SPD-Fraktionsvize Jäger "Wir werden mit allen sprechen"
Die NRW-SPD will sich von der FDP nichts diktieren lassen. Vorbedingungen für eine Ampel lehnt Hannelore Krafts Stellvertreter Ralf Jäger im Interview ab.
ZEIT ONLINE: Herr Jäger, FDP-Landeschef Andreas Pinkwart hat die Tür zur Ampelkoalition ein wenig geöffnet, indem er von SPD und Grünen eine Distanzierung von der Linkspartei verlangte. Wird die SPD durch den Spalt schlüpfen?
Ralf Jäger: Die Frage ist nicht, ob wir irgendwo durchschlüpfen oder nicht. Sondern ob die FDP bereit ist, bestimmte Inhalte mitzutragen.
ZEIT ONLINE: Welche Inhalte sind für Sie in einer Koalition nicht verhandelbar?
Jäger: Ich will hier keine Bedingungen formulieren. Aber jeder kennt unsere Themen aus dem Wahlkampf: unsere Schwerpunkte in der Bildungs-, Arbeits- und Sozialpolitik. Es ist gut, dass die FDP Handlungsbereitschaft zeigt. Aber ich erwarte nicht, dass sie sich über Nacht um 180 Grad wendet. Wir sprechen jetzt erst mal mit den Grünen. Dann gibt es eine gemeinsame Einladung an die FDP für ein Gesprächsangebot.
ZEIT ONLINE: Akzeptieren Sie die Vorbedingung der FDP für dieses Gespräch?
Jäger: Wir sprechen mit allen. Ohne die SPD wird es in NRW keine Regierung geben. Noch mal: Ich finde es gut, wenn die FDP sich bewegt. Aber wir lassen uns nichts aufdiktieren. Es kommt auf die Inhalte an.
ZEIT ONLINE: Da liegen SPD und Linkspartei bekanntlich näher beisammen als SPD und FDP. Hand aufs Herz: Haben Sie sich nicht längst insgeheim für diese Option – eine linke Koalition mit Grünen und Linkspartei – entschieden?
Jäger : Wir haben nichts ausgeschlossen. Wir werden mit jedem reden und schauen, was sich herauskristallisiert. Wir sind wirklich noch nicht festgelegt. Das sage ich Ihnen ganz offen.
ZEIT ONLINE: Wie findet man nun heraus, ob die Linke regierungsfähig ist, was Frau Kraft im Wahlkampf ja oft bestritten hat?
Jäger: Indem man miteinander redet. Es hat bisher noch keinerlei Gespräche gegeben. Das wird sich jetzt ändern. Aber seien Sie sicher: Wir wollen und werden das Land stabil regieren und lassen uns auf kein Vabanquespiel ein.
ZEIT ONLINE: Stabil, das klingt eher nach Großer Koalition. Warum suchen Sie denn nicht mal das Gespräch mit der CDU, statt nur übereinander zu sprechen?
Jäger: Die erste Gesprächsrunde, die heute Abend beginnt, gehört den Grünen. Da entwerfen wir einen gemeinsamen Fahrplan für alles weitere. Irgendwann, vermutlich nächste Woche, werden wir mit der CDU reden, die sich ja erst mal gemütlich zurückgelehnt hat. Das wird eine seltsame Gesprächsatmosphäre mit Jürgen Rüttgers, der offenbar nur noch für den Übergang herhalten muss.
ZEIT ONLINE: Schließen Sie aus, dass die SPD am Ende einen CDU-Ministerpräsidenten kürt, wenn sich die Euphorie vom Wahlabend gelegt hat?
Jäger: Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir in eine Koalition gehen, die von der CDU geführt wird, die mit über zehn Prozentpunkten Verlust abgewählt worden ist.
Die Fragen stellte Michael Schlieben
- Datum 11.05.2010 - 18:28 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 8
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entfernt.
Wir möchten Sie freundlichst bitten, sich um eine höfliche und angemessene Wortwahl zu bemühen und Ihre Kritk in sachlicher Art und Weise zu äußern. Danke. Die Redaktion/km
egal was die SPD macht, hier im forum, in der presse und beim politischen gegner haben doch alle schon die msser gewetzt. wie die koalition am ende auch immer aussieht, frau kraft wird in der luft zerrissen.
die linke will auf einmal unbedingt mit der SPD regieren, obwohl sie sonst kein gutes haar an ihr lässt. -ähnlich wie in diesem forum übrigens-
die CDU hat der linken eine nie dagewesene mediale aufmerksamkeit geschenkt und kann jetzt nicht akzeptieren, dass die linke in den landtag gekommen ist, obwohl man in diesem fall mit dem untergang des abendlandes gedrdoht hat.
die FDP biedert sich jetzt als steigbügelhalter an nur um ihre unabhängigkeit von der union zu demonstrieren.
