Politik Ole von Beust tritt als Hamburger Bürgermeister zurück
Der CDU-Politiker hat nach Tagen der Gerüchte seine Demission zum 25. August erklärt. Diese sei unabhängig vom Ausgang des heutigen Volksentscheides zur Schulreform.
Nach neun Jahren im Amt zieht sich Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) aus der Politik zurück. Schon länger war spekuliert worden, der 55-Jährige sei amtsmüde – am Sonntagnachmittag erklärte er nun seinen Rücktritt. Der CDU-Politiker leitet das Rathaus in der Hansestadt seit 2001. Als Grund nannte Beust, dass die biblische Erkenntnis "Alles hat seine Zeit" auch für Politiker gelte. "Selbstverständlich auch für mich." Deshalb habe er beschlossen, zur nächsten Bürgerschaftswahl 2012 nicht mehr anzutreten.
Beust hatte bereits den Vorstand seiner Partei bei einer Sitzung um 16 Uhrüber seine Entscheidung informiert. Der Erste Bürgermeister gab damit noch vor Schließung der Wahllokale seinen Rücktritt zum 25. August auf einer Pressekonferenz im Rathaus bekannt. Es sei der "vernünftige Zeitpunkt", unabhängig vom Ausgang des Volksentscheides über die Schulreform, sagte Beust. Eine Bürgerinitiative will das Kernstück der umstrittenen Schulreform in der Hansestadt, die sechsjährige Primarschule, kippen.
Mit Beust geht der sechste CDU-Landesregierungschef innerhalb eines Jahres. Zunächst trat im vergangenen Herbst Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus zurück. Danach wechselte Baden- Württembergs Regierungschef Günther Oettinger in die EU-Kommission, Roland Koch erklärte in Hessen seinen Rücktritt, Christian Wulff (Niedersachsen) wurde Bundespräsident und Jürgen Rüttgers (Nordrhein- Westfalen) abgewählt.
Als wahrscheinlichster Nachfolger gilt Innensenator Christoph Ahlhaus (CDU). Der 40-Jährige leitet die Innenbehörde seit zwei Jahren und steht dem einflussreichen CDU-Kreisverband Nord in der Hansestadt vor. Hamburgs CDU-Partei- und Fraktionschef Frank Schira hatte erklärt, er strebe keine weiteren Ämter an.
Der Hamburger SPD-Landeschef Olaf Scholz hatte zuvor Neuwahlen im Fall eines Beust-Rücktritts gefordert. "Die Hamburger werden es nicht gerne sehen, wenn jetzt ein neuer Bürgermeister eingesetzt würde, ohne sie zu fragen", sagte Scholz der Zeitung Welt am Sonntag. Der frühere Hamburger Innensenator Scholz gilt als erster Anwärter auf die SPD-Spitzenkandidatur.

Verwirrender Stimmzettel zum Volksentscheid am 18. Juli: Warum sollen die Hamburger gleich zweimal mit JA oder NEIN stimmen? Nicht nur die Initiatoren des Volksentscheids, auch die Parlamentarier stellen ihren Entwurf zur Abstimmung. Entschieden wird also, erstens, über die verlängerte Grundschule und, zweitens, über den Antrag, diese Idee aufzugeben. Wer auf der einen Seite JA ankreuzt, sollte daher sinnvollerweise auf der anderen Seite mit NEIN stimmen.
Gemeinsam mit von Beust verlässt auch der Staatsrat der Senatskanzlei Volkmar Schön sowie Kultursenatorin Karin von Welck die Regierung. Die 63-Jährige parteilose Kultursenatorin von Welck wird ebenfalls zum 25. August ihr Amt aufgeben, kündigte von Beust an. Sie gehört dem Senat seit 2004 an. Ihre Behörde ist auch für Sport und Medien zuständig. In den vergangenen Monaten war die in der Nähe von Köln geborene Senatorin wegen Etatproblemen bei den Museen und einer öffentlich geäußerten Unzufriedenheit von Kulturschaffenden in der Hansestadt unter Druck geraten. Auch die aus dem Ruder gelaufenen Kosten und Verzögerungen beim Bau der Elbphilharmonie fallen in ihr Ressort.
