NRW-Wahlkampf Westerwelle ballt die Faust in der Tasche

Der FDP-Chef schimpft auf die SPD. Falls Westerwelles Partei in Nordrhein-Westfalen an Macht verliert, soll aber die CDU Schuld haben. Von Michael Schlieben aus Düsseldorf

Guido Westerwelle knüpft sich Sigmar Gabriel noch einmal vor. Vor 24 Stunden hat er sich mit dem SPD-Chef im Bundestag über das Rettungspaket für Griechenland gestritten. Jetzt, am Samstagvormittag, steht Westerwelle am Düsseldorfer Rheinufer auf einer kleinen Wahlkampfbühne. Morgen ist Wahl in Nordrhein-Westfalen, und der FDP-Chef soll seiner liberalen Basis noch einmal einheizen. Aber Westerwelle ist gedanklich in Berlin geblieben.

Es ärgere ihn "maßlos", sagt er, dass die SPD sich während der Abstimmung im Bundestag enthalten habe. Niemand habe sich gewünscht, den Griechen eine Kreditgarantie über 22,4 Milliarden Euro zusagen zu müssen. Er selbst balle "die Faust in der Tasche", wenn er an die gefälschten Zahlen denke, die den griechischen Euro-Beitritt ermöglicht hätten. Während die Union, FDP und Grüne "große Verantwortung" übernommen hätten, habe sich die SPD gedrückt. Sie hatte dem Rettungspaket nach einigem Hin und Her nicht zugestimmt , weil sie meint, die Finanzwirtschaft sei zu wenig an den Kosten der Krise beteiligt.

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Dabei trage die SPD selbst Schuld an der derzeitigen Situation, sagt Westerwelle. Sie habe sich als Regierungspartei munter an der Aufweichung der Euro-Stabilitätskriterien beteiligt. Nun weigere sie sich, die "Suppe" wieder auszulöffeln. Und das alles nur, "um morgen ein paar Stimmen mehr zu bekommen".

Tatsächlich ist es diese Sorge, die Westerwelle umtreibt. Ihm geht es weniger um Griechenland oder die Abstimmung im Bundestag, als um den drohenden Machtverlust von Schwarz-Gelb in Düsseldorf. Seit Monaten hat die Koalition in den Umfragen keine Mehrheit mehr. Sollte sie am Sonntag abgewählt werden, wäre auch die Mehrheit von Schwarz-Gelb im Bundesrat dahin. In Berlin würde fortan eine "Allparteienkoalition" regieren, wie CSU-Chef Horst Seehofer es bereits nannte.

Deshalb beschwört die FDP noch einmal eindringlich die Gefahr einer "linken Koalition" aus SPD, Grünen und Linkspartei, obwohl die SPD diese ausgeschlossen hat. In Düsseldorf treten "die Enkel Erich Honeckers" gegen die "Erben Hans Dietrich Genschers" an, sagt Landeschef Andreas Pinkwart. Westerwelle warnt in seiner Rede vor der "Einheitsschule", der "Einheitsrente", vor "Einheitslöhnen", ja vor einem "Einheitsleben", das unter Rot-Grün-Rot drohe. Er trägt das ruhig und sachlich vor. Im Wahlkampf tritt er nicht so schneidig auf wie noch zu Oppositionszeiten oder zu Beginn seiner Amtszeit als Außenminister. Er räumt "Anfangsschwierigkeiten" der Bundesregierung ein und verzichtet auf allzu scharfe Polemiken. "Gut, dass er nicht wieder den Schreihals gibt", sagt ein älterer Zuhörer.

Schon auf dem Parteitag in Köln war das zu beobachten: Westerwelle will künftig zuerst als Außenminister und Chefdiplomat wahrgenommen werden. Die anfängliche Kritik an seiner Amtsführung hat ihn nachdenklich gemacht.