was ein schauspiel. schade, dass es nicht für rot-grün gereicht hat. jetzt hat frau kraft die wahl zwischen pest und kolera
entweder die FDP ind boot holen, um sich diesen ganzen albernen kraftilanti-quatsch zu ersparen obwohl man mit denen gar nichts teilt, oder aber mit der linken. mit denen teilt man zwar einen großteil der inhalte, muss sich aber pausenlos beschimpfen lassen.
glück auf liebe hanelore. ich hoffe du tust das richtige
(wenn das überhaupt möglich ist)
Das politische Lagerdenken ist doch spätestens seit der schwarz-grünen Koalition überfällig geworden. Früher oder später muss sich die SPD für andere Koalitionspartner öffnen, um regieren zu können. Je früher desto besser. Wenn am Sonntag SPDler jubelten, "Rot-Grün ist zurück", dann ist das halt nur die halbe Wahrheit. Denn für die Regierung reicht es nicht und "Schwarz-Grün" ist ebenso stark.
Das Ergebnis aus Nordrhein-Westfalen habe die Trendwende für die SPD eingeläutet und gezeigt, dass die Partei wieder Tritt gefasst habe. Mit dieser Einschätzung wartete kein geringerer als der Parteivorsitzende der SPD Gabriel auf.
Das Wahlergebnis der SPD, ihr Umgang damit und das Verhaltensmuster der SPD-Spitze gegenüber potenziellen Koalitionspartnern sprechen jedoch nicht für eine "Trendwende", sondern für die Fortsetzung eines unheilvollen Trends.
http://www.wirtschaftundg...
"Wir sprechen mit allen."
"...ob wir irgendwo durchschlüpfen oder nicht. "
"Hand aufs Herz:.."
"...wenn die FDP sich bewegt. "
"Das sage ich Ihnen ganz offen."
"Da entwerfen wir einen gemeinsamen Fahrplan."
aber dennoch hat sie die Wahl gewonnen. Es gehört leider zum Usus auch der SPD, die Realitäten einfach zu eigenen Gunsten umzuinterpretieren. Es ist ja nicht so, als hätte nicht auch die SPD an Stimmen verloren, letztlich ist sie in der einstigen SPD-hochburg NRW genauso abgestraft worden, wie die Konservativen, nur dass bei ihnen die Fallhöhe dank früherer Verluste nicht mehr so hoch war.
Die Arroganz, mit der Frau Kraft nun ein Amt einfordert, dass ihr laut Wahlergebnis zunächst mal gar nicht zusteht, ist verblüffend. Das Amt erhalten wird sie aber wohl nur, wenn sie sich auf das Abenteuer Rot-Rot-Grün einlässt, die CDU kann zur Not die Option Koch ziehen und Neuwahlen anstreben, hat also keinen Grund, freiwillig auf das Amt zu verzichten. es sei denn, man knickt ein, um Rot-Rot-Grün zu verhindern (was ich lobenswert fände, aber wiederum der CDU nicht zutraue)
Schade nur, dass die Grünen, die als einzige Partei einen klaren inhaltlichen Wahlkampf geführt und damit einen Maßstab gesetzt haben, den man schon lange verloren glaubte, wahrscheinlich am Ende wieder die Dummen sein werden.
Verlierer werden dann so richtig peinlich, wenn sie sich wie Sieger benehmen. Statt sich in die Rolle des Zweiten, mit starkem Fundament zu begeben, versucht die SPD nun eine Regierung zusammen zu schustern, die, egal ob Rot-Rot-Grün, oder Rot-Gelb-Grün zum Scheitern verurteilt ist. Was ist das für ein Politikverständnis, man redet mit den Neoliberalen von der FDP, aber eine Koalition mit Marxisten und Trotzkisten schliesst man deswegen nicht aus. Die Bandbreite der "Volkspartei" SPD nimt langsam unheimliche Formen an. Die einzigst wahre demokratische Lösung, die möglich wäre, schliesst Herr Jäger ja aus, eine grosse Koalition mit der SPD als Juniorpartner.
Zugegeben, bei dieser Konstelation blieben die draussen, die wirklich nennenswerte Gewinne zu verbuchen haben, aber 12% für die GRÜNEN mag für die ein beachtliches Ergebnis sein, aber es heisst auch im Umkehrschluß, 88% haben anders gewählt. Bei diesr Wahl gibt es keine tatsächlichen Gewinner, ausser den Wählern vielleicht selbst , sie haben niemanden zweifelsfrei bestimmt, dieses Land zu führen und damit den Politikern einen Grund gegeben, mal in sich zu gehen und über den Begriff Volksvertreter ernsthaft nach zu denken.
Moin,
vorab, an die "Marxisten und Trotzkisten", wie sie sagten, sollten Sie sich besser gewöhnen, die Leninisten uns Stalinisten haben Sie übrigens vergessen aufzuzählen, die gehören zum richtigen Feindbild mit dazu. Nein, in jedem europäischen Staat, der nicht vom Mehrheitswahlrecht geprägt ist, gibt es eine weit linke Partei, das Abendland war dadurch noch nicht in seinen Grundfesten erschüttert. Wir haben und bekommen überall fünf Parteien, das verändert Koalitionsverhandlungen.