Der mit Spannung erwartete Volksentscheid zur Hamburger Schulreform ist am Sonntag schleppend angelaufen. Bis 13.30 Uhr besuchten nach Angaben des Landeswahlamtes rund 29 000 Menschen die gut 200 Wahllokale in der Hansestadt. Abstimmungsleiter Willi Beiß hatte im Vorfeld angekündigt, er rechne mit einem Andrang von etwa 90.000 Menschen in den Wahllokalen. Rund 426.000 Wahlberechtigte haben bereits per Briefwahl abgestimmt.
Knapp 1,3 Millionen Menschen in der Hansestadt können über die Einführung einer sechsjährigen Primarschule entscheiden. Bei Hamburgs erstem verbindlichen Volksentscheid wird ein äußerst knappes Ergebnis erwartet. Ein vorläufiges Endergebnis soll gegen 23 Uhr vorliegen. Die Stimmlokale sind noch bis 18 Uhr geöffnet.
Die Initiatoren des Hamburger Volksentscheides über die umstrittene Schulreform rechnen fest mit einem Erfolg. "Wir denken schon, dass wir am Ende vorne sind", sagte Walter Scheuerl von der Initiative "Wir wollen lernen" am Sonntag bei der Stimmabgabe. Die Initiative will mit der Volksabstimmung die von der schwarz-grünen Koalition geplante Einführung einer Primarstufe stoppen, mit der die Grundschulzeit von vier auf sechs Jahre verlängert wird.
- Datum 18.07.2010 - 18:07 Uhr
- Quelle dpa/Reuters
- Kommentare 56
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:





konnte ich noch eine anständige Bildung genießen - 4 Jahre Grund- und 9 Jahre Oberschule.
Unverständlich wieso viele Menschen meinen 6 Jahre Primarschule könnten sinnvoll sein. 6 Jahre in denen Leute die keinen Bock auf Schule haben, diejenigen die etwas wollen und könnten zurückhalten um die allgemeine Mittelmäßigkeit durchzusetzen.
Diese ganze Debatte impliziert immer als wenn jeder alles erreichen könnte: Schwachsinn! Viele wollen doch gar nicht! Und die die wollen, brauchen so ein Schulkonzept nicht!!
Es ist gar nicht so unverständlich wie man meinen könnte, da zahlreiche Untersuchungen Vorteile aufzeigen. Vor allem was die Bildungschancen von Kindern betrifft, die aus bildungsfernen Schichten kommen. Und in gewissen Weise ist es könnte man es schon als sozial betrachten, wenn auch diese Kinder eine bessere Chance bekommen, bei gleicher Intelligenz und Leistungsfähigkeit...
haben die anderen zurückhalten"
Ursache und Wirkung?
Nun war ich auch in einer Einrichtung, die einer 6-Jährigen Grundschule ähnlich war (nur der Name war anders). Trotzdem bin ich aktuell Student. Ich wurde nicht durch Schulkameraden, welche später die Haupt- oder Realschule besuchten am lernen gehindert. Auch wenn es nur meine Erfahrung ist, würde ich die 6-Jährige Grundschule nicht als sinnlos bezeichnen.
gelernt wie man Vorurteile formuliert. Gratulation!
Es ist gar nicht so unverständlich wie man meinen könnte, da zahlreiche Untersuchungen Vorteile aufzeigen. Vor allem was die Bildungschancen von Kindern betrifft, die aus bildungsfernen Schichten kommen. Und in gewissen Weise ist es könnte man es schon als sozial betrachten, wenn auch diese Kinder eine bessere Chance bekommen, bei gleicher Intelligenz und Leistungsfähigkeit...
haben die anderen zurückhalten"
Ursache und Wirkung?
