Koalition Merkels Arbeitsstil frustriert die Unionisten

Die Stolperwahl des Bundespräsidenten hat tiefe Gräben in der Koalition offengelegt. Die Partner bezichtigen sich der Untreue, die Vorwürfe gegen Merkel häufen sich.

Allein im Hohen Haus: Kanzlerin Angela Merkel (nach dem dritten Wahlgang am Mittwoch im Bundestag)

Allein im Hohen Haus: Kanzlerin Angela Merkel (nach dem dritten Wahlgang am Mittwoch im Bundestag)

Diesen Tag werden sie nicht so schnell vergessen. Was sich am Mittwoch in der Bundesversammlung abspielte , war für viele schwarz-gelben Koalitionäre ein Schock. Wie konnte das geschehen? Wie war es möglich, dass der eigene Kandidat trotz sehr komfortabler Mehrheit gleich in zwei Wahlgängen durchfiel? Fassungslosigkeit, Enttäuschung, Wut – auf diese Gefühle stößt man bei Union und FDP gleichermaßen.

Noch immer rätseln die Schwarz-Gelben, wer die 44 Abweichler waren. Unionsleute wähnen sie in den kleinen Koalitionsparteien, die FDP wiederum will sie in den Reihen der Christsozialen ausgemacht haben. Liberale schildern, wie sie CSU-Wahlleute vor der Wahl beiläufig sagen hörten, sie wüssten ja noch nicht, wen sie wählen wollen. Auch Abgesandte aus Baden-Württemberg stehen unter Verdacht: Christian Wulff habe bei einem Treffen die Wahlleute aus dem Südwesten verärgert, indem er sich ungeschickt zur Übernahme von Porsche durch den in Niedersachsen ansässigen Volkswagen-Konzern äußerte. Doch reicht das, um den eigenen Kandidaten derart abzustrafen? Um das Ende des Regierungsbündnisses zu riskieren? 

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"Die Wut ist auf vielen Ebenen riesig", ist zu hören. Haarscharf, das ist fast jedem klar, den man fragt, hat sich die Koalition noch einmal gerettet. Offiziell indes will kaum einer die Ursache für die zwei verpatzten Wahlgänge benennen. Hinter vorgehaltener Hand jedoch wird vor allem eine Person als Schuldige ausgemacht: die Kanzlerin. Angela Merkel erreiche den Kern ihrer Partei und der Bundestagsfraktion nicht mehr, klagt einer aus dem Regierungslager, der in der Bundesversammlung saß. "Dabei ist die Stimmung zwischen den einzelnen Fraktionskollegen wirklich gut", sagt ein anderer, der zu jenen gehört, die nun Druck auf die Führung machen wollen. Union und FDP könnten durchaus gut zusammenarbeiten. Das Problem aber sei, dass es die Protagonisten ganz oben nicht können.

Manch einer sieht in der gestrigen Hängepartie gar "den Anfang vom Ende Merkels". Abseits der öffentlichen Loyalitätsbekenntnisse herrscht tiefer Frust über den Arbeitsstil der Kanzlerin. Merkel binde nicht in Entscheidungen ein, sie führe nicht, mancher hält sie für isoliert. Die Standing Ovations für den Merkel-Rivalen Roland Koch, nachdem der vor dem dritten Wahlgang die Unionsfraktion in der Bundesversammlung auf Wulff einschwor, führt einer als Beleg dafür an. Die Abgeordneten wollen künftig "aktiv einbezogen" werden und "nicht nur Verkündigungspolitik" abnicken, sagt der CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach.

Bildung

Was die Koalition eigentlich alles vorhat: Bund und Länder haben sich zwar auf einen Qualitätspakt für eine bessere Lehre verständigt. Merkel erteilte dem Länderwunsch nach einem höheren Anteil vom Mehrwertsteueraufkommen des Bundes aber zumindest bis 2013 eine Absage.

Finanzen

Bis 2014 wollen Union und FDP im Bundeshaushalt rund 80 Milliarden Euro einsparen, vor allem bei Arbeitslosen, Familien und im öffentlichen Dienst, aber auch bei der Wirtschaft. Aus der Union gibt es Forderungen, Spitzenverdiener stärker zu belasten, weil das Paket zu unsozial sei. Obwohl Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Steuersenkungen bis 2013 eine Absage erteilt hat, arbeitet die CSU an einem Konzept, um über höhere Belastungen für Großverdiener vor allem Bezieher mittlerer Einkommen zu entlasten. Auch die FDP hält an Steuersenkungen fest, ist aber gegen höhere Steuern.

