Bundespräsidentenwahl Linkspartei nominiert Luc Jochimsen
Die Linke benennt eine Journalistin für die Präsidentenwahl. Da sie chancenlos ist, bleibt offen, ob die Partei im zweiten Wahlgang doch Gauck unterstützen wird.
Die Linkspartei schickt eine eigene Kandidatin für das Bundespräsidentenamt ins Rennen um die Nachfolge von Bundespräsident Horst Köhler: Die 74-jährige Bundestagsabgeordnete Luc Jochimsen soll in der Bundesversammlung am 30. Juni gegen Christian Wulff (CDU), den Kandidaten der schwarz-gelben Koalition, und gegen den früheren DDR-Bürgerrechtler Jochaim Gauck antreten.
Mehr als eine chancenlose Zählkandidatin ist Jochimsen allerdings nicht. Die Linke stellt nur 124 oder 125 der 1244 Wahlleute in der Bundesversammlung und damit nur rund zehn Prozent aller Stimmen. Umso spannender ist es, wie sich die Partei in einem möglichen zweiten oder dritten Wahlgang verhalten wird. Diese Abstimmungsrunden werden dann erforderlich, wenn der von Union und FDP nominierte niedersächsische Ministerpräsident Wulff – wegen der Mehrheitsverhältnisse hat er die besten Chancen, gewählt zu werden – nicht auf Anhieb die absolute Mehrheit von 623 Stimmen erreicht.
Sollte es tatsächlich dazu kommen, ist es selbst für Parteichef Klaus Ernst nicht ausgeschlossen, dass Wahlmänner und -frauen seiner Partei doch noch für Gauck stimmen . Fraktionsvize Dietmar Bartsch wird deutlicher: Falls Wulff nicht auf Anhieb gewählt würde, müsse die Linke "alles dafür tun, dass der Kandidat der Regierung keine Mehrheit bekommt". Dafür werde er "ab sofort werben". Der Fraktionschef der Linken im Schweriner Landtag, Helmut Holter, betonte, eine Zustimmung für Gauck im zweiten oder dritten Wahlgang wäre "auch ein Zeichen unserer Auseinandersetzung mit der Vergangenheit".
Dem widerspricht Linken-Fraktionschef Gregor Gysi. "Sowohl Gauck als auch Christian Wulff sind für die Linke nicht wählbar", sagte er bei der Vorstellung der Linke-Kandidatin in Berlin. "Das gilt für alle Wahlgänge." Zwar werde die Delegation neu beraten, wenn Wulff im ersten Wahlgang durchfallen sollte. Er könne sich aber nicht vorstellen, dass jemand sich dann für die beiden Konkurrenten entscheiden werde. "Das halte ich für ausgeschlossen."
- Joachim Gauck
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Joachim Gauck ist schon einmal für das höchste Amt im Staat gehandelt worden: 1999 brachten CSU-Kreise den damaligen Leiter der Stasiakten-Behörde als möglichen Bundespräsidenten ins Gespräch.
Jetzt ist der in Rostock geborenen Theologe der Kandidat von SPD und Grünen.
Doch auch bei Vertretern der anderen Parteien stößt der 70-Jährige auf Zustimmung. Aufgrund der Mehrheitsverhältnisse in der Bundesversammlung sind seine Chancen, gewählt zu werden, alles in allem aber gering.
1990 schmiedete Gauck als Vorsitzender des Sonderausschusses zur Auflösung des Ministeriums für Staatssicherheit in der DDR-Volkskammer eine breite Koalition für ein Gesetz zur Öffnung der Stasi-Akten, obwohl dieses Unterfangen gerade im Westen auf Vorbehalte stieß.
Im selben Jahr übernahm Gauck die Leitung der bald nach ihm benannten Behörde. 2000 gab er das Amt nach zwei Amtszeiten ab.
- Christian Wulff
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Der 50-Jährige Christian Wulff gilt als ein Mann der sanften Töne. Im Landtagswahlkampf 2008 verteidigte er mit diesem moderaten Stil die Macht in Niedersachsen – die Opposition kritisierte: "Beliebt durch Beliebigkeit."
Wulff ist seit 2003 Ministerpräsident in Niedersachsen. Zwei Mal war er zuvor gegen den späteren Kanzler Gerhard Schröder (SPD) gescheitert.Für Aufsehen sorgte Wulff vor zwei Jahren mit seiner Aussage, für das Kanzleramt fehle ihm der "unbedingte Wille zur Macht und die Bereitschaft, dem alles unterzuordnen."
Wulff wäre nach Heinrich Lübke erst der zweite katholische Bundespräsident. Und der erste mit einer so jungen Familie: Er hat mit seiner zweiten Ehefrau Bettina einen zweijährigen Sohn. Aus seiner ersten Ehe hat Wulff eine Tochter im Teenager-Alter.
