Bundespräsidentenwahl FDP-Landesverbände lassen Wulff-Wahl offen
Trotz aller Zusicherungen der Parteispitze: In der FDP wächst der Unmut über die Nominierung von Christian Wulff für die Bundespräsidentenwahl.
© Sean Gallup/Getty Images

Nicht allen in der FDP gefällt seine Nominierung: Christian Wulff tritt für Schwarz-Gelb zur Wahl des neuen Bundespräsidenten an
Die Mehrheit für den Kandidaten der schwarz-gelben Bundesregierung für die Wahl des Bundespräsidenten könnte enger ausfallen als zunächst gedacht. Vor allem in den ostdeutschen Landesverbänden der FDP wie auch in Baden-Württemberg genießt der rot-grüne Gegenkandidat, der frühere DDR-Bürgerrechtler Joachim Gauck, hohe Sympathie.
"Es könnte bei der Wahl schon eng werden", zweifelte etwa der baden-württembergische FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke an der vollständigen Unterstützung für den Regierungskandidaten Christian Wulff. "Wenn man die Kritik aus den verschiedenen FDP-Landesverbänden hört, dann sieht es so aus, als ob nicht alle für Wulff stimmen werden." "Es könnte sich da ein Ventil auftun."
In einigen Landesverbänden herrsche große Unzufriedenheit über die Kür des Kandidaten und den Umgang der Union mit der FDP insgesamt, sagte Rülke. "Es gibt einige in der FDP, die sauer sind über das Verfahren, dass man der Kanzlerin freie Hand gegeben hat, einen Kandidaten zu suchen, den dann die FDP-Landeverbände nur noch abnicken sollten." Schließlich stelle sich die Union gleichzeitig zentralen Politikprojekten der Liberalen im Bund in den Weg. "Am Donnerstag nicken wir den Kandidaten der Union ab, im Gegenzug heißt es am Freitag, die Gesundheitsreform wird abgeblockt. So wird es in einigen Landesverbänden empfunden."
Die Wahl des CDU-Politikers sei angesichts der Zustimmung zu Gegenkandidat Gauck noch nicht durch, betonte der FDP-Politiker, fügte aber hinzu, dass er persönlich Wulff favorisiere. Über Wulffs Gegenkandidaten Gauck sagte Rülke aber auch: "Das ist ein respektabler Bewerber."
Zuvor hatten bereits mehrere ostdeutsche FDP-Politiker eine Wahl Gaucks nicht ausgeschlossen. Es sei nicht notwendig, sich jetzt "holterdiepolter" für einen der Bewerber zu entscheiden, sagte der sächsische FDP-Chef Holger Zastrow. "Wir haben genug Zeit, um uns intensiv mit den Kandidaten auseinanderzusetzen." Er könne sich nicht vorstellen, dass die Koalition im Bund infrage gestellt wäre, sollte der von SPD und Grünen nominierte Joachim Gauck die Präsidentenwahl gewinnen. Kanzlerin Angela Merkel habe selbst gesagt, dass das Amt nicht tagespolitischen Erwägungen geopfert werden dürfe. "Lassen wir doch die Diskussion erst mal zu", forderte Zastrow.
Trotz dieser Kritik in den eigenen Reihen sieht die Parteispitze die Wahl des niedersächsischen Ministerpräsidenten nicht gefährdet. "Ich bin sicher, die FDP wird eine einheitliche Linie für Christian Wulff vertreten", sagte FDP-Generalsekretär Christian Lindner. Seine Stellvertreterin Cornelia Pieper nannte Gauck zwar einen "sehr ehrenwerten Kandidaten", hob aber hervor, dass die FDP sich auf den schwarz-gelben Kandidaten Wulff festgelegt habe. "Ich gehe davon aus, dass er die Mehrheit in der Bundesversammlung bekommen wird."
Auch mehrere Unionspolitiker äußerten Sympathien für den ehemaligen Leiter der Stasi-Unterlagen-Behörde. "Das Lebenswerk von Joachim Gauck ist beeindruckend", sagte der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU). Gleichwohl sei aber Wulff der bessere Kandidat. "Ich bin überzeugt, dass er von der Bundesversammlung gewählt wird", sagte Tillich.
