Bundespräsidentenwahl CDU-Politikerin Lengsfeld wirbt für Gauck
Christian Wulffs Wahl zum Bundespräsidenten ist in Gefahr. Nun wirbt auch die Ex-Bürgerrechtlerin und CDU-Politikerin Vera Lengsfeld für den rot-grünen Kandidaten Gauck.
© Rainer Jensen dpa/lbn

Sympathie für Gauck: Die CDU-Politikerin Vera Lengsfeld (Bild von 2006)
Aus der FDP wurde bereits offen Sympathie für den Gegenkandidaten laut, innerhalb des schwarz-gelben Lagers gibt es viele Vorbehalte gegen den eigenen Bewerber um das Präsidentenamt, Christian Wulff. Die frühere Bürgerrechtlerin und CDU-Politikerin Vera Lengsfeld wirbt nun in ihrer Partei für den ostdeutschen Theologen, Ex-Bürgerrechtler und früheren Stasi-Bundesbeauftragten Gauck, den SPD und Grüne nominierten. Sie kenne sehr viele Mitglieder der CDU, die in Gauck einen der Ihren sähen, sagte Lengsfeld der Thüringer Allgemeinen.
"Er verkörpert die Sehnsucht vieler Deutscher nach Beendigung machtpolitischer Spielchen", begründete sie ihre Sympathie und sprach sich für einen parteiunabhängigen Präsidenten aus. "Eigentlich ist das Bundespräsidentenamt auch eines, das über den Parteien stehen sollte und kein Gegenstand eines Macht-Pokers sein darf."
In den vergangenen Tagen hatten bereits einige FDP-Politiker in den Bundesländern, aber auch Unionspolitiker, Sympathien für Gauck bekundet und damit den Koalitionskandidaten Wulff beschädigt.
Der will in den verbleibenden zwei Wochen vor der Wahl bundesweit für sich werben. Wie der Münchner Merkur berichtete, plant Wulff, im Rahmen seiner bundesweiten Werbe-Tour Ende Juni auch auf dem CSU-Parteitag in Nürnberg aufzutreten. In der Bundeszentrale der CDU im Konrad-Adenauer-Haus entstand zur Unterstützung Wulffs ein Arbeitsstab.
Den Spitzen von Union und FDP geht es darum, Vorbehalte in den eigenen Reihen gegen ihren Kandidaten auszuräumen. Liberale hatten unter anderem Parteichef Guido Westerwelle vorgeworfen, zu schnell auf den Personalvorschlag der Union eingegangen zu sein. Wulff selbst legte den Koalitionsparteien nahe, sich auch für den ersten Wahlgang am 30. Juni auf den eigenen Kandidaten festzulegen. Dies wäre "eine Chance für Geschlossenheit, und das sollte jedem Beteiligten bewusst sein".
Dem Vernehmen nach hält man in der Union ein Scheitern Wulffs im ersten Wahlgang für möglich. Offiziell klingt das anders: Er rechne mit Zustimmung, sagte CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe. Dies gelte auch für "den ersten Wahlgang".
FDP-Chef Westerwelle zeigte sich sicher, dass der Koalitionskandidat trotz des Lobes für Gauck aus FDP-Gruppierungen der Länder zum neuen Präsidenten gewählt wird. "Ich bin überzeugt, dass Christian Wulff auch mit unseren Stimmen eine klare Mehrheit bekommen wird."
Wulff will bis Ende des Monats möglichst noch mit allen Wahlleuten der Koalition persönlich reden. Für den heutigen Dienstag ist die Vorstellung bei den Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und FDP vorgesehen.
Um das Amt bewirbt sich neben Wulff und Gauck die Linken-Kandidatin Lukretia Jochimsen. Auch Linksfraktionschef Gregor Gysi rechnet nicht damit, dass Wulff in den ersten beiden Wahlgängen scheitert. Westerwelle werde abtrünnigen FDP-Vertretern sagen: "Wenn ihr die Regierung stürzen wollt, wählt Gauck. Wenn nicht, wählt Wulff", sagte er der taz . Wahlleute der Ost-FDP würden dann mit zitternden Händen das Kreuz bei Wulff setzen.
