Rechtsextremismus Die Krise der Nazis
Es herrscht ein fruchtbares Klima für Rechtspopulisten und -extremisten. Das zeigt sich überall in Europa. Nur in Deutschland schaffen sie es nicht, die Krise zu nutzen.
Wenn der Vorsitzende des mitgliederstärksten Landesverbandes der Deutschen Volksunion (DVU), Max Branghofer aus Nordrhein-Westfalen, Recht behält, dann hinterlässt seine sterbende Partei noch in diesem Sommer zwei Erbteile: Einen ostdeutschen für die rechtsextreme NPD und einen westdeutschen für die rechtspopulistische Pro-Bewegung. "Man hat die Partei in den vergangenen eineinhalb Jahren vor die Wand gefahren" – so erklärt er das nahende Ende seiner Partei.
"Man", das ist Matthias Faust. Der ehemalige Bundesorganisationsleiter trat Anfang vergangenen Jahres die Nachfolge des Immobilienunternehmers Gerhard Frey an. Vom ersten Tag an zeigte sich der hochgewachsene Faust gut erkennbar auf den Veranstaltungen der NPD, wo er mit seinem Kumpel Holger Apfel, dem Landeschef des einflussreichen sächsischen NPD-Landesverbandes, die Fusion der beiden größten rechtsextremen Parteien vorantrieb. Allein, die Basis der DVU wollte ihm nicht folgen.
Vor einigen Wochen nun kam es zum Eklat: Nur über eine Klage blieb Faust im Amt. Jetzt ist er ein Vorsitzender ohne Partei. Sie wirft ihm "verwerfliches und eigenmächtiges Handeln durch Geheimverhandlungen mit dem NPD-Bundesvorsitzenden Udo Voigt" vor, wie es in einer Erklärung des NRW-Landesvorstands heißt. Die Erbmasse beträgt laut Verfassungsschutz 4500 Mitglieder (Stand 2009), abzüglich derjenigen, die sich wegen des Streits abgewandt haben. Für die dürftigen Verhältnisse der rechtsextremen Parteien in Deutschland ist das eine reiche Hinterlassenschaft.
Das angekündigte Ende der DVU steht stellvertretend für den dauerhaften Zwist, der die Rechte in Deutschland lähmt. Deshalb schafft es keine der Parteien, die gesellschaftliche Krise zu nutzen. Das ist eine deutsche Besonderheit: Denn im Gegensatz zu den europäischen Nachbarn zeigt sich Deutschland bislang immun gegen den fremdenfeindlichen Rechtspopulismus, wie er zuletzt in Belgien, Dänemark oder den Niederlanden Erfolg hatte. Oder gar gegen radikalere Kräfte, wie sie in Osteuropa reüssieren. In Deutschland ist der Einzug in den Bundestag – oder gar eine Regierungsbeteiligung – für sie auf Sicht unmöglich.
Dabei sehen viele wissenschaftliche Beobachter das Krisenklima als ideale Voraussetzung für derlei Akteure, die sich hierzulande aber in Dilettantismus und Eitelkeiten verfangen. Das sieht die Rechte selbst so: "Es fehlt einer wie der Haider in Österreich, der alle Nationalen hinter sich schart", sagt ein Aktivist aus Thüringen. "Es fehlt ein Führer". Kein Führer, kein Geld, keine flächendeckenden Parteistrukturen.
Die geplante Fusion von NPD und DVU beschleunigte den Niedergang. Die Abneigung vieler DVUler gegen die Voigt-Partei ist groß, war die DVU doch einst von enttäuschten NPD-Mitgliedern gegründet worden. Überdies brach die NPD im vergangenen Jahr den sogenannten Deutschlandpakt, eine Wahlabsprache, nach der nur jeweils eine der beiden Parteien bei Landtagswahlen antreten sollte. In Brandenburg bot die NPD der bis zur Wahl im Landtag vertretenen DVU die Stirn. Mit dem Ergebnis, dass beide scheiterten. Und vor der Kommunalwahl in NRW riss der Pakt ausgerechnet in Branghofers eigener Ratsfraktion in Dortmund. Auch deshalb verhandelt er nun mit der Pro-Bewegung, die hinter NPD und DVU versucht, die riesige Kluft zwischen ihnen und dem erodierenden rechten Rand der CDU zu füllen. In Westdeutschland – denn im Osten ist die NPD zu stark.
