Umfrage Rot-Grün liegt in NRW vor Schwarz-Gelb

Am Sonntag wird in Nordrhein-Westfalen ein neuer Landtag gewählt. Einer Umfrage zufolge sinken die Chancen für den Fortbestand der amtierenden Koalition aus CDU und FDP.

Drei Tage vor der Landtagswahl muss die amtierende Regierung um ihre Wiederwahl bangen: In einer Umfrage für die Online-Ausgabe des Magazins Stern kommt Rot-Grün auf 47 Prozent. Eine Koalition aus CDU und FDP würde demnach nur 43 Prozent erreichen und ihre Mehrheit verlieren .

Das beauftragte Institut Forsa ermittelte, dass momentan 37 Prozent der Wahlberechtigten für die CDU von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers stimmen wollen. Der Bündnispartner FDP kann demnach mit sechs Prozent rechnen. Die SPD könnte ebenfalls auf 37 Prozent kommen, die Grünen auf zehn Prozent. Die Linke liegt in der Umfrage bei fünf Prozent und würde damit erstmals den Sprung in den Landtag schaffen.

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Im Fall eines solchen Wahlergebnisses müsste Rüttgers um seine Macht zittern. Denn auch die viel diskutierte Koalition mit den Grünen verfügte mit 47 Prozent über keine Mehrheit. Allenfalls eine Große Koalition erscheint für ihn im Rahmen des Möglichen (zusammen 74 Prozent). Ebenfalls eine klare Mehrheit hätte ein rot-rot-grünes Bündnis mit 52 Prozent. Theoretisch denkbar wäre auch eine rot-grüne Regierung unter Tolerierung der Linken.

Könnten die Nordrhein-Westfalen ihren Ministerpräsidenten direkt wählen, würden sich nur noch 41 Prozent für Rüttgers entscheiden. Bei der jüngsten Forsa-Umfrage in der vorletzten April-Woche hatte er noch bei 47 Prozent gelegen. Seine Herausforderin Hannelore Kraft (SPD) steigt auf 38 Prozent – 5 Prozentpunkte mehr als vor zwei Wochen.

Forsa-Chef Manfred Güllner sagte stern.de , die Griechenland-Krise sei für die Nordrhein-Westfalen zum alles beherrschenden Thema geworden. Sie habe zu einer großen Verunsicherung der Wähler geführt. Profitieren würde vor allem die SPD, die viele Oppositionsstimmen auf sich bündeln könne. Auf Landesebene spiele höchstens noch die Bildungspolitik eine Rolle.

Güllner wies aber darauf hin, dass bis zum Sonntag immer noch aktuelle Ereignisse wie die Steuerschätzung oder die durch die Griechenland-Hilfe ausgelösten Ängste die Entscheidung der Wähler beeinflussen können. Für die Umfrage befragte sein Institut zwischen Montag und Mittwoch 1005 repräsentativ ausgewählte Menschen. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei 3 Prozentpunkten.

 
Leser-Kommentare
  1. Zitat: " Forsa-Chef Manfred Güllner sagte stern.de, die Griechenland-Krise sei für die Nordrhein-Westfalen zum alles beherrschenden Thema geworden. Sie habe zu einer großen Verunsicherung der Wähler geführt. Profitieren würde vor allem die SPD, die viele Oppositionsstimmen auf sich bündeln könne."

    Da haben SPD und Grüne im Jahr 2000 in Regierungsverantwortung höchst fahrlässig wissend in kauf genommen, dass mit Griechenland ein Wackelkandidat Teil der Eurozone wird.

    Und nun, wo das System auseinander fliegt, weil Griechenland Teil der Eurozone ist, profitiert die SPD davon politisch.

    So wird schlechte Politik belohnt.

    Damit können wir den Euro abschreiben. Dieses Signal wird an den Finanzmärkten verstanden. Bald wird nicht nur auf eine Insolvenz von Griechenland spekuliert, bald wird davon ausgegangen, dass der Euro knallt.

    Wer gibt dem Euro noch mehr als 5 Jahre?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Sehr naiv, wegen der momentanen Krisen, die ja auch zu einem nicht geringen Teil, US-Amerikanischen - und Britischen Ursprungs sind, den Untergang zu befürchten (oder herbeizusehnen).
    Währungen haben schon schlimmeres überlebt.

