Militär Bundeswehr droht Kahlschlag bei Rüstungsprojekten

Insgesamt 9,3 Milliarden Euro will das Verteidigungsministerium sparen. Experten haben nun eine Streichliste vorgelegt. Darauf: Kampfjets, Hubschrauber und Schnellboote

Erst wird die Truppe verkleinert, nun soll es auch beim Gerät und bei den Waffen Einsparungen geben. In einem Papier hat der Führungsstab der Streitkräfte Vorschläge aufgelistet. Diese sehen alleine für das Jahr 2011 Einsparungen von 775,4 Millionen Euro vor, bis zum Jahr 2015 von 3,37 Milliarden Euro.

Experten des Verteidigungsministeriums empfehlen laut einem Bericht der Bild -Zeitung, 15 Transall-Transportflugzeuge nicht mehr zu nutzen und die Zahl der neuen A400M zu reduzieren. Die Truppe soll auch weniger neue Kampfflugzeuge und Helikopter bekommen. Darunter sind Militärhubschrauber des Typs NH-90 (nur noch 80 statt 122 sollen gekauft werden) und die Tiger-Kampfhubschrauber (nur noch 40 statt 80). Bei den Flugzeugen will das Ministerium die Tornado-Kampfjetflotte von 185 auf 85 reduzieren. Auch auf die Lieferung von 37 Flugzeugen des Typs Eurofighter soll die Bundeswehr verzichten.

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Die 23-seitigen Unterlagen des Verteidigungsministeriums mit dem Titel "Priorisierung Materialinvestitionen – Handlungsempfehlungen" empfiehlt Minister Karl Theodor zu Guttenberg (CSU) auch, die Verkleinerung der Tornado-Flotte schnellstmöglich voranzutreiben. Auch die Marine soll sparen. Acht Fregatten, zehn Schnellboote und 21 Sea-King-Hubschrauber sind auf der Streichliste. Statt vier sollen nur noch drei Fregatten der Klasse 125 bestellt werden.

Setzt die Bundeswehr die Vorschläge um, verändere die Bundeswehr ihren Charakter erheblich, betonen die Autoren. Ausdrücklich heißt es, dass die Empfehlungen "einen signifikanten Eingriff in das Fähigkeitsprofil vorsehen, um den Bedingungen begrenzter finanzieller Ressourcen gerecht zu werden". Zugleich betonten die Verfasser, dass die Einschnitte am Ende wohl noch dramatischer ausfallen werden. "Die vorgeschlagenen Empfehlungen können vor dem Hintergrund geänderter Rahmenbedingungen nur ein erster Schritt sein." Im Ministerium spricht man vom "Beginn der Grausamkeiten."

Nicht in allen Bereichen aber schlägt der Führungsstab Kürzungen vor. So spricht er sich ausdrücklich für die Beschaffung des umstrittenen Raketenabwehrsystems Meads aus. Damit ließen sich künftig drei Feldlager der Bundeswehr im Ausland schützen. Zudem müsse Deutschland ein seinem Gewicht in der Nato entsprechenden Beitrag zur integrierten Luftverteidigung des Bündnisses leisten.

Das Unternehmen EADS wollte die Streichliste nicht im Detail kommentieren. "Es handelt sich lediglich um Vorschläge, Entscheidungen sind nicht gefallen", sagte ein Unternehmenssprecher. Der Beauftragte des EADS-Gesamtbetriebsrates Deutschland, Bernhard Stiedl, hatte sie auf handelsblatt.com dagegen bereits harsch kritisiert. Mit dem vorgeschlagenen Verzicht auf die Entwicklung der unbemannten Drohne Talarion drohe der Verteidigungsminister zum Totengräber der deutschen Luftfahrtindustrie zu werden.

Leser-Kommentare
  1. Der Abbau der Hardware ist dringend notwendig.

    Im Gegenzug sollte allerdings in die Menschen investiert werden. Nach wie vor gibt es viel zu wenig Ärzte, Psychologen und Betreuer. Während die Bundeswehr seit Jahrzehnten eine Materialschlacht führt, hat sie die Soldaten als ärgerlichen Posten betrachtet.

    Heutzutage liegen die Einkommen der Unteroffiziere im gesellschaftlichen Vergleich unter dem eines Hilfsarbeiters. Das ist vor allem dann ein wenig demotivierend, wenn man als Luftfahrttechniker die Wahl hat zwischen der Bundeswehr, Air Berlin oder EADS.

    So, wie die Bundeswehr derzeit aufgestellt ist, wird sie die Menschen, die sie für ihre "Veränderung" dringend braucht, nicht anwerben können - weil es ein alter, unbequemer, komplizierter, unkameradschaftlicher und überalterter Laden ist, der einfach nicht anders kann.