Nun war ich auch in einer Einrichtung, die einer 6-Jährigen Grundschule ähnlich war (nur der Name war anders). Trotzdem bin ich aktuell Student. Ich wurde nicht durch Schulkameraden, welche später die Haupt- oder Realschule besuchten am lernen gehindert. Auch wenn es nur meine Erfahrung ist, würde ich die 6-Jährige Grundschule nicht als sinnlos bezeichnen.
gelernt wie man Vorurteile formuliert. Gratulation!
Ich bin ja wirklich mal gespannt, wie viele Menschen in Hamburg heute abstimmen werden.
Diese Abstimmung wird auch mal zeigen, ob sich Menschen in diesem Land überhaupt noch Gedanken machen und Einbringen möchten. Hier geht es ja schliesslich nicht um ein Nichtraucherverbot, sondern um die Bildung seiner Kinder.
Ein niedrige Wahlbeteiligung würde mich schon sehr schockieren!
Es ist gar nicht so unverständlich wie man meinen könnte, da zahlreiche Untersuchungen Vorteile aufzeigen. Vor allem was die Bildungschancen von Kindern betrifft, die aus bildungsfernen Schichten kommen. Und in gewissen Weise ist es könnte man es schon als sozial betrachten, wenn auch diese Kinder eine bessere Chance bekommen, bei gleicher Intelligenz und Leistungsfähigkeit...
....in wie weit eine 6 jährige Primärschule dazu führt, dass Eltern zunehmend ihre Kinder vor den Umständen auf öffentlichen Schulen schützen und sie auf Privatschulen schicken, wenn sie es sich erlauben können. Das führte zu einer geringeren Zahl der Schüler, die die anderen weiter bringen sollen nach dem Wunsch der Verfechter der Primärschule. Man erreichte also unter Umständen das Gegenteil dessen, was man mit der Maßnahme wollte.
Das ist doch ziemlicher Unfug, dann werden die Kinder halt 2 Jahre später separiert. Das erschließt sich einem doch instinktiv, da braucht man keine "Untersuchungen". Wenn dann bitte konsequent, eine gemeinsame Volksschule ab der ersten Klasse. Und wer einen Hauptschulabschluss machen will geht nach der 9. Klasse ab, einen Realschulabschluss nach der 10. und ein Abitur wird dann eben nach 12 Jahren geschrieben.
Dazu bräuchte man aber zweierlei, man müsste sich vom Anspruch des "Universalgelehrten" des alten Gymnasiums humanistischer Tradition verabschieden, eine Eindampfung der Lehrpläne auf Ausbildung für das spätere Berufsleben, gleichsam aber viel mehr Personal (und auch mehr Gelder für Lehrmittel, angemessene Räumlichkeiten usw.) um dann die Lehrinhalte die danach verbleiben wirklich zu üben, zu verstehen, anzuwenden. Also nicht nach bisherigem Motto des "Bullemie-Lernens" ein umfangreiches Curriculum pünktlich zu den Leistungskontrollen parat haben und danach wieder vergessen dürfen.
Wer weiss 5 Jahre nach dem Gymnasium noch selbst einfachste Dinge wie die binomischen Formeln ohne sie nachzuschauen? Die wenigsten. Sondern den abgespeckten Lehrplan dann auch wirklich verinnerlichen, verstehen und möglichst lange - lebenslang - anwenden können. Und eine Konzentration auf das Vermitteln von Kompetenzen und Techniken - Details wie die Binome kann man dann nachschauen wenn man sie mal wieder brauchen sollte (was ebenfalls bei den wenigsten der Fall sein dürfte).
....in wie weit eine 6 jährige Primärschule dazu führt, dass Eltern zunehmend ihre Kinder vor den Umständen auf öffentlichen Schulen schützen und sie auf Privatschulen schicken, wenn sie es sich erlauben können. Das führte zu einer geringeren Zahl der Schüler, die die anderen weiter bringen sollen nach dem Wunsch der Verfechter der Primärschule. Man erreichte also unter Umständen das Gegenteil dessen, was man mit der Maßnahme wollte.