FDP-Generalsekretär Christian Lindner stellt den Steuerbonus für Hotels infrage. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) fordert, dies in einem Gesamtkonzept zu beleuchten. CSU-Chef Horst Seehofer will derzeit an der Steuerermäßigung für Hotels festhalten. Im Herbst will die Koalition die Mehrwertsteuersätze auf den Prüfstand stellen.
 

Gesundheit

Die Partei- und Fraktionschefs von Union und FDP suchen nach einer Lösung im Streit über das Stopfen des Defizits im Gesundheitssystem. Schon jetzt scheint klar, dass zusätzliche Belastungen auf die Versicherten zukommen – der Streit dreht sich darum, wie hoch und in welcher Form.

Energie

Die Frage längerer Laufzeiten der Atommeiler soll bis Ende August innerhalb der Bundesregierung geklärt werden. Ob sich Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) und Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) aber einigen können, ist offen. Strittig ist auch die Einbeziehung des Bundesrats, denn Schwarz-Gelb hat dort nach der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen keine Mehrheit mehr.

Der Bundesrat hat die Regierungspläne für Kürzungen von 11 bis 16 Prozent bei der staatlichen Solarförderung vorerst gestoppt. Mehrere Länder wollen die Einschnitte begrenzen. Bis 7. Juli soll eine Lösung zwischen Bund und Ländern gefunden werden.

Arbeit

Nach dem juristischen Aus für die Tarifeinheit in Betrieben gibt es Streit über die Folgen. CDU-Politiker halten eine Grundgesetzänderung für möglich, die CSU lehnt dies ab.

Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts muss die Regierung bis Ende 2010 eine Neuregelung zu Hartz IV vorlegen – insbesondere die Regeln für Kinder von Langzeitarbeitslosen müssen verbessert werden.
 

Daten

Innenminister Thomas de Maizière (CDU) dringt auf ein neues Gesetz zur Massenspeicherung von Internet- und Telefondaten ohne Anlass. Justizministerin Sabine Leutheusser- Schnarrenberger (FDP) sieht dafür allerdings keine Eile.

Ein Teil der Verstimmung rührt auch von Merkels Charakter her. "Sie ist selbst sehr uneitel und glaubt, dass alle anderen das auch sind", sagt einer, der sie lange kennt. Im Politikbetrieb, wo viele gern gefragt werden wollen, kann das hinderlich sein.

Und dann sind da noch die Beschlüsse der vergangenen Wochen: Als Merkel und die Fraktionsführungen den Euro-Rettungsschirm und die Milliardenbürgschaft für Griechenland eilig durchs Parlament drückten, hielten viele Abgeordnete nur mit Mühe still. Und wenn sie an den Dauerstreit um die "Hotelsteuer", um Entlastungen für die Bürger oder die Querelen um die Kopfpauschale denken, wünschen sich nicht wenige Unionsleute die Große Koalition zurück. Hinzu kommt unter CDUlern der Ärger darüber, dass sogar ein Haudegen wie Roland Koch keine Lust mehr hat auf Politik, und dass man in NRW und im Bundesrat die Macht verlor. An beidem, sagen viele, ist Merkel zumindest nicht ganz unschuldig.

Die Außenwirkung der Koalition ist miserabel, so hört man allerorten. Bloß gut, so tröstet sich manch einer der Koalitionäre, dass Wulff im Finale mit absoluter Mehrheit triumphierte – obwohl das im dritten Wahlgang gar nicht notwendig gewesen wäre.

Um die Schmach der vergangenen Monate vergessen zu machen, sucht man nun nach einem gemeinsamen Projekt. Doch das ist einfacher gesagt als getan: "So ganz spontan fällt mir da nichts ein", ätzt ein indirekt Beteiligter. In der Steuer-, Gesundheits- und Energiepolitik ist Schwarz-Gelb weiterhin zerstritten.

Der Jungliberale Johannes Vogel sieht deshalb nur ein Thema: "Der Wendepunkt kann nur die Haushaltkonsolidierung sein." Andere halten auch in der Gesundheitsfinanzierung noch Erfolge für möglich. Doch dafür müsste die Kanzlerin den Spagat hinbekommen, souverän und erkennbar zu führen und zugleich sämtliche Mitentscheider einzubinden. Anderenfalls wird es in der Koalition weitergären, bis zum nächsten Racheakt.

