung, gehört er dafür kritisiert. Und das ist, was Gabriel tut. Richtigerweise.
    Woher wollen Sie denn wissen, ob das der "richtige Sachverhalt" ist, was Ackermann dahersülzt? Zahlen denn die Banken etwas mit Zinsen zurück?! Z. B. von den Milliarden, die ihnen vergangenes Jahr hinten und vorn reingeschoben werden mussten, weil sie über Jahre Ihren eigenen Shareholer Value getürkt hatten und letztes Jahr die Blase geplatzt ist?!?
    Ackermann hat sich mit seiner Aussage wie ein Elefant im Porzellanladen verhalten. In seiner Stellung kann er das eigentlich nicht verantworten. An dieser Stelle halte ich es sogar für Gabriel's Pflicht, ihn zu kritisieren. Und zwar heftig.
    Sie kritisieren mangelndes Demokratieverständnis bei Gabriel wobei dieser nur sagt, was Sache ist, ohne jemandem den Mund zu verbieten.
    Sie selbst hingegen merken gar nicht, wie positiv Sie von Ackermann voreingenommen sind.

  4. ....bez. Kritik an der FDP zurückhaltend, wird gemunkelt. Weil der Verlag ein paar "Größen" der Partei bei eigenen deals brauche.

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    ...das höre ich zum ersten mal. Eigentlich, (ACHTUNG: Sarkasmus!) unvorstellbar!!!!

    Ohne die Bildzeitung wäre Merkel nicht Bundeskanzlerin.

    ...das höre ich zum ersten mal. Eigentlich, (ACHTUNG: Sarkasmus!) unvorstellbar!!!!

    Ohne die Bildzeitung wäre Merkel nicht Bundeskanzlerin.

  5. Es geht hier um viel mehr als irgendeine vertragliche Klausel.
    Was viele Medien veranstaltet haben grenzt an Volksverhetzung.
    Ist es denn zu viel verlangt mal nicht nur an sich selber zu denken ?

    Parolen wie "keinen Cent den Griechen" sind beschämend für uns Deutsche.

    Meint ihr die Griechen wollten diese Krise bzw. haben diese Bewusst provoziert ?

    Was soll diese Hetze ? Letztendlich sind die betroffenen doch immer die "einfachen Bürger" und nicht die Menschen die diesen Schwachsinn fabriziert haben.

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    Aber ich denke Sie haben gewußt, was passieren wird. Es war und ist ihnen nur ganz einfach egal. Das einzige Problem welches Sie nun haben ist, dass sie irgend etwas tun müssen, aber eigentlich nichts tun wollen. Darum werden sie "irgend etwas" machen. Etwas was gut aussieht und die Gläubiger hinhält. Griechenland hat ja kein akkutes Problem mehr. Das Problem haben ja jetzt wir oder?

    Aber ich denke Sie haben gewußt, was passieren wird. Es war und ist ihnen nur ganz einfach egal. Das einzige Problem welches Sie nun haben ist, dass sie irgend etwas tun müssen, aber eigentlich nichts tun wollen. Darum werden sie "irgend etwas" machen. Etwas was gut aussieht und die Gläubiger hinhält. Griechenland hat ja kein akkutes Problem mehr. Das Problem haben ja jetzt wir oder?

  6. Das Verhalten der Bundesregierung war und ist teilweise noch immer inakzeptabel. Für Deutschland ist die Stabilität des Euro von essentieller Wichtigkeit, das auseinanderbrechen des Blocks würde uns weit mehr kosten als die Griechenland-Hilfe - nur würden wir das nicht so deutlich sehen, weil es sich in weniger Einkommen niederschlägt, anstatt in Staatsausgaben, die man nachlesen kann.
    Die deutschen Reallöhne sind in den letzten Jahren gesunken, im Vergleich zur Produktivität - soll heißen, es ist jetzt vergleichsweise günstig in Deutschland zu produzieren. In den südlichen Ländern sind die Löhne gestiegen, v.a. auch aufgrund des dortigen Immobilienbooms. Und die deutschen haben kräftig an den Exporten verdient.
    Nun haben wir gemerkt, dass nationale die beliebte Souveränität hauptsächlich dazu führt, dass es zu Ungleichgewichten im Euroraum kommt, und Regierungen die Gelegenheit haben zu tricksen. Also, verdienen wir doch mal an den Krediten für die Griechen (kosten: 3%, bringen 5%, Profit: 2%) und stabilisieren unsere Absatzmärkte. Gleichzeitig bauen wir die Kompetenzen der EU in der Wirtschaftspolitik aus und führen ein überfälliges gemeinsames System zur Überwachung der Finanzmärkte ein.
    Alle Glücklich. Aber dazu müsste sich Mutti Merkel ja mal bewegen.