Das ist doch ziemlicher Unfug, dann werden die Kinder halt 2 Jahre später separiert. Das erschließt sich einem doch instinktiv, da braucht man keine "Untersuchungen". Wenn dann bitte konsequent, eine gemeinsame Volksschule ab der ersten Klasse. Und wer einen Hauptschulabschluss machen will geht nach der 9. Klasse ab, einen Realschulabschluss nach der 10. und ein Abitur wird dann eben nach 12 Jahren geschrieben.
Dazu bräuchte man aber zweierlei, man müsste sich vom Anspruch des "Universalgelehrten" des alten Gymnasiums humanistischer Tradition verabschieden, eine Eindampfung der Lehrpläne auf Ausbildung für das spätere Berufsleben, gleichsam aber viel mehr Personal (und auch mehr Gelder für Lehrmittel, angemessene Räumlichkeiten usw.) um dann die Lehrinhalte die danach verbleiben wirklich zu üben, zu verstehen, anzuwenden. Also nicht nach bisherigem Motto des "Bullemie-Lernens" ein umfangreiches Curriculum pünktlich zu den Leistungskontrollen parat haben und danach wieder vergessen dürfen.
Wer weiss 5 Jahre nach dem Gymnasium noch selbst einfachste Dinge wie die binomischen Formeln ohne sie nachzuschauen? Die wenigsten. Sondern den abgespeckten Lehrplan dann auch wirklich verinnerlichen, verstehen und möglichst lange - lebenslang - anwenden können. Und eine Konzentration auf das Vermitteln von Kompetenzen und Techniken - Details wie die Binome kann man dann nachschauen wenn man sie mal wieder brauchen sollte (was ebenfalls bei den wenigsten der Fall sein dürfte).
....in wie weit eine 6 jährige Primärschule dazu führt, dass Eltern zunehmend ihre Kinder vor den Umständen auf öffentlichen Schulen schützen und sie auf Privatschulen schicken, wenn sie es sich erlauben können. Das führte zu einer geringeren Zahl der Schüler, die die anderen weiter bringen sollen nach dem Wunsch der Verfechter der Primärschule. Man erreichte also unter Umständen das Gegenteil dessen, was man mit der Maßnahme wollte.
Das ist doch ziemlicher Unfug, dann werden die Kinder halt 2 Jahre später separiert. Das erschließt sich einem doch instinktiv, da braucht man keine "Untersuchungen". Wenn dann bitte konsequent, eine gemeinsame Volksschule ab der ersten Klasse. Und wer einen Hauptschulabschluss machen will geht nach der 9. Klasse ab, einen Realschulabschluss nach der 10. und ein Abitur wird dann eben nach 12 Jahren geschrieben.
Dazu bräuchte man aber zweierlei, man müsste sich vom Anspruch des "Universalgelehrten" des alten Gymnasiums humanistischer Tradition verabschieden, eine Eindampfung der Lehrpläne auf Ausbildung für das spätere Berufsleben, gleichsam aber viel mehr Personal (und auch mehr Gelder für Lehrmittel, angemessene Räumlichkeiten usw.) um dann die Lehrinhalte die danach verbleiben wirklich zu üben, zu verstehen, anzuwenden. Also nicht nach bisherigem Motto des "Bullemie-Lernens" ein umfangreiches Curriculum pünktlich zu den Leistungskontrollen parat haben und danach wieder vergessen dürfen.