Gänzlich unwählbar scheint Gauck dagegen für die Linkspartei zu sein, die bekannt gab, eine eigene Kandidatin für die Wahl am 30. Juni zu nominieren. Die Parteivorsitzenden Gesine Lötzsch und Klaus Ernst wollen der Bundestagsfraktion und Vertretern der Landtagsfraktionen an diesem Dienstag eine Frau vorschlagen. Das sagte Lötzsch nach einer Sitzung des geschäftsführenden Parteivorstands in Berlin. Ob es sich um ein Parteimitglied handeln wird, wollte sie nicht sagen.
- Datum 07.06.2010 - 14:52 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP
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Da können einem bald die Haare zu Berge stehen, wenn Spitzenpolitiker (CDU, CSU und FDP) von Bund und Ländern davon reden, dass man als Koalition einen Kandidaten auserwählt hat und davon überzeugt ist, dass er genug Stimmen bekommt, weil man ihn ja vorgeschlagen habe.
Dabei darf jeder Abgeordnete, jede Wahlfrau und jeder Wahlmann frei nach seinem Gewissen entscheiden. So will es unsere Verfassung. Eine Einflussnahme verstößt gegen das Prinzip des freien Mandates. Nach Artikel 38 Absatz 1 Satz 2 Grundgesetz sind die Abgeordneten „Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen“.
Selbst wenn die Abgeordneten des Bundestages in der Bundesversammlung gern in Koalitions-Disziplin abstimmen wollen, die Wahlfrauen und -männer sollten nach ihrem Herzen entscheiden.
Seit 1949!!
Seit 1949!!
Seit 1949!!
dann weis ich nicht was eine wäre. Die konservativen Heckenschützen haben den Tag der Präsidentenwahl bestimmt schon ziemlich dick mit rot(!) markiert. Man kann also gespannt sein, wie es um die freie und geheime Treue zur Kanzlerin bestellt ist.
Hubert Aiwanger (Vorsitzender der Freien Wähler in Bayern) kündigte gestern gegenüber B5 Aktuell die Nominierung eines eigenen Kandidaten für die Wahl des Bundespräsidenten an, da weder Herr Gauck noch Herr Wulff großen Anklang in den Reihen der FW finden.
Die FW stellen in der Bundesversammlung zehn Mitglieder. 2009 unterstützten diese noch Horst Köhler und damit auch die Politik Frau Merkels. Die Ankündigung der Aufstellung eines eigenen Kandidaten stellt somit eine Nicht-Unterstützung der Kanzlerin dar und reduziert gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit eines Wahlsieges Wulffs. Dieser ist durch hohen Sympathiewerte für Gauck im Lager der Regierungskoaltion, insbesondere der FDP, ohnenhin schon gesunken. Die FW befördern diesen Trend zusätzlich.
Insofern ist es fraglich, ob es sinnvoll ist an der Kandidatur Wulls festzuhalten. Denn nachdem die Nominierung Wulffs eine regierungsstabilisierende Maßnahme war, die bereits jetzt immensen Widerspruch innerhalb der regierenden Parteien auslöst, würde ein Scheitern Wulffs die Regierung erschüttern und auch gefährden.
Es ist paradox, einmal zaudert die Regierung zu lange (zumindest wird es so empfunden und auch beurteilt) und verursacht damit Schaden, das andere mal führt sie überhastet eine Entscheidung herbei, die durchaus das Potential hat weiteren Schaden hervorzurufen. Das Nicht-Agieren zuvor wird mit panikartigem Aktionismus kompensiert und schlägt vermutlich fehl.
Kommt nur mir das so vor oder leben wir tatsächlich in eine Monarchie.
Man verzeihe mir bitte eventuell hinkende Vergleiche ;-)
Hier wird jemand zum Herold auserkoren aus der könglichen Familie und alle sollen gefälligst für diesen Herold stimmen, sonst schickt die Königin sie in den Kerker.
Von dem was die Hofberichterstatter so von sich geben, kann man zwischen den Zeilen lesen, dass sie sich tierisch auf die Zunge beißen, wenn sie sagen "Guter Mann, aber Vetter Wolf ist viiiiiiel" besser. Nebenbei sieht man wie das Blut, den Kiefer hinunter läuft, weil sie sich gerade tierisch (Achtung Wortspiel um die Ecke gedacht zu Wolf) auf die Zunge beißen.
Über den letzen Satz zu Holzknopf (#1) hoffe ich schlafen einige der Delegierten der Bundesversammlung noch mehrmals und setzen sich damit auseinander.
Herr Wulff mag ein geeigneter respektabler Kanditat sein, für dieses Land halte ich aber einen Herrn Gauck eindeutig für die bessere Wahl im Moment.