    ... wird das System so bald nicht, und schon gar nicht um Griechenlands willen.
    Die Politik könnte dem Finanzwesen sehr wohl Paroli bieten und zeigen, wer eigentlich Herr im Hause ist (im Moment, zugegeben, die Hochfinanz).
    Erinnern Sie sich noch, wie klein (mit Hut) die betreffenden Bankherren vor nicht so langer Zeit noch bei "der Politik" antichambrierten und sich auf Staatskosten -also auch von Ihren ...hoffentlich ehrlich gezahlten... Steuergeldern alimentieren ließen?
    Wenn jetzt dieselbe Branche, gegen alle politischen und bürgerlichen Interessen, ent- und geschlossen _gegen den Euro_ spekuliert, dann sollte das ganz schlicht als Straftat gebrandmarkt werden, oder jedenfalls endlich mit so hohen (Spekulations-)Steuern belegt werden, dass den Herrschaften in Zürich, London, Frankfurt, New York die Lust dran vergeht.

    • 2eco
    • 06.05.2010 um 15:13 Uhr

    Wieso vergleichen Sie Rot-Grüne Politik mit der Währungspolitik in der EU? Das steht in keinem Zusammenhang. Viele denken hier viel zu regional.

    Dazu muss man bedenken, dass die Währungsunion schon unter der Regierung von Kohl gegründet wurde.

    Griechenland wurde auch nicht durch Deutschland in die Währungsunion bestellt, sondern dass war ein Beschluss von der gesamten EU. Dieser Beschluss basierte auf einer Prüfung der unabhängigen EZB.

    Also entweder wurde nicht richtig geprüft, die Zahlen wurden verschleiert oder Griechenland hat sich erst danach in den Abgrund gestürzt. Das ist aber in diesem Kontext auch ganz egal.

    Brav, Julia09... gut mitgelesen bei Bild und deren Anti-Griechenland-Hetze (und jetzt zur NRW-Wahl natürlich auch Anti-SPD-Hetze) verinnerlicht! Schon mal etwas von den in den 90er Jahren politisch Verantwortlichen gehört namens Kohl & Waigel? Die haben massgeblich eine Währungsunion mitgezimmert, die jetzt keinerlei Krisenbewältigungsprozedere enthält (z.B. Europ. Währungsfonds o.ä.). Wenn schon in der Polithistorie nachsehen, dann bitte an der richtigen Stelle. Die CDU/FDP-Kohlregierung der 90er sind die wahren Nichtkönner. Übrigens, der Euro-Kurs war in den vergangenen Jahren immer mal bei 1,20 bis 1,25 USD und da hat keiner gleich gejammert. 2001 lag er mal bei ca. 0,80 US Dollar... und ? Die Griechenlandkrise ist in erster Linie ein Folge massiver Spekulationen und Zockereien der großen US- und GB-Hedgefonds !

    Sehr naiv, wegen der momentanen Krisen, die ja auch zu einem nicht geringen Teil, US-Amerikanischen - und Britischen Ursprungs sind, den Untergang zu befürchten (oder herbeizusehnen).
    Währungen haben schon schlimmeres überlebt.

    ... wird das System so bald nicht, und schon gar nicht um Griechenlands willen.
    Die Politik könnte dem Finanzwesen sehr wohl Paroli bieten und zeigen, wer eigentlich Herr im Hause ist (im Moment, zugegeben, die Hochfinanz).
    Erinnern Sie sich noch, wie klein (mit Hut) die betreffenden Bankherren vor nicht so langer Zeit noch bei "der Politik" antichambrierten und sich auf Staatskosten -also auch von Ihren ...hoffentlich ehrlich gezahlten... Steuergeldern alimentieren ließen?
    Wenn jetzt dieselbe Branche, gegen alle politischen und bürgerlichen Interessen, ent- und geschlossen _gegen den Euro_ spekuliert, dann sollte das ganz schlicht als Straftat gebrandmarkt werden, oder jedenfalls endlich mit so hohen (Spekulations-)Steuern belegt werden, dass den Herrschaften in Zürich, London, Frankfurt, New York die Lust dran vergeht.

    • 2eco
    • 06.05.2010 um 15:13 Uhr

    Wieso vergleichen Sie Rot-Grüne Politik mit der Währungspolitik in der EU? Das steht in keinem Zusammenhang. Viele denken hier viel zu regional.

    Dazu muss man bedenken, dass die Währungsunion schon unter der Regierung von Kohl gegründet wurde.

    Griechenland wurde auch nicht durch Deutschland in die Währungsunion bestellt, sondern dass war ein Beschluss von der gesamten EU. Dieser Beschluss basierte auf einer Prüfung der unabhängigen EZB.

    Also entweder wurde nicht richtig geprüft, die Zahlen wurden verschleiert oder Griechenland hat sich erst danach in den Abgrund gestürzt. Das ist aber in diesem Kontext auch ganz egal.

