Christian Wulff Ganz nach oben gelächelt

Christian Wulff soll Bundespräsident werden. Dieses Amt scheint er sich zuzutrauen – im Unterschied zur Kanzlerschaft.

1998 Christian Democratic Chancellor Helmut Kohl looks down while his candidate in yesterday's Lower Saxony state elections, Christian Wulff, displays an advertisement that reads, "the next Chancellor must be a Lower Saxon" March 2. Wulff showed the advertisement at a news conference in Bonn implying that it was more a decision by Lower Saxons to nominate Gerhard Schroeder for the SPD federal election candidature, than a state poll. GERMANY ELECTION

Nun steht doch noch einer aus dem Anden-Pakt kurz davor, in Berlin ein wirklich bedeutendes Amt zu erlangen. Mehrere Bundesminister und Ministerpräsidenten hat der Klüngelbund einiger junger CDU-Talente hervorgebracht, der 1979 auf einer Südamerika-Reise entstand. Einer von ihnen ist Christian Wulff, der seit 2003 in Niedersachsen regiert.

Und nun sieht es ganz so aus, als ob der 50-jährige Ministerpräsident in 26 Tagen zum deutschen Staatsoberhaupt gewählt wird. Schwarz-Gelb verfügt dafür in der Bundesversammlung über eine solide Mehrheit.

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Parteiintern hat er sich gegen die Niedersächsin Ursula von der Leyen durchgesetzt. Die Tochter des ehemaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht (CDU) soll auch an dem Widerstand Wulffs gescheitert sein. Gegen ihre Berufung hätten sich vor allem konservative Christdemokraten wie Stefan Mappus, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, ausgesprochen.

Wulff gilt als der Entdecker von Ursula von der Leyen – er berief sie 2003 als Sozialministerin in sein Landeskabinett. Das höchste deutsche Staatsamt, das wollte er aber anscheinend lieber für sich selbst. Medienberichten zufolge hat Wulff sich selber Merkel als Bundespräsident angeboten.

Christian Wulff gilt als moderner Konservativer. Er berief mit Aygül Özkan als erster Ministerpräsident eine Frau mit Migrationshintergrund in sein Kabinett, Die muslimische Sozialministerin kam aber nicht überall in der Union gut an - vor allem, als sie forderte, Kruzifixe aus den Schulen zu verbannen. Das ging dann aber auch Wulff zu weit. "In Niedersachsen werden christliche Symbole, insbesondere Kreuze in den Schulen, seitens der Landesregierung im Sinne einer toleranten Erziehung auf Grundlage christlicher Werte begrüßt", sagte er damals. Harte Kritik übt Wulff fast nie – er ist eher ein Mann der sanften Worte, der Probleme lieber leise aus dem Weg zu räumen versucht.

Auch als Wulff sich gegen die im Bundeskabinett angedachte Steuersenkung wandte, blieb sein Ton moderat. "Wir brauchen wieder geordnete Verhältnisse. Und das heißt Konsolidierung", sagte er damals. Basta-Politik klingt anders.

Freunde werfen ihm vor, oft zu harmoniesüchtig, zu nett zu sein. Im Landtagswahlkampf 2008 verzichtete er fast völlig auf Seitenhiebe und verbale Attacken. Gegner sagen, Wulff habe Kreide gefressen, wie der Wolf im Märchen. Doch der Niedersachse ist ein gewiefter Taktierer, der im Hintergrund beständig sticheln kann – Angela Merkel und ihr Umfeld litten darunter häufig.

Leser-Kommentare
  1. ..und vielleicht braucht Schweden auch noch einen Präsidenten. Wäre doch ein guter Tausch, und wir bekommen dafür Kommissar Wallander. Oder ist der auch noch in israelischen Gewahrsam?

    • a.flex
    • 03.06.2010 um 20:01 Uhr

    Wulff: Tut keinem weh, hat aber auch nichts interessantes zu sagen. Hätte schlimmer kommen können.

    • Buh
    • 03.06.2010 um 20:01 Uhr

    Warum finde ich keinenA ritkel über Joachim Gauck?

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    • keox
    • 04.06.2010 um 0:10 Uhr

    Sie vermissen Informationen? Kein Problem.

    Gauck ist Mitglied der 'Atlantikbrücke' die einer der Mitglieder wie folgt beschrieben hat:

    "Arend Oetker beschrieb diese Lobbytätigkeit im Jahr 2002 folgendermaßen: „Die USA wird von 200 Familien regiert und zu denen wollen wir gute Kontakte haben.“"

    Der Artikel über Gauck fehlt, weil (unabhängig von ihm als Person) er ein rein politischer Gegenkandidat der SPD ist. Relativ unbekannt, sicher nicht populär, mit 70 erheblich zu alt. Aber es war ja klar, dass die SPD hier wieder einen Gegenkandidaten aufstellt, der nicht wählbar ist und damit auch nicht "verbrannt" wird.

    • keox
    • 04.06.2010 um 0:10 Uhr

    Sie vermissen Informationen? Kein Problem.

    Gauck ist Mitglied der 'Atlantikbrücke' die einer der Mitglieder wie folgt beschrieben hat:

    "Arend Oetker beschrieb diese Lobbytätigkeit im Jahr 2002 folgendermaßen: „Die USA wird von 200 Familien regiert und zu denen wollen wir gute Kontakte haben.“"

    Der Artikel über Gauck fehlt, weil (unabhängig von ihm als Person) er ein rein politischer Gegenkandidat der SPD ist. Relativ unbekannt, sicher nicht populär, mit 70 erheblich zu alt. Aber es war ja klar, dass die SPD hier wieder einen Gegenkandidaten aufstellt, der nicht wählbar ist und damit auch nicht "verbrannt" wird.

  2. Was ist los in der CDU? Was bewegt Christian Wulff dazu, mit 51 Jahren sich auf den politischen Ruhestand vorzubereiten? Koch wechselt in die Wirtschaft, Köhler tritt zurück und Christian Wulff will die Chance nutzen, sich auf die Frühverrentung vorzubereiten. Was ist da los in Deutschland?

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    Vor der Bundestagswahl standen wir vor dem Abgrund, heute sind wir einen Schritt weiter.
    Deshalb ist es nicht verwunderlich, daß ein Mann wie Wulff den Strohhalm ergreift, den man ihm hinhält.
    Ich habe mir über Köhlers Rücktritt auch so meine Gedanken gemacht. Mal abgesehen davon, daß er die beleidigte Leberwurst gegeben hat, was wäre denn, wenn er sich so entschieden hat, weil er weiß, daß der Bundespräsident künftig eine Menge Unterschriften wird leisten müssen, unter Gesetze, die den Bürger in die Armut treiben. Dafür würde ich mich auch nicht hergeben. Wulff wir es dann wohl tun müssen.

    Vor der Bundestagswahl standen wir vor dem Abgrund, heute sind wir einen Schritt weiter.
    Deshalb ist es nicht verwunderlich, daß ein Mann wie Wulff den Strohhalm ergreift, den man ihm hinhält.
    Ich habe mir über Köhlers Rücktritt auch so meine Gedanken gemacht. Mal abgesehen davon, daß er die beleidigte Leberwurst gegeben hat, was wäre denn, wenn er sich so entschieden hat, weil er weiß, daß der Bundespräsident künftig eine Menge Unterschriften wird leisten müssen, unter Gesetze, die den Bürger in die Armut treiben. Dafür würde ich mich auch nicht hergeben. Wulff wir es dann wohl tun müssen.

  3. Wieso nicht einfach

    A U S W A N D E R N ?