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    Die Bundeswehr kann kein THW sein! Natürlich braucht eine moderne Armee auch modernes Kampfgerät. Und wenn der Ernstfall mal da ist dann ist es zu spät. Es ist in allen Politikbereichen eine gefährliche Strategie die Kapazitäten am "Normalfall" auszurichten. Das machen wir bei der Gesundheitsversorgung, wo von "zuvielen Krankenhausbetten" gesprochen wird - solange nur keine Pandemie oder eine andere hochinfektiöse Krankheit auftritt.

    Der Verzicht auf jegliche Reserven nimmt einem die Möglichkeit auf das Unplanbare - also die Realität - noch reagieren zu können. Wir brauchen eine Armee nicht für den Normalfall - Frieden - sondern für den Ernstfall, den Verteidigungsfall. Und da muss es einfach riesige Depots geben wo das entsprechende Gerät Achse an Achse "auf Halde" steht - und hoffentlich nie nie gebraucht wird.

    Mit der Argumentation die man teilweise in den Medien hört bräuchten wir ja auch keine Polizei - Straftaten sind ja schließlich verboten und ja auch überhaupt nicht vernünftig und schon gar nicht "sozial" und "solidarisch" jemanden auszurauben oder zusammenzuschalgen. Warum haben wir eine Polizei? Weil die Realität halt nicht so ist wie wir sie gerne hätten.

    Aber so kommt man in Deutschland offenbar nicht weiter denn man hat ja immer die Ereignisse von vor 60-70 Jahren im Hinterkopf und definiert alles Handeln darüber. Diese Epoche als Maßsab zu nehmen - und sei es als Negativbeispiel - halte ich für einen demokratischen Rechtsstaat für absurd.

    Die Bundeswehr kann kein THW sein! Natürlich braucht eine moderne Armee auch modernes Kampfgerät. Und wenn der Ernstfall mal da ist dann ist es zu spät. Es ist in allen Politikbereichen eine gefährliche Strategie die Kapazitäten am "Normalfall" auszurichten. Das machen wir bei der Gesundheitsversorgung, wo von "zuvielen Krankenhausbetten" gesprochen wird - solange nur keine Pandemie oder eine andere hochinfektiöse Krankheit auftritt.

    Der Verzicht auf jegliche Reserven nimmt einem die Möglichkeit auf das Unplanbare - also die Realität - noch reagieren zu können. Wir brauchen eine Armee nicht für den Normalfall - Frieden - sondern für den Ernstfall, den Verteidigungsfall. Und da muss es einfach riesige Depots geben wo das entsprechende Gerät Achse an Achse "auf Halde" steht - und hoffentlich nie nie gebraucht wird.

    Mit der Argumentation die man teilweise in den Medien hört bräuchten wir ja auch keine Polizei - Straftaten sind ja schließlich verboten und ja auch überhaupt nicht vernünftig und schon gar nicht "sozial" und "solidarisch" jemanden auszurauben oder zusammenzuschalgen. Warum haben wir eine Polizei? Weil die Realität halt nicht so ist wie wir sie gerne hätten.

    Aber so kommt man in Deutschland offenbar nicht weiter denn man hat ja immer die Ereignisse von vor 60-70 Jahren im Hinterkopf und definiert alles Handeln darüber. Diese Epoche als Maßsab zu nehmen - und sei es als Negativbeispiel - halte ich für einen demokratischen Rechtsstaat für absurd.

  2. Solange es Despotien wie Nordkorea oder Iran gibt, denen man mit Diplomatie oder Vernunft nicht beikommt, die Kaiser Nero eher zugeneigt sind als Voltaire und die Welt in Flammen sehen wollen solange es nur ihren Vorstellungen dient, solange braucht es nicht nur ein argumentativ schlagkräftiges diplomatisches Corps sondern auch eine Defensivarmee (betonung auf Defensiv! Ich bin strikt gegen jegliche "Auslandseinsätze") die mit konventionellen Waffen ausreichend abschreckt.

    Unser Verteidigungsbudget in der Bundesrepublik ist deutlich niedriger als das Frankreichs oder Englands. Obwohl beide Staaten deutlich weniger Einwohner haben. Von Prasserei an der Stelle kann also keine Rede sein.

    In den USA gibt es derzeit eine sehr lebhafte, parteiübergreifende, Debatte in einen neuen Isolationismus einzutreten. Wie er bis zu den beiden Weltkriegen auch die meiste Zeit amerikanische Staarsräson war. Man kann es sich dort auch leisten, umgeben von zwei Nachbarn die von den USA wirtschaftlich abhängig sind und der amerikanischen Alltagskultur freundlich gesonnen sind (=sie kopieren wo es nur geht) und zwischen Weltozeane zwischen sich und dem Rest der Welt.