In der Partei aber mehren sich die Stimmen für ein solches Vorgehen. So könne man dem politischen Gegner massiv schaden. Damit könnte sich der Kandidat von SPD und Grüne sogar gegen den Mehrheitskandidaten aus Niedersachsen durchsetzen. Wulff hat dann keine Chance, wenn die Linke – zusammen mit einigen Abweichlern von Schwarz-Gelb – sich in der Bundesversammlung geschlossen für Gauck entscheiden würde. Dann wäre der eigentlich komfortable Vorsprung von rund 21 Stimmen dahin.
Ursprünglich hatte die Linke auch gar keinen Alleingang, sondern ein gemeinsames Vorgehen aller drei Oppositionsparteien angestrebt. Doch dann einigten sich SPD-Chef Sigmar Gabriel und der Fraktionschef der Grünen, Jürgen Trittin, auf Gauck – und damit auf einen Alleingang. Denn für viele Linke gilt der 70-Jährige als ehemaliger Leiter der Stasi-Unterlagenbehörde trotz aller strategischen Überlegungen als nicht wählbar.
So war die Linke fast zu einer eigenen Nominierung gezwungen, wie Parteichefin Gesine Lötzsch bereits am Montag ankündigte. Dass es eine Frau werden soll, stand zu dem Zeitpunkt schon fest. "Wir erkennen die großen Verdienste von Herrn Gauck für die Aufarbeitung der DDR-Geschichte an, daran gibt es gar nichts zu rütteln", sagte nun der Co-Vorsitzende Ernst. Dennoch benötige man in Zeiten von Sparprogrammen einen Anwalt der kleinen Leute, der sich auch mal gegen die Bundesregierung stellt.
Diese Anforderung sieht die Linkspartei mit Luc (Lukrezia) Jochimsen offenbar als erfüllt an. Die 74-Jährige war zwischen 1994 und 2001 als Fernseh-Chefin das Gesicht des Hessischen Rundfunks (HR), der lange mit dem Image des linkslastigen "Rot-Funks" behaftet war. Die engagierte Journalistin, die zehn Jahre lang beim Polit-Magazin Panorama in Hamburg arbeitete und danach als Korrespondentin aus London berichtete, hatte es als erst dritte Frau in der ARD auf diesen Spitzenposten geschafft.
Gleich nach ihren Abschied in den Ruhestand, ging die damals 65-Jährige in die Politik und zog 2005 über die Landesliste der thüringischen Linkspartei in den Bundestag ein. Im Parlament vertrat Jochimsen als kulturpolitische Sprecherin ihre Fraktion im Ausschuss für Kultur und Medien. In dieser Funktion setzte sie sich unter anderem für den 8. Mai als Nationalfeiertag und eine Verschiebung des Wiederaufbaus des Berliner Stadtschlosses ein. Entschieden trat sie auch gegen eine Verlängerung der Stasi-Überprüfung von Mitarbeitern im öffentlichen Dienst ein.
Mit ihrer Parlamentsarbeit sorgte sie aber weniger für Schlagzeilen als etwa mit einer Aktion bei der Einweihung des Ehrenmals der Bundeswehr im September 2009: Zum Festakt erschien die Politikerin mit einem Schal mit der Aufschrift "Nun erst recht. Raus aus dem Krieg". Weil sie der Aufforderung, den Schal abzulegen, nicht folgte, wurde sie von der Polizei in Empfang genommen.
- Datum 08.06.2010 - 17:18 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP
- Kommentare 62
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Es ist bemerkenswert, dass sämtliche Parteien nur Spitzenfunktionäre staatlicher oder quasi-staatlicher Institutionen vorschlagen.
Lediglich Gauck hat im normalen Leben Rückgrad beweisen müssen und dies auch getan.
Ansonsten nur Privilegierte und Karrieristen des geschützten staatlichen Systems mit Vollversorgung. Und die sollen das VOLK repräsentieren. Luc, Jochimsen sogar Vertreterin einer Institution die sich durch Zwangsabgaben alimentieren lässt. Aber all das würde ja zur "Linken" passen.
Hauptsache - die Beleidigten spielen
Die LINKE schickt also Luc Jochimsen (74 Jahre) ins Rennen, die u.a. dadurch bekannt wurde, als sie Michel Friedman - nach Drogen-und Prostituierten-Tour, in Venedig - Asyl gewährte.
Sie soll also die nächste Bundespräsidentin für die LINKEn werden? Das wäre genauso, als würde sich Dolly Buster für dieses Amt zu Verfügung stellen. Nur mit dem Unterschied, dass die Aussichten für Dolly Buster deutlich besser wären als für Luc Jochimsen. Linkssein bedeutet heute: eine an der Waffel zu haben.
KHJ aus Köln
Frau Buster ist an vielen Stellen viel zu aufdringlich geschönheitsoperiert. Außerdem sind "Koks und N.." nun wirklich alles andere als ein Hinderungsgrund für enge Kontakte mit der Hochfinanz.
Frau Buster ist an vielen Stellen viel zu aufdringlich geschönheitsoperiert. Außerdem sind "Koks und N.." nun wirklich alles andere als ein Hinderungsgrund für enge Kontakte mit der Hochfinanz.
"Dem politischen Gegner massiv schaden". Solche Diktion war nicht immer salonfähig in Deustchland auch nicht heimlich. Da freut sich Frau Jochimsen bestimmt.
