Gesundheitsreform Neuer Streit zwischen FDP und CSU
Gesundheitsminister Rösler stellt sich gegen seinen bayerischen Amtskollegen: Söders Vorschlag zur prozentualen Staffelung der Zusatzbeiträge sei schon lange vom Tisch.
Ungeachtet der laufenden Verhandlungen zu einer Beitragsreform in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sind zwischen FDP und CSU neue Meinungsverschiedenheiten deutlich geworden. Anlass ist ein Vorstoß von Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder (CSU), den Zusatzbeitrag der Kassen komplett am Einkommen auszurichten. Der CSU-Politiker plädiert damit für die Einführung prozentualer statt pauschaler Zusatzbeiträge.
Bei seinem Koalitionspartner von der FDP stößt er dabei auf Widerstand . Insbesondere Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) äußerte sich ablehnend zu dem Vorschlag. Dieser sei bereits bei den Koalitionsverhandlungen von Schwarz-Gelb im vergangenen Jahr eingebracht worden, sagte Röslers Sprecher Christian Lipicki. "Wie allen bekannt ist, hat man sich bei den Koalitionsverhandlungen anders entschieden", fügte er hinzu.
Auch aus Berliner Unionskreisen hieß es, es handele sich um "olle Kamellen". "Das hat schon damals keine Zustimmung gefunden." FDP-Verhandlungsteilnehmer wiesen ebenfalls darauf hin, dass die Idee schon im Herbst abgelehnt worden sei. Söders Vorschlag bedeute unter dem Strich "weniger netto vom Brutto", da prozentuale Beiträge viel intransparenter seien als feste Pauschalbeträge.
Die umstrittenen Zusatzbeiträge stehen auch im Mittelpunkt der Beratungen der Fachexperten der Unions- und FDP-Fraktion , an denen Söder nicht teilnimmt. Dort zeichnet sich ein Kompromiss ab: Demnach sollen die Zusatzbeiträge ausgeweitet werden. Im Gespräch ist, die Obergrenze für die Zusatzbeiträge anzuheben, die bei ein Prozent des Einkommens eines Versicherten liegt. Zudem ist im Gespräch, den Betrag anzuheben, bis zu dem die Zusatzbeiträge ohne Einkommensprüfung erhoben werden dürfen. Dieser liegt bei acht Euro. Die FDP will die höheren Zusatzbeiträge über Steuermittel sozial ausgleichen.
Dieser Schritt kommt für Söder zu spät. Er hatte sich dafür ausgesprochen, die Zusatzbeiträge von vornherein sozial gerecht auszugestalten. "Das geht am gerechtesten und unbürokratisch, wenn wir die Zusatzbeiträge künftig komplett prozentual erheben", sagte er der Süddeutschen Zeitung . Es mache keinen Sinn, die maximal geltenden Zusatzbeiträge zu erhöhen und dann wieder einen Sozialausgleich vorzunehmen.
Der CDU-Gesundheitsexperte Rolf Koschorrek moniert, dass sein CSU-Kollege die Idee über die Medien eingebracht hat. "Der richtige Ort für derlei Vorschläge sind die Beratungen der Koalitionsparteien", sagte er. Dort habe sie aber noch kein CSU-Vertreter eingebracht. Auch Röslers Sprecher betonte, über Einsparungen und die künftige Finanzierung werde in den internen Runden gesprochen. Das nächste Treffen findet am 1. Juli statt.
Die Zusatzbeiträge waren eingeführt worden, um die steigenden Gesundheitskosten von den Arbeitskosten zu entkoppeln. Da parallel der Arbeitgeberbeitrag eingefroren wurde, werden Kostensteigerungen allein auf die GKV-Mitglieder verlagert.
- Datum 25.06.2010 - 19:35 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP
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Fleddert
Die
Proleten
Die CSU ist gar nicht daran interessiert, Neues auszuprobieren. Sie klebt an der ihrer Meinung nach per Tradition "zustehenden" Gesundheitsresort (Seehofer - mit ihm begann der ganze Schlamassel seinerzeit) und versucht mit allen Mitteln, dies zu verteidigen. Selbst in dem Wissen, dass diese alten Zöpfe völlig überholt sind, und eine Änderung kommen MUSS!
Wie ein kleines Kind, dem man sein Spielzeug weggenommen hat und das versucht, es mit aller Macht wieder an sich zu reißen. Konstruktives Miteinander würde allen mehr helfen!
"Die FDP will die höheren Zusatzbeiträge über Steuermittel sozial ausgleichen." und gleichzeitig immer wieder die Verwaltung verschlanken bis zur Magersucht. - Was soll daran sozial sein, den Kleinportemonnaies erst einmal das knappe Geld aus der Tasche zu ziehen, um es dann eventuell und vielleicht und nach der Devise, wer arm ist bestimmen wir, wieder zurückzugeben? - Herr Söder hat schon recht, nur müßten alle Einkommen (auch Firmeneinkommen) ohne Obergrenze beitragspflichtig sein! -
Ein Staat mit einem großen Haushaltsdefizit möchte viel Kontrolle im Gesundheitswesen und es dadurch besser machen. Durch die freie Marktwirtschaft wird vieles geregelt und gleicht sich an die Möglichkeiten an. So viel Erhöhungen wie es bei den gesetzlichen Krankenkassen gab, gab es bei den Privaten nicht und auch die Leistungen wurden vertraglich garantiert. Wenn man sich die Historie anschaut wurden bei der gesetzl. Krankenkasse sowohl die Beiträge erhöht, als auch die Leistungen immens reduziert. meiner Meinung nach, sollten alle Kassen private Tarife anbieten können und jeder sollte das Recht haben, seinen persönlichen Tarif selbst zu bestimmen. Ein Arzt ist froh, wenn er einen mündigen Bürger vor sich sitzen hat, mit der Maßnahmen besprechen kann. Eine Kontrollorgan sollte nur noch als Anlaufstelle für Probleme der Bürger mit ihren Kassen zur Verfügung stehen. Gehen Sie doch mal zu einem Unternehmer und fragen ihn, ob er von seinem Mitbewerber schon mal eine Ausgleichszahlung erhalten hat oder eine leisten musste. Eine Misswirtschaft würde hier nicht funktionieren. Alexander Liebscher
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