NRW-SPD Opponieren, bis der Bundesrat ruft
Kraft erntet Kritik für ihren Weg in die Opposition. Eine spätere Minderheitsregierung schließt die NRW-SPD nicht aus, um Berliner Politik zu verhindern.
© dpa

Wie geht's nun weiter in Düsseldorf? SPD-Chef Sigmar Gabriel und die NRW-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft beraten
Jetzt sind auch noch die Grünen sauer auf Hannelore Kraft. Nach den Linken, der FDP und der CDU sind sie die vierte Partei, die zuletzt mit den Genossen über eine neue Regierung in NRW verhandelt hat – und die nun enttäuscht ist. In einem Brief an die Parteimitglieder fassten die grünen Spitzenpolitiker ihre Sicht auf die zurückliegenden Sondierungswochen zusammen. Die SPD kommt dabei nicht besonders gut weg, fast schlechter noch als die FDP, die in Düsseldorf bekanntermaßen der ärgste Widersacher der Grünen ist.
Die Entscheidung der SPD vom Wochenende, vorerst in der Opposition zu bleiben und auf eine Minderheitsregierung zu verzichten, sei "defensiv und nicht zu Ende gedacht", heißt es in dem Brief. Die SPD nehme so in Kauf, dass die schwarz-gelbe Landesregierung geschäftsführend im Amt bleibe – und somit auch im Bundesrat "der Mehrheitswille der nordrhein-westfälischen Bevölkerung nicht zu Wirkung" kommen würde.
- Schwierige Regierungsbildung
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Seit fünf Wochen sondieren die Parteien in Düsseldorf die Möglichkeiten zur Bildung einer neuen Landesregierung. Kompliziert ist das, weil keines der klassischen Bündnisse, Schwarz-Gelb oder Rot-Grün, eine Mehrheit erzielt hat. Bisher blieben die Sondierungen erfolglos.
Die SPD sagte erst der Linkspartei ab. Grüne und FDP konnten sich ebenfalls nicht annähern, damit schied auch eine Ampel-Koalition aus. Am Freitag dann beschloss die SPD, nicht mehr mit der CDU über eine Große Koalition zu verhandeln. Damit bleibt die alte Regierung vorerst geschäftsführend im Amt.
- Auswirkungen auf die Bundespolitik
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So lange die schwarz-gelbe Landesregierung in Nordrhein-Westfalen nicht abgelöst ist, ist sie voll stimmberechtigt für NRW im Bundesrat. Für die Bundesregierung ist das nicht unbedeutend.
Ohne die sechs Stimmen aus NRW hätte sie in der Länderkammer keine Mehrheit mehr. Wichtige Reformen könnte sie nicht mehr umsetzen, ohne sich vorher mit den Oppositionsparteien zu einigen. Allerdings lässt die NRW-CDU derzeit offen, inwiefern sie von ihren Stimmen tatsächlich Gebrauch machen will.
Tatsächlich haben die Machtverhältnisse von Düsseldorf Auswirkungen auf die Bundespolitik. Ohne die sechs Stimmen aus Nordrhein-Westfalen hätte Schwarz-Gelb in der Länderkammer keine Mehrheit mehr. So lange die Rüttgers-Regierung im Amt ist, bleibt sie im Bundesrat stimmberechtigt, wie eine Sprecherin des Bundesrats im Gespräch mit ZEIT ONLINE bestätigt. "Für uns macht es keinen Unterschied, ob eine Regierung nur noch geschäftsführend oder frisch im Amt ist." Bis nicht eine neue Landesregierung vereidigt ist, sei die alte voll und ganz stimmberechtigt, auch wenn sie ihre Mehrheit in einer inzwischen stattgefundenen Wahl verloren hat.