Und das Motiv ist klar. Man hat es wenigstens versucht und gegenüber den Ablehnern Gaucks ein Alibi. Ausserdem schadet die Wahl Gaucks ja auch dem politischen Gegner.
Man hat das getan um sich nicht vorwerfen zu lassen, man habe ja selber keinen Vorschlag gemacht, also könne man auch nicht Meckern. Selbstredent steht es dr Linke Frei auch eine Kandidatin zu stellen. Und schlecht ist die Wahl nun auch nicht. Viel schlimmer ist, dass die SPD und die Grünen die Linke nicht bei ihrer entscheidung beteiligten, sondern immernoch gegen diese wettern. Rot-Grün vergisst, dass sie in viel zu vielenm politikfeldern das gleiche will wie Schwarz-Gelb, was sie für alle Menschen mit sozialen ambitionen zumindest fragwürdig macht. Allen vorran Bürgerrechtlern und Gewerkschaftlern. Diese Gruppen finden hingegen immer mehr den Weg zur Linken.
Die FDP hingegen gibt sich Liberal und Bürgerrechtsstark. Ist sie aber keines WEgs. Sie steht lange nicht mehr in der Tradition, sondern bietert sich den Konservativen an, die aus Tradtition Bürgerrechte abschaffen wollen um alle Meinungen der Bürger an der kurzen Leine haben zu können.
Ich finde die Linke hat das schon richtig gemacht.
Und das Motiv ist klar. Man hat es wenigstens versucht und gegenüber den Ablehnern Gaucks ein Alibi. Ausserdem schadet die Wahl Gaucks ja auch dem politischen Gegner.
Man hat das getan um sich nicht vorwerfen zu lassen, man habe ja selber keinen Vorschlag gemacht, also könne man auch nicht Meckern. Selbstredent steht es dr Linke Frei auch eine Kandidatin zu stellen. Und schlecht ist die Wahl nun auch nicht. Viel schlimmer ist, dass die SPD und die Grünen die Linke nicht bei ihrer entscheidung beteiligten, sondern immernoch gegen diese wettern. Rot-Grün vergisst, dass sie in viel zu vielenm politikfeldern das gleiche will wie Schwarz-Gelb, was sie für alle Menschen mit sozialen ambitionen zumindest fragwürdig macht. Allen vorran Bürgerrechtlern und Gewerkschaftlern. Diese Gruppen finden hingegen immer mehr den Weg zur Linken.
Die FDP hingegen gibt sich Liberal und Bürgerrechtsstark. Ist sie aber keines WEgs. Sie steht lange nicht mehr in der Tradition, sondern bietert sich den Konservativen an, die aus Tradtition Bürgerrechte abschaffen wollen um alle Meinungen der Bürger an der kurzen Leine haben zu können.
Ich finde die Linke hat das schon richtig gemacht.
Mit Verlaub - alleine dieser von Zuversicht kaum geprägte Gesichtsausdruck passt zwar uU zur derzeitigen Krise - aber nicht zum Amt. Und nicht vergessen mal den Udo in Berlin anzurufen für einen Termin.
Und den artikel haben sie wahrshceinlich, wie die meisten hier, nicht gelesen? Machen wir wie immer unsere Sympathie über Bilder fest...Lächerlich die meisten Kommentatoren hier.
Und den artikel haben sie wahrshceinlich, wie die meisten hier, nicht gelesen? Machen wir wie immer unsere Sympathie über Bilder fest...Lächerlich die meisten Kommentatoren hier.
Und das Motiv ist klar. Man hat es wenigstens versucht und gegenüber den Ablehnern Gaucks ein Alibi. Ausserdem schadet die Wahl Gaucks ja auch dem politischen Gegner.
Frau Buster ist an vielen Stellen viel zu aufdringlich geschönheitsoperiert. Außerdem sind "Koks und N.." nun wirklich alles andere als ein Hinderungsgrund für enge Kontakte mit der Hochfinanz.
auch in Parteikreisen, dass sich die BP-Wahl und der Eurovision Song Contest leicht unterscheiden? Da kann man ja gleich Raab zum Suchen auffordern. Der findet einen Kandidaten, wetten, daß?
Klar, als Präsident muss man wenigstens 40 sein! Dafür ist die Hannoveraner Sängerin einfach noch zu jung, die kann in 22 Jahren antreten.
Klar, als Präsident muss man wenigstens 40 sein! Dafür ist die Hannoveraner Sängerin einfach noch zu jung, die kann in 22 Jahren antreten.
Auf das selbstzerstörerische Element kommunistischen Handelns ist doch immer wieder Verlass: Ausgerechnet diese jahrelang zwischen RAF-Banden-Unterstützung und verblendetem Meinungsjournalismus nach von-Schnitzler-Art changierende Xanthippe soll es für die Linke rausreißen. Das wird selbst machtbesessensten Sozialdemokraten klarmachen: Mit dieser Truppe führen alle Wege immer noch nach - Pjöngjang oder Havanna !
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