    Brav, Julia09... gut mitgelesen bei Bild und deren Anti-Griechenland-Hetze (und jetzt zur NRW-Wahl natürlich auch Anti-SPD-Hetze) verinnerlicht! Schon mal etwas von den in den 90er Jahren politisch Verantwortlichen gehört namens Kohl & Waigel? Die haben massgeblich eine Währungsunion mitgezimmert, die jetzt keinerlei Krisenbewältigungsprozedere enthält (z.B. Europ. Währungsfonds o.ä.). Wenn schon in der Polithistorie nachsehen, dann bitte an der richtigen Stelle. Die CDU/FDP-Kohlregierung der 90er sind die wahren Nichtkönner. Übrigens, der Euro-Kurs war in den vergangenen Jahren immer mal bei 1,20 bis 1,25 USD und da hat keiner gleich gejammert. 2001 lag er mal bei ca. 0,80 US Dollar... und ? Die Griechenlandkrise ist in erster Linie ein Folge massiver Spekulationen und Zockereien der großen US- und GB-Hedgefonds !

  2. Sehr naiv, wegen der momentanen Krisen, die ja auch zu einem nicht geringen Teil, US-Amerikanischen - und Britischen Ursprungs sind, den Untergang zu befürchten (oder herbeizusehnen).
    Währungen haben schon schlimmeres überlebt.

    Antwort auf "Phänomenal"
    • CM
    • 06.05.2010 um 14:46 Uhr

    Dafür würde sprechen, daß Frau Merkel wieder einmal nicht geführt sondern abgewartet hat, und das Warten an sich war schon Teil des Fehlers und ist mit verantwortlich für den derzeitigen Kurs des Euro - das lange Zögern spielte den Spekulanten bestens in die Hände, wahrscheinlich besser als sie es erwartet hatten.

    Dafür würde ebenfalls sprechen, daß Frau Merkel entgegen zahlreicher vollmundiger Ankündigungen absolut nichts unternommen hat, um die Spekulanten, die Banken und sonstige Profiteure der Krise an die kurze Leine zu nehmen.

    Dagegen spricht, daß Rüttgers als "Landesvater" und "Arbeiterführer" sich weder geschickt noch klug noch anständig verhalten hat. In diesem hohen Amt Geld für Auftritte zu nehmen und andere Chance zu nutzen, illegal an Parteispenden zu kommen, hätte an sich schon für einen Rücktritt gereicht - oder für mehrere.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Vielmehr ist "Griechenland" in Wählers Augen der überdeutliche Beweis dafür, dass nicht mehr der Bürger, über die von ihm gewählte Regierungen, selbst über sein Wohl und Wehe bestimmen kann. Aus Sicht eines aufmerksamen Beobachters der Vorläufe zur griechischen Tragödie und der Ursachen, ergibt sich als Resultat die Feststellung, dass dort stets nur im Sinne des dortigen Establishments gehandelt wurde, zum Nachteil der Bürger, die das Ganze nun auszubaden haben.
    Das es bei uns durchaus Parallelen und ähnliche Strömungen gibt, wo zur stetigen Umverteilung des BSP von unten nach oben, die politischen Weichen zum Nachteil des Gros' der Bürger gestellt sind, wird hierzulande immer mehr Wählern klar und klarer! Die Lügenmärchen anlässlich von Wahlen werden immer fulminanter und die Nichteinhaltung derselben, nach gewonnener Wahl, immer dreister.

    Otto Normal-Wähler hat einfach die Schnauze voll vom verlogenen Gewäsch machtgeiler Politfuzzies und der von diesen "machtvoll" betriebenen, bedrohlichen gesellschaftlichen Spaltung in Reich und Arm. Das unsere Regierung dies nicht aus eigenem Antrieb heraus tut, sondern gesteuert von einer Art Lobbykratie, setzt dem Ganzen die Spitze auf. Da liegen die eigentlichen Ursachen für den Verdruss der Nichtwähler einerseits und dem Frust über die Politik der aktuellen Machthaber andererseits.

    "Griechenland" zeigt dem Bürger nur schon wieder einmal auf, wer in der EU bzw. unserem Lande bestimmt wo es lang zu gehen hat: Banken und Spekulanten!