Wer weiss 5 Jahre nach dem Gymnasium noch selbst einfachste Dinge wie die binomischen Formeln ohne sie nachzuschauen? Die wenigsten. Sondern den abgespeckten Lehrplan dann auch wirklich verinnerlichen, verstehen und möglichst lange - lebenslang - anwenden können. Und eine Konzentration auf das Vermitteln von Kompetenzen und Techniken - Details wie die Binome kann man dann nachschauen wenn man sie mal wieder brauchen sollte (was ebenfalls bei den wenigsten der Fall sein dürfte).
vielleicht wissen Sie nicht, daß in den vergangenen Jahrzehnten schon sooooviel eingedampft wurde, daß von einem Universalgelehrten auf unseren Gymnasien gar nicht mehr gesprochen werden kann. Weiteres Eindampfen würde dazu führen, daß bei Binomischen Formeln nicht nur nachgesehen würde, sondern gar nicht mehr gewußt würde, was das ist. - Wir haben doch zur Genüge von den schlechten Leistungen der Lernenden gelesen; alle (und nicht nur besondere) Untersuchungen zeigen, daß Kinder, die länger gemeinsam lernten, Stärken und Schwächen (auch bei den Leistungsstärksten!!!) erkennen und lernen können, daß alle Menschen sind; Leistungsstarke werden noch besser, da sie beim Helfen für andere für sich selbst wiederholen und in Worte fassen, was sie weitergeben wollen. Teamarbeit nennt man solches gesellschaftliche Zusammenarbeiten auch. Diese Kräfte werden dringend gebraucht.
vielleicht wissen Sie nicht, daß in den vergangenen Jahrzehnten schon sooooviel eingedampft wurde, daß von einem Universalgelehrten auf unseren Gymnasien gar nicht mehr gesprochen werden kann. Weiteres Eindampfen würde dazu führen, daß bei Binomischen Formeln nicht nur nachgesehen würde, sondern gar nicht mehr gewußt würde, was das ist. - Wir haben doch zur Genüge von den schlechten Leistungen der Lernenden gelesen; alle (und nicht nur besondere) Untersuchungen zeigen, daß Kinder, die länger gemeinsam lernten, Stärken und Schwächen (auch bei den Leistungsstärksten!!!) erkennen und lernen können, daß alle Menschen sind; Leistungsstarke werden noch besser, da sie beim Helfen für andere für sich selbst wiederholen und in Worte fassen, was sie weitergeben wollen. Teamarbeit nennt man solches gesellschaftliche Zusammenarbeiten auch. Diese Kräfte werden dringend gebraucht.
haben die anderen zurückhalten"
Ursache und Wirkung?
Der Weg zu mehr Demokratie, d.h. zu mehr Möglichkeiten für die Bürger, auf die Politik Einfluß zu nehmen, war doch zu mühselig, als daß man daraus erwachsende Chancen ungenutzt lassen sollte. Auch wenn es im konkreten Fall darauf hinausliefe, eine Bürgerinitiative auf einen Irrweg hinzuweisen.
Für völlig unsinnig halte ich solche Behauptungen, daß ein längerer gemeinsamer Schulbesuch nach der Diktion von zeitgeist09 der Weg zur Durchsetzung von Mittelmäßigkeit sei. Mittelmäßig kann man nicht einmal so ein Statement nennen. Wenn das Ergebnis anständiger Bildung sein soll, tut das schon weh.
Es wird eher Zeit für eine anständige Bildung, d.h. einer von der möglichst viele profitieren und vor allem diese Gesellschaft.
"Der Denkfehler in der Schuldebatte:
Schulsystem und Schulqualität werden
vermischt. Wir bauen unser Schulsystem um - so die Botschaft
Landesbildungspolitiker - dadurch werden die Schüler besser. Die bauen
unser Schulsystem um - so fürchten die Eltern - dadurch werden die Schüler
schlechter. Tatsächlich kann mit dem Schulsystemumbau aber vor allem eines
erreicht werden: Das Schulsystem kann gerechter oder ungerechter werden.
Ob die Schulqualität und damit die Leistung der Kinder besser oder
schlechter wird, liegt an ganz anderen Faktoren - so zeigen es zumindest
die Bildungsvergleiche. Zentral ist etwa die Ausbildung der Lehrer."
zum nachlesen:
http://www.heute.de/ZDFhe...
