Umfrage-Tief Schlechte Werte intensivieren Richtungsstreit in der CDU
Die CDU unter 30 Prozent bei den Umfragen, die Partei wird nervös – und streitet um den richtigen Kurs zwischen Modernisierung und zu großer Anpassung an den Zeitgeist.
Neue schlechte Umfragewerte für die Union lassen den Streit in der CDU über den politischen Kurs der Partei wieder aufflammen. Allen voran Josef Schlarmann, der Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der Union, erneuerte seine Kritik am Modernisierungskurs der CDU-Führung. "Einige aus der Union, wie zum Beispiel der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Peter Altmaier, verwechseln Modernisierung mit Anpassung an den Zeitgeist", sagte er dem Handelsblatt . "Der Volksmund weiß aber: Wer den Zeitgeist heiratet, kann sehr schnell Witwer werden."
Altmaier hatte in einem Interview dafür plädiert, Antworten auf veränderte politische Verhältnisse zu finden. Dazu gehöre, Wähler zu gewinnen, die derzeit eher Grüne oder SPD wählten. Die Zeit der Lagerwahlkämpfe sei vorbei. Zugleich warnte er vor einer konservativen "Mittelalter"-Politik.
Schlarmann dagegen forderte, eine Modernisierung der Partei müsse Tradition und Fortschritt miteinander verbinden. "Nur dann können Stammwähler gehalten und neue hinzugewonnen werden." Viele bürgerliche Wähler hätten sich von der Koalition strukturelle Reformen versprochen. Doch stattdessen sei es zu einem "kopflosen Fehlstart der Bundesregierung, zu einem massiven Verlust von Führungspersönlichkeiten und zu einem der NRW-Wahl geschuldeten Stillstand bei den Reformen" gekommen.
Die Regierung müsse zudem "jetzt zum Koalitionsvertrag zurückkehren und ihn endlich zur Grundlage des Regierungshandelns machen", verlangte Schlarmann, der CDU-Chefin und Bundeskanzlerin Angela Merkel schon oft offen kritisiert hatte. Viele bürgerliche Wähler hätten sich von der Koalition ein Aufbruchssignal und strukturelle Reformen für Deutschland versprochen. Doch stattdessen sei es zu einem "kopflosen Fehlstart der Bundesregierung, zu einem massiven Verlust von Führungspersönlichkeiten und zu einem der NRW-Wahl geschuldeten Stillstand bei den Reformen" gekommen, kritisierte der CDU-Politiker und fügte hinzu: "All dies hat vor allem die Stammwähler verprellt."
Schlarmann äußerte sich vor dem Hintergrund einer aktuellen Forsa-Umfrage . Demnach sind CDU/CSU erstmals seit dem Jahr 2000 unter die 30-Prozent-Marke gefallen. Die FDP müsste mit fünf Prozent gar um den Wiedereinzug in den Bundestag bangen. Rot-Grün könnte weiter mit einer absoluten Mehrheit rechnen.
- Datum 28.07.2010 - 19:14 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP
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Habt keine Angst!
Das sind nur Momentaufnahmen!
Umfragen taugen sowieso nichts!
Herr Mappus bleibt nicht Ministerpräsident!
Angela hat vermerkelt!
Amen!
Politik am Ende? Was lässt man sich einfallen, um die Gemüter wieder zu erheitern? So schnell ist es aus mit der Gefolgschaft, wenn die Leute was anderes erwarten ...
> Altmaier hatte in einem Interview dafür plädiert, Antworten auf veränderte politische Verhältnisse zu finden. Dazu gehöre, Wähler zu gewinnen, die derzeit eher Grüne oder SPD wählten.
Schlarmann dagegen forderte, eine Modernisierung der Partei müsse Tradition und Fortschritt miteinander verbinden. <
Ganz klare und verständliche Vorschläge. Das kann jetzt jeder Wähler wirklich mal verstehen.
Mir wird schlecht ....
... diesen Artikel hätte man sich sparen können. Wir wissen jetzt, dass (angeblich) Nervosität in der CDU herrscht und das man sich offenbar inhaltlose Phrasen um die Ohren haut. Nun ja, dann ist ja alles wie immer, möchte man meinen.
... diesen Artikel hätte man sich sparen können. Wir wissen jetzt, dass (angeblich) Nervosität in der CDU herrscht und das man sich offenbar inhaltlose Phrasen um die Ohren haut. Nun ja, dann ist ja alles wie immer, möchte man meinen.