Am Dienstagabend wird auch der zurückgetretene Bundespräsident Horst Köhler mit einem Großen Zapfenstreich verabschiedet. Im Laufe des Tages will er sich auch von den Mitarbeitern des Präsidialamtes verabschieden.
- Datum 15.06.2010 - 07:33 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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Er steht wie kein anderer Politiker für die Hintansetzung eigener Vorteile und würde in der Bevölkerung alleine durch die mittlerweile ziemlich geschlossene profunde Abneigung, die ihm entgegengebracht wird, ein einzigartiges Eintrachts- und Zusammengehörigkeitsgefühl schaffen. Lieber ein negatives Beispiel als überhaupt keins!
dass die Regierung nicht bis zur nächsten Wahl durchhalten wird, dann ist es jetzt an der Zeit sich zu positionieren und sich für die Folgeführung zu qualifizieren. Immerhin bietet das auch eine Gewisse Aussicht auf Erfolg, persönlich nicht bei den nächsten Wahlen als Mitgehangener unterzugehen.
Parteien sind Deutschlands Mehltau, Organismen, in denen breite Hintern Qualitätsbeweis und echte Persönlichkeit Karrierehindernis sind.
Parteien verstopfen Parlamente, Rundfunkräte, Gremien mit Fraktionszwang und und haben noch zu abseitigsten Themen eine inkompetente Meinung.
Parteien sehen sich als Ausdruck von Demokratie und sehen in ihrem autistischen um sich selbst Kreisen nicht das Absurde darin.
Gauck spielt nicht mit.
Das macht Hoffnung.
Hätte die Schwarz-Gelbe Koalition von vornherein zusammen mit ROt-Grün einen Präsidenten vorgeschlagen wäre das alles nicht passiert. Aber nein, sie mussten uns ja unbedingt "Einheit" vorlügen, und ernten jetzt das was sie verdient haben.
Natürlich wird trotzdem WUlff gewählt. DAs dürfte jedem klar sein.A ber allein dieses Gehampel ist extrem schädigend für idie Regierung und für Politiker als Berufsbild.
Das hat so langsam das Format von DSDS!
Ich glaube, Horst Köhler hat ungewollt (oder absichtlich ?) ein ziemlich dramtisches Finale heraufbeschworen: entweder Wulff wird knapp, aber doch gewählt (eher ziemlich wahrscheinlich) und der noch verbliebene Rest der politisch interessierten Bevölkerung wendet sich mit Grausen von diesem unwürdigen Parteiengeschacher ab - oder (eher unwahrscheinlich) Gauck schafft es im 3. Wahlgang, und das schwarz-gelbe Kartenhaus stürzt in sich zusammen.
Was im zweiten Fall danach kommen könnte, ist unklar - aber die jetzige Chaoskoalition, die die Anfangszeit von Rot-grün noch um Längen übertrifft, bringt das Land auch nicht weiter ...
In dieser wirklich komplexen Verstrickung und Abhängigkeit Deutschlands mit der westlichen Welt, insbesondere die Zwänge über den 2 4 Vertrag und in seiner Folge der Maastricht-Vertrag und der Lissabon-Vertrag, braucht Deutschland eine Führung, die für Deutschland die gröbsten Nachteile versucht zu negieren.
Das gelingt nicht immer, aber zeigen Sie mir eine andere politische Konstellation, die derzeit auch nur annähernd kompetenter ist.
Selbst mit dem Fernrohr kann ich keinen tragfähigen Politiker ausmachen, der das Format einer Merkel auch nur bedient.
Steinmeier, Gabriel, Künast, Trittin, oder wer?
Die reden gerade auch nur so "Bürgernah", weil sie es nicht umsetzen müssen. Und wenn sie an der Macht wären, so hat die jüngste Vergangenheit bewiesen, daß sie es dann doch anders als gesagt handhaben werden.