Es gehört, und damit zum eigentlichen Thema, zum guten politischen Brauch, mit allen zu reden, die an einer Koalition beteiligt sein könnten. Die SPD hat zumindest begonnen ihre Gespräche zu planen, die CDU scheint noch in einer Schockstarre zu sein. Natürlich kann und soll auch die CDU solche Gespräche führen, sie muss damit nur anfangen. Letztlich bildet der eine Regierung, der eine entsprechende Koalition bilden kann. Das muss nicht immer die stärkste Fraktion sein, es gibt genügend andere Beispiele.
Es gibt derzeit noch viele andere Möglichkeiten einer Koalition, die Farben haben Sie ja säuberlich aufgezählt, auch die CDU kann solche Koalitionen hinter sich vereinigen. Es ist eben nicht gesagt, dass eine Große Koalition prinzipiell die beste Lösung ist, nicht einmal die einfachste, auch wenn sie rechnerisch so herrlich bequem ist.
Auch ich könnte also fast alles, was Jäger gesagt hat, unterschreiben. Und mal ehrlich, die CDU würde im umgekehrten Falle genau so sprechen.
Beste Grüße
Grabert
Moin,
vorab, an die "Marxisten und Trotzkisten", wie sie sagten, sollten Sie sich besser gewöhnen, die Leninisten uns Stalinisten haben Sie übrigens vergessen aufzuzählen, die gehören zum richtigen Feindbild mit dazu. Nein, in jedem europäischen Staat, der nicht vom Mehrheitswahlrecht geprägt ist, gibt es eine weit linke Partei, das Abendland war dadurch noch nicht in seinen Grundfesten erschüttert. Wir haben und bekommen überall fünf Parteien, das verändert Koalitionsverhandlungen.
Es gehört, und damit zum eigentlichen Thema, zum guten politischen Brauch, mit allen zu reden, die an einer Koalition beteiligt sein könnten. Die SPD hat zumindest begonnen ihre Gespräche zu planen, die CDU scheint noch in einer Schockstarre zu sein. Natürlich kann und soll auch die CDU solche Gespräche führen, sie muss damit nur anfangen. Letztlich bildet der eine Regierung, der eine entsprechende Koalition bilden kann. Das muss nicht immer die stärkste Fraktion sein, es gibt genügend andere Beispiele.
Es gibt derzeit noch viele andere Möglichkeiten einer Koalition, die Farben haben Sie ja säuberlich aufgezählt, auch die CDU kann solche Koalitionen hinter sich vereinigen. Es ist eben nicht gesagt, dass eine Große Koalition prinzipiell die beste Lösung ist, nicht einmal die einfachste, auch wenn sie rechnerisch so herrlich bequem ist.
Auch ich könnte also fast alles, was Jäger gesagt hat, unterschreiben. Und mal ehrlich, die CDU würde im umgekehrten Falle genau so sprechen.
Beste Grüße
Grabert
Moin,
vorab, an die "Marxisten und Trotzkisten", wie sie sagten, sollten Sie sich besser gewöhnen, die Leninisten uns Stalinisten haben Sie übrigens vergessen aufzuzählen, die gehören zum richtigen Feindbild mit dazu. Nein, in jedem europäischen Staat, der nicht vom Mehrheitswahlrecht geprägt ist, gibt es eine weit linke Partei, das Abendland war dadurch noch nicht in seinen Grundfesten erschüttert. Wir haben und bekommen überall fünf Parteien, das verändert Koalitionsverhandlungen.
Es gehört, und damit zum eigentlichen Thema, zum guten politischen Brauch, mit allen zu reden, die an einer Koalition beteiligt sein könnten. Die SPD hat zumindest begonnen ihre Gespräche zu planen, die CDU scheint noch in einer Schockstarre zu sein. Natürlich kann und soll auch die CDU solche Gespräche führen, sie muss damit nur anfangen. Letztlich bildet der eine Regierung, der eine entsprechende Koalition bilden kann. Das muss nicht immer die stärkste Fraktion sein, es gibt genügend andere Beispiele.
Es gibt derzeit noch viele andere Möglichkeiten einer Koalition, die Farben haben Sie ja säuberlich aufgezählt, auch die CDU kann solche Koalitionen hinter sich vereinigen. Es ist eben nicht gesagt, dass eine Große Koalition prinzipiell die beste Lösung ist, nicht einmal die einfachste, auch wenn sie rechnerisch so herrlich bequem ist.
Auch ich könnte also fast alles, was Jäger gesagt hat, unterschreiben. Und mal ehrlich, die CDU würde im umgekehrten Falle genau so sprechen.
Beste Grüße
Grabert
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