    Wir aber nicht. Die US Streitkräfte in aller Welt, incl. Europa, sparen uns Milliarden an eigenen Militärausgaben. Wehe die USA entdecken dieses Sparpotential - wenn dann der schmale Bundeswehretat weiter zurückgefahren wird könnten wir uns mittelfristig in einer Situation befinden die sich jetzt noch keiner vorstellen kann.

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    Deutschland bezahlt die kompletten Stationierungskosten in vollem Umfang inkl. Objektschutz mit ziemlich vielen Milliarden jährlich. Und wenn mal was umgebaut oder erweitert wird, zahlt auch das der deutsche Steuerzahler.

    Dieses Argument von Ihnen ist also keines - jedenfalls nicht bzgl. Deutschland.

    Ohne Änderung der US-Strategien zu geopolitisch-strategischen Denkmustern, der "Strategie der Spannung" sowie der "Fullsize-Dominanz" werden die USA ihre Stützpunkte weltweit behalten - die eben auch zum großen Teil von den Ländern bezahlt werden.

    Deutschland bezahlt die kompletten Stationierungskosten in vollem Umfang inkl. Objektschutz mit ziemlich vielen Milliarden jährlich. Und wenn mal was umgebaut oder erweitert wird, zahlt auch das der deutsche Steuerzahler.

    Dieses Argument von Ihnen ist also keines - jedenfalls nicht bzgl. Deutschland.

    Ohne Änderung der US-Strategien zu geopolitisch-strategischen Denkmustern, der "Strategie der Spannung" sowie der "Fullsize-Dominanz" werden die USA ihre Stützpunkte weltweit behalten - die eben auch zum großen Teil von den Ländern bezahlt werden.

  3. Verstehe ich nicht. Der BW fehlt doch jetzt schon die Ausrüstung um gerade bei den Auslandseinsätzen effektiv zu arbeiten. Wir haben meines Wissens keinen Träger für Hubschrauber oder Kampfflugzeuge. Die einfachste Art zu sparen, wäre der Abzug der deutschen Soldaten aus Afghanistan. Überhaupt der Verzicht auf Auslandsmissionen wäre doch ein guter Schritt zum Sparen. Das wollen unsere Politiker aber wohl nicht oder ?

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    Überhaupt der Verzicht auf Auslandsmissionen wäre doch ein guter Schritt zum Sparen. Das wollen unsere Politiker aber wohl nicht oder ?

    Das dürfen Sie (unsere Politiker) nicht wollen - so einfach dürfte das sein. Deutschland ist nicht souverän.

    Ein Zeit lang ging es mit dem Scheckbuch, aber diese Zeiten dürften vorbei sein.

    Überhaupt der Verzicht auf Auslandsmissionen wäre doch ein guter Schritt zum Sparen. Das wollen unsere Politiker aber wohl nicht oder ?

    Das dürfen Sie (unsere Politiker) nicht wollen - so einfach dürfte das sein. Deutschland ist nicht souverän.

    Ein Zeit lang ging es mit dem Scheckbuch, aber diese Zeiten dürften vorbei sein.

  4. Das Problem ist, dass die Materialbeschaffer immer noch meinen, den Krieg der Zukunft gegen Panzer führen zu müssen.

    Deshalb bestellen sie den hochmodernen Tiger mit...

    genau, mit panzerbrechenden Waffen und verzichten auf ein Bordgeschütz. In Afghanistan ist dieser Hubschrauber nicht einzusetzen, da die Taliban derzeit ihre Panzer noch in den Höhlen lassen.

    "SPD-Wehrexperte Hans-Peter Bartels sagte dem Bericht zufolge dazu: "Das ist ein Armutszeugnis für die Industrie und die Beschaffungsbürokratie der Bundeswehr. Der Hubschrauber wird nicht mehr in Afghanistan zum Einsatz kommen." Bartels warf zudem der Bundeswehr vor, eine ungeeignete Bewaffnung bestellt zu haben: "Der Tiger ist für die Panzerabwehr optimiert, am zweitbesten kann er Bunker brechen. Über eine Bordkanone wie die französische Tiger-Version verfügt das deutsche Modell nicht."[4]"

    Antwort auf ""Hardware"?"
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    Aber ich sage mal so, ich bin grundsätzlich gegen Auslandseinsätze - und ich verstehe bis heute nicht wie das grundgesetzkonform sein kann da es sich ausdrücklich um eine reine Verteidigungsarmee handelt. Daher kann ich auch nicht befürworten dass man Material beschafft was für solche Auslandseinsätze konstruiert ist. Denn wenn wir nur eine Verteidigungsarmee haben dann ist der Einsatzzweck nun einmal gegen klassische staatliche Armeen (u.a. mit Panzern) und nicht gegen Guerillatruppen. Auch Terrorismusabwehr ist Aufgabe der Polizei und nicht der Bundeswehr. Das Material der Bundeswehr ist scheinbar für den Verteidigungsausfall konstruiert worden - und das finde ich vollkommen richtig so.

