Bildungsgipfel Länder konnten sich nicht durchsetzen
Im Ringen um dauerhafte Beteiligung des Bundes an den Bildungsausgaben hält die Kanzlerin die Länder hin. Der Bildungsgipfel erzielte aber immerhin noch ein Resultat.
Bund und Länder haben sich beim Bildungsgipfel nicht auf die Finanzierung der geplanten zusätzlichen Investitionen für Bildung und Forschung einigen können. Über die Forderung der Länder nach einer stärkeren finanziellen Beteiligung des Bundes gebe es nach wie vor Dissenz, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach dem Treffen mit den Ministerpräsidenten der Länder in Berlin.
Hintergrund ist die zwischen Bund und Ländern 2008 getroffene Vereinbarung, die Investitionen in Bildung und Forschung bis 2015 auf zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu steigern. Angesichts der angespannten Haushaltslage sehen die Länder aber kaum Spielraum für Mehrausgaben.
Sie wollten eine dauerhafte Beteiligung des Bundes, der ihnen einen höheren Anteil an den Mehrwertsteuereinnahmen zur Verfügung stellen sollte. Bis mindestens 2013 könne der Bund dem nicht entsprechen, sagte Merkel nach dem Treffen.
Ohne angemessene Beteiligung des Bundes sei nach Einschätzung der Länder das Zehn-Prozent-Ziel nur "schwer oder nicht erreichbar", sagte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD).
Bund und Länder hatten das Zehn-Prozent-Ziel 2008 auf ihrem ersten Bildungsgipfel vereinbart. 2008 gab Deutschland 8,6 Prozent des Inlandsproduktes für Bildung aus.
- Bildungsgipfel
Am Anfang stand ein Wort der Kanzlerin. In einem Vortrag zum 60-jährigen Jubiläum der sozialen Marktwirtschaft rief Angela Merkel die Bildungsrepublik aus. Vor zwei Jahren war das. Den Grundstein dieses neuen Paradieses für Kita-Kinder, Schüler und Studenten sollte ein Bildungsgipfel legen, zu dem sich die Regierungschefin und Bundesministerin Schavan mit den Ministerpräsidenten im Herbst 2008 in Dresden trafen.
- Ziele
Außer auf eine unverbindliche Absichtserklärung einigten sie sich nur auf ein konkretes Ziel: Bis zum Jahr 2015 sollen die Gesamtausgaben für Bildung und Forschung in Deutschland stufenweise auf zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes steigen. Gleichzeitig versprachen die Länder, Einsparungen durch rückläufige Schülerzahlen – die sogenannte demografische Rendite – zur Verbesserung der Qualität von Schulen und Kindergärten einzusetzen.
- Finanzierung
Bis heute streiten sich Bund und Länder, wer den – auf dem zweiten Gipfel festgelegten – Fehlbetrag von 13 Milliarden aufbringen muss. Dieser Zwist soll am 10. Juni beigelegt werden. Der Bund hat sich bislang bereit erklärt, 40 Prozent der Summe zu tragen. Den Ländern – gebeutelt durch schwindende Steuereinnahmen und beschränkt durch die Schuldenbremse – reicht das nicht. Sie fordern einen größeren Anteil an der Umsatzsteuer, um so die Mehrausgaben für die Bildung zu kompensieren. Dahinter steckt ein zweiter Streit.
- Uneinigkeit
Annette Schavan möchte am liebsten konkrete Projekte finanzieren: Bildungslotsen für Hauptschüler, Sprachhilfen für Einwandererkinder in Kindergarten und Grundschule, eine bessere Lehrerausbildung, eine Akademie zur Aufwertung der Hochschullehre. Die Länder dagegen wollen selbst aussuchen, welches Programm Geld erhält. Vor zwei Wochen gaben die Landesfürsten einen Warnschuss ab. Sie lehnten es demonstrativ ab, die Erhöhung des Bafögs und das neue Nationale Stipendienprogramm im Bundesrat mitzutragen.