Gerechter heisst: der Schulabschluss wird weniger Abhängigkeit von den Bedingungen des Elternhauses.
Besonders ausgeprägt ist das soziale Bildungsfälle in Baden- Württemberg und Bayern, wo die Chancen von Akademikerkindern gegenüber gleichintelligenten Facharbeiterkindern 6,6 beziehungsweise 6,5 mal so hoch sind.
Bundesweit hat ein Kind aus der Oberschicht gegenüber einem Schüler aus einer Facharbeiterfamilie auch bei gleicher Intelligenz und Lernvermögen eine 4,5 mal so große Chance, ein Gymnasium zu besuchen.
Wer sagt, dass Bayern das bessere Schulsystem hat?
für ihren Kommentar. Erspart mir meinen. Ich würde gerne an dieser Stelle einen Beitrag aus der ZDF-Reihe 37 Grad empfehlen. Titel: Jahr der Entscheidung. Abzurufen in der ZDF-Mediathek. Interessant ist dort, wie auf Kinder der vierten Klasse ein immenser Notendruck aufgebaut wird, den sie sich selber setzen, der aber auch vor allen Dingen von den Eltern kommt..
Das sagt man im Ausland, wo die innerdeutschen Ressentiments keine Rolle spielen ("die Bayern" dürfen natürlich in nichts "besser" sein als die tollen Hanseaten...wär ja noch schöner, gell). Das sagen OECD, sagen ausländische Bildungsforscher und Vergleiche.
Dann ist aber die Frage was man gut findet um überhaupt einen Vergleich, mit einem Endurteil wie "besser", fällen zu können. JA, was den Wissensstand bei Überreichung der Hochschulreife angeht ist ein bayrischer Gymnasiast mit Durchschnitts 2.0 offenbar "besser" als ein Gymnasiast eines nördlichen Bundeslandes.
Das ist aber für einen hohen Preis erkauft, sprechen Sie mal mit Eltern von bayrischen Gymnasiasten, Freizeit gibt es da nicht. Familienleben, Freundeskreus, gar feste Aktivitäten wie der Sportverein, dafür ist kaum bis keine Zeit. Die Schüler haben einen 10 Stunden Tag - und dann wurde auch nur das Minimum (Schulbesuch und Hausaufgaben - der Stundenplan an bayrischen Gymnasien geht bis 17:40!) erledigt, gelernt, vertieft und sich auf den nächsten Schultag vorbereitet wurde sich dann noch gar nicht.
Es steht stark zu vermuten dass dies nicht nur positive Folgen für so einen jungen Menschen hat, wenn er in solch einem starken Leistungsdruck aufwächst. Ein 17 Jähriger mag damit ja noch umgehen können. Und für Dinge wie Sinnieren, Müßiggang, Leerlauf und zB Lektüre von Büchern aus Eigeninteresse fehlen dann Zeit und Energie. "Input" nur in genormter Form der Lehrpläne. Das ist in meinen Augen kein Bildungsideal.
Bayern "erkauft" sich seine guten Leistungen in den überregionalen Test durch Selektion.
Natürlich sind die Schüler in bayrischen Gymnasien besser weil nur die besten überhaupt aufs Gymnasium dürfen. Wenn in Bremen auch nur die bessere Hälfte der Schüler eines Jahrgangs gewertet würde, gäbe es dort auch bessere Ergebnisse.
Der bayrische Erfolgsweg heißt Selektion. Und wenn man nur auf die Zahl des Ergebnisses schaut, scheint mein Bundesland tatsächlich Recht zu behalten.
Allerdings ist ein Schulsystem nicht nur mit einer Zahl zu bewerten. Das bayrische Schulsystem hat Nachteile, die zwangsläufig durch das Aussortieren aller nicht sehr guten Schüler auftreten. Nämlich die niedrige Absolventenquote. Uns wird doch von den Medien permanent das Gehirn gewaschen dass wir mehr Abiturienten bräuchten. Wenn das wahr wäre, ist der bayrische Weg grundfalsch, denn dort wird nicht gefördert, sondern nur gefordert.
