Euro-Rettungspaket SPD beharrt auf FinanztransaktionssteuerSeite 2/2

Das Kabinett beschloss am Dienstag den deutschen Anteil an dem 750-Milliarden-Rettungsschirm für den Euro. Bei einer Sondersitzung wurde ein entsprechender Gesetzentwurf auf den Weg gebracht. Deutschland will für Kredite von bis zu 123 Milliarden Euro bürgen. Mit Zustimmung des Haushaltsausschuss dürfe dieser Wert aber um 20 Prozent überschritten werden, hieß es aus Koalitionskreisen.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble nahm an der Sitzung nicht teil. Er wurde durch Staatssekretär Steffen Kampeter vertreten. Schäuble, der am Wochenende in Brüssel in eine Klinik eingeliefert worden war, kehrte am  Montag nach Deutschland zurück. Anschließend hieß es, er werde im Kabinett dabei sein. Der 67- jährige querschnittsgelähmte Politiker ist seit längerem gesundheitlich angeschlagen. Grund für den jüngsten Klinikaufenthalt war offenbar, dass Schäuble ein Medikament nicht vertragen hatte.

Nach dem Kabinettsbeschluss sollen sich rasch Bundestag und Bundesrat mit dem Gesetz befassen. Ein Eilverfahren wie bei den Griechenland-Hilfen ist aber nicht geplant.

Der EU-Ministerrat fällte am Dienstag in Brüssel den juristisch bindenden Beschluss für den Finanz-Stabilisierungsmechanismus.


 

 
Leser-Kommentare
  1. wird hier nicht Politik gemacht für die Mehrheit der Menschen in Deutschland und der EU sondern für die verschwindend kleine Gruppe der Finanzmarktbenutzer. Eigentlich ein wirklich verschwindend kleiner Anteil würde man die alle in einer Reihe aufstellen und Betrachten, besonders dann wenn man die 500 Mio. anderen Europäer auch noch Berücksichtigt, aber die haben eben aktuell die Politik gepachtet. Seltsam, mit ein bischen Korruption und Filz da könnte ich noch beide Augen zu drücken, aber das was diese masslosen Gesellen hinterlassen ist mir einfach zu teuer und ich hab auch nicht's davon... Ausser die Firma in der ich arbeite wird auch von irgendwelchen Investoren ausgeplündert... Aber so manch andere musste schon dran glauben. Nicht zu vergessen die vielen Kommunen und Städte die ebenfals über den Tisch gezogen worden sind nun nun eine Kommunale Dienstleistung nach der anderen schliessen müssen -> Im Dienste des Bürgers?

  2. In der Vergangenheit hat Merkel die Finanztransaktionssteuer schon gefordert, aufgrund der FDP diese Forderung wieder fallen lassen.

    Sollte die Behauptung: "Diese Steuer ist international nicht durchsetzbar" zutreffen so kann CDUCSUFDP diese doch international fordern. Mehr verlangt die SPD auch nicht.
    Da aber auch die USA gerne einen stabilen Euro sehen würde stehen die Chancen für eine Transaktionssteuer allerdings gut.

  3. Solange in NRW keine neue Regierung im Amt ist,hat die SPD
    keine Macht im Bundesrat und kann nicht blockieren,was sie eh nicht machen wird.1998 verließ Oskar Lafontaine sein Amt,
    wie man heute sieht,hatte er Recht.Auch andere Experten
    haben gewarnt,aber was nützt das,dieses Paket wird als das
    Strohfeuer in die Geschichte eingehen!Ob die SPD mit ihren
    Forderungen durch kommt,ich weiss es nicht,man wird wieder
    einen Kompromiss finden.Im Übrigen reagiert die Politik zu
    spät,denn die Amis sind noch schlechter dran mit ihren gan-
    zen Schuldenbergen,die nun von Europa mit gerettet werden
    sollen.Der Euro und der Dax fallen schon wieder,warum noch
    solche Rettungspakete?

  4. Wie gut doch ein Feindbild ist. Diesmal sind es Spekulaten und Finanzhaie (Also wieder mal die Banken und Hedge-Fonds)! Sie waren zwar vorher herzlich willkommen, um Griechenland zu finanzieren, aber jetzt sind sie gefaehrlich. Man fragt sich was die Politik (allen voran die SPD) denn eigentlich will.

    Zuerst soll die Finanzbrache Risiken teurer preisen, dann tun sie es auf Basis der desastroesen Zahlen aus Griechenland und ploetzlich sind sie es, die Griechenland in den Ruin treiben.
    Dass die Politik ueber Jahre einhellig weggeschaut hat, das interessiert keinen mehr. Da lenkt man vom eigenen Versagen besser ab und schimpft auf die Finanzbranche! Dabei koennte die sich beschweren, dass man sie betrogen hat, als Griechenland auf Basis gefaelschter, von der EU abgesegneter Zahlen Staatsanleien verkauft.