Konservativ gerechnet, fehlen 13 Milliarden Euro bis zum Ziel, Mindestens sieben Milliarden sollen Länder und Kommunen aufbringen.
Der Bund hatte den Ländern im Dezember zugesichert, 40 Prozent der noch zu schließenden Lücke zu übernehmen. Das entspricht 5,2 Milliarden Euro. Schon haben mehrere Ministerpräsidenten signalisiert , dass ihr Anteil ohne Bundeshilfen infrage stehe.
Beschlossen haben Bund und Länder aber einen Qualitätspakt für eine bessere Lehre. Der Bund wird dazu bis 2020 insgesamt zwei Milliarden Euro aufwenden. Mindestens zehn Prozent sollen die Länder jeweils zu den Projekten dazutun. Mit dem Geld sollen unter anderem Mentoren- und Tutorenprogramme in den neuen Bachelor-Studiengängen finanziert werden.
- Datum 10.06.2010 - 20:23 Uhr
- Quelle dpa
- Kommentare 5
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Da haben Herr Koch (und übrigens auch Frau Schavan) hart dafür gekämpft, dass im Rahmen der Föderalismusreform dem Bund verboten wurde, sich mit Geld im Bildungswesen zu engagieren. Die SPD meinte, diesen Blödsinn akzeptieren zu sollen, um in der Großen Koalition Handlungsfähigkeit zu demonstrieren. Die Sicherungen im Grundgesetz sind so perfekt, dass eine Riesenbürokratie in Bund, Ländern und Kommunen nötig war, um festzustellen, für welche Renovierungsmaßnahmen der maroden Großstadtschulen der Bund aus Mitteln des Konjunkturpaketes überhaupt Geld geben durfte. Und jetzt stellen diese Geisterfahrer des Föderalismus Forderungen an den Bund ? Mein Tip: eine erneute Verfassungsänderung - oder eine Neuaufteilung des Steueraufkommens, damit endgültig klar wird, dass die dann für die Bildung allein verantwortlichen - und finanziell hinreichend ausgestatteten - Länder unfähig sind, das Notwendige zu tun.
- der größte bildungspolitische Unfug den wir uns leisten.
...denn bislang konnte mir noch niemand erklären, was die Chemie in Meck-Pomm von der im saarland unterscheidet oder die Mathematik von Schleswig-Holstein gegenüber der von BY oder die Physik von BW gegenüber Sachsen-Anhalt ....
Wenn den Mini-Präs die Bildung zu teuer wird, sollen sie die doch an den Bund abgeben, dann hat der das Problem ...
Aber so einfach denken Politiker nicht.
...denn bislang konnte mir noch niemand erklären, was die Chemie in Meck-Pomm von der im saarland unterscheidet oder die Mathematik von Schleswig-Holstein gegenüber der von BY oder die Physik von BW gegenüber Sachsen-Anhalt ....
Wenn den Mini-Präs die Bildung zu teuer wird, sollen sie die doch an den Bund abgeben, dann hat der das Problem ...
Aber so einfach denken Politiker nicht.
...denn bislang konnte mir noch niemand erklären, was die Chemie in Meck-Pomm von der im saarland unterscheidet oder die Mathematik von Schleswig-Holstein gegenüber der von BY oder die Physik von BW gegenüber Sachsen-Anhalt ....
Wenn den Mini-Präs die Bildung zu teuer wird, sollen sie die doch an den Bund abgeben, dann hat der das Problem ...
Aber so einfach denken Politiker nicht.
Ich fordere seit Jahren:
Bieldung fier ale
Linear mit Scheuklappen. Vernetztes Denken ist unerwünscht.
Einfach nur mal so:
Zögen sich aus der Bildung (Staatsauftrag) die schwulen Katholen und die besoffenen Evangelen und mit denen alle privaten Bildungsträger zurück - was dann. Verweigerte sich die Industrie ganz einfach der Forschung (Staatsauftrag).
Was dann? Damen Merkel und Schavan?
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