Leser-Kommentare
  1. sondern den Mund halten.Lieber Guido.
    Aber schön mal wieder was von Dir zu hören.
    Waum haben sich die Sozen aber nur enthalten?
    Ich bin kein LINKER,aber die SPD finde ich diesbezüglich Schwach!!!
    Ist aber auch normal,wenn solche Leute wie Steinmeier noch was zu sagen haben.
    Und wie gehts euch C'lern mit der Faust in der Tasche?
    Öhm..wie dem Mix.......?a?

    • Harzer
    • 08.05.2010 um 18:00 Uhr

    Die FDP ist eine Partei der Spekulanten, Finanzjongleure, Steuerhinterzieher und Lobbyisten und von diesen abhängig bis zur letzten Spende.
    Deswegen konnte sie um das Risiko der Selbstzerstörung die Forderung der SPD ( Finanzmarktsteuer ) nicht erfüllen.
    Herr Westerwelle ist einfach nur ein Schreihals.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    alles substanzlose Vorurteile.

    Ihren Ausführungen ist voll zuzustimmen!

    alles substanzlose Vorurteile.

    Ihren Ausführungen ist voll zuzustimmen!

  2. Wie haben wir ihn seit Ostern vermisst, als er mit Maulkorb bis zum 9.Mai herumrennen mußte wie ein Bullterrier.
    Dann wird er am 10 Mai wieder von der Leine gelassen, also Deutschland lebt doch noch!
    Ja, lieber Guido, der zenit ist wohl überschritten für die Mövenpick-Partei.
    Am 10. Mai willst Du Dich bestimmt wieder in den Horst, den Schäuble und alle cdu-Ministerpräsidenten verbeissen, die dir zurufen wollen: Steuersenkungen gibt es in dieser Legislaturperiode nicht mehr, nur noch Griechen-Hilfe!
    Also hol den Schlagringraus oder die Pumpgun vom lieben Michael, dem Sauna- und Prinzengardenschützen.
    Ganz Deutschland befürchtet, dass man dir zwar nicht den Schneid abkaufen kann, aber Du gewiss in einer Gummizelle enden wirst, armer Guido.
    Aber noch ist Polen nicht verloren! Hau drauf!

  3. ...zeugt vom [...]

    Oder anders gesagt:

    Wenn ein Marktweib schreit, dann hofft es auf Gehör, um seine Waren zu verkaufen.

    Was will uns unser "Guido" eigentlich verkaufen?

    Außer "heißer Luft" hat er in seinen Ämtern doch noch nix vorzuweisen, oder?

    Mit der geplanten und nun sicherlich geplatzten Steuerreform ist und wird es auf die Dauer auch nix!

    Schuld ist aber nicht miserable Wirtschafts- und Haushaltslage in Deutschland - nein, die Griechen werden dafür herhalten müssen.

    Ein politisch-ökonomischer Fauxpas, der gerade rechtzeitig dafür herhalten muss, um den deutschen Steuerzahler doch noch von der irrsinnigen Steuerpolitik der FDP überzeugen zu wollen.

    Aber "arme Irre" gibt es ja in Deutschland genug, sieht man sich das Wahlergebnis der letzten Bundestagswahl an.

    [Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf beleidigende Kommentare, die unter die Gürtellinie zielen. Danke. /Die Redaktion pt.]

  4. alles substanzlose Vorurteile.

    Antwort auf "Politkasper"
  5. macht sich seine Welt, grad wie sie ihm gefällt :)))

    • ddkddk
    • 08.05.2010 um 18:42 Uhr

    die CDU, FDP und Grüne übernommen haben?

    Können diese Parteien tatsächlich zur Verantwortung gezogen werden, wenn die Sache schief geht oder was hat Westerwelle sonst damit gemeint?

  6. Da muß man Guido an die Blockpartei-Mitglieder (und deren Parteivermögen) erinnern die die FDP widerstandslos aufgenommen hat.

    In der FDP sitzen doch die Kommunisten u. Sozialisten die sich auf Kosten der Allgemeinheit und zu ihrem eigenen Vorteil und ihrer Klientel hier eine Politik betreiben wie das früher in der DDR üblich war.

    Die herrschende, dekadente Klasse die auf Kosten der Allgemeinheit lebt gibt es heute wie damals.

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