    Vielmehr ist "Griechenland" in Wählers Augen der überdeutliche Beweis dafür, dass nicht mehr der Bürger, über die von ihm gewählte Regierungen, selbst über sein Wohl und Wehe bestimmen kann. Aus Sicht eines aufmerksamen Beobachters der Vorläufe zur griechischen Tragödie und der Ursachen, ergibt sich als Resultat die Feststellung, dass dort stets nur im Sinne des dortigen Establishments gehandelt wurde, zum Nachteil der Bürger, die das Ganze nun auszubaden haben.
    Das es bei uns durchaus Parallelen und ähnliche Strömungen gibt, wo zur stetigen Umverteilung des BSP von unten nach oben, die politischen Weichen zum Nachteil des Gros' der Bürger gestellt sind, wird hierzulande immer mehr Wählern klar und klarer! Die Lügenmärchen anlässlich von Wahlen werden immer fulminanter und die Nichteinhaltung derselben, nach gewonnener Wahl, immer dreister.

    Otto Normal-Wähler hat einfach die Schnauze voll vom verlogenen Gewäsch machtgeiler Politfuzzies und der von diesen "machtvoll" betriebenen, bedrohlichen gesellschaftlichen Spaltung in Reich und Arm. Das unsere Regierung dies nicht aus eigenem Antrieb heraus tut, sondern gesteuert von einer Art Lobbykratie, setzt dem Ganzen die Spitze auf. Da liegen die eigentlichen Ursachen für den Verdruss der Nichtwähler einerseits und dem Frust über die Politik der aktuellen Machthaber andererseits.

    "Griechenland" zeigt dem Bürger nur schon wieder einmal auf, wer in der EU bzw. unserem Lande bestimmt wo es lang zu gehen hat: Banken und Spekulanten!

  3. Dies bedeutet, dass Rüttgers und die CDU jetzt am meisten Profitiert, falls die Linken es in den Landtag schaffen.
    Die CDU hat zwar dieses Jahr Pech, dass sich viele Denkzettelwähler zur SPD abwenden, allerdings haben Koch und Rüttgers die ganzen Schröderjahre genau mit diesen Denkzettel-gegen-Berlin-Aktionen ihre Mehrheiten gesichert. Daher hält sich mein Mitleid hier in Grenzen, obwohl ein Herr Rütgers wahrlich wenig für die griechischen Schuldenprobleme und die "Politik der scheintoten Hand" von Frau Merkel kann.

  4. Rot-grün liegt vor schwarz-gelb. Das heißt allerdings überhaupt nichts. Gewählt wird erst in drei Tagen, und vielleicht siegt ja bis dahin bei einigen Zeitgenossen in NRW noch die Vernunft. Die Bilanz von rot-grün in NRW bis vor fünf Jahren war ja nicht besonders rosig. Das sollte am Sonntag nicht vergessen werden.

  5. Ob die möglicherweise verlorengehende Landtagswahl in NRW ausreicht, um die Schwarz-gelben in eine wurzelnahe Erneuerung zu schicken - ich habe da große Zweifel.

    Meiner Schätzung nach rührt sich da zum Wohle des allgemeinen Volkes erst dann was, wenn die nächsten 10 Wahlen (Bund / Länder) deutlich in die "Hose" gehen.

    Danach bedürfte es einer Reihe von Verurteilungen (Gefängnis und Schadensersatz aus dem Privatvermögen) und dann erst mal einer betreuten und kontrollierten Wiedergenesung.

    Erst dann, in neuem geläuterten Glanz erstarkt, könnten sie sich dem Volke wieder als deren glaubwürdige Vertreter anbieten.

    M. E. gilt dies für die Roten partiell ebenso.

    Regieanweisung an mich: Stöhnen, durchschnaufen und sich aufrichten und danach der Satz (mit befreiter und distanzierter Stimme):

    "Obiger Leserbrieftext macht deutlich, in welche tiefsumpfigen Abgründe ein den Mächtigen gegenüberder Gesellschaften ohnmächtig fühlender Zeitgenosse

  6. ... wird das System so bald nicht, und schon gar nicht um Griechenlands willen.
    Die Politik könnte dem Finanzwesen sehr wohl Paroli bieten und zeigen, wer eigentlich Herr im Hause ist (im Moment, zugegeben, die Hochfinanz).
    Erinnern Sie sich noch, wie klein (mit Hut) die betreffenden Bankherren vor nicht so langer Zeit noch bei "der Politik" antichambrierten und sich auf Staatskosten -also auch von Ihren ...hoffentlich ehrlich gezahlten... Steuergeldern alimentieren ließen?
    Wenn jetzt dieselbe Branche, gegen alle politischen und bürgerlichen Interessen, ent- und geschlossen _gegen den Euro_ spekuliert, dann sollte das ganz schlicht als Straftat gebrandmarkt werden, oder jedenfalls endlich mit so hohen (Spekulations-)Steuern belegt werden, dass den Herrschaften in Zürich, London, Frankfurt, New York die Lust dran vergeht.

    Antwort auf "Phänomenal"

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