Große schwarz-gelbe Reformen, die die Zustimmung des Bundesrats benötigen, wären also derzeit durchaus noch möglich, etwa Steuer- oder Gesundheitsreformen. Erst wenn Rüttgers nicht mehr in der Staatskanzlei residiert, hätte Rot-Grün auf Bundesebene eine Veto-Möglichkeit. Auch aus diesem Grund warb SPD-Chef Sigmar Gabriel an diesem Wochenende dafür, Kraft solle doch bitte das tun, was sie im Wahlkampf noch ausgeschlossen hat: eine Minderheitsregierung bilden. Schließlich fehlt Rot-Grün in Düsseldorf nur ein Sitz zur gemeinsamen Mehrheit. Die Linken haben bereits signalisiert, dass sie Kraft zur Ministerpräsidentin wählen würden. In einem möglichen vierten Wahlgang würden Kraft sogar die Stimmen von SPD und Grünen reichen.
Hannelore Kraft hat eine Minderheitsregierung am Wochenende jedoch vorerst ausgeschlossen. Sie will "aus dem Landtag" heraus den "Politikwechsel" erreichen. Schon in der nächsten Landtagssitzung will die SPD über einen Gesetzesentwurf abstimmen lassen, der die Abschaffung der Studiengebühren vorsieht. So könne man Inhalte durchsetzen und setze sich nicht der Gefahr aus, eine wackelige Regierung ohne Mehrheit verantworten zu müssen, heißt es aus SPD-Kreisen. Man wolle den Eindruck vermeiden, dass man den Posten "mit aller Gewalt" und "Hals über Kopf" anstrebe. Am Wochenende hat die SPD-Führung darüber auf Regionalkonferenzen mit der Basis diskutiert. Für den Kurs habe man viel Zustimmung erfahren, heißt es.
Allerdings ist die Absage Krafts an eine Minderheitsregierung nicht kategorisch zu verstehen, wie sie am Sonntagabend einräumte. Sollte etwa die Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken im Bundesrat anstehen, gäbe es "sicherlich eine Situation", wo "wir das auch überlegen müssten", sagte Kraft im WDR. Ihr Stellvertreter Ralf Jäger sagt ZEIT ONLINE. "Zurzeit" komme eine Minderheitsregierung nicht infrage. Aber er räumt ein, dass sich "die Situation ändern" könnte. Die nächste Bundesratssitzung ist am 5. Juli. Bis dahin wird Schwarz-Gelb vermutlich keine Mega-Reform mehr stemmen. Danach kommt die Sommerpause. Und danach? Mal schauen, sagt Jäger. Die vergangenen Wochen hätten die SPD gelehrt, nur "Schritt für Schritt" zu planen.
Ob die schwarz-gelbe Landesregierung aber überhaupt einer Verlängerung der Atomlaufzeiten oder einer Gesundheitsreform zustimmen würde, ist fraglich. Zwar bekräftigt die Partei auf Nachfrage, dass man das Stimmrecht im Bundesrat nutzen werde, sollte Rüttgers kommissarisch an der Macht bleiben. Allerdings wisse man, dass "ein Wahlergebnis dazwischen liegt", sagt ein Vertrauter des Ministerpräsidenten. Könnte heißen: Rüttgers wird sich hüten, unpopuläre Reformen abzusegnen.
- Datum 14.06.2010 - 18:20 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Verantwortung übernehmen.
Da läßt es sich doch lieber an derzeitigen Entscheidungsträgern, wie Merkel, Kritik üben.
Eine echte Falle, die sich für die SPD in NRW ergeben hat.
würde der schlieben einmal in seinem Leben in der Zeit einen fairen Kommentar schreiben. Ich les schon garnicht mehr. Ich sehe das Bild, lese die Übershrift und denke "Schlieben". Dann mecker ich in der kommentarfunktion und suche bessere Kommentare, die Mescnehn fair behandeln und Kritik sachlich üben. Oder es zumindet versuchen. Was schlieben tut ist immer das selbe: Absolut unverhohlen seinen politischen gegner runterputzen.
Kraft macht allles richtig und ich hoffe, dass bald die Minderheitenregierung Rot-Grün kommt. Aber bisdahin kann es ersmal ein Weilchen so bleiben.
Aber nicht für die SPD. Rüttgen muss jetzt zeigen, warum er nicht zurücktreten will. Jetzt muss er etwas auf die Beine stellen, so wollte er es, so bekommt er es. Der Langweiler, der er immer schon war, muss jetzt seine Politikfähigkeit offenbaren. Das wird er nicht können. Also ist er in der Falle, die CDU mittendrin. Das ist auch gut so.
