Nordrhein-Westfalen FDP nun doch zu Ampel bereit

Im Koalitionspoker in NRW tut sich eine alte Option neu auf: Der FDP-Landesvorstand hat seinen Widerstand gegen Sondierungen mit der SPD und den Grünen aufgegeben.

Die FDP sei grundsätzlich gesprächsbereit, sagte FDP-Chef Andreas Pinkwart nach einer Sitzung des Landesvorstands. Der Ball liege aber bei CDU und SPD, die derzeit die Chancen einer großen Koalition ausloten. Schwarz und Rot treffen sich am heutigen Dienstag zu einem zweiten Sondierungsgespräch.

Im Fünf-Parteien-System bedürfe es "der Offenheit aller demokratischen Parteien bei der Regierungsbildung", heißt es in einem Beschluss des Landesvorstands. Oberstes Ziel müsse es sein, "bei schwierigen Mehrheitsverhältnissen zu einer stabilen Regierung im Interesse des Landes zu finden".

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Der FDP-Landesvorstand begrüßte ausdrücklich den Abbruch der Sondierungsgespräche von SPD und Grünen mit der Linkspartei. Bislang hatte die FDP ihr Nein zu Gesprächen über eine Ampel mit den Kontakten von SPD und Grünen mit der Linken begründet. "CDU, SPD und Grüne sind für die FDP Gesprächspartner im demokratischen Parteienspektrum", zitierte Pinkwart aus dem Vorstandsbeschluss.

Die Grünen sehen eine Koalition mit der FDP allerdings mit großer Skepsis: "In NRW müsste sich insbesondere die FDP-Fraktion quasi neu erfinden, um von marktradikal auf sozialliberal umschalten zu können", kommentierte die Landesparteispitze Ampel-Überlegungen.

CDU und SPD setzen zugleich ihre Sondierungen für eine große Koalition fort. Im zweiten Gespräch soll es unter anderem um das schwierige Feld Bildungspolitik gehen. Nach der ersten Runde in der vergangenen Woche hatte sich die CDU deutlich positiver über die Chancen einer schwarz-roten Koalition geäußert als die SPD.

Neben inhaltlichen Differenzen müssen beide Parteien auch die Frage klären, wer in einem Bündnis den Ministerpräsidenten stellen würde. Sowohl die CDU als auch die SPD erheben Anspruch auf das Führungsamt . Zuletzt hatte aber auch die FDP wieder Bereitschaft gezeigt, sich für eine Ampel-Koalition mit SPD und Grünen zu öffnen.

Der amtierende Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) setzt seine Hoffnungen auf eine große Koalition. "Die Sondierungsgespräche laufen nach meiner Einschätzung gut", sagte er. "Es gibt die große Aufgabe, eine stabile Landesregierung in schwieriger Zeit zu bilden." Nach dem Rücktritt von Bundespräsident Horst Köhler hätten die Parteien in Nordrhein-Westfalen eine zusätzliche Verantwortung.

Zu einer wesentlich pessimistischeren Einschätzung kommt dagegen die SPD. "Ich habe aus dem ersten Gespräch noch keine belastbaren Hinweise, dass die CDU bereit und imstande ist, einen Politikwechsel zu beginnen", sagte Norbert Römer, Mitglied der SPD-Verhandlungskommission. Dies betreffe sowohl programmatische als auch persönliche Grundlagen einer Zusammenarbeit.

 
Leser-Kommentare
    • bediko
    • 01.06.2010 um 7:38 Uhr

    Weiterführung der schwarz-gelben Politik, jetzt aber in der Ampel? Das wird es wohl nicht sein. Und auch viel Neoliberales ist nicht denkbar. Der Politikinhalt ist wichtig und nicht die Nasen, die ihn umsetzen. Immerhin scheinen die Gelben umzudenken. Und das sollte man loben. Der Westerwelle ist vollständig gescheitert und wird wohl auch nicht mehr lange die Führungsrolle bekleiden. Die Roten haben eine schwehre Wahl. MP mit den Grünen und den Gelben oder Nicht-MP mit den Schwarzen. Wie werden sie wählen?

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    • bediko
    • 01.06.2010 um 10:56 Uhr

    Ich bin erschüttert, welch schwere (und nicht schwehre!) Fehler man machen kann, wenn man es eilig hat und nicht voll konzentriert ist und bitte um Nachsicht!

    • bediko
    • 01.06.2010 um 10:56 Uhr

    Ich bin erschüttert, welch schwere (und nicht schwehre!) Fehler man machen kann, wenn man es eilig hat und nicht voll konzentriert ist und bitte um Nachsicht!