    Andererseits, wenn ich jetzt bei meinem Credo bleibe die Realität zum Maßstab zu nehmen und nicht das Wünschenswerte, müssen die Soldaten die nun einmal in unser aller Namen dort stationiert sind angemessen ausgerüstet sein. Darauf haben die ein Recht und wir haben die moralische Verpflichtung.

    Ich habe eine Fernsehreportage gesehen nach der andere NATO Staaten die dort Truppen stationiert haben bereits seit Jahren den Leopard II Panzer einsetzen - den sie aus deutscher Produktion gekauft haben. Nur die Deutschen selbst sollen diesen Panzer nicht bekommen? Ich vermute hier ideologische Gründe, man will keine Fernsehbilder von schweren deutschen Panzern die im Ausland rollen. Das ist einfach verantwortungslos - um mich höflich auszudrücken.

    ...ein
    - Trupp Partisanen in Afghanistan (dafür bräuchte man militärische Mittel zur Aufstandsbekämpfung)

    - Ein Trupp Kampfpanzer an Deutschlands Grenze (dafür benötigt man PAH's etc.)

    Die Antwort lautet natürlich: Der Trupp Kampfpanzer.

    Da aber die Wahrscheinlichkeit stark gesunken ist, das uns einer unserer Nachbar angreift, kann man die entsprechenden Truppen auf ein Kernmaß reduzieren, soweit richtig.

    Was aber KEINESFALLS richtig ist, das wir uns jetzt für die Durchführung imperialer Aufstandsbekämpfung bewaffnen sollten. Wir haben kein Interesse daran, irgendwo auf der Welt irgendwelcher schlecht bewaffneter Lokalbevölkerung zu zeigen wo der Hammer hängt.

    Militärische Mittel der Aufstandsbekämpfung (z.B. Kampfhubschrauber mit Maschinenkanonen und Waffen gegen Weichziele) sind darauf optimiert möglichst viele ungeschützte Menschen möglichst kostengünstig vom Leben zum Tode zu befördern und gleichzeitig sicherzustellen, das die kostbaren, hochbezahlten, hochtrainierten (weißen?!?) Piloten möglichst wenig gefährdet werden.

    Kurz: mit sowas massakriert man möglichst unfair und feige stark unterlegene Gegner.

    Ehrlich, für solche Waffen ist mir mein Steuergeld zu schade, wenn ich auch durchaus eine schlagkräftige Verteidigungsarmee zu schätzen weiß.

    Aber ich sage mal so, ich bin grundsätzlich gegen Auslandseinsätze - und ich verstehe bis heute nicht wie das grundgesetzkonform sein kann da es sich ausdrücklich um eine reine Verteidigungsarmee handelt. Daher kann ich auch nicht befürworten dass man Material beschafft was für solche Auslandseinsätze konstruiert ist. Denn wenn wir nur eine Verteidigungsarmee haben dann ist der Einsatzzweck nun einmal gegen klassische staatliche Armeen (u.a. mit Panzern) und nicht gegen Guerillatruppen. Auch Terrorismusabwehr ist Aufgabe der Polizei und nicht der Bundeswehr. Das Material der Bundeswehr ist scheinbar für den Verteidigungsausfall konstruiert worden - und das finde ich vollkommen richtig so.

    Andererseits, wenn ich jetzt bei meinem Credo bleibe die Realität zum Maßstab zu nehmen und nicht das Wünschenswerte, müssen die Soldaten die nun einmal in unser aller Namen dort stationiert sind angemessen ausgerüstet sein. Darauf haben die ein Recht und wir haben die moralische Verpflichtung.

    Ich habe eine Fernsehreportage gesehen nach der andere NATO Staaten die dort Truppen stationiert haben bereits seit Jahren den Leopard II Panzer einsetzen - den sie aus deutscher Produktion gekauft haben. Nur die Deutschen selbst sollen diesen Panzer nicht bekommen? Ich vermute hier ideologische Gründe, man will keine Fernsehbilder von schweren deutschen Panzern die im Ausland rollen. Das ist einfach verantwortungslos - um mich höflich auszudrücken.

