Haushaltssanierung Koalition streitet über Steuererhöhungen
Steuersenkungen sind vom Tisch, nun müssen die Bürger zur Haushaltssanierung gar mit höheren Abgaben rechnen. Aber FDP und CSU sträuben sich.
Die im Wahlkampf versprochenen Steuersenkungen hat Buneskanzlerin bereits fürs Erste abgesagt, nun schließt Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) eine Anhebung von Steuern und Abgaben nicht mehr aus, um das Milliardenloch im Haushalt zu stopfen. Bei den Koalitionspartnern stößt er damit allerdings auf heftige Gegenwehr. "Steuererhöhungen sind für die FDP ausgeschlossen", sagte Generalsekretär Christian Lindner am Sonntag. Auch CSU-Chef Horst Seehofer positionierte sich deutlich: Die CSU werde Steuererhöhungen nicht mitmachen, sagte er.
Im Ringen um Einsparmöglichkeiten hatte Schäuble zuvor unter anderem den Abbau von Subventionen im Energiebereich ins Gespräch gebracht, ohne jedoch konkret zu werden. Am größten Haushaltsposten, dem Rentenzuschuss, will der Finanzminister dagegen nicht rütteln. Die Regierung werde ihr Versprechen der Rentengarantie halten, sagte Schäuble der Bild am Sonntag . Außerdem könnte die gesetzliche Krankenversicherung für Gutverdiener durch eine Erhöhung der Bemessungsgrenze drastisch teuerer werden.
Die Regierung will am kommenden Wochenende auf einer Klausur über über den Haushalt 2011 und die notwendigen drastischen Einsparungen beraten, um die Schuldenbremse einzuhalten. Dazu müssen im Haushalt mindestens zehn Milliarden Euro gekürzt werden. Seehofer sieht dieses Treffen als entscheidende Weichenstellung an. "In der kommenden Woche entscheidet sich die Zukunft der Koalition", zitierte ihn die Welt am Sonntag.
Schäuble sagte, es gehe vor allem darum, auf der Ausgabenseite möglichst sparsam zu sein. "Aber wenn Sie Subventionen im steuerlichen Bereich abschaffen, werden manche sagen: Das ist eine Steuererhöhung". "Ich diskutiere jetzt keine einzelnen Maßnahmen, aber ich nehme sie auch nicht aus", sagte der Minister. Schäuble versicherte, der Sparkurs werde so gestaltet, dass es "keine abrupten Bremsmanöver" geben werde, die die Konjunktur beeinträchtigten.
Die Koalition schließt großflächige Steuererhöhungen bisher aus. Westerwelle bekräftigte dies: Der Kurs der Bundesregierung sei eine Entlastung der Bürger. "Wir wollen den Haushalt konsolidieren und zwar durch Ausgabeneinsparungen und eben nicht durch eine Steuererhöhung zulasten der normalen Bürger", sagte er. In Union und FDP wird aber diskutiert, auf einige bisher begünstigte Produkte künftig den vollen Mehrwertsteuersatz zu erheben. Schäuble nannte dies eine Aufgabe für die gesamte Legislaturperiode: "Zu meinem aktuellen Instrumentenkasten zur Haushaltssanierung gehört die Angleichung der ermäßigten Mehrwertsteuersätze nicht", sagte er.
Kürzungen bei Hartz IV
Einsparmöglichkeiten in Milliardenhöhe sieht Schäuble bei Hartz IV und Arbeitslosenhilfe: "Hier muss etwas geleistet werden." Wie Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) stimmte Schäuble die Bürger auf höhere Ausgaben für die Gesundheit ein. "Die Leistungsfähigkeit der Medizin ist enorm gestiegen. Und das hat seinen Preis." Rösler erwägt offenbar, gut verdienende Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung zur Kasse zu bitten. Freiwillig Versicherte müssten mit einer Beitragserhöhung von bis zu 63 Euro im Monat rechnen, berichtete die
Berliner Zeitung
unter Berufung auf Regierungskreise.
FDP-Generalsekretär Lindner hält mittelfristig Einsparungen in zweistelliger Milliardenhöhe im Verteidigungsetat für möglich. Zudem wird im Bündnis über Kürzungen von Subventionen wie der Pendlerpauschale oder der Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen nachgedacht. Auch die Banken müssen voraussichtlich einen Sanierungs-Beitrag leisten.
- Datum 30.05.2010 - 16:23 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, dpa
- Kommentare 27
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bis zur Einsicht,
dass es ja leider nicht anders geht.
Einsparmöglichkeiten in Milliardenhöhe sieht Schäuble bei Hartz IV und Arbeitslosenhilfe: "
So so, keine Finanztransaktionssteuer, aber dort sind di Einsparmöglichkeiten. Wir werden von (mein Name steht im Profil, ich erwarten Anzeigen) von Sozialschweinen regiert.