Sie wollen jetzt überall mitmischen. Das ist soweit legitim, aber dass sie jetzt auch anfangen, bei kleinsten Schwierigkeiten, die bei Verhandlungen auftreten, in diesem Falle mit der FDP, den schwarzen Peter der SPD zu zuschieben, das erscheint ja doch ein bisschen überheblich. Das aber scheinen kleinere Parteien so an sich zu haben.
würde der schlieben einmal in seinem Leben in der Zeit einen fairen Kommentar schreiben. Ich les schon garnicht mehr. Ich sehe das Bild, lese die Übershrift und denke "Schlieben". Dann mecker ich in der kommentarfunktion und suche bessere Kommentare, die Mescnehn fair behandeln und Kritik sachlich üben. Oder es zumindet versuchen. Was schlieben tut ist immer das selbe: Absolut unverhohlen seinen politischen gegner runterputzen.
Kraft macht allles richtig und ich hoffe, dass bald die Minderheitenregierung Rot-Grün kommt. Aber bisdahin kann es ersmal ein Weilchen so bleiben.
Aber nicht für die SPD. Rüttgen muss jetzt zeigen, warum er nicht zurücktreten will. Jetzt muss er etwas auf die Beine stellen, so wollte er es, so bekommt er es. Der Langweiler, der er immer schon war, muss jetzt seine Politikfähigkeit offenbaren. Das wird er nicht können. Also ist er in der Falle, die CDU mittendrin. Das ist auch gut so.
Sie wollen jetzt überall mitmischen. Das ist soweit legitim, aber dass sie jetzt auch anfangen, bei kleinsten Schwierigkeiten, die bei Verhandlungen auftreten, in diesem Falle mit der FDP, den schwarzen Peter der SPD zu zuschieben, das erscheint ja doch ein bisschen überheblich. Das aber scheinen kleinere Parteien so an sich zu haben.
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Liebe SPD Wähler fordert Eure Stimmen von der Frau Kraft zurück. Beschämend was sich da auf der politischen Bühne abspielt.
...die SPD Wähler in NRW waren schon lange nicht mehr so beeindruckt und zufrieden mit "ihrer" Spd. Auch wenn viele die RRG Koalition begrüßt hätte. KRaft zeigt Schneid. DAS sehen die Wähler. Der politische Gegner will das als Fehltritt darstellen,w as ich verstehen kann, schließlich wird Schwarz-Gelb nun ordentlich gejagt! Mans telle sich vor, die müssen jetzt Politik durchsetzen, die sie selber absurd finden! ha! Ein Festschmaus! Danke Frau Kraft!
Warten wirs ab!
kann man in Berlin unter Merkel sehr gut beobachten!
weil man sie danach nicht mehr hat! :-P
Die deutsche Politik hat etwas von jenem grotesken Kampf zweier Kendo-Meister, die einander eine halbe Stunde lang umkreisten, ohne dass einer es gewagt hätte, sein Kamae aufzugeben und anzugreifen - das Match wurde schließlich von den Schiedsrichtern beendet und beide Meister disqualifiziert. Sollte man hier auch tun. WIR sind immer noch die Schiedsrichter, auch wenn das Institut des Ostrakismos bei uns derzeit schmerzlich fehlt!
Die Amtsinhaber flüchten, die Abgeordneten sitzen lieber im Schmollwinkel, als Verantwortung zu übernehmen - das Land ist wohl dermaßen vergammelt, dass keiner, der einmal einen Blick in die Interna geworfen hat, es auch nur regieren möchte. Das dürfte in der Menschheitsgeschichte ein ziemliches Novum sein, ist sonst doch der Drang nach Macht so groß, dass er sogar den Selbsterhaltungstrieb hinwegfegen kann.
Nichts wie raus hier!
...die SPD Wähler in NRW waren schon lange nicht mehr so beeindruckt und zufrieden mit "ihrer" Spd. Auch wenn viele die RRG Koalition begrüßt hätte. KRaft zeigt Schneid. DAS sehen die Wähler. Der politische Gegner will das als Fehltritt darstellen,w as ich verstehen kann, schließlich wird Schwarz-Gelb nun ordentlich gejagt! Mans telle sich vor, die müssen jetzt Politik durchsetzen, die sie selber absurd finden! ha! Ein Festschmaus! Danke Frau Kraft!
