Klausur im Kanzleramt Der Wille zum Sparen
Die Regierung berät im Kanzleramt ihre Streichliste für die nächsten Jahre. Dabei geht es nicht nur um die Zukunft des Landes, sondern auch um die der Koalition.
© dpa - Bildfunk

Zum Sparen entschlossen: Wolfgang Schäuble, Angela Merkel und Guido Westerwelle vor Beginn der Koalitionsklausur
Als Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Außenminister Guido Westerwelle (FDP) und Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) am frühen Sonntagnachmittag zum Auftakt der zweitägigen Kabinettsklausur im Kanzleramt vor die Mikrofone treten, lassen sie es an großen Worten nicht mangeln.
"Wichtige Weichenstellungen für die Entwicklung der Bundesrepublik" würden in den nächsten 24 Stunden getroffen, sagt Merkel. Jeder im Kabinett wisse um die Bedeutung der anstehenden Beschlüsse. "Dieser Geist wird die Atmosphäre prägen", verspricht die Kanzlerin.
Ihr Vize Westerwelle beschwört gar einen generellen "Politikwechsel". "Jetzt ist eine Zeit des Sparens angesagt", sagt er. In Zukunft müssten – anders als in den Jahrzehnten zuvor – die Ausgaben den Einnahmen folgen. Kaum noch vorstellbar, dass derselbe Mann vor wenigen Wochen den Deutschen noch 16 Milliarden Steuersenkungen in dieser Legislaturperiode versprochen hat. "Solide Staatsfinanzen sind die Voraussetzung dafür, dass die Bürger in Zukunft entlastet werden können", heißt Westerwelles neue Philosophie.
Nach so viel historischem Pathos bleibt es dem Finanzminister überlassen, den Schrecken zu mindern, den dieser neue Geist der Gemeinsamkeit bei den Bürgern sicher auch auslösen wird: "Niemand ist bedroht", verspricht Schäuble. Anders als manches andere Land steuere die Bundesregierung "rechtzeitig" um.
Tatsächlich ist es eine große Aufgabe, der sich die Regierung in diesen Tagen stellen muss. Wegen der im Grundgesetz verankerten Schuldenbremse und den vorausgegangenen Wirtschafts- und Finanzkrisen steht die schwarz-gelbe Koalition unter dem Druck, den brachialsten Sparkurs der vergangenen Jahrzehnte einzuleiten.
Was den Ausgang der Klausur angeht, die bis Montagmittag andauern soll, wird in Berlin vorab Optimismus verbreitet. Eine Arbeitsgruppe, die mit je zwei Haushaltsexperten aus jeder Partei besetzt war, hat sich im Vorfeld offenbar bereits auf Eckpunkte geeinigt. Von einem "Acht-Punkte-Sparprogramm" berichtet die Nachrichtenagentur dpa.
Auf 51 Milliarden Euro beläuft sich demnach das Sparpaket, das die Regierung nun schnüren will. Das ist etwas weniger als bislang angenommen. Bisher war stets von 60 Milliarden die Rede. Nun sollen es elf Milliarden im Jahr 2011 und in den folgen jeweils acht werden.
Das könnte auch damit zu tun haben, dass der Haushalt ironischerweise von der Euro-Krise profitiert. Weil deutsche Staatsanleihen derzeit besonders gefragt sind, sinken die Zinsen, und damit auch der Spardruck auf den Bund.
Die politische Einigung dürfte trotzdem nicht einfach werden. Nicht umsonst wurde das Ende des Treffens am Sonntag offen gelassen. Bereits die Debatte im Vorfeld hatte gezeigt, dass es zwischen den Parteien durchaus unterschiedliche Ansätze gibt.
- Datum 06.06.2010 - 18:57 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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des Landes.
Guter Witz!
Selten so gelacht. Ich dachte es geht um die Banker und die Sicherung des Kapitals.
Aber um die Zukunft des "Landes" (vielleicht Griechenlands) geht es natürlich auch.
Es geht um die erhaltung eines Systems welches seit es existiert kritisiert wird. Dieses System wäre sehr gefährdet, würde man nicht Banken und große Unternehmen mit Steuergelder finanzieren. Es ist im wzeifel wichtiger, dass eine große bank überlebt als ein paar Hunder Schulen oder Krippenplätze. Sollange wir diese Fehlleitung der "Freiheit" nicht koorigieren wird sich auch nichts ändern. Wir brauchen die Freiheit er Bevölkerung, nicht die Freiheit gesichtsloser unternehmen.
Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Die Redaktion/is
Freche Lügen, Machterhalt, Geltungssucht und Volksverdummung – Politik eben.
Es geht um die erhaltung eines Systems welches seit es existiert kritisiert wird. Dieses System wäre sehr gefährdet, würde man nicht Banken und große Unternehmen mit Steuergelder finanzieren. Es ist im wzeifel wichtiger, dass eine große bank überlebt als ein paar Hunder Schulen oder Krippenplätze. Sollange wir diese Fehlleitung der "Freiheit" nicht koorigieren wird sich auch nichts ändern. Wir brauchen die Freiheit er Bevölkerung, nicht die Freiheit gesichtsloser unternehmen.
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Freche Lügen, Machterhalt, Geltungssucht und Volksverdummung – Politik eben.
sparen ja nicht, sondern die Bürger, denen sie Leistungen kürzen.
Der Wille zu diesem Sparen kann also leicht fallen.
Echt spart natürlich auch die Klientel der FDP, die vor Steuererhöhungen verschont, bzw. die Hotellobby, deren gigantisches Millardensparpaket offenbar erhalten bleibt.