  1. Na also!
    Dann zeigt der machtsüchtigen "F.ast D.rei P.rozent" Partei, wo der Hammer hängt und ein Kotau von Westerwelle vor Kraft und Trittin, muss auch noch drin sein!

  2. Die FDP erwartet also,
    dass sie für die SPD ein besserer Partner ist als die Linke.
    Das mag beim Spitzenpersonal ja stimmen. Aber was wird dazu die SPD-Basis sagen.

    Ich wäre für klare Verhältnisse: Zusmmenschluss von SPD, CDU, und FDP zu einer Partei und dnn sehen wir weiter. Diese Volksveräpppelung ist auf Daurer ja unerträglich.

  3. ...wie jetzt die FDP versucht, einen CDU-Ministerpräsidenten zu verhindern. Ob das nicht auch eine Retourkutsche für Merkel und all die Demütigungen der letzten Zeit ist?

  4. "Aus der Tatsache, dass Iffland als Freidenker plötzlich dieses Pietistenstück lobt, schließe ich nur, dass er die Hauptrolle spielen möchte. Unsere Gesinnungen haben im allgemeinen so lange Bestand, bis sie mit unserem persönlichen Vorteil kollidieren"

    - nicht aus der grenzenlose überschätzten "Effi", sondern aus dem brillanten "Schach von Wuthenow"

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    "Es ist erstaunlich, wie nachdenklich man werden kann, wenn einem selber der Arsch auf Grundeis geht."

    Passenderweise heißt der Roman "Zeit zu leben und Zeit zu sterben"...

    "...Durch die Erfindung des Theorienspiels Philosophie werden die nachfolgenden Gesellschaften, seien sie als Städte, Königsherrschaften oder Imperien verfasst, endogen gespalten. Es ist ein Denken in die Welt eingebrochen, das sich selbst zum Ernstfall dessen, was gilt und ist, erklärt und von dem doch die meisten, auch die politisch, wirtschaftlich, journalistisch Mächtigen, nur Außenansichten gewinnen. ..."

    Peter Sloterdijk, Sphären II, Seite 18, Surkamp 1999

    "Es ist erstaunlich, wie nachdenklich man werden kann, wenn einem selber der Arsch auf Grundeis geht."

    Passenderweise heißt der Roman "Zeit zu leben und Zeit zu sterben"...

    "...Durch die Erfindung des Theorienspiels Philosophie werden die nachfolgenden Gesellschaften, seien sie als Städte, Königsherrschaften oder Imperien verfasst, endogen gespalten. Es ist ein Denken in die Welt eingebrochen, das sich selbst zum Ernstfall dessen, was gilt und ist, erklärt und von dem doch die meisten, auch die politisch, wirtschaftlich, journalistisch Mächtigen, nur Außenansichten gewinnen. ..."

    Peter Sloterdijk, Sphären II, Seite 18, Surkamp 1999

  5. "Es ist erstaunlich, wie nachdenklich man werden kann, wenn einem selber der Arsch auf Grundeis geht."

    Passenderweise heißt der Roman "Zeit zu leben und Zeit zu sterben"...

    Antwort auf "Fontane sagte:"
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    " ... Mit dieser Kränkung muss jede reale Gesellschaft, die das Denken nicht insgesamt zu verhindern beschließt, ihr Auskommen finden - sei es, dass sie in die Bewunderung ausweicht, wie die antike Welt es vorzog, oder dass sie sich in die Skepsis gegen das höhere Wissen und seine Verkörperungen flüchtet, die den vitalistischen Modernen hilft, ein Leben in Ahnungslosigkeit zu führen, ohne sich unsouverän zu fühlen ..."

    Peter Sloterdijk, Sphären II, Seite 18, Surkamp 1999

    " ... Mit dieser Kränkung muss jede reale Gesellschaft, die das Denken nicht insgesamt zu verhindern beschließt, ihr Auskommen finden - sei es, dass sie in die Bewunderung ausweicht, wie die antike Welt es vorzog, oder dass sie sich in die Skepsis gegen das höhere Wissen und seine Verkörperungen flüchtet, die den vitalistischen Modernen hilft, ein Leben in Ahnungslosigkeit zu führen, ohne sich unsouverän zu fühlen ..."

    Peter Sloterdijk, Sphären II, Seite 18, Surkamp 1999

  6. lächerlich!

  7. 8. Wow...

    die FDP ist wieder in der Demokratie angekommen!

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