Die Pro-Bewegung ist ein Sammelbecken für Rechtsextremisten, wenngleich man das dort stets zu verschleiern versucht. Der Kopf von Pro Deutschland, Manfred Rouhs, hat ebenso eine rechtsextreme Biographie wie der wichtigste Berater des Pro-NRW-Vorsitzenden Markus Beisicht, der selbst von den rechtsradikalen Republikanern (REP) kam. Wie Max Branghofer: "Auch mit Andreas Molau stehe ich in gutem Kontakt", sagt er. Der ehemalige NPD-Spitzenfunktionär wird bei Pro NRW inzwischen als "Referent" geführt.
- Datum 23.07.2010 - 15:10 Uhr
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… können viele Medien hierzulande auch nicht stolz sein. Da vergeht jahrelang kaum ein Tag, an dem nicht jede rechts von der CDU stehende Partei undifferenziert wörtlich oder sinngemäß als "brauner Abschaum" hingestellt wird.
Und irgendwann ist dieses Bild auch in den Köpfen derjenigen, die bisher kein Problem damit hatten, diese Parteien zu wählen.
Aber: Die hören dann natürlich nicht auf Protest zu wählen, sondern geben halt der Linkspartei ihre Stimme, einer Partei deren Normalisierung viele Medien spiegelbildlich zur Behandlung der anderen betrieben haben.
Mit dem Ergebnis, dass die ganz großen Profiteure diejenigen sein werden, die in Persona schon einmal eine deutsche Diktatur (ich hoffe, das wird niemand sbstreiten) betrieben haben bzw. diejenigen, die vom sicheren Westen aus Beifall geklatscht haben (wer von beiden schlimmer ist mag jeder für sich entscheiden).
Und zwar im mehrfachen Sinne. Und das ist auch gut so. Ich möchte an dieser Stelle gar kein Fass über die verworrene und versponnene und in sich unstimmige Ideologie der Rechtsradikalen aufmachen.
Es genügt wohl festzustellen, dass diese Rechtsradikalen Figuren oder Rechtspopulisten, wie man heute schönfärberisch zu sagen beliebt, viel zu unterbelichtet unfähig und Charakterschwach sind um langfristig politisch und gesellschaftlich Fuß zu fassen.
Ich verweise auf das Beispiel Ronald Schill. Ja, es ist Abschaum und zwar auf der ganzen Linie.
Und zwar im mehrfachen Sinne. Und das ist auch gut so. Ich möchte an dieser Stelle gar kein Fass über die verworrene und versponnene und in sich unstimmige Ideologie der Rechtsradikalen aufmachen.
Es genügt wohl festzustellen, dass diese Rechtsradikalen Figuren oder Rechtspopulisten, wie man heute schönfärberisch zu sagen beliebt, viel zu unterbelichtet unfähig und Charakterschwach sind um langfristig politisch und gesellschaftlich Fuß zu fassen.
Ich verweise auf das Beispiel Ronald Schill. Ja, es ist Abschaum und zwar auf der ganzen Linie.
Na da kann "Deutschland" ja ganz froh sein, dass hier die vielen "Nazis" weniger erfolgreich als im Rest der Welt sind...
Wenig verwunderlich, bei einer Partei, die vom Verfassungsschutz derart infiltriert wird, dass für das BVerfG nicht mehr erkennbar ist, was die NPD Leute machen oder was die Arbeit der V-Leute darstellt.
Die NPD ist nur eine Marionette des Verfassungsschutzes. Es ist sinnlos, darüber zu diskutieren, was diese Partei macht oder nicht.
Besser wäre, wenn es die NPD nicht mehr gäbe (samt DVU) und endlich eine konservativ-demokratische Alternative rechts von der CDU gäbe. So in etwa das, was die "Linke" für das linke Spektrum darstellt.
Maßstab darf keine Naziideologie sein, aber Themen wie fehlende Integration, zu viel Bürokratie durch die EU usw. müssen auch ihren Ausdruck finden, indem es eine Partei gibt, die sich für diese Themen einsetzt.