    Gleiches in Deutschland: Banken sollen bei der Kreditvergabe das Risiko teurer preisen, aber den Mittelstand guenstig finanzieren. Risiko? Egal! Verschuldungsgrad? Egal! Ausfallrate? Egal! Haupsache keine Kreditklemme!

    Beaengstigend, wer in diesem Land Politik macht. Und nach Einfuehrung der Tobinsteuer wird dann gejammert, dass Finanzierungen, Versicherungen, etc. teuerer und manche Projekte nicht mehr finanzierbar sind. Aber dann ist es die Finanzbrache, die wieder absahnt oder aus reiner Boeswilligkeit die Welt zugrund richtet. Sind naemlich alles Teufel. Auf den Scheiterhaufen und verbrennen! Loest zwar nicht das Problem, aber es ist so schoen einfach...

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    ...subventionieren eine extrem überkapazitierte Branche die durch kaskadenartige Finanzkonstrukte "Gewinne" bis zu 500% generiert (CDS). Während die Realwirtschaft mit 3-4% auskommen muß. So ganz richtig kann das wohl nicht sein. Würde man nur noch die Finanzierung der Realwirtschaft zulassen müsste man auf einen Schlag 2/3 aller Finanzinstitute schließen. Sie wären schlicht überflüssig.

    zwischen Konsum- Industriegüterherstellern oder was auch immer und einer Nation, Land, Bezirk, Stadt, Dorf ist halt schon relevant. Insbesondere für alle jene, und da sind die meisten, die mit Investitionen und Spekulationen noch mit Bilanzen, Profiten und Renditen noch mit den Finanzmärkten und deren dauerprofiteuren auch nur das gringste zu tun haben... Einverstanden?
    Warum also soll sich die Mehrheit genau von diesem kleinen Grüppchen von unersättlichen konstant vorschreiben lassen was, wo und wie zu tun ist? die relevanz dessen suche ich noch... bisher erfolglos. Vorallem stört mich, das dort gespart und der Gürtel enger geschnallt wird wo vorher abgezockt wurde... Lebensräume von Menschen sind nun mal keine Unternehmen die sich von mir aus im täglichen Wettbewerb zu Tode anstrengen sollen sofern Sie da wollen (nicht mal da bin ich sicher). Prinzipiell ist die Finanzindustrie wieder von Demokratischen Strukturen zu kontrollieren und deren Aktionsradius strikte zu beschränken so das die Dinge die für moderne und fortschrittliche Gesellschaften wichtiger sind als die Vorlieben der Investoren, wieder Vorrang erhalten.
    Das diese Räuberbande aktuell soviele Freiheiten erhalten hat ist duchaus politisch so gewollt. Auf der einen Seite national, auf der andern International.... Zum Teil aber auch erst durch enormen Druck, etwa von den WTO Handelsverträgen, entstanden. So wie diese kurzsichtigen Regeln zu Gunsten einer kleinen Gruppe von Profiteuren abgeändert wurden so können diese auch wieder zu Gunsten der Mehrheit ausgearbeitet werden... Dabei ncith zu vergessen das diese kleine Gruppe ihre Einnahmen auchnoch gerne in Steueroasen optimiert. Auch da viel Kurfristiges Denken und eigentlich nur Verachtung für den rest der Gesellschaft. Eindeutig haben diese auch nicht die Fähigkeit mit der übertragenen Verantwortung und Freiheiten sinnvoll umzugehen...

    ...subventionieren eine extrem überkapazitierte Branche die durch kaskadenartige Finanzkonstrukte "Gewinne" bis zu 500% generiert (CDS). Während die Realwirtschaft mit 3-4% auskommen muß. So ganz richtig kann das wohl nicht sein. Würde man nur noch die Finanzierung der Realwirtschaft zulassen müsste man auf einen Schlag 2/3 aller Finanzinstitute schließen. Sie wären schlicht überflüssig.