Warten wirs ab!
kann man in Berlin unter Merkel sehr gut beobachten!
weil man sie danach nicht mehr hat! :-P
Die deutsche Politik hat etwas von jenem grotesken Kampf zweier Kendo-Meister, die einander eine halbe Stunde lang umkreisten, ohne dass einer es gewagt hätte, sein Kamae aufzugeben und anzugreifen - das Match wurde schließlich von den Schiedsrichtern beendet und beide Meister disqualifiziert. Sollte man hier auch tun. WIR sind immer noch die Schiedsrichter, auch wenn das Institut des Ostrakismos bei uns derzeit schmerzlich fehlt!
Die Amtsinhaber flüchten, die Abgeordneten sitzen lieber im Schmollwinkel, als Verantwortung zu übernehmen - das Land ist wohl dermaßen vergammelt, dass keiner, der einmal einen Blick in die Interna geworfen hat, es auch nur regieren möchte. Das dürfte in der Menschheitsgeschichte ein ziemliches Novum sein, ist sonst doch der Drang nach Macht so groß, dass er sogar den Selbsterhaltungstrieb hinwegfegen kann.
Nichts wie raus hier!
würde der schlieben einmal in seinem Leben in der Zeit einen fairen Kommentar schreiben. Ich les schon garnicht mehr. Ich sehe das Bild, lese die Übershrift und denke "Schlieben". Dann mecker ich in der kommentarfunktion und suche bessere Kommentare, die Mescnehn fair behandeln und Kritik sachlich üben. Oder es zumindet versuchen. Was schlieben tut ist immer das selbe: Absolut unverhohlen seinen politischen gegner runterputzen.
Kraft macht allles richtig und ich hoffe, dass bald die Minderheitenregierung Rot-Grün kommt. Aber bisdahin kann es ersmal ein Weilchen so bleiben.
...die SPD Wähler in NRW waren schon lange nicht mehr so beeindruckt und zufrieden mit "ihrer" Spd. Auch wenn viele die RRG Koalition begrüßt hätte. KRaft zeigt Schneid. DAS sehen die Wähler. Der politische Gegner will das als Fehltritt darstellen,w as ich verstehen kann, schließlich wird Schwarz-Gelb nun ordentlich gejagt! Mans telle sich vor, die müssen jetzt Politik durchsetzen, die sie selber absurd finden! ha! Ein Festschmaus! Danke Frau Kraft!
Die Hauptsache: es gibt kein Schwarz/Rot.
Wenn Chef Gabriel laut über eine Minderheitenregierung "nachdenkt", kann das an Frau Kraft nicht vorbei gehen.
Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken, kann und will die SPD sich nicht erlauben.
Gar nicht Unwahrscheinlich ist, das Frau Löhrmann, und Frau Kraft, noch in diesem Sommer eine Minderheitenregierung anführen. Weitere Schritte sind bei Bedacht ja auch noch möglich.
Immer mit der Ruhe.
Warten wirs ab!
Die SPD kann schlechterdings mit der Linken koalieren. Dagegen spricht nicht so sehr das Programmatische als vielmehr die Strategie, die sich auch gegenüber der USPD in Weimar als wirksam erwiesen hat. Zudem hat das sogenannte bürgerliche Lager schon einmal die Messer gewetzt, um im Koalitionsfalle dann zum Angriff zu blasen und damit eine Neuauflage der Hessenstragie ins Auge zu fassen.
Komisch nur, dass der allseits beliebte Hanseat van Beust sich mit der rechtsradikalen Schillpartei zusammentun konnte, ohne dass nur eine schwarze Zeile darüber in der Presse verloren wurde. Wir sind eben traditionell auf dem rechten Auge blind. Erstaunlich, wie ungestraft scheinheilig die Christdemokraten ihre Dämagogie jetzt wieder verbreiten können. Im Namen Christi, versteht sich!!
Emiljohann
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