Der Verfasser liegt falsch mit seiner Annahme, dass die "Nazis" anderswo erfolgreicher wären. In anderen Ländern gibt es jedoch oft eine starke Bewegung, die die o.g. Themen vertritt. Solche Parteien werden dann eben auch gewählt.
Es muss erlaubt sein, innerhalb der Grenzen, die durch das GG vorgegeben sind, national zu denken. Menschenverachtung sollte keinen Platz in der Gesellschaft bekommen.
"national zu denken".
Sie vergessen, dass dies jetzt nicht und niemals wieder in Deutschland möglich sein wird. Dazu waren die Nazis während ihrer Herrschaft zu gründlich und haben dem Deutschen Volk bis in alle Ewigkeit das nationale Denken durch ihr Handeln verdorben.
Richtig ist, dass Deutschlands Interessen auch weiter und vielleicht etwas stärker als bisher unabhängig von der EU vertreten werden müssen. Dabei allerdings gleich wieder in "links, mitte, rechts" denken zu wollen ist bereits im Ansatz ein Fehler.
"konservativ-demokratisch" ist ein Oxymoron an sich.
Wir brauchen keinen Nationalstolz (Stolz ist die Wurzel allen Übels), sondern ein vereintes Deutschland. Dann kommt auch die Integration von ganz allein.
"national zu denken".
Sie vergessen, dass dies jetzt nicht und niemals wieder in Deutschland möglich sein wird. Dazu waren die Nazis während ihrer Herrschaft zu gründlich und haben dem Deutschen Volk bis in alle Ewigkeit das nationale Denken durch ihr Handeln verdorben.
Richtig ist, dass Deutschlands Interessen auch weiter und vielleicht etwas stärker als bisher unabhängig von der EU vertreten werden müssen. Dabei allerdings gleich wieder in "links, mitte, rechts" denken zu wollen ist bereits im Ansatz ein Fehler.
"konservativ-demokratisch" ist ein Oxymoron an sich.
Wir brauchen keinen Nationalstolz (Stolz ist die Wurzel allen Übels), sondern ein vereintes Deutschland. Dann kommt auch die Integration von ganz allein.
soviel Genauigkeit muss sein. Die richtigen Nazis sind doch inzwischen alle weit über 80. In gewissem Sinne wäre die Gleichsetzung der rassistischen Idioten im Europa von heute mit den Herrenmenschen, Kriegstreibern und Massenmördern von damals auch eine Verharmlosung der letzteren, nicht wahr?
Ausserdem ist nicht jeder extrem Rechte ein Nazi, aber das zu verstehen ist wahrscheinlich zu viel verlangt.
... Vorstellungen der Neonazis waren immer auf den eigentlich unpolitischen Wähler am Rande des sozialen Abseits ausgerichtet.
Der wählt jetzt DIE LINKE - auch keine befriedigende Lösung.
"national zu denken".
Sie vergessen, dass dies jetzt nicht und niemals wieder in Deutschland möglich sein wird. Dazu waren die Nazis während ihrer Herrschaft zu gründlich und haben dem Deutschen Volk bis in alle Ewigkeit das nationale Denken durch ihr Handeln verdorben.
Richtig ist, dass Deutschlands Interessen auch weiter und vielleicht etwas stärker als bisher unabhängig von der EU vertreten werden müssen. Dabei allerdings gleich wieder in "links, mitte, rechts" denken zu wollen ist bereits im Ansatz ein Fehler.
"konservativ-demokratisch" ist ein Oxymoron an sich.
Wir brauchen keinen Nationalstolz (Stolz ist die Wurzel allen Übels), sondern ein vereintes Deutschland. Dann kommt auch die Integration von ganz allein.
Zitat:
'"konservativ-demokratisch" ist ein Oxymoron an sich."'
Erzählen Sie das mal den britischen Konservativen,
den französischen Sarkozy-Wählern,
den amerikanischen Republikanern,
den CDU-Wählern ...
mein lieber Mann, wie weit kann eigentlich die Optik verrutschen?
"Konservativ" heisst doch nur, den hergebrachten, als "bewährt" angesehenen Zustand sowie bestimmte Traditionen bewahren zu wollen, und sich infolgedessen gegen viele Veränderungen zu stellen. Wenn man in einer Demokratie lebt, heisst also "konservativ", die Demokratie in ihrem jetzigen Zustand bewahren zu wollen.