Daß die BP-Wahl zur medialen Merkel-Schelte hochstilisiert wird, ist nicht nur ein Affront gegen die Position des Bundespräsidenten, sondern auch ein Mißbrauch seitens der Opposition zur Propaganda.
Wenn es einen Wechsel geben wird, was würde die Opposition tatsächlich anders machen?
Die SPD/GRÜNEN-Riege um Schröder/Fischer hat aufgezeigt, was dann wirklich umgesetzt wird!
In dieser wirklich komplexen Verstrickung und Abhängigkeit Deutschlands mit der westlichen Welt, insbesondere die Zwänge über den 2 4 Vertrag und in seiner Folge der Maastricht-Vertrag und der Lissabon-Vertrag, braucht Deutschland eine Führung, die für Deutschland die gröbsten Nachteile versucht zu negieren.
Das gelingt nicht immer, aber zeigen Sie mir eine andere politische Konstellation, die derzeit auch nur annähernd kompetenter ist.
Selbst mit dem Fernrohr kann ich keinen tragfähigen Politiker ausmachen, der das Format einer Merkel auch nur bedient.
Steinmeier, Gabriel, Künast, Trittin, oder wer?
Die reden gerade auch nur so "Bürgernah", weil sie es nicht umsetzen müssen. Und wenn sie an der Macht wären, so hat die jüngste Vergangenheit bewiesen, daß sie es dann doch anders als gesagt handhaben werden.
Daß die BP-Wahl zur medialen Merkel-Schelte hochstilisiert wird, ist nicht nur ein Affront gegen die Position des Bundespräsidenten, sondern auch ein Mißbrauch seitens der Opposition zur Propaganda.
Wenn es einen Wechsel geben wird, was würde die Opposition tatsächlich anders machen?
Die SPD/GRÜNEN-Riege um Schröder/Fischer hat aufgezeigt, was dann wirklich umgesetzt wird!
Im GG soll neuer Artikel verankert werden, nach dem das Amt des Bundespraesident nur von partielosem Kandidanten besetzt werden muss.
Wer sich um das Amt werben muss vornherein aus dessen Partei zuruecktreten und alle innhabende Aemter aufgeben, wenn er nicht schon parteilos ist und kein Amt hat, weil Bundespraesident ganz Volk vertretet, nicht fuer gewisse Partei, weil ansonst ein Interessekonflikt besteht.
Wulff hat es in ZDF abgeleht, auf seinen Amt als Ministerpraesident fuer Niedersachsen in Blick auf Bundespraesidentwahl zu verzichten und sagte, seit 60 Jahren hat sowas nicht passiert.
Diese Begruendung wiederspricht gerade seiner eigenen Versprechung, was neues fuer Deutschland zu schaffen.
Wenn Frau Lengsfeld für den Präsidentschaftskandidaten Gauck plädiert, sollte sich die CDU allmählich fragen, ob es nicht besser wäre, einen fatalen Fehler noch rechtzeitig einzugestehen anstatt den Bürgern das Gefühl zu geben, dass unsere so genannte Demokratie nicht mehr vorhanden ist diese deshalb eigentlich überflüssig seien. Auch Herr Wulff müsste sich Gedanken darüber machen, ob es der Demokratie und der Politik nicht dienlicher wäre, Format und Größe zu zeigen und die Kandidatur zu Gunsten des wesentlich beliebteren und präsidialeren Kandidaten Gauck niederzulegen. Damit könnte Herr Wulff relativ unbeschädigt in die Zukunft schauen, ja er würde sich sehr viel Respekt verschaffen, als wenn er stur in ein mögliches Desaster bei der Wahl gehen würde. Auch der CDU würde es besser zu Gesicht stehen, sich großmütig demokratisch, ja christlich zu zeigen, als die in der Bevölkerung unverstandene und nicht mehr zeitgemäße Parteidisziplin wie ein feudal ererbtes Recht zu verteidigen. Die Regierung missachtet entgegen jedes bessere Wissen und Gewissen seit einem 3/4 Jahr die Meinung der Bevölkerungsmehrheit und deren politische Wünsche. Wenn also Frau Lengsfeld sich in dieser Richtung äußert, die selbst von den Bürgerrechtlern ins konservative Lager gegangen ist, so sollte das ihre Partei schon ernst nehmen. Aber die Regierung um die verbissene Alleinherrscherin Merkel und ihrem widerspenstigen Steigbügelhalter scheint von jeglichen Sinnen verlassen worden zu sein.