Man kann davon ausgehen, das auch Herr Wulff niemals an die Gesamtsatire eines Heinrich Lübke auch nur heran reichen wird. Und? Ist die BRD damals den Bach runter gegangen? Natürlich nicht, die Weltöffentlichkeit reagierte mit Verständnis und auch ansonsten sorgte er für etwas Farbe im grauen Politikalltag.
Wir haben also den bundespräsidialen Maximalbelastungstest schon längst hinter uns und können wirklich beruhigt jeden Kandidaten willkommen heißen, der diese Wahl gewinnt.
P.S: Wen schlagen die FW eigentlich vor? Vielleicht Guildo Horn?
Hoffnungsfroh
W.
in der die Wahlmänner und Wahlfrauen frei gewählt haben!!
Haben sie nicht, die politische Mehrheit hat immer ihren Kandidaten durchgesetzt.
Die weiße Rüstung des Ritters Gauck schreit auch schon nach Putzpomade.
Wenn alle Gruppierungen ihren eigenen Kandidat/in/en vorschlagen
haben wir die optimale Voraussetzung für die Wahl des BP.
Es gibt kein Gemauschel, jeder wählt seinen eigenen Kandidat/in/en.
Man kann davon ausgehen, das auch Herr Wulff niemals an die Gesamtsatire eines Heinrich Lübke auch nur heran reichen wird. Und? Ist die BRD damals den Bach runter gegangen? Natürlich nicht, die Weltöffentlichkeit reagierte mit Verständnis und auch ansonsten sorgte er für etwas Farbe im grauen Politikalltag.
Wir haben also den bundespräsidialen Maximalbelastungstest schon längst hinter uns und können wirklich beruhigt jeden Kandidaten willkommen heißen, der diese Wahl gewinnt.
P.S: Wen schlagen die FW eigentlich vor? Vielleicht Guildo Horn?
Hoffnungsfroh
W.
in der die Wahlmänner und Wahlfrauen frei gewählt haben!!
Haben sie nicht, die politische Mehrheit hat immer ihren Kandidaten durchgesetzt.
Die weiße Rüstung des Ritters Gauck schreit auch schon nach Putzpomade.
Wenn alle Gruppierungen ihren eigenen Kandidat/in/en vorschlagen
haben wir die optimale Voraussetzung für die Wahl des BP.
Es gibt kein Gemauschel, jeder wählt seinen eigenen Kandidat/in/en.
An welcher Stelle kommt die CDU mit ihrer Kanzlerin der FDP ein Stück entgegen? Nirgendwo! Dann sollten die Christdemokraten auch so konsequent sein und die Macht so weitgehend wie möglich an die SPD und die Grünen abgeben: Primarschule wie SPD und Grüne es möchten und selbstverständlich auch Bundespräsident Joachim Gauck wie SPD und Grüne es möchten - nur noch Blockpartei, wie SPD und Grüne es möchten.
Man kann davon ausgehen, das auch Herr Wulff niemals an die Gesamtsatire eines Heinrich Lübke auch nur heran reichen wird. Und? Ist die BRD damals den Bach runter gegangen? Natürlich nicht, die Weltöffentlichkeit reagierte mit Verständnis und auch ansonsten sorgte er für etwas Farbe im grauen Politikalltag.
Wir haben also den bundespräsidialen Maximalbelastungstest schon längst hinter uns und können wirklich beruhigt jeden Kandidaten willkommen heißen, der diese Wahl gewinnt.
P.S: Wen schlagen die FW eigentlich vor? Vielleicht Guildo Horn?
Hoffnungsfroh
W.
Horst Schlämmer würde allerdings wesentlich staatstragender repräsentieren und von seinem Outfit ist er allemal die bessere Wahl.
Horst Schlämmer würde allerdings wesentlich staatstragender repräsentieren und von seinem Outfit ist er allemal die bessere Wahl.
in der die Wahlmänner und Wahlfrauen frei gewählt haben!!
Haben sie nicht, die politische Mehrheit hat immer ihren Kandidaten durchgesetzt.
Die weiße Rüstung des Ritters Gauck schreit auch schon nach Putzpomade.
Wenn alle Gruppierungen ihren eigenen Kandidat/in/en vorschlagen
haben wir die optimale Voraussetzung für die Wahl des BP.
Es gibt kein Gemauschel, jeder wählt seinen eigenen Kandidat/in/en.
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