    ...ein
    - Trupp Partisanen in Afghanistan (dafür bräuchte man militärische Mittel zur Aufstandsbekämpfung)

    - Ein Trupp Kampfpanzer an Deutschlands Grenze (dafür benötigt man PAH's etc.)

    Die Antwort lautet natürlich: Der Trupp Kampfpanzer.

    Da aber die Wahrscheinlichkeit stark gesunken ist, das uns einer unserer Nachbar angreift, kann man die entsprechenden Truppen auf ein Kernmaß reduzieren, soweit richtig.

    Was aber KEINESFALLS richtig ist, das wir uns jetzt für die Durchführung imperialer Aufstandsbekämpfung bewaffnen sollten. Wir haben kein Interesse daran, irgendwo auf der Welt irgendwelcher schlecht bewaffneter Lokalbevölkerung zu zeigen wo der Hammer hängt.

    Militärische Mittel der Aufstandsbekämpfung (z.B. Kampfhubschrauber mit Maschinenkanonen und Waffen gegen Weichziele) sind darauf optimiert möglichst viele ungeschützte Menschen möglichst kostengünstig vom Leben zum Tode zu befördern und gleichzeitig sicherzustellen, das die kostbaren, hochbezahlten, hochtrainierten (weißen?!?) Piloten möglichst wenig gefährdet werden.

    Kurz: mit sowas massakriert man möglichst unfair und feige stark unterlegene Gegner.

    Ehrlich, für solche Waffen ist mir mein Steuergeld zu schade, wenn ich auch durchaus eine schlagkräftige Verteidigungsarmee zu schätzen weiß.

  5. Aber ich sage mal so, ich bin grundsätzlich gegen Auslandseinsätze - und ich verstehe bis heute nicht wie das grundgesetzkonform sein kann da es sich ausdrücklich um eine reine Verteidigungsarmee handelt. Daher kann ich auch nicht befürworten dass man Material beschafft was für solche Auslandseinsätze konstruiert ist. Denn wenn wir nur eine Verteidigungsarmee haben dann ist der Einsatzzweck nun einmal gegen klassische staatliche Armeen (u.a. mit Panzern) und nicht gegen Guerillatruppen. Auch Terrorismusabwehr ist Aufgabe der Polizei und nicht der Bundeswehr. Das Material der Bundeswehr ist scheinbar für den Verteidigungsausfall konstruiert worden - und das finde ich vollkommen richtig so.

    Andererseits, wenn ich jetzt bei meinem Credo bleibe die Realität zum Maßstab zu nehmen und nicht das Wünschenswerte, müssen die Soldaten die nun einmal in unser aller Namen dort stationiert sind angemessen ausgerüstet sein. Darauf haben die ein Recht und wir haben die moralische Verpflichtung.

    Ich habe eine Fernsehreportage gesehen nach der andere NATO Staaten die dort Truppen stationiert haben bereits seit Jahren den Leopard II Panzer einsetzen - den sie aus deutscher Produktion gekauft haben. Nur die Deutschen selbst sollen diesen Panzer nicht bekommen? Ich vermute hier ideologische Gründe, man will keine Fernsehbilder von schweren deutschen Panzern die im Ausland rollen. Das ist einfach verantwortungslos - um mich höflich auszudrücken.

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    Der Leopard II (so wie alle Kampfpanzer) ist primär dazu konstruiert andere Kampfpanzer abzuwehren.

    Natürlich ist es bei solcher Aufstandsbekämpfung ganz nett, wenn sie in so einem Konvoi eine Kampfpanzer haben, hinter dem man bei einem Angriff in Deckung gehen kann, der auf Mörser- oder Maschinengewehrstellungen mit der dicken Keule draufhauen kann und der relativ ungefährdet vorwegfahren kann um die Lage zu peilen. Trotzdem ist so ein Ding da fehl am Platze. Der Betrieb ist sauteuer, sie brauchen aufwendige Wartungscrews und das Bild, das sie gegenüber der UNSCHULDIGEN, NICHT FEINDLICHEN Zivilbevölkerung abgeben, ist mehr als schlecht.

    Lesen Sie meinen Post (#7), da beschreibe ich was man benötigen würde.

    Aber im ersten Absatz sagen Sie bereits das wesentliche: Wir führen dort den falschen Krieg aus falschen Gründen.

    Der Leopard II (so wie alle Kampfpanzer) ist primär dazu konstruiert andere Kampfpanzer abzuwehren.