    Wenn ich die vielen Kommentatoren hier so lese, ob zu Frau vdL, oder auch den anderen vom "spectateur" vorgeschlagenen Kandidaten, dann drängt sich mir doch sehr ein Gefühl der Unzufriedenheit auf. Ein Gefühl dass mehrere in diesen Tagen zu beschleichen scheint.
    Wenn Euch Deutschen euer Staat also nicht mehr nur die Freiheit zum Motzen gibt, sondern ihr euch "deplaziert" fühlt, nicht ernstgenommen, etc.
    Wieso bleibt ihr dann noch dort ?

    Ersatzlösung könnte sein : Kämpft um ihn, EUREN Staat. Versucht mit legalen Mitteln zu ändern was euch stört und schimpft euch nicht nur hier und anderswo in den Blogs aus.
    Letzteres wird nämlich nichts an euren Missfallen ändern.

    Liebe Grüsse aus Frankreich,
    ein Landsmann
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    Antwort auf "Verräterische Formulierung"
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    Starten Sie doch eine DSM - Deutschland sucht Mittelmaß unter Tante Emma's Merkel-ismus

    Starten Sie doch eine DSM - Deutschland sucht Mittelmaß unter Tante Emma's Merkel-ismus

  4. Merkel-ismus ist wie Bush-ismus gefährlich,
    wird nicht rechtzeitig erkannt und wird
    schlimme Spuren in Deutschland hinterlassen,
    genauso, wie Bush-ismus in der Welt dies tat!

    Wulff ist ausgeschaltet für Sie,
    wie unlängst Oettinger und Koch…
    Schade – Wulff hätte wesentlich mehr werden
    und bewegen können…

    Außer Seehofer ist nun alles auf Mittelmaß
    degradiert in der Union!

    Fortsetzung:
    http://Weisenstein-Neuman...

    Copyright 2004-2009, Urheberrecht bei Buda-Bertalan Weisenstein-Neumann, reg.: 4910...

  5. Vor der Bundestagswahl standen wir vor dem Abgrund, heute sind wir einen Schritt weiter.
    Deshalb ist es nicht verwunderlich, daß ein Mann wie Wulff den Strohhalm ergreift, den man ihm hinhält.
    Ich habe mir über Köhlers Rücktritt auch so meine Gedanken gemacht. Mal abgesehen davon, daß er die beleidigte Leberwurst gegeben hat, was wäre denn, wenn er sich so entschieden hat, weil er weiß, daß der Bundespräsident künftig eine Menge Unterschriften wird leisten müssen, unter Gesetze, die den Bürger in die Armut treiben. Dafür würde ich mich auch nicht hergeben. Wulff wir es dann wohl tun müssen.

    Antwort auf "Peinlich, peinlich..."
  6. Starten Sie doch eine DSM - Deutschland sucht Mittelmaß unter Tante Emma's Merkel-ismus

    Antwort auf "Wieso nicht einfach"
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    DSM: Deutschland sucht Mittelmaß. Schönes Wortspiel!

    In der Tat. An Langeweile kaum noch zu überbieten. Merkel schiebt all jene von sich, die ihr noch gefährlich werden könnten. Spekuliert sie ernsthaft mit einer Wiederwahl bei der nächsten Bundestagswahl? Nicht, dass ich ein großer Freund Kochs war (eher im Gegenteil). Aber so langsam wird es langweilig in Berlin. Nur noch aalglattes, linientreues Gefolge. Erinnert an die Zeit vor 1989.

    DSM: Deutschland sucht Mittelmaß. Schönes Wortspiel!

    In der Tat. An Langeweile kaum noch zu überbieten. Merkel schiebt all jene von sich, die ihr noch gefährlich werden könnten. Spekuliert sie ernsthaft mit einer Wiederwahl bei der nächsten Bundestagswahl? Nicht, dass ich ein großer Freund Kochs war (eher im Gegenteil). Aber so langsam wird es langweilig in Berlin. Nur noch aalglattes, linientreues Gefolge. Erinnert an die Zeit vor 1989.

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