Jürgen Rüttgers tritt in Nordrhein-Westfalen ab , und doch wird sein Geist die künftigen Geschicke der CDU im Düsseldorfer Landtag mitbestimmen: Der treue Gefolgsmann des scheidenden Ministerpräsidenten, der bisherige Arbeitsminister Karl-Josef Laumann, übernimmt den Fraktionsvorsitz. Der 52-Jährige setzte sich in einer Kampfabstimmung knapp mit 34 zu 32 Stimmen gegen den Noch-Integrationsminister Armin Laschet durch. Ein Abgeordneter enthielt sich.

Laumann folgt damit auf Christian Weisbrich, der die Landtagsfraktion bislang kommissarisch führte. Mit ihrem Votum entschieden sich die Abgeordnete für die traditionelle Variante. Während Laschet für eine moderne CDU steht und Schwarz-Grün als künftige Option ansieht, gilt Laumann als bodenständig. Anders als Laschet bezeichnete der gelernte Schlosser in der Vergangenheit eine Koalition mit den Grünen als "eine grausame Vorstellung, fast schon Fegefeuer". Laumann ist zugleich auch Bundesvorsitzender der Christlich- Demokratischen Arbeitnehmerschaft, dem Arbeitnehmerflügel der CDU. Vor seiner Wahl hatte er sich dafür ausgesprochen, das Erbe der Regierung Rüttgers zu bewahren. Der bisherige Ministerpräsident will sich nach der Niederlage bei der Landtagswahl vom 9. Mai von all seinen politischen Ämtern zurückziehen.

Laumann kündigte gegen die sich abzeichnende rot-grüne Regierung eine Oppositionspolitik "mit Attacken und Alternativen" an. Die CDU-Fraktion werde "von Anfang an eine Opposition sein, die der Landesregierung Paroli bietet". Seinen Konkurrenten Laschet wolle er an führender Stelle in die Fraktionsarbeit einbinden.

Nach der Abwahl von Schwarz-Gelb wollen SPD und Grüne in Nordrhein-Westfalen eine Minderheitsregierung bilden . Die Koalitionsverhandlungen sollen knapp zwei Monate nach der Landtagswahl an diesem Dienstag abgeschlossen werden.