...könnte man doch wirklich erstmal das Klientelbedienungsgesetz anfassen und zuerst mal die ca. 8,5 Mrd. Euro holen, die die Hoteliers jetzt einstreichen. Ich meine, bevor man mal wieder bei den Schwächsten kürzt, ist erst mal das fällig.
...könnte man doch wirklich erstmal das Klientelbedienungsgesetz anfassen und zuerst mal die ca. 8,5 Mrd. Euro holen, die die Hoteliers jetzt einstreichen. Ich meine, bevor man mal wieder bei den Schwächsten kürzt, ist erst mal das fällig.
Schröder haqt den Menschen der unteren und Mittelschicht einiges aufgebürdet. Nun kommt Merkel und gibt uns den Rest. Ein Sparprogramm, um die Lasten zu verteilen... nur nicht die Banken antasten. Ein Programm, das vielleicht die jetzugen Probleme in den Griff bekommt. Aber Ungarm Spanien und die gesamten Hungerstaaten wie Bulgarien etc...die ja unbedingt in die EU augenommen werden mussten- diese Probleme wurden noch gar nicht eingerechnet, Das kommt dann im nächsten Jahr, wenn die zweite Spar Stufe die erste ablöst. Es wird nur noch Politik gemacht für die nächsten 5 Minuten. Dann wird wieder geflieckt. Das ist eine Traum Regierung.
Es geht um die erhaltung eines Systems welches seit es existiert kritisiert wird. Dieses System wäre sehr gefährdet, würde man nicht Banken und große Unternehmen mit Steuergelder finanzieren. Es ist im wzeifel wichtiger, dass eine große bank überlebt als ein paar Hunder Schulen oder Krippenplätze. Sollange wir diese Fehlleitung der "Freiheit" nicht koorigieren wird sich auch nichts ändern. Wir brauchen die Freiheit er Bevölkerung, nicht die Freiheit gesichtsloser unternehmen.
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ich wüsste schon gerne, was ihre Leser so von dem Thema denken, und das ohne ihre Zensur.
Wenn sie möchten, dass die Kommentatoren auf Ihre Wortwahl achten, dann berichten sie doch einfach nicht über Themen, die eine "normale" Wortwahl nicht verdienen.
Schliesslich achtet die Mehrheit unserer Politiker auch nicht auf korrekte und saubere Politik.
Wenn sie Artikel über die Lügen und Pläne unserer unsozialen Banker-Politiker veröffentlichen, so genehmigen sie ihren Lesern doch wenigstens bitte ein adäquates Vokabular zum Kommentieren dieser Artikel.
Mit freundlichen Grüssen,
GL
Bei Fragen, Kritiken oder Anmerkungen zur Moderation wenden Sie sich bitte an community@zeit.de. Danke, die Redaktion / mh
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Es geht um die Frage, wer wem dient.
Das Kapital den Menschen oder die Menschen dem Kapital.
Die Logik wird durch den Bedarf des Marktes gesteuert. Das ist einziger Maßstab.
ist es so, das der Mensch dem kapital dient. Es wird zeit dieses kranke denken zu beenden,
Wir sollten kurz mal innehalten und überlegen, ob denn wirklich die Schulden unser großes Problem sind - oder ob es nicht doch nur eine Auswirkung einer tiefer liegenden Ursache ist.
Wo bleiben die Analysen, was uns wirklich in die derzeitige Situation reingeritten hat. Und wo bleiben anschließend die Ideen, wie wir nicht nur die Situation verbessern, sondern konkret die Ursachen der Probleme beseitigen.
Zitat aus dem Focus:"Die Bundesbeamten müssen zudem mit einer Kürzung ihrer Bezüge um 2,5 Prozent rechnen. Dies soll durch den Verzicht auf die geplante Erhöhung des Weihnachtsgeldes im Jahr 2011 erreicht werden."
Genauso habe ich mir das Sparen vorgestellt. Eine fiktive Summe wird eingespart. Kein Bundesbeamter hat weniger als vorher. Wer bekommt überhaupt noch Weihnachtsgeld? Die Hartz IV - Empfänger werden in kürzester Zeit faktisch weniger haben. Symbolpolitik bei den Beamten, Faktenpolitik bei den Schwachen der Gesellschaft. Letztere leben ja in anstrengungslosem Wohlstand. Welch ein Zynismus.
Voll einverstanden mit diesem Kommentar - Symbolismus ersetzt konkretes und ausgewogenes politisches Handeln.
Zum Stichwort Zynismus hat m. E. aber Herr Westerwelle den Vogel abgeschossen, heute abend im heute-journal:
"Freibier für alle macht viellecht beliebt, aber dann fahren wir den Karren vor die Wand."
Erinnert sich noch jemand an das viele Freibier, mit der die FDP an die Macht gekommen ist?! (... und jetzt entgegen aller gegenteiliger Aussagen an dieser Macht "klebt")
Voll einverstanden mit diesem Kommentar - Symbolismus ersetzt konkretes und ausgewogenes politisches Handeln.
Zum Stichwort Zynismus hat m. E. aber Herr Westerwelle den Vogel abgeschossen, heute abend im heute-journal:
"Freibier für alle macht viellecht beliebt, aber dann fahren wir den Karren vor die Wand."
Erinnert sich noch jemand an das viele Freibier, mit der die FDP an die Macht gekommen ist?! (... und jetzt entgegen aller gegenteiliger Aussagen an dieser Macht "klebt")
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