    Natürlich ist es bei solcher Aufstandsbekämpfung ganz nett, wenn sie in so einem Konvoi eine Kampfpanzer haben, hinter dem man bei einem Angriff in Deckung gehen kann, der auf Mörser- oder Maschinengewehrstellungen mit der dicken Keule draufhauen kann und der relativ ungefährdet vorwegfahren kann um die Lage zu peilen. Trotzdem ist so ein Ding da fehl am Platze. Der Betrieb ist sauteuer, sie brauchen aufwendige Wartungscrews und das Bild, das sie gegenüber der UNSCHULDIGEN, NICHT FEINDLICHEN Zivilbevölkerung abgeben, ist mehr als schlecht.

    Lesen Sie meinen Post (#7), da beschreibe ich was man benötigen würde.

    Aber im ersten Absatz sagen Sie bereits das wesentliche: Wir führen dort den falschen Krieg aus falschen Gründen.

  6. ...ein
    - Trupp Partisanen in Afghanistan (dafür bräuchte man militärische Mittel zur Aufstandsbekämpfung)

    - Ein Trupp Kampfpanzer an Deutschlands Grenze (dafür benötigt man PAH's etc.)

    Die Antwort lautet natürlich: Der Trupp Kampfpanzer.

    Da aber die Wahrscheinlichkeit stark gesunken ist, das uns einer unserer Nachbar angreift, kann man die entsprechenden Truppen auf ein Kernmaß reduzieren, soweit richtig.

    Was aber KEINESFALLS richtig ist, das wir uns jetzt für die Durchführung imperialer Aufstandsbekämpfung bewaffnen sollten. Wir haben kein Interesse daran, irgendwo auf der Welt irgendwelcher schlecht bewaffneter Lokalbevölkerung zu zeigen wo der Hammer hängt.

    Militärische Mittel der Aufstandsbekämpfung (z.B. Kampfhubschrauber mit Maschinenkanonen und Waffen gegen Weichziele) sind darauf optimiert möglichst viele ungeschützte Menschen möglichst kostengünstig vom Leben zum Tode zu befördern und gleichzeitig sicherzustellen, das die kostbaren, hochbezahlten, hochtrainierten (weißen?!?) Piloten möglichst wenig gefährdet werden.

    Kurz: mit sowas massakriert man möglichst unfair und feige stark unterlegene Gegner.

    Ehrlich, für solche Waffen ist mir mein Steuergeld zu schade, wenn ich auch durchaus eine schlagkräftige Verteidigungsarmee zu schätzen weiß.

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    Die Politik bestimmt den Einsatz der Soldaten. Es ist nicht das Ziel einen Kampf fair zu gestalten. Das Ziel ist die Vernichtung des Gegners unter Vermeidung von eigenen Verlusten.
    Dazu braucht man halt mal „schmutzige“ Waffen. Hört sich furchtbar an. Ich zolle allen Soldaten, die nach Afghanistan gehen, hohen Respekt. Sie setzen dort ihr Leben aufs Spiel. Die Politiker, die sie dort hinschicken, tragen dieses Risiko nicht und verdienen deutlich mehr Geld.

    • Afa81
    • 07.07.2010 um 11:24 Uhr

    Aber möglichst viele ungeschützte Menschen möglichst kostengünstig zu töten... Wenn ich den Preis einer modernen Bombe von heute mit einer der vielen Bombenteppichbomben von damals vergleiche, ist das sicher nicht kostengünstig. Und den ausdrücklichen Wunsch möglichst viele ungeschützte Menschen zu töten, der muss mir auch noch erklärt werden.
    Man kann ja gegen Auslandseinsätze sein. Man kann auch gegen Afghanistan sein. Aber diese ständige Verdrehung der Tatsachen... das hilft doch in keiner konstruktiven Diskussion weiter. Also, sorry.

    Und ob diese Waffen für feige Angriffe konzipiert wurden, weiß ich nicht. Auf jeden Fall sind die Taliban der BW in dem Punkt weit voraus. BW Soldaten, die Minen räumen aus dem Hinterhalt anzugreifen ist der Gipfel der Feigheit.

    Ich glaube, dass die falsche Konzipierung der Rüstungsindustrie in Deutschland vor allem davon abhängt, dass man nicht für die Bundeswehr, sondern für den Rüstungsexport produziert. Und den Waffenbaronen und Warlords kann man mit mächtig dicken Rohren und starken Bomben halt noch sehr imponieren.

    Ich denke, eine Spezialisierung der BW ist notwendig. Darüber hinaus finde ich es übertrieben, dass jedes Land in Europa eine eigene Luftwaffe, Marine und Landstreitkräfte hat. Das ist Unsinnig, dass man das Rad in jedem Land neu erfindet.