Wo meinen Sie, ist das Problem?
Übrigens, um die Diskussion abzukürzen: mit ein wenig Kenntnis der Geschichte der Weimarer Republik wüßten Sie, daß die Nazis damals keineswegs "konservativ" waren - die wollten die Verhältnisse umkrempeln, und in ihrem Sinne "modernisieren".
Allerdings sind die damaligen bürgerlichen Konservativen, die keine Demokraten waren, sondern das Kaiserreich zurückhaben wollten, aus den bekannten Gründen auf die Nazi-Propaganda reingefallen, und haben sie an die Macht gebracht.
Zitat:
'"konservativ-demokratisch" ist ein Oxymoron an sich."'
Erzählen Sie das mal den britischen Konservativen,
den französischen Sarkozy-Wählern,
den amerikanischen Republikanern,
den CDU-Wählern ...
mein lieber Mann, wie weit kann eigentlich die Optik verrutschen?
"Konservativ" heisst doch nur, den hergebrachten, als "bewährt" angesehenen Zustand sowie bestimmte Traditionen bewahren zu wollen, und sich infolgedessen gegen viele Veränderungen zu stellen. Wenn man in einer Demokratie lebt, heisst also "konservativ", die Demokratie in ihrem jetzigen Zustand bewahren zu wollen.
Wo meinen Sie, ist das Problem?
Übrigens, um die Diskussion abzukürzen: mit ein wenig Kenntnis der Geschichte der Weimarer Republik wüßten Sie, daß die Nazis damals keineswegs "konservativ" waren - die wollten die Verhältnisse umkrempeln, und in ihrem Sinne "modernisieren".
Allerdings sind die damaligen bürgerlichen Konservativen, die keine Demokraten waren, sondern das Kaiserreich zurückhaben wollten, aus den bekannten Gründen auf die Nazi-Propaganda reingefallen, und haben sie an die Macht gebracht.
...ist doch, dass sie jedes Mal, wenn sie sich mit flachstem Populismus in irgendein Provinzparlament gebrüllt haben, sich sofort wieder aufgrund unterirdisch schlechten Personals (kein Wunder), Pöstchengeschachers und seltsamen Finanzgebarens selbst zerlegen.
Das erinnert an... Richtig: an die FDP :-).
Und sobald Nationalkonservatismus hierzulande nicht mehr in eine Schublade mit faschistoider Ideologie gesteckt wird entstehen und etablieren sich auch solche Parteien. So wie in allen anderen europäischen Ländern. Das ist zwar trotzdem nicht meine Coleur, aber ich halte es für sinnvoll nationalkonservative Bürger - solange sie sich auf dem Boden des Grundgesetzes bewegen - in die Demokratie einzubinden.
Deren Alternative ist ja nicht dass die sich denken "geh ich halt zur MLPD" sondern dass sie sich dann in die Schublade begeben in die sie eh gesteckt werden, zu den Rechtsextremen. Ich bin mir sicher dass die Parteien der Ewiggestrigen hierzulande endgültig in der Bedeutungslosigkeit versinken würden wenn zwischen ihnen und den bürgerlich-konservativen Parteien nicht so eine große Lücke im hiesigen Parteiensystem klaffen würde. Nur mal so als Denkanstoß.
Es wir wohl auch nicht allzu viele Leute geben die einer in Deutschland ausbleibenden Verrechtung nachtrauern. Das typisch deutsche Krankheitsbild dafür, die maliziöse Hirn-Arm-Funktion, wird ja hierzulande schon seit 65 Jahren erfolgreich therapiert. Auch erheblich intensiver als in anderen Staaten. Die genannten Parteien sind auch nicht wirklich geeignet hier etwas zu erreichen. Ernstzunehmendes im rechten Spektrum gibt es nicht, dass ist dem Grunde nach mit Franz Josef Strauß ausgestorben. Auch seine Erben sind auf dem rechten Ohr ziemlich Taub, auch wenn man ab und an vermuten möchte, dass da noch was käme. Lassen wir doch die besagten Parteien ziehen …
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