... abschaffen, werden manche sagen: Das ist eine Steuererhöhung"
Genau so kennen wir den Gutesten. Worte verdrehen und Tun, als wäre ein Ei eine Henne. In einem kürzlichen Interview sagte er sehr genau, dass er keine Steueranhebungen wolle, dass aber die Reduzierung von Subventionen so dem Einen oder Anderen scheinen könnte.
So stehen die Damen und Herren Politiker zu ihren Worten. Erst tönen sie jahrelang, dass die arbeitende Bevölkerung durch die kalte Progression unverhältnis stark betroffen wäre und dass man die Leistungserbringer in unserer Gesellschaft endlich mal entlasten müsse.
Jetzt streicht man mit einer Handbewegung diese Pläne mit der Begründung, die Banken und das gemeinsame Europa wären wichtiger und die Milliarden dort auszugeben, sei alternativlos...
Wenn es darum geht, in Deutschland ein paar Schulen zu sanieren oder Kindertagesstätten einzurichten, dann fehlt das Geld angeblich, dabei sind es doch nur 5 Milliarden, die dafür nötig wären und keine 200 Mrd, die wir jetzt für die Banken und Europa ausgeben werden.
Wenn diese Politik für die nächsten Jahre keinen angemessenen Mittelweg findet, um "behutsam" den Haushalt in den Griff zu bekommen (Subventionsabbau, Abbau von Steuervergünstigungen, Einführung einer Finanzmarktsteuer), sondern wieder mal die Leistungserbringer und die Ärmsten schröpft, wird es einen dicken Denkzettel bei den nächsten Wahlen geben.
Ich schüttle den Kopf und sage: Da kann man sich nur wundern...
dass dem medizinisch-industriellen Komplex *noch mehr* Geld zugeführt werden wird. Und es war klar, dass die Beamten wie seit eh und je zu verhindern wissen, dass sie an der Finanzierung beteiligt werden. Eine Steuerfinanzierung wurde allein deshalb verhindert, und allein deshalb werden die sogenannten 'Besserverdiener' unter den Nichtbeamten *noch mehr* zur Kasse gebeten.
3750€ Brutto beträgt derzeit die Beitragsbemessungsgrenze, davon bleiben einem kinderlosen Single rund 2.200€ Netto - wenn er kein Beamter ist, der hat bei gleichem Brutto nämlich ca. 2.800€ (200€ Privatversicherungsanteil angenommen).
er seine Pension seit eh und je. Man soll doch nicht immer nur Teilrechnungen aufmachen. - Dann bitte ich um eine Erklärung dazu, daß die Besserverdiener unter den Nichtbeamten stärker geschröpft werden, die Besserverdiener unter den Beamten jedoch nicht. -
Gesundheit/Pharmaindustrie wird derartig viel an Transfergeldern aus dem Steuertopf gepumpt, daß Herr Schäuble hier ruhig einmal aufräumen könnte, ohne daß der Versicherte auch nur einen € mehr an Beitrag leisten müßte, ganz im Gegenteil (z. B. nur: hier doppelte Kosten für ein Medikament als dort im Ausland). Es rechnet sich wirklich prima für die Pharmaindustrie, wenn den Rentnern weder die Rente noch der Zuschuß in die Rentenkasse gekürzt wird, damit gerade dort massiv durch Beitragserhöhungen und Medikamentenkosten zugelangt werden kann; auch Umverteilung. - Bei HartzIV wüßte ich gerne genauer, wo dort Milliardenbeträge gespart werden können. - Und die Oberzocker, die uns alles eingebrockt haben? Die Milliardäre und Millionäre? -
er seine Pension seit eh und je. Man soll doch nicht immer nur Teilrechnungen aufmachen. - Dann bitte ich um eine Erklärung dazu, daß die Besserverdiener unter den Nichtbeamten stärker geschröpft werden, die Besserverdiener unter den Beamten jedoch nicht. -
Gesundheit/Pharmaindustrie wird derartig viel an Transfergeldern aus dem Steuertopf gepumpt, daß Herr Schäuble hier ruhig einmal aufräumen könnte, ohne daß der Versicherte auch nur einen € mehr an Beitrag leisten müßte, ganz im Gegenteil (z. B. nur: hier doppelte Kosten für ein Medikament als dort im Ausland). Es rechnet sich wirklich prima für die Pharmaindustrie, wenn den Rentnern weder die Rente noch der Zuschuß in die Rentenkasse gekürzt wird, damit gerade dort massiv durch Beitragserhöhungen und Medikamentenkosten zugelangt werden kann; auch Umverteilung. - Bei HartzIV wüßte ich gerne genauer, wo dort Milliardenbeträge gespart werden können. - Und die Oberzocker, die uns alles eingebrockt haben? Die Milliardäre und Millionäre? -
Raus aus dem Euro! Leider können sich nur noch ganz wenige Senioren an die Unruhen und Währungsturbulenzen der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts erinnern. Am Ende hatten wir Not und Elend auf den Straßen und einen Herrn Namens Hitler, der uns als politischer Rattenfänger in den Untergang geführt hat. Wir müssen eine Wiederholung verhindern! Leider sind die Politiker völlig paralysiert und laufen sehenden Auges in die Katastrophe. Die Sparpakete sind keine Lösung, es geht um eine strukturelle Krise. Die Südländer sind nicht wettbewerbsfähig und werden immer stärker der wirtschaftlichen Entwicklung von Deutschland hinterher hinken. Ohne Abwertung, die nur bei einem Austritt aus dem Euro praktikabel ist, gibt es Revolten! Und das zu Recht. Auch Deutschlands Bevölkerung empfindet die massiven Transferleistungen in den Süden als Ausplünderung. rettet Europa - weg mit dem Euro
im Jahr 2010 gegenüber 2005. Das sollte doch wohl reichen lieber Staat. Kein Bürger hatte einen solchen Einkommenszuwachs.