 
Leser-Kommentare
  1. Ich habe schon lange den Eindruck dass die Jahrzehnte der "Teilung" auch gleichzeitig eine Zeit waren in der sich Süddeutschland, das Rheinland und auch Nordwestdeutschland einander in der politischen Mentalität anglichen und auch sehr weit vom preußisch-autoritären Staatsbild entfernten. In der Richtung legte die Politik der alten Bundesrepublik nicht nur laufend Lippenbekenntnisse ab, sie füllte das auch mit Leben. "Bürgerrecht auf Bildung", wo der Mensch zum Maßstab genommen wird, gegenübergestellt den aktuellen Bildungsdebatten wo es wieder darum geht die Menschen von Kleinauf auf Ideallinie zu bringen.

    Und die DDR war meinem Eindruck nach kaum weniger als ein neues Preußen, das Staatsgebiet glich dem ja relativ stark, das Staatsverständnis ebenfalls. Die Ostdeutschen bejammern, wie sovieles, zwar dass ab 1990 angeblich der Westen den Neuen Ländern alles überstülpt hatte - das stimmt aber nicht. Die Westdeutschen, seit Jahrzehnten auf Bescheidenheit und Sinn für Selbstkritik getrimmt, nahmen das mal so hin und haben im Versuch den Ostdeutschen diese Angst zu nehmen diesem kleinen Stück Bundesrepublik übermäßige Bedeutung beigemessen.

    Das ist weder geographisch noch demographisch die "Hälfte" der Republik, ostdeutsche Themen & Politiker stehen überproportional im Zentrum. Das will man anderswo schlicht nicht mehr hinnehmen. In der, wie man in Berlin gerne herablassend sagt, "Provinz" weckt Berlin immer mehr Abwehrreflexe und so auch alle dortigen Akteure.

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    …dass die derzeitigen Zustände in Deutschland alles andere als preußisch sind. Das wird eher nicht das Problem sein.

    ...in puncto politisch-moralisch-geographischer Genealogie.
    Die Kanzlerin ist gebürtige Hanseatin. Der Vizekanzler ist Rheinländer. Der Stammsitz der preußischen Herrscherhauses liegt südlich von Stuttgart. Das Ursprungsgebiet Preußens liegt heute auf polnischen Gebiet und dem der Russischen Konföderation. Das heutige Land Brandenburg entspricht im Groben der Mark Brandenburg. Das Rheinland war Teil des Staatsgebietes Preußens. Was gemeinhin unter "preußisch" verstanden wird, war ein hugenottisch-jüdisch-slawisch- salzburgerisch-schweizerisch-holländisch-englisches Amalgamat von Wirtschafts- und Glaubensasylanten mit Nachkommen von Ordensrittern. Viele sind 1945 nach Niedersachsen oder Schleswig-Holstein geflohen oder waren Teil des östlichen braindrains.

    .......und die heißt guido westerwelle.
    *sein eingefrorenes falsches grinsen*sein ständig schnauzender kasernenhofton*seine sich ständig wiederholenden leeren worthülsen*sein stroherner output zu aktuellen problemen*seine lächerliche geltungssucht
    *seine unangemessene unbeugsamkeit und absolute einsichtsunfahigkeit*sein mangelndes einfühlungsvermögen für die wirklichen nöte der bevölkerung*seine künstlich zur schau getragene haltung
    *die liste ließe sich fortsetzen............
    all das ist der harte kern, daß diese koalition zum scheitern progammiert ist.

    all

    …dass die derzeitigen Zustände in Deutschland alles andere als preußisch sind. Das wird eher nicht das Problem sein.

    ...in puncto politisch-moralisch-geographischer Genealogie.
    Die Kanzlerin ist gebürtige Hanseatin. Der Vizekanzler ist Rheinländer. Der Stammsitz der preußischen Herrscherhauses liegt südlich von Stuttgart. Das Ursprungsgebiet Preußens liegt heute auf polnischen Gebiet und dem der Russischen Konföderation. Das heutige Land Brandenburg entspricht im Groben der Mark Brandenburg. Das Rheinland war Teil des Staatsgebietes Preußens. Was gemeinhin unter "preußisch" verstanden wird, war ein hugenottisch-jüdisch-slawisch- salzburgerisch-schweizerisch-holländisch-englisches Amalgamat von Wirtschafts- und Glaubensasylanten mit Nachkommen von Ordensrittern. Viele sind 1945 nach Niedersachsen oder Schleswig-Holstein geflohen oder waren Teil des östlichen braindrains.