    • Atan
    • 07.07.2010 um 11:31 Uhr

    Wer hier gerne deutsche Soldaten zum Niedermetzeln irgendwelcher bewaffneter Bauern und Hirten mittels überlegener Feuerkraft ausrüsten möchte, sollte sich auch mal vor Augen führen, dass dies gar nicht im deutschen Interesse liegt. Es geht bei deutschen Einsätzen in der Regel nicht darum, zu "gewinnen". Keine deutsche Regierung wäre je auf die Idee gekommen, irgendwo am Ende der Welt Ziegelhütten und Sandsteinhöhlen zu bombardieren, es geht nur darum, in Washington und Brüssel zu beweisen, das wir genauso doof gemeinsam über die rote Ampel laufen können, wie die ganze Horde auch. Es gibt NICHTS zu gewinnen für eine Nation, die mehr als alle anderen vom Export profitiert, wenn sie irgendwo arme Menschenmassen massakriert.
    Daher wäre es wirklich empfehlenswert, dass Deutschland für diese Zwecke (Washington, Brüssel) eine Fremdenlegion aufstellt. Die kann sich dann genauso daneben benehmen wie alle anderen auch, niemand vermisst sie, wenn die fanatischen Hinterwäldler ein paar davon erwischen und für wirkliche Feinde unterhält man eine kleine Hightech-Armee innhalb des Bündnisses. Ist zwar total zynisch, aber ehrlicher und sportlicher als jetzige Heuchelei.

    ......Kurz: mit sowas massakriert man möglichst unfair und feige stark unterlegene Gegner.

    Aha !

    Ich habe zwar keine Ahnung welche Waffen die BW braucht und ob der Einsatz in Afghanistan wirklich erforderlich ist.

    Fakt ist aber meines Wissens:
    Wegen September 9/11 wurde von der NATO der Verteitigungsfall ausgerufen.
    Was würden Sie sagen, wenn Deutschland Hilfe benötigen würde und die NATO-Partner dann sagen: Es geht uns nichts an?

    Selbstmordattentäter sind wohl in Ihren Augen massakrierende Helden und fair gegenüber der Zivilbevölkerung die sie mit technisch einfachen und kostengünstigen Mitteln in Gräber und Krankenhäuser befördern.

    Die Politik bestimmt den Einsatz der Soldaten. Es ist nicht das Ziel einen Kampf fair zu gestalten. Das Ziel ist die Vernichtung des Gegners unter Vermeidung von eigenen Verlusten.
    Dazu braucht man halt mal „schmutzige“ Waffen. Hört sich furchtbar an. Ich zolle allen Soldaten, die nach Afghanistan gehen, hohen Respekt. Sie setzen dort ihr Leben aufs Spiel. Die Politiker, die sie dort hinschicken, tragen dieses Risiko nicht und verdienen deutlich mehr Geld.

    • Afa81
    • 07.07.2010 um 11:24 Uhr

    Aber möglichst viele ungeschützte Menschen möglichst kostengünstig zu töten... Wenn ich den Preis einer modernen Bombe von heute mit einer der vielen Bombenteppichbomben von damals vergleiche, ist das sicher nicht kostengünstig. Und den ausdrücklichen Wunsch möglichst viele ungeschützte Menschen zu töten, der muss mir auch noch erklärt werden.
    Man kann ja gegen Auslandseinsätze sein. Man kann auch gegen Afghanistan sein. Aber diese ständige Verdrehung der Tatsachen... das hilft doch in keiner konstruktiven Diskussion weiter. Also, sorry.

    Und ob diese Waffen für feige Angriffe konzipiert wurden, weiß ich nicht. Auf jeden Fall sind die Taliban der BW in dem Punkt weit voraus. BW Soldaten, die Minen räumen aus dem Hinterhalt anzugreifen ist der Gipfel der Feigheit.

    Ich glaube, dass die falsche Konzipierung der Rüstungsindustrie in Deutschland vor allem davon abhängt, dass man nicht für die Bundeswehr, sondern für den Rüstungsexport produziert. Und den Waffenbaronen und Warlords kann man mit mächtig dicken Rohren und starken Bomben halt noch sehr imponieren.

    Ich denke, eine Spezialisierung der BW ist notwendig. Darüber hinaus finde ich es übertrieben, dass jedes Land in Europa eine eigene Luftwaffe, Marine und Landstreitkräfte hat. Das ist Unsinnig, dass man das Rad in jedem Land neu erfindet.