... diesen Artikel hätte man sich sparen können. Wir wissen jetzt, dass (angeblich) Nervosität in der CDU herrscht und das man sich offenbar inhaltlose Phrasen um die Ohren haut. Nun ja, dann ist ja alles wie immer, möchte man meinen.
Der Herr merkt ganz richtig an: Die Waehler wollten Strukturreformen - mit der Betonung auf Struktur. Kein drehen an vorhandenen Stellschrauben - hier ein Prozent rauf, da ein Prozent runter - sondern einmal Tabula Rasa. Aber wenn die ganzen Sonderschlupfloecher weg sind, haben wir auf einmal 100000 Arbeitslose mehr - die Steuerberater naemlich.
Hier eine Anmerkung von Paul Kirchhof:
"... Das Problem liegt in der Bemessungsgrundlage. Solange sich der Steuerzahler armrechnen kann, machen ihn 50 Prozent Einkommensteuer nicht arm. Wir haben aber auch in unseren Steuersätzen ein evidentes Gerechtigkeitsproblem. Für thesaurierte Gewinne beträgt die Körperschaftsteuer 15 Prozent, die Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge liegt bei 25 Prozent, bei der Einkommensteuer werden bis zu 45 Prozent fällig. Diese Ungleichgewichtung springt ins Auge, sie ist politisch, sozial und verfassungsrechtlich nicht richtig. Also müssen wir eine große Reform machen – und die Besteuerung der Arbeitseinkommen auf 25 Prozent absenken. ..."
Ein lesenswerter Beitrag: http://www.wiwo.de/politi...
Auch wenn der Satz "Er braucht keinen Staat, der ihn zu Investitionen in Solaranlagen, ... überredet." hinsichtlich "in Solaranlagen" angreifbar ist.
Hier eine Anmerkung von Paul Kirchhof:
"... Das Problem liegt in der Bemessungsgrundlage. Solange sich der Steuerzahler armrechnen kann, machen ihn 50 Prozent Einkommensteuer nicht arm. Wir haben aber auch in unseren Steuersätzen ein evidentes Gerechtigkeitsproblem. Für thesaurierte Gewinne beträgt die Körperschaftsteuer 15 Prozent, die Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge liegt bei 25 Prozent, bei der Einkommensteuer werden bis zu 45 Prozent fällig. Diese Ungleichgewichtung springt ins Auge, sie ist politisch, sozial und verfassungsrechtlich nicht richtig. Also müssen wir eine große Reform machen – und die Besteuerung der Arbeitseinkommen auf 25 Prozent absenken. ..."
Ein lesenswerter Beitrag: http://www.wiwo.de/politi...
Auch wenn der Satz "Er braucht keinen Staat, der ihn zu Investitionen in Solaranlagen, ... überredet." hinsichtlich "in Solaranlagen" angreifbar ist.
dramatische ueberschrift...und dann sowas.
naja, es sei euch verziehen.
uebrigens:
"Der Volksmund weiß aber: Wer den Zeitgeist heiratet, kann sehr schnell Witwer werden."
vielleicht ist die hochzeit ja schon vorbei?
... sind die so genannten Unions-"Christen" in etwa da, wo sie hingehören. Die "Mehr-nutto-vom-Bretto"-Partei wird mit 5% allerdings wieder deutlich zu hoch gehandelt.
Hier eine Anmerkung von Paul Kirchhof:
"... Das Problem liegt in der Bemessungsgrundlage. Solange sich der Steuerzahler armrechnen kann, machen ihn 50 Prozent Einkommensteuer nicht arm. Wir haben aber auch in unseren Steuersätzen ein evidentes Gerechtigkeitsproblem. Für thesaurierte Gewinne beträgt die Körperschaftsteuer 15 Prozent, die Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge liegt bei 25 Prozent, bei der Einkommensteuer werden bis zu 45 Prozent fällig. Diese Ungleichgewichtung springt ins Auge, sie ist politisch, sozial und verfassungsrechtlich nicht richtig. Also müssen wir eine große Reform machen – und die Besteuerung der Arbeitseinkommen auf 25 Prozent absenken. ..."
Ein lesenswerter Beitrag: http://www.wiwo.de/politi...
Auch wenn der Satz "Er braucht keinen Staat, der ihn zu Investitionen in Solaranlagen, ... überredet." hinsichtlich "in Solaranlagen" angreifbar ist.
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