    .......und die heißt guido westerwelle.
    *sein eingefrorenes falsches grinsen*sein ständig schnauzender kasernenhofton*seine sich ständig wiederholenden leeren worthülsen*sein stroherner output zu aktuellen problemen*seine lächerliche geltungssucht
    *seine unangemessene unbeugsamkeit und absolute einsichtsunfahigkeit*sein mangelndes einfühlungsvermögen für die wirklichen nöte der bevölkerung*seine künstlich zur schau getragene haltung
    *die liste ließe sich fortsetzen............
    all das ist der harte kern, daß diese koalition zum scheitern progammiert ist.

    all

  2. Und es ist meiner Meinung nach auch absolut nachvollziehbar wenn zB die Baden-Württemberger den Eindruck haben dass ihre Interessen kaum gehört werden, obwohl sie ja ein großes Stück Deutschland (und vor allem auch des deutschen Wohlstandes) repräsentieren. Wir sind kein Zentralstaat und abgesehen von einsamen Rufen a lá "Kleinstaaterei" wollen die meisten Bundesbürger daran auch nichts ändern.

    Frau Merkel hat soweit ich weiss den Begriff vom "Durchregieren" geprägt, das widerspricht altbundesrepublikanischer Herangehensweise an Politik - nebenbei bemerkt eine Herangehensweise die die alte Bundesrepublik sehr erfolgreich gemacht hat und der wir uns allein darum schon wieder mehr zuwenden sollten - als auch der Verfasstheit dieses Gesamtstaates. Selbst das Bundeskabinett arbeitet auch hochoffiziell nach dem Kollegialprinzip, nicht nach dem "Basta" Prinzip. Der Frust ist also meiner Meinung nach absolut berechtigt.

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    Ich möchte daran erinnern, daß auch das System Kohl nicht nach dem Kollegialprinzip funktionierte.
    Herr Kohl hatte nur mit Mühe Anfang des Jahres 1989 die Führung innerhalb der CDU halten können.

    Der Fall der Mauer bescherte dann Helmut Kohl den Augenblick, in dem er, wie er immer so schön sagte, "den Mantel der Geschichte" zu fassen bekam.

    Das System Kohl, das Merkel übernommen und perfektioniert hat, funktioniert einzig und allein nach dem Champignonprinzip:

    Alles abschneiden, was seinen Kopf sichtbar rausstreckt.

    Genau dies ist das System, welches auch in der DDR bestand, verfeinert mit dem "aus dem Untergrund innerparteiliche Gegner abzuschießen". Merkel beherrscht es aus dem effeff.
    Merkel ist meiner Meinung nach deshalb so von Kohl protegiert worden, weil Kohl meinte, in ihr sein Ebenbild zu erblicken.
    Merkel hat dieses System übernommen und bis zur Perfektion ausgebaut.

    Ständig sind Dinge "alternativlos" und "müssen" gemacht werden.
    Kennzeichen eines totalitären Denkens.

    Das Einzige, was ich muß: Ich muß manchmal auf's Klo - und sonst nichts.

    Im Gegensatz zu Kohl ist Merkel aber ein kühler Technokrat, Naturwissenschaftler, es scheint, als könne sie keine menschlichen Beziehungen aufbauen.
    Sie geht von der Einsicht der Anderen in ihre doch so logischen Gedankengänge aus.

    Das System Merkel überlebt solange, wie es seine beiden Grundfunktionen erfüllen kann:
    - Entscheidungen zu treffen, (haha, der war gut)
    und
    - für bindende Akzeptanz zu sorgen.

    Ich möchte daran erinnern, daß auch das System Kohl nicht nach dem Kollegialprinzip funktionierte.
    Herr Kohl hatte nur mit Mühe Anfang des Jahres 1989 die Führung innerhalb der CDU halten können.

    Der Fall der Mauer bescherte dann Helmut Kohl den Augenblick, in dem er, wie er immer so schön sagte, "den Mantel der Geschichte" zu fassen bekam.

    Das System Kohl, das Merkel übernommen und perfektioniert hat, funktioniert einzig und allein nach dem Champignonprinzip:

    Alles abschneiden, was seinen Kopf sichtbar rausstreckt.

    Genau dies ist das System, welches auch in der DDR bestand, verfeinert mit dem "aus dem Untergrund innerparteiliche Gegner abzuschießen". Merkel beherrscht es aus dem effeff.
    Merkel ist meiner Meinung nach deshalb so von Kohl protegiert worden, weil Kohl meinte, in ihr sein Ebenbild zu erblicken.
    Merkel hat dieses System übernommen und bis zur Perfektion ausgebaut.

    Ständig sind Dinge "alternativlos" und "müssen" gemacht werden.
    Kennzeichen eines totalitären Denkens.

    Das Einzige, was ich muß: Ich muß manchmal auf's Klo - und sonst nichts.

    Im Gegensatz zu Kohl ist Merkel aber ein kühler Technokrat, Naturwissenschaftler, es scheint, als könne sie keine menschlichen Beziehungen aufbauen.
    Sie geht von der Einsicht der Anderen in ihre doch so logischen Gedankengänge aus.

    Das System Merkel überlebt solange, wie es seine beiden Grundfunktionen erfüllen kann:
    - Entscheidungen zu treffen, (haha, der war gut)
    und
    - für bindende Akzeptanz zu sorgen.

  3. …dass die derzeitigen Zustände in Deutschland alles andere als preußisch sind. Das wird eher nicht das Problem sein.

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    ...es geht mir um die Mentalität, die Herangehensweise, das Selbstverständnis.

    Das Kollegialprinzip nach dem das Bundeskabinett zu arbeiten hat ist zB sogar im Grundgesetz festgelegt! Es ist also das Fundament der Bundesregierung, des Staates. Da kann es kein Durchregieren bzw. euphemistisch keine "Geschlossenheit" geben.

    ...es geht mir um die Mentalität, die Herangehensweise, das Selbstverständnis.

    Das Kollegialprinzip nach dem das Bundeskabinett zu arbeiten hat ist zB sogar im Grundgesetz festgelegt! Es ist also das Fundament der Bundesregierung, des Staates. Da kann es kein Durchregieren bzw. euphemistisch keine "Geschlossenheit" geben.

  4. ...auch diese Sache wieder aussitzen...

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    Völlig richtig.

    Das desaströse Abschneiden der CDU bei den Bundestagswahlen 2005 und 2009, welches vor allem auf Merkel zurückgeführt wurde, hat die CDU auch auf den Nimmerleinstag "vertagt" ... eine Aufarbeitung des "Warum" und eine Analyse, was Wähler wirklich wollen und was folglich ein "Volksvertreter" im Bundestag anzustreben hat ... ist nie erfolgt.

    Dies wird heute nicht anders sein.

    Die ganze CDU muss das nun aussitzen und blind darauf hoffen, dass sich irgendwas bis zur nächsten Landtagswahl (März 2011) ändert. Was genau, weiß man allerdings auch nicht.

    Führungslos treibt so die Regierung vor sich hin, verwaltet Systeme weiter, die bereits gescheitert sind und vor dem Zusammenbrechen stehen (Rente).

    Einzige Hoffnung: Die Bevölkerung läßt sich auch künftig erfolgreich verblöden ("Die Renten sind sicher"), weiter entrechten und etwa 38% bei einer Bundestagswahl reichen auch weiterhin zur Regierungsbildung.

    Ist eben eine Frage, ob sie es "kann".

    Und nein, das ist keine Anspielung auf Schröders "Sie kann es nicht!".

    Es knirscht und knirscht und die politische Zusammenarbeit mit der FDP kann man auch nicht besonders "freundschaftlich" bezeichnen. Und ständig gibt es "Skandale" wie kürzlich bei der Wahl des Bundespräsidenten gesehen.

    Ich vermute einmal, das es in absehbarer Zeit in der Koaliation krachen wird. Und ob Merkel das dann noch aussitzen kann ist eben fraglich.

    Hat sie ja schon ordentlich ihr Vertrauen beschädigt.

    Völlig richtig.

    Das desaströse Abschneiden der CDU bei den Bundestagswahlen 2005 und 2009, welches vor allem auf Merkel zurückgeführt wurde, hat die CDU auch auf den Nimmerleinstag "vertagt" ... eine Aufarbeitung des "Warum" und eine Analyse, was Wähler wirklich wollen und was folglich ein "Volksvertreter" im Bundestag anzustreben hat ... ist nie erfolgt.

    Dies wird heute nicht anders sein.

    Die ganze CDU muss das nun aussitzen und blind darauf hoffen, dass sich irgendwas bis zur nächsten Landtagswahl (März 2011) ändert. Was genau, weiß man allerdings auch nicht.

    Führungslos treibt so die Regierung vor sich hin, verwaltet Systeme weiter, die bereits gescheitert sind und vor dem Zusammenbrechen stehen (Rente).

    Einzige Hoffnung: Die Bevölkerung läßt sich auch künftig erfolgreich verblöden ("Die Renten sind sicher"), weiter entrechten und etwa 38% bei einer Bundestagswahl reichen auch weiterhin zur Regierungsbildung.

    Ist eben eine Frage, ob sie es "kann".

    Und nein, das ist keine Anspielung auf Schröders "Sie kann es nicht!".

    Es knirscht und knirscht und die politische Zusammenarbeit mit der FDP kann man auch nicht besonders "freundschaftlich" bezeichnen. Und ständig gibt es "Skandale" wie kürzlich bei der Wahl des Bundespräsidenten gesehen.

    Ich vermute einmal, das es in absehbarer Zeit in der Koaliation krachen wird. Und ob Merkel das dann noch aussitzen kann ist eben fraglich.

    Hat sie ja schon ordentlich ihr Vertrauen beschädigt.

  5. ...es geht mir um die Mentalität, die Herangehensweise, das Selbstverständnis.

    Das Kollegialprinzip nach dem das Bundeskabinett zu arbeiten hat ist zB sogar im Grundgesetz festgelegt! Es ist also das Fundament der Bundesregierung, des Staates. Da kann es kein Durchregieren bzw. euphemistisch keine "Geschlossenheit" geben.

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    Was Sie beschreiben ist seit langem wahrnehmbar, belegbar auch... Wir haben Sie wieder diese Kultur, ein (Riesen-!) Rückschritt, der sehr, sehr schade ist: Unser Land fällt so, vor allem durch fehlende Auseinandersetzung, um bald ein Jahrhundert zurück. Politik wird von Kulturen gemacht: Die derzeit tonangebende ist Berlin, entsprechend erfolgreich sind wir auch. Ich schreibe seit langem dazu, kenne mich in Berlin sehr, sehr gut von Innen aus. Alles auch von aussen wahrnehmbar, am Bildschirm auch, im Netz: Wer lesen oder schauen will, kann das tun: Selbstwahrnehmung sei empfohlen.

    Wer meine Zeilen dazu lesen will, kann hier http://www.faz.net/f30/ko... , hier http://www.tagesspiegel.d... oder hier http://community.zeit.de/... klicken

    Jenseits davon: WIR BRAUCHEN AUSEINANDERSETZUNG DAZU!!!
    Konzeption fliegt um die Ohren bald.

    Ich weiss nicht, woran es liegt, vielleicht sind's die Werte, vielleicht fehlen dort einfach 1000 Jahre Kultur.
    Nur dürber hinweggehen kann man nicht mehr lang...

    Man muss dazu reden, schreiben, klären, sprechen, diskutieren, kontrovers auch:

    Auseinanderfallen sonst.

    Am ehesten wissen das übrigens Berliner selbst, dort stoßen sie mit diesem Thema auf den wenigsten Widerstand.

    Ich selbst? Bin für jede ehrlichen Beitrag, jede ehrliche Erklärung dankbar: Merci.

    Was Sie beschreiben ist seit langem wahrnehmbar, belegbar auch... Wir haben Sie wieder diese Kultur, ein (Riesen-!) Rückschritt, der sehr, sehr schade ist: Unser Land fällt so, vor allem durch fehlende Auseinandersetzung, um bald ein Jahrhundert zurück. Politik wird von Kulturen gemacht: Die derzeit tonangebende ist Berlin, entsprechend erfolgreich sind wir auch. Ich schreibe seit langem dazu, kenne mich in Berlin sehr, sehr gut von Innen aus. Alles auch von aussen wahrnehmbar, am Bildschirm auch, im Netz: Wer lesen oder schauen will, kann das tun: Selbstwahrnehmung sei empfohlen.

    Wer meine Zeilen dazu lesen will, kann hier http://www.faz.net/f30/ko... , hier http://www.tagesspiegel.d... oder hier http://community.zeit.de/... klicken

    Jenseits davon: WIR BRAUCHEN AUSEINANDERSETZUNG DAZU!!!
    Konzeption fliegt um die Ohren bald.

    Ich weiss nicht, woran es liegt, vielleicht sind's die Werte, vielleicht fehlen dort einfach 1000 Jahre Kultur.
    Nur dürber hinweggehen kann man nicht mehr lang...

    Man muss dazu reden, schreiben, klären, sprechen, diskutieren, kontrovers auch:

    Auseinanderfallen sonst.

    Am ehesten wissen das übrigens Berliner selbst, dort stoßen sie mit diesem Thema auf den wenigsten Widerstand.

    Ich selbst? Bin für jede ehrlichen Beitrag, jede ehrliche Erklärung dankbar: Merci.

    • optun
    • 01.07.2010 um 20:04 Uhr

    Merkel hatte einmal offenbart, dass sie beim Abitur-Abschiedsball von keinem Jungen zum Tanzen aufgefordert wurde. Die Zeiten haben sich nicht geändert, keiner will mit Merkel.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Sie schrieben: Merkel hatte einmal offenbart, dass sie beim Abitur-Abschiedsball von keinem Jungen zum Tanzen aufgefordert wurde.

    Mmmh, vielleicht haben sie damit auch gleichzeitig den Grund genannt, warum da jemand mit aller Macht einen Job machen will, der mindestens eine Nummer zu groß ist.

    Frau Merkel wird jedenfalls niemals, nie, nicht freiwillig das Bundeskanzleramt verlassen. Über so Petitessen wie 3 Anläufe für ihren Kandidaten kann die Frau doch nur lachen. Da fliegt man halt ein paar Tage später zur Fußball-WM und holt sich frischen Abglanz von den jungen Sporthelden. Und in 5 Wochen erinnert sich doch sowieso keiner mehr an die BP-Wahl. Leider wird sie damit wieder Recht behalten.

    Sie schrieben: Merkel hatte einmal offenbart, dass sie beim Abitur-Abschiedsball von keinem Jungen zum Tanzen aufgefordert wurde.

    Mmmh, vielleicht haben sie damit auch gleichzeitig den Grund genannt, warum da jemand mit aller Macht einen Job machen will, der mindestens eine Nummer zu groß ist.

    Frau Merkel wird jedenfalls niemals, nie, nicht freiwillig das Bundeskanzleramt verlassen. Über so Petitessen wie 3 Anläufe für ihren Kandidaten kann die Frau doch nur lachen. Da fliegt man halt ein paar Tage später zur Fußball-WM und holt sich frischen Abglanz von den jungen Sporthelden. Und in 5 Wochen erinnert sich doch sowieso keiner mehr an die BP-Wahl. Leider wird sie damit wieder Recht behalten.

  6. ...in puncto politisch-moralisch-geographischer Genealogie.
    Die Kanzlerin ist gebürtige Hanseatin. Der Vizekanzler ist Rheinländer. Der Stammsitz der preußischen Herrscherhauses liegt südlich von Stuttgart. Das Ursprungsgebiet Preußens liegt heute auf polnischen Gebiet und dem der Russischen Konföderation. Das heutige Land Brandenburg entspricht im Groben der Mark Brandenburg. Das Rheinland war Teil des Staatsgebietes Preußens. Was gemeinhin unter "preußisch" verstanden wird, war ein hugenottisch-jüdisch-slawisch- salzburgerisch-schweizerisch-holländisch-englisches Amalgamat von Wirtschafts- und Glaubensasylanten mit Nachkommen von Ordensrittern. Viele sind 1945 nach Niedersachsen oder Schleswig-Holstein geflohen oder waren Teil des östlichen braindrains.

  7. Was Sie beschreiben ist seit langem wahrnehmbar, belegbar auch... Wir haben Sie wieder diese Kultur, ein (Riesen-!) Rückschritt, der sehr, sehr schade ist: Unser Land fällt so, vor allem durch fehlende Auseinandersetzung, um bald ein Jahrhundert zurück. Politik wird von Kulturen gemacht: Die derzeit tonangebende ist Berlin, entsprechend erfolgreich sind wir auch. Ich schreibe seit langem dazu, kenne mich in Berlin sehr, sehr gut von Innen aus. Alles auch von aussen wahrnehmbar, am Bildschirm auch, im Netz: Wer lesen oder schauen will, kann das tun: Selbstwahrnehmung sei empfohlen.

    