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    • cegog
    • 26.05.2010 um 15:28 Uhr

    Die Schlagzeilen in der "Bild" waren eine grobe lüge und Verallgemeinerung, wenn es in den Schlagzeilen immer hieß "DIE Griechen", womit wir exakt beim Thema wären. Ich kann es nicht mehr hören und nicht mehr lesen: "DIE Deutschen haben mit am meisten von der EU und vom Euro profitiert". Alle Deutschen ? Die Erfahrung vieler deutscher Durchschnitts- und Unterdurchschnittsverdiener sieht anders aus: sinkende Reallöhne seit Jahren, unsichere, teilweise prekäre Arbeitsverhältnisse, Sozialkürzungen und eine immer marodere Infrastruktur in unseren Städten und Gemeinden. Profitiert haben andere: Siemens, Kraus-Maffay, Rheinmetall und andere der Großkopfeten. Die Bildzeitung hat kein Monopol auf Lüge und Verallgemeinerung.

    • cegog
    • 26.05.2010 um 15:28 Uhr

    Die Schlagzeilen in der "Bild" waren eine grobe lüge und Verallgemeinerung, wenn es in den Schlagzeilen immer hieß "DIE Griechen", womit wir exakt beim Thema wären. Ich kann es nicht mehr hören und nicht mehr lesen: "DIE Deutschen haben mit am meisten von der EU und vom Euro profitiert". Alle Deutschen ? Die Erfahrung vieler deutscher Durchschnitts- und Unterdurchschnittsverdiener sieht anders aus: sinkende Reallöhne seit Jahren, unsichere, teilweise prekäre Arbeitsverhältnisse, Sozialkürzungen und eine immer marodere Infrastruktur in unseren Städten und Gemeinden. Profitiert haben andere: Siemens, Kraus-Maffay, Rheinmetall und andere der Großkopfeten. Die Bildzeitung hat kein Monopol auf Lüge und Verallgemeinerung.

    • Krisse
    • 26.05.2010 um 11:25 Uhr

    Stimme Gabriel zu. Insbesondere dem letzten Absatz.

    @ #1: Natürlich haben sie recht, doch was hätte es gebracht, Griechenland fallen zu lassen?
    Wenn man für die Idee Europa ist, kann man das nicht zulassen. Die Finanzhilfen und auch die zugesicherten Kredite von 750 Mrd. Euro dienen dazu den Euroraum zusammen zu halten und Europa nicht zerbrechen zu lassen. Einigen, sogar vielen, würde das ganz gut gefallen, doch würde es uns danach wirklich besser gehen? Bei der Entstehung Europas sind einige Fehler gemacht worden, ebenso bei der Erweiterung des Euroraums und bei der Legitimation europäischer Politik, aber mit diesen müssen wir nun leben und durch sie für die Zukunft lernen und die Folgen auffangen.
    Europa steht im Moment am Scheidepunkt wo wir uns fragen müssen, ob wir uns auf eine gemeinsame Wirtschafts- und Währungsunion beschränken wollen, oder ob ein solidarisches Staatenbündnis angestrebt werden soll.
    Zweiteres könnte uns zu einem besseren Europa machen.

    MfG Krisse

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    Wieso müssen wir uns mit fehlenden Legitimation europäischer Politik leben? Was ist das für ein Demokratieverständnis? Die Regierungen hatten die Möglichkeit eine demokratische Union zu schaffen. Sie haben das weder im Vertrag von Maastricht, Amsterdam, Nizza noch Lissabon gewollt und müssen jetzt damit leben, dass die EU bei den Bürgern zurecht auf Ablehnung stößt. Die Politiker sollten sich klar machen, dass die EU für die Bürger da ist und nicht zum Selbstzweck, damit Politiker mit fürstlichen Gehältern versorgt werden. Deshalb wäre eine grundlegende Reformation oder Auflösung der EU die beste Lösung.

    Wieso müssen wir uns mit fehlenden Legitimation europäischer Politik leben? Was ist das für ein Demokratieverständnis? Die Regierungen hatten die Möglichkeit eine demokratische Union zu schaffen. Sie haben das weder im Vertrag von Maastricht, Amsterdam, Nizza noch Lissabon gewollt und müssen jetzt damit leben, dass die EU bei den Bürgern zurecht auf Ablehnung stößt. Die Politiker sollten sich klar machen, dass die EU für die Bürger da ist und nicht zum Selbstzweck, damit Politiker mit fürstlichen Gehältern versorgt werden. Deshalb wäre eine grundlegende Reformation oder Auflösung der EU die beste Lösung.

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