    • Atan
    • 07.07.2010 um 11:31 Uhr

    Wer hier gerne deutsche Soldaten zum Niedermetzeln irgendwelcher bewaffneter Bauern und Hirten mittels überlegener Feuerkraft ausrüsten möchte, sollte sich auch mal vor Augen führen, dass dies gar nicht im deutschen Interesse liegt. Es geht bei deutschen Einsätzen in der Regel nicht darum, zu "gewinnen". Keine deutsche Regierung wäre je auf die Idee gekommen, irgendwo am Ende der Welt Ziegelhütten und Sandsteinhöhlen zu bombardieren, es geht nur darum, in Washington und Brüssel zu beweisen, das wir genauso doof gemeinsam über die rote Ampel laufen können, wie die ganze Horde auch. Es gibt NICHTS zu gewinnen für eine Nation, die mehr als alle anderen vom Export profitiert, wenn sie irgendwo arme Menschenmassen massakriert.
    Daher wäre es wirklich empfehlenswert, dass Deutschland für diese Zwecke (Washington, Brüssel) eine Fremdenlegion aufstellt. Die kann sich dann genauso daneben benehmen wie alle anderen auch, niemand vermisst sie, wenn die fanatischen Hinterwäldler ein paar davon erwischen und für wirkliche Feinde unterhält man eine kleine Hightech-Armee innhalb des Bündnisses. Ist zwar total zynisch, aber ehrlicher und sportlicher als jetzige Heuchelei.

    ......Kurz: mit sowas massakriert man möglichst unfair und feige stark unterlegene Gegner.

    Aha !

    Ich habe zwar keine Ahnung welche Waffen die BW braucht und ob der Einsatz in Afghanistan wirklich erforderlich ist.

    Fakt ist aber meines Wissens:
    Wegen September 9/11 wurde von der NATO der Verteitigungsfall ausgerufen.
    Was würden Sie sagen, wenn Deutschland Hilfe benötigen würde und die NATO-Partner dann sagen: Es geht uns nichts an?

    Selbstmordattentäter sind wohl in Ihren Augen massakrierende Helden und fair gegenüber der Zivilbevölkerung die sie mit technisch einfachen und kostengünstigen Mitteln in Gräber und Krankenhäuser befördern.

  7. Der Leopard II (so wie alle Kampfpanzer) ist primär dazu konstruiert andere Kampfpanzer abzuwehren.

    Natürlich ist es bei solcher Aufstandsbekämpfung ganz nett, wenn sie in so einem Konvoi eine Kampfpanzer haben, hinter dem man bei einem Angriff in Deckung gehen kann, der auf Mörser- oder Maschinengewehrstellungen mit der dicken Keule draufhauen kann und der relativ ungefährdet vorwegfahren kann um die Lage zu peilen. Trotzdem ist so ein Ding da fehl am Platze. Der Betrieb ist sauteuer, sie brauchen aufwendige Wartungscrews und das Bild, das sie gegenüber der UNSCHULDIGEN, NICHT FEINDLICHEN Zivilbevölkerung abgeben, ist mehr als schlecht.

    Lesen Sie meinen Post (#7), da beschreibe ich was man benötigen würde.

    Aber im ersten Absatz sagen Sie bereits das wesentliche: Wir führen dort den falschen Krieg aus falschen Gründen.

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    Leuchtet mir schon ein. Nur wenn ich ein einfacher Bundi wäre, also ein Soldat dort im Einsatz, dann wäre mir wirklich egal ob sich Zivilisten von einem Schützenpanzer etwas mehr bedroht fühlen als von einem Fennek (wobei ich mir eher denke dass man darauf hinarbeiten muss dass Zivilisten das nicht als Bedrohungen empfinden, sondern als Schutz - vor den Taliban - und ihnen darum die Einsatzfahrzeuge gar nicht "stark" genug sein können...).

    Denn es geht um deren Leben. Und der Schutz dessen muss einfach an erster Stelle stehen. Vor Verbrüderung mit Zivilisten, auch vor Effektivität von Einsätzen a lá geringere Wendigkeit als ein kleiner Geländewagen.

    Leuchtet mir schon ein. Nur wenn ich ein einfacher Bundi wäre, also ein Soldat dort im Einsatz, dann wäre mir wirklich egal ob sich Zivilisten von einem Schützenpanzer etwas mehr bedroht fühlen als von einem Fennek (wobei ich mir eher denke dass man darauf hinarbeiten muss dass Zivilisten das nicht als Bedrohungen empfinden, sondern als Schutz - vor den Taliban - und ihnen darum die Einsatzfahrzeuge gar nicht "stark" genug sein können...).

    Denn es geht um deren Leben. Und der Schutz dessen muss einfach an erster Stelle stehen. Vor Verbrüderung mit Zivilisten, auch vor Effektivität von Einsätzen a lá geringere Wendigkeit als ein kleiner Geländewagen.

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