    zwischen Konsum- Industriegüterherstellern oder was auch immer und einer Nation, Land, Bezirk, Stadt, Dorf ist halt schon relevant. Insbesondere für alle jene, und da sind die meisten, die mit Investitionen und Spekulationen noch mit Bilanzen, Profiten und Renditen noch mit den Finanzmärkten und deren dauerprofiteuren auch nur das gringste zu tun haben... Einverstanden?
    Warum also soll sich die Mehrheit genau von diesem kleinen Grüppchen von unersättlichen konstant vorschreiben lassen was, wo und wie zu tun ist? die relevanz dessen suche ich noch... bisher erfolglos. Vorallem stört mich, das dort gespart und der Gürtel enger geschnallt wird wo vorher abgezockt wurde... Lebensräume von Menschen sind nun mal keine Unternehmen die sich von mir aus im täglichen Wettbewerb zu Tode anstrengen sollen sofern Sie da wollen (nicht mal da bin ich sicher). Prinzipiell ist die Finanzindustrie wieder von Demokratischen Strukturen zu kontrollieren und deren Aktionsradius strikte zu beschränken so das die Dinge die für moderne und fortschrittliche Gesellschaften wichtiger sind als die Vorlieben der Investoren, wieder Vorrang erhalten.
    Das diese Räuberbande aktuell soviele Freiheiten erhalten hat ist duchaus politisch so gewollt. Auf der einen Seite national, auf der andern International.... Zum Teil aber auch erst durch enormen Druck, etwa von den WTO Handelsverträgen, entstanden. So wie diese kurzsichtigen Regeln zu Gunsten einer kleinen Gruppe von Profiteuren abgeändert wurden so können diese auch wieder zu Gunsten der Mehrheit ausgearbeitet werden... Dabei ncith zu vergessen das diese kleine Gruppe ihre Einnahmen auchnoch gerne in Steueroasen optimiert. Auch da viel Kurfristiges Denken und eigentlich nur Verachtung für den rest der Gesellschaft. Eindeutig haben diese auch nicht die Fähigkeit mit der übertragenen Verantwortung und Freiheiten sinnvoll umzugehen...

  5. In der Natur wird Wildwuchs beschnitten.
    Die Demokapie (Das Kapital regiert das Volk)gewinnt stetig an Bedeutung in einem kapitalorientierten Anarchieumfeld unter dem Deckmantel der Freiheit der Märkte. Angestrebte Volksverdummung 2010 ist ein neuzeitlicher Ethiktanspruch?
    Die Besteuerung der Finanzmärkte ist überfällig, aber bitte mit intelligenter Differenzierung!

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    • knuham
    • 11.05.2010 um 13:17 Uhr

    Sie treffen den Nagel auf den Kopf (wenn es sein muss, auch "aufkommensneutral"), sonst kann kein Schuldenabbau verantwortungsvoll in Angriff genommen werden. Hier könnte die EU getrost voran gehen, dazu bräuchte es nicht einmal des IWFs (der sowieso dagegen ist, weil US-FED?-gesteuert).

    • knuham
    • 11.05.2010 um 13:17 Uhr

    Sie treffen den Nagel auf den Kopf (wenn es sein muss, auch "aufkommensneutral"), sonst kann kein Schuldenabbau verantwortungsvoll in Angriff genommen werden. Hier könnte die EU getrost voran gehen, dazu bräuchte es nicht einmal des IWFs (der sowieso dagegen ist, weil US-FED?-gesteuert).

    • knuham
    • 11.05.2010 um 13:17 Uhr

    Sie treffen den Nagel auf den Kopf (wenn es sein muss, auch "aufkommensneutral"), sonst kann kein Schuldenabbau verantwortungsvoll in Angriff genommen werden. Hier könnte die EU getrost voran gehen, dazu bräuchte es nicht einmal des IWFs (der sowieso dagegen ist, weil US-FED?-gesteuert).

  6. Das Postulat von Tobin aus den 90ern, wonach eine Transaktionssteuer die Volatilität auf den Märkten senken soll wurde im letzten Jahrzehnt durch dutzende Studien widerlegt.
    War ja auch zu erwarten: weniger Transaktionen und weniger Markteilnehmer führen zu niedrigerer Liquidität.

    Für die Finanz-Ananlphateten die mal wider nicht wissen worum es geht aber gern mitblöken:

    Stellen Sie sich vor, sie müssen ein Haus im Wert von 300.000 EUR und ein Aktienpaket der Deutschen Bank im selben Wert verkaufen. Während der Verkauf des Hauses sich schon mal über ein halbes oder (im jetzigen Umfeld) ganzes Jahr hinziehen kann, reicht für den Verkauf des Aktienpaketes ein Mausklick. Eben weil "der Markt" da ist.

    Da auch der Staat permanent Schulden umschichten muss, würde er sich hier am tiefsten ins Fleisch schneiden.

    Für die SPD völlig egal. Nach Steinbrück ist in dieser Partei eh niemand mehr, der auch nur ansatzweise was von Finanzen versteht, oder es auch nur weiter bis zum Bankautomaten geschafft hätte.

    "Dem Staat mehr Geld geben, bla, bla, bla...."

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