Bettina Wulff : First Lady mit Glamour-Potenzial

Sie ist die jüngste Präsidentengattin, die je ins Schloss Bellevue einzog. Schon jetzt scheint klar: Sie wird sich besonderen Medieninteresses erfreuen.

Die Kandidatenzeit des neuen Bundespräsidenten Christian Wulff war kurz, doch sie reichte aus, gewisse Fakten über seine Frau tief im Bewusstsein der deutschen Öffentlichkeit zu verankern. Was der neue Präsident will, weiß keiner so genau. Ein Detail über die Oberarme seiner Frau kennt dagegen (fast) jeder: Bettina Wulff ist tätowiert. 

Der Hinweis auf das Tribal-Tattoo der neuen First Lady – ergänzt meist um eine Beschreibung des jeweiligen Abendkleids, unter dem das Brandzeichen hervorlugt – fehlt in kaum einer Berichterstattung. Auch nicht der Satz, den ihr Mann standardmäßig dazu sagt: Dass er das "cool" findet, nämlich.

Die Niedersachsen kennen Bettina Wulff natürlich schon länger. Genau genommen seit vier Jahren, als Christian Wulff die damalige Pressereferentin der Continental AG in Hannover der Öffentlichkeit als seine neue Freundin vorstellte.

Mittlerweile ist die 1,80 Meter große Blondine, die mit 36 Jahren die jüngste Präsidentengattin der bundesdeutschen Geschichte ist, aber auch bundesweit keine Unbekannte mehr.

Dass Bettina Wulff einen siebenjährigen Sohn aus einer früheren Beziehung hat und längere Zeit alleinerziehend war, gehört fast schon zur politischen Allgemeinbildung. Des Weiteren weiß man über sie, dass sie auch nach ihrer Hochzeit mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten ihren Beruf nicht aufgab, sondern seit der Geburt des nun zweijährigen gemeinsamen Sohnes Linus halbtags in der PR-Abteilung der Drogeriekette Rossmann arbeitet.

Gelernt haben wir weiterhin, dass Bettina Wulff das Landleben liebt. Das Haus mit Garten im niedersächsischen Großburgwedel, ihrem Heimatort, in dem die Familie die vergangenen beiden Jahre lebte, soll deswegen auch weiterhin als Rückzugsort dienen.

Mitgeteilt wurde außerdem, dass die Niedersächsin, bei allem Hang zur Selbständigkeit, gleichwohl die Rolle der Präsidentenfrau voll auszufüllen gedenkt. Ihren Beruf will sie nun jedenfalls erstmal aufgeben.

Verlagsangebot

Entdecken Sie mehr.

Lernen Sie DIE ZEIT 4 Wochen lang im Digital-Paket zum Probepreis kennen.

Hier testen

Kommentare

60 Kommentare Seite 1 von 12 Kommentieren

First Ladies, Bruni & Tattoos

Also ich persönlich hoffe, dass sich Bruni & Wulff bald mal begegnen - wird sicher sehr lustig....

"Samantha Cameron, so schreibt Bruni auf ihrer Webseite, werde stets für ihre Eleganz gelobt. Tatsächlich sei Cameron «eine Art» Mode-Ikone: «Sie kombiniert Stil mit einem Bewusstsein für ihre Zeit», so Bruni zweideutig. Cameron betreibe Yoga und sei der Ökologie verbunden. Dann spürt man förmlich Brunis gerümpfte Nase:

«Diese dreifache Mutter hat aus ihrer Jugendzeit ein Delphin-Tattoo am Knöchel. Ein bodenständiger Stil für eine Frau, die nicht zögert, von den alltäglichen Mängel ihres Mannes zu erzählen, wenn man sie nach ihm fragt.» Ein Mann der seine Kleider nicht einsammle, die Küche nicht reinige und vor dem Fernseher nach Westernfilmen zappe. «Letztlich ziemlich triviale Mängel in einem aussergewöhnlichen Mann», resümiert Bruni. «Dieser Nachkomme von William IV ist der jüngste britische Premierminister seit 1812.»

http://bazonline.ch/panor...

und natürlich

http://www.bild.de/BILD/p...

Ist doch schön

dass wir es uns scheinbar leisten können, solche wunderbaren Politiker nebst ihren Gspusi durchzufüttern. Was sind auch schon die läppischen rund 20 Millionen fürs Präsidialamt. In Düsseldorf hatte man kein Geld, um ein Obdachlosenprojekt mit 50.000 Euro weiter zu fördern. Das sind doch saubere Verhältnisse.

Es ist einfach nur noch ekelig, Wulff mit seinen seit Wochen vorbereiteten staatstragenden Reden zu hören und seine Frau Gemahlin als junge Blondine in den Medien hoch zu sterilisieren, äh sorry, stilisieren. Diese Getue kann einen normal tickenden Bürger nur noch zum Übergeben reizen. Hoffentlich ziehen (nicht) doch mal dunkle Revolutionsgarden durch die Lande ?!

Aber der Bundesbürger mag es ja, in den Allerwertesten getreten zu werden, er kann offenbar gar nicht genug davon bekommen...

Ja, Erbrechen wäre angemessen,

auch wegen der Boulevardisierung des hier vorliegenden Blattes. Wenigstens die ZEIT sollte es unterlassen, von nun an dem Leser einzutröpfeln, was ihn zu interessieren hat (Kleid, Körperschmuck, Blondheit einer Person, die ab gestern vom Volk bezahlt wird, obwohl sie selbst für sich sorgen kann). Es ist so widerlich flach und der Verdacht liegt nahe, dass die Medien durch die Bank weg auf Teufel komm raus an der Verblödung der Bevölkerung arbeiten. Wohl, damit sie ausführliche und gut recherchierte Artikel nicht mehr bringen müssen - sind wohl zu teuer.