BundespräsidentenwahlWulff bekommt Rückendeckung von der CSU

Beim CSU-Parteitag hat Christian Wulff indirekt ein Scheitern bei der Bundespräsidentenwahl angesprochen. Die CSU sagte dem schwarz-gelben Kandidaten Unterstützung zu. von dpa

Ein eventuelles Scheitern bei der Bundespräsidentenwahl bedeute nicht das Ende von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Das deutete der schwarz-gelbe Präsidenten-Kandidat Christian Wulff bei einem kleinen CSU-Parteitag in Nürnberg angesichts des Dauerkrachs im Bündnis von CDU, FDP und CSU an. "Es soll nicht verknüpft werden mit dem Fortbestand einer Regierung", sagte er.
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CSU-Chef Horst Seehofer sicherte Wulff vor den 400 Delegierten die volle Unterstützung der Christsozialen in der Bundesversammlung zu. "Bayern und die CSU stehen, wir werden Dich am Mittwoch voll unterstützen", sagte Parteichef Horst Seehofer vom Rednerpodium zu Wulff.Wulff machte deutlich, dass er jeden Anschein des Drucks auf die Delegierten von Union und FDP in der Bundesversammlung am kommendem Mittwoch vermeiden wolle: "Jeder und jede ist völlig frei mit sich und seiner Entscheidung."

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Im Falle seiner Wahl will Wulff ein Brückenbauer werden, für Einwanderer ebenso wie für Behinderte. "Wir können es uns nicht leisten, Menschen links liegen zu lassen. Mir ist wichtig, dass alle Menschen in unserem Land erkennen, dass dies unser Land ist, dass wir nur dieses eine Land haben." Als Beispiel gelungener Integration hob Wulff unter anderem das Tor des türkischstämmigen Nationalspielers Mesut Özil zum 1:0 gegen Ghana bei der Fußball-WM in Südafrika hervor.

Wulff vermied jede offene Kritik an seinem rot-grünen Gegenkandidaten Joachim Gauck , wies aber versteckt auf das vorgerückte Alter des 70-Jährigen hin. Der 51 Jahre alte Wullf stellte seine relative Jugend stark in den Vordergrund: "Ich bewerbe mich auch um das Amt des Bundespräsidenten, weil ich glaube, dass ein Angehöriger der mittleren Generation Brücken bauen kann." Er sehe darin eine "Bereicherung", wenn ein Bundespräsident eine 16 Jahre alte Tochter auf dem achtjährigen Gymnasium habe, ein Kind auf der Grundschule und eines im Kindergarten.

Der niedersächsische Ministerpräsident war zwar in früheren Jahren in der CSU eher unbeliebt und wenig respektiert, doch gibt es nach Einschätzung führender CSU-Politiker keine Zweifel, dass die Partei jetzt tatsächlich Wulff unterstützt. "Ich glaube, dass die CSU hinter mir steht", sagte Wulff selbst vor Beginn des Treffens. Die CSU- Delegierten dankten für seine Rede mit freundlichem vierminütigem Applaus.

Wulff traf nach seiner Rede auf dem CSU-Parteitag auch die Landtagsfraktionen von FDP und Freien Wählern. Die bayerische FDP hat Wulff ihre Unterstützung in der Bundesversammlung zugesagt. Die Freien Wähler tendieren zu Gauck, wollten Wulff aber trotzdem kennenlernen.

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Leserkommentare
  1. Wulff baut bereits für eine "Niederlage" vor. Wobei Niederlage nicht bedeuten muss, dass er gar nicht gewählt wird, sondern nicht bereits im ersten Wahlgang.

    Das finde ich höchst interessant, anscheinend rechnet man schon mit solch einem Vorgang, sonst bräuchte man sich den Rückweg nicht frei halten.

    Das wiederum bedeutet doch, dass man mittlerweile selbst der Meinung ist, dass einer der Gegenkandidaten geeigneter für das Amt wäre, denn hätte man selbst den besten Kandidaten, bräuchte man diese Manöver gar nicht.

    Alles in allem sehr interessant, was unser sehr-wahrscehinlich-neuer-Bundespräsident hier von sich gibt.

  2. also wenn dieser blasse, charakterlose Popanz Bundespräsident wird dann will ich mit dieser Regierung nichts mehr zu tun haben. Da kommt bei mir so was wie fremdschämen hoch

  3. Wulffs Pläne die Integration im Land zu fördern mögen sehr vorbildlich sein, aber das Tor von Mehmet Özil als gelungene Integration zu bezeichnen ist in meinen Augen wohl mehr als lächerlich.

    Es gibt in anderen Nationalmannschaften ebenso Spieler mit Migrationshintergrund, die mit großer Wahrscheinlichkeit auch Tore schiessen, dadurch zeichnet sich unsere Mannschaft meiner Meinung nach nicht aus.
    Und vor allem die einzelnen Fußballclubs in aller Welt scheinen mit dem Einkauf von Spielern aus anderen Ländern ja dann wohl einen großen Beitrag zur Integrationsarbeit zu leisten...

    Man sollte mal lieber mal darauf schauen, wie ein Land durch die WM zum Zusammenhalt bewegt wird und Menschen verschiedener Nationen vereint.
    Auf der anderen Seite ist dies auch mal wieder ein Armutszeugnis, wenn sowas nur bei der WM passiert.
    Armes Deutschland.

    • yeksaa
    • 26. Juni 2010 15:44 Uhr

    Sich in eitlem Gehabe derartig selbst zu produzieren, vernichtet schon im Voraus sämtliche Sympathien, wenn diese überhaupt irgendwann zur Geltung gekommen.......

    Für mich zeugt das Wahl-Gehabe von einer deplatzierten "Mutantenshow".

    • ddkddk
    • 26. Juni 2010 16:17 Uhr

    die sie bei einer (geheimen) Wahl Gaucks hätten:

    Es könnte sich schlagartig die Chance ergeben, zum ersten Mal in der Geschichte einen Kanzler aus ihren Reihen zu stellen, der womöglich in der Lage wäre, den derzeitigen Niedergang der Union und das stetige sich beschleunigende Zerbröckeln aufzuhalten.

    Gemeint ist natürlich nicht Seehofer, sondern Guttenberg.

    • albinz
    • 26. Juni 2010 16:30 Uhr

    als Präsidenten. Ja, hoffentlich, sonst wäre die Welt wirklich nicht mehr in Ordnung.
    DAS TRAURIGE dabei ist, dass es so aussieht, als gäbe es in Deutschland keine fähigeren Köpfe.
    Die gibt es sicher, die sind nur nicht aufgestellt worden, die sind Konkurrenz von Frau Angela.
    Und das darf nicht sein.
    So wird unsere politische Landschaft verdooft.

    Integration von Migranten will Herr Wulff? Das Thema ist grade sehr "in". Dabei wird vergessen, dass diese nicht nur eine andere Kultur haben, sondern auch eine ganz andere Moral.
    Kulturen können sich befruchten, aber Moral ist was anderes, da bleibe die moslemische Moral bitte sehr weit fern von hier.

    Grüsse
    Albinz

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Christian Wulff | FDP | Horst Seehofer | CSU | Joachim Gauck | Angela Merkel
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