zumal dann noch das Lohndumping hinzu kommt bei gleichzeitigen Steuersenkungen bzw. Steuerverzicht und Sozialversicherungsabgabensenkungen (Stichwort sogenannte Lohnnebenkosten) für Arbeitgeber und Finanzwirtschaft mit einbezieht.
Die 30% mehr hat WER bezahlt? Die entlastete Wirtschaft wohl kaum.
Statt jetzt das Rad wieder zurückzudrehen und sich das fehlende Geld dort zu holen, wo es gelandet ist, sollen diejenigen, die schon geschröpft wurden und werden, weiter geschröpft werden.
Einkommensteuer und Körperschaftssteuer machen derzeit rund 9 Mrd aus, Lohn- und Verbrauchssteuern weit über 3/4 des Steueraufkommens. Aber die Wirtschaft jammert immer noch und will weitere Senkungen und noch geringere Anteile am Sozialversicherungsanteil zahlen, statt endlich vernünftige Löhne und Gehälter.
zumal dann noch das Lohndumping hinzu kommt bei gleichzeitigen Steuersenkungen bzw. Steuerverzicht und Sozialversicherungsabgabensenkungen (Stichwort sogenannte Lohnnebenkosten) für Arbeitgeber und Finanzwirtschaft mit einbezieht.
Die 30% mehr hat WER bezahlt? Die entlastete Wirtschaft wohl kaum.
Statt jetzt das Rad wieder zurückzudrehen und sich das fehlende Geld dort zu holen, wo es gelandet ist, sollen diejenigen, die schon geschröpft wurden und werden, weiter geschröpft werden.
Einkommensteuer und Körperschaftssteuer machen derzeit rund 9 Mrd aus, Lohn- und Verbrauchssteuern weit über 3/4 des Steueraufkommens. Aber die Wirtschaft jammert immer noch und will weitere Senkungen und noch geringere Anteile am Sozialversicherungsanteil zahlen, statt endlich vernünftige Löhne und Gehälter.
Der Privathaushalt führt, wenn die Finanzen zu entgleisen drohen, ein Haushaltsbuch, von allen Experten wird sowas empfohlen. Ich möchte gerne die Haushaltsbücher des Bundes und der 16 Bundesländer sehen, detailliert mit Einnahmen und Ausgaben, mit Subventionen und Steuererleichterungen, mit Vergünstigungen und Abschreibungen, heruntergebrochen auf - sagen wir mal - 100.000,- Euro-Einheiten.
Das geht nicht, weil alles zu kompliziert und zu detailliert geregelt ist?
Dann macht doch das Steuerrecht drastisch einfacher, verdammte Hacke, es braucht ja nicht gleich ein Bierdeckel zu sein, ein bis zwei DIN-A4-Seiten wären ein guter Anfang!
An die Arbeit, Volksvertreter!
zumal dann noch das Lohndumping hinzu kommt bei gleichzeitigen Steuersenkungen bzw. Steuerverzicht und Sozialversicherungsabgabensenkungen (Stichwort sogenannte Lohnnebenkosten) für Arbeitgeber und Finanzwirtschaft mit einbezieht.
Die 30% mehr hat WER bezahlt? Die entlastete Wirtschaft wohl kaum.
Statt jetzt das Rad wieder zurückzudrehen und sich das fehlende Geld dort zu holen, wo es gelandet ist, sollen diejenigen, die schon geschröpft wurden und werden, weiter geschröpft werden.
Einkommensteuer und Körperschaftssteuer machen derzeit rund 9 Mrd aus, Lohn- und Verbrauchssteuern weit über 3/4 des Steueraufkommens. Aber die Wirtschaft jammert immer noch und will weitere Senkungen und noch geringere Anteile am Sozialversicherungsanteil zahlen, statt endlich vernünftige Löhne und Gehälter.
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