W. Neisser
Interessant wird sein, mit wieviel Elan Schwarz-Gelb gegen die Wand rennt und (Frau Merkel) den an sich erfolgreichen Ministerpräsidenten dann auch Bundeskanzler-untauglich macht. Denn sehen wir, wie es ist: Welchen innerparteilichen Konkurrenten um die Kanzler-Kandidatur gibt es denn bitte innerhalb der CDU? Allenfalls wären da noch Herr Guttenberg und Frau v.d.Leyen zu nennen. Nicht dass ich es denen zutrauen würde, den "Job" gut zu machen, aber der breiten Bevölkerung traue ich leider zu, den "schicken Äußerlichkeiten" und der implizit zur Schau gestellten Macht der beiden Minister auf den leim zu kriechen.
Aber zurück zu Wulff: Die einzige Chance, aus dem Deadlock "Bundespräsident oder Brüssel" heraus zu kommen wäre es, die Kandidatur zurück zu ziehen. Auch für die C*U/FDP-Regierung wäre es DIE Chance um sicher zu sein, dass die Regierung an der Wahl des Bundespräsidenten nicht zerbricht.
Und für unser Land: Kein Bundespräsident ist je so verkrüppelt gestartet, wie es Christian Wulff tun würde. Er wird vom Volk als "von der CDU ins Amt gehievt" und von der CDU-Politik abhängig und daher parteiisch angesehen. Zudem schwebte die Machtpolitik von Frau Merkel über dem Präsidenten und ließe ihn, passend zu seinem sonstigen Auftreten, als Schwächling erscheinen.
Zuletzt wird das Volk auf lange Zeit nicht vergessen, wem man dem menschlich/politisch weitaus erfahreneren Herrn Gauck gegenüber den Vorzug gegeben hat.
Wulff sollte zurück ziehen, so lange er noch kann!
Y.S.
Interessant wird sein, mit wieviel Elan Schwarz-Gelb gegen die Wand rennt und (Frau Merkel) den an sich erfolgreichen Ministerpräsidenten dann auch Bundeskanzler-untauglich macht. Denn sehen wir, wie es ist: Welchen innerparteilichen Konkurrenten um die Kanzler-Kandidatur gibt es denn bitte innerhalb der CDU? Allenfalls wären da noch Herr Guttenberg und Frau v.d.Leyen zu nennen. Nicht dass ich es denen zutrauen würde, den "Job" gut zu machen, aber der breiten Bevölkerung traue ich leider zu, den "schicken Äußerlichkeiten" und der implizit zur Schau gestellten Macht der beiden Minister auf den leim zu kriechen.
Aber zurück zu Wulff: Die einzige Chance, aus dem Deadlock "Bundespräsident oder Brüssel" heraus zu kommen wäre es, die Kandidatur zurück zu ziehen. Auch für die C*U/FDP-Regierung wäre es DIE Chance um sicher zu sein, dass die Regierung an der Wahl des Bundespräsidenten nicht zerbricht.
Und für unser Land: Kein Bundespräsident ist je so verkrüppelt gestartet, wie es Christian Wulff tun würde. Er wird vom Volk als "von der CDU ins Amt gehievt" und von der CDU-Politik abhängig und daher parteiisch angesehen. Zudem schwebte die Machtpolitik von Frau Merkel über dem Präsidenten und ließe ihn, passend zu seinem sonstigen Auftreten, als Schwächling erscheinen.
Zuletzt wird das Volk auf lange Zeit nicht vergessen, wem man dem menschlich/politisch weitaus erfahreneren Herrn Gauck gegenüber den Vorzug gegeben hat.
Wulff sollte zurück ziehen, so lange er noch kann!
Y.S.
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