Der andere Nachteil ist die von Ihnen genannte soziale Ungerechtigkeit, die teilweise darauf beruht, dass Eltern mit ausreichend Einkommen ihre Kinder ausreichend fördern können damit sie die schulische Selektion überleben.
für ihren Kommentar. Erspart mir meinen. Ich würde gerne an dieser Stelle einen Beitrag aus der ZDF-Reihe 37 Grad empfehlen. Titel: Jahr der Entscheidung. Abzurufen in der ZDF-Mediathek. Interessant ist dort, wie auf Kinder der vierten Klasse ein immenser Notendruck aufgebaut wird, den sie sich selber setzen, der aber auch vor allen Dingen von den Eltern kommt..
Das sagt man im Ausland, wo die innerdeutschen Ressentiments keine Rolle spielen ("die Bayern" dürfen natürlich in nichts "besser" sein als die tollen Hanseaten...wär ja noch schöner, gell). Das sagen OECD, sagen ausländische Bildungsforscher und Vergleiche.
Dann ist aber die Frage was man gut findet um überhaupt einen Vergleich, mit einem Endurteil wie "besser", fällen zu können. JA, was den Wissensstand bei Überreichung der Hochschulreife angeht ist ein bayrischer Gymnasiast mit Durchschnitts 2.0 offenbar "besser" als ein Gymnasiast eines nördlichen Bundeslandes.
Das ist aber für einen hohen Preis erkauft, sprechen Sie mal mit Eltern von bayrischen Gymnasiasten, Freizeit gibt es da nicht. Familienleben, Freundeskreus, gar feste Aktivitäten wie der Sportverein, dafür ist kaum bis keine Zeit. Die Schüler haben einen 10 Stunden Tag - und dann wurde auch nur das Minimum (Schulbesuch und Hausaufgaben - der Stundenplan an bayrischen Gymnasien geht bis 17:40!) erledigt, gelernt, vertieft und sich auf den nächsten Schultag vorbereitet wurde sich dann noch gar nicht.
Es steht stark zu vermuten dass dies nicht nur positive Folgen für so einen jungen Menschen hat, wenn er in solch einem starken Leistungsdruck aufwächst. Ein 17 Jähriger mag damit ja noch umgehen können. Und für Dinge wie Sinnieren, Müßiggang, Leerlauf und zB Lektüre von Büchern aus Eigeninteresse fehlen dann Zeit und Energie. "Input" nur in genormter Form der Lehrpläne. Das ist in meinen Augen kein Bildungsideal.
Bayern "erkauft" sich seine guten Leistungen in den überregionalen Test durch Selektion.
Natürlich sind die Schüler in bayrischen Gymnasien besser weil nur die besten überhaupt aufs Gymnasium dürfen. Wenn in Bremen auch nur die bessere Hälfte der Schüler eines Jahrgangs gewertet würde, gäbe es dort auch bessere Ergebnisse.
Der bayrische Erfolgsweg heißt Selektion. Und wenn man nur auf die Zahl des Ergebnisses schaut, scheint mein Bundesland tatsächlich Recht zu behalten.
Allerdings ist ein Schulsystem nicht nur mit einer Zahl zu bewerten. Das bayrische Schulsystem hat Nachteile, die zwangsläufig durch das Aussortieren aller nicht sehr guten Schüler auftreten. Nämlich die niedrige Absolventenquote. Uns wird doch von den Medien permanent das Gehirn gewaschen dass wir mehr Abiturienten bräuchten. Wenn das wahr wäre, ist der bayrische Weg grundfalsch, denn dort wird nicht gefördert, sondern nur gefordert.
Der andere Nachteil ist die von Ihnen genannte soziale Ungerechtigkeit, die teilweise darauf beruht, dass Eltern mit ausreichend Einkommen ihre Kinder ausreichend fördern können damit sie die schulische Selektion überleben.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren