Justizministerkonferenz Fahrverbot wegen kleiner Delikte geplant

Wer wegen Diebstahls oder Körperverletzung verurteilt wird, könnte bald seinen Führerschein los sein. Das wollen die Justizminister der Länder am Donnerstag beschließen.

Die Justizminister der Länder wollen offenbar den Entzug des Führerscheins als Hauptstrafe auch bei Delikten wie Diebstahl oder Körperverletzung einführen. Ein entsprechender Beschlussvorschlag steht auf der Tagesordnung der Justizministerkonferenz, die ab Donnerstag in Hamburg tagt.

"Es gibt Taten und Täter, für die eine Haftstrafe zu viel und eine Geldstrafe zu wenig ist", sagt Niedersachsens Justizminister Bernd Busemann (CDU). In solchen Fällen sei "ein befristetes Fahrverbot deutlich spürbar, weil es die in unserer Gesellschaft so wichtige Bewegungsfreiheit einschränkt und dadurch auch eine Art Freiheitsentzug darstellt".

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Bei einem Vorbereitungstreffen des Strafrechtsausschusses der Justizministerkonferenz soll aus den meisten Bundesländern Zustimmung signalisiert worden sein.

Bislang können Fahrverbote nur als Nebenstrafe zu einer Haft- oder Geldstrafe verhängt werden. In der Vergangenheit war der Vorschlag mit der Begründung abgelehnt worden, ein solches Fahrverbot treffe nur ausgewählte Straftäter mit Fahrerlaubnis und verstoße gegen den Grundsatz der Gleichbehandlung.

Innerhalb der Union findet die Initiative Unterstützung. "Ein befristetes Fahrverbot ist deutlich spürbar, weil es die in unserer Gesellschaft so wichtige Bewegungsfreiheit einschränkt und dadurch auch eine Art Freiheitsentzug darstellt", sagte Justizminister Busemann.

Der Unionspolitiker Wolfgang Bosbach hat dabei den erzieherischen Effekt vor Augen. "Es geht darum, eine für die Täter spürbare Sanktion einzuführen, die abschreckend wirkt und erzieherisch wirksam sein kann", sagte der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses.

Die FDP hingegen zögert. Mit dem Führerscheinentzug als Hauptstrafe würden "Spezialsanktionen" für bestimmte Personengruppen geschaffen, die unser Strafrechtssystem "nicht besser machen", sagte der rechtspolitische Sprecher der FDP- Bundestagsfraktion, Christian Ahrendt.

Sachsen-Anhalts Justizministerin Angela Kolb (SPD) zeigte sich dagegen offen für das Vorhaben: "Aus unserer Sicht ist das Fahrverbot beispielsweise nach entsprechenden Rohheitsdelikten durchaus ein geeignetes Instrumentarium."

 
Leser-Kommentare
  1. Wer keinen Führerschein hat, bekommt dann befristetes Bahnbenutzungsverbot? Oder er hat ein paar kleinere Straftaten gut, weil er freiwillig die Strafe lebenslänglich lebt?

    Es ist verdammt lange her, daß von der CDU eine gute, verfassungsgemäße Idee gekommen ist.

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    • ddkddk
    • 20.06.2010 um 20:10 Uhr

    Man könnte ihnen Punkte in Flensburg erteilen, damit ihnen der Führerschein, wenn sie ihn denn einmal machen sollten gleich wieder entzogen werden könnte. Außerdem könnte man, ihnen zeitlich befristet verbieten, im Internet zu surfen, Urlaub zu machen oder Rad zu fahren.

    Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt, um absolute Gerechtigkeit herzustellen.

    wir könnten auch einfach allen leuten alles verbieten und alles wäre gut. richtig?

    Spitze! Find Ich gut, die Idee! Das ist maximal-fair und gründlich :-D

    Ich glaube es ja nicht... Was ist los mit deutschen Politikern!? Eine hirnrissige Idee jagt die andere - Ich hege langsam ernsthafte(!) Zweifel an der Kompetenz und Zurechnungsfähigkeit unserer Politiker. Man, man, man....

    Es gibt genug Leute, die keinen Führerschein haben und auch niemals einen haben werden. Die juckts doch nich ansatzweise, wenn sie einen Punkt bekommen.

    "Blödsinn, den wir hier zu sehen bekommen"

    • ddkddk
    • 20.06.2010 um 20:10 Uhr

    Man könnte ihnen Punkte in Flensburg erteilen, damit ihnen der Führerschein, wenn sie ihn denn einmal machen sollten gleich wieder entzogen werden könnte. Außerdem könnte man, ihnen zeitlich befristet verbieten, im Internet zu surfen, Urlaub zu machen oder Rad zu fahren.

    Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt, um absolute Gerechtigkeit herzustellen.

    wir könnten auch einfach allen leuten alles verbieten und alles wäre gut. richtig?

    Spitze! Find Ich gut, die Idee! Das ist maximal-fair und gründlich :-D

    Ich glaube es ja nicht... Was ist los mit deutschen Politikern!? Eine hirnrissige Idee jagt die andere - Ich hege langsam ernsthafte(!) Zweifel an der Kompetenz und Zurechnungsfähigkeit unserer Politiker. Man, man, man....

    Es gibt genug Leute, die keinen Führerschein haben und auch niemals einen haben werden. Die juckts doch nich ansatzweise, wenn sie einen Punkt bekommen.

    "Blödsinn, den wir hier zu sehen bekommen"

  2. und was passiert dann, nachdem die Leute ohne Führerschein fahren, war da nicht vor Kurzem ein Bericht, dass jemand 34 Jahre lang ohne Führerschein gefahren ist, da er bei der Prüfung zu oft durchgefallen ist ---garantiert gibt es dann Verfolgungsjagden bei der Schleierfahndung ...

  3. gab es doch schon einmal für Marihuanagebrauch (auch wenn der Konsument nicht mit dem Auto unterwegs war).

    Für Politiker sollte per Volksentscheid der Pranger wieder eingeführt werden.
    Aufgestellt vor dem Reichstag. Als Strafe für dumme Vorschläge und Gedächtnislücken vor Untersuchungsausschüssen.

  4. was kommt als nächstes?
    fernsehverbot?
    doppelte GEZ lebenslang?
    zwei liter milch am tag?

    unabweisbare sozialstunden wäre etwas vernünftigeres.

    den politikern verordne ich vorab schon mal Bild-verbot.

  5. Verstehe ich das so richtig:

    Ladendieb A mit Führerschein soll mit Führerscheinentzug bestraft werden können.
    Ladendieb B ohne Führerschein wird mit Freiheitsentzug bestraft, da man ihm keine Fahrerlaubnis sperren kann.

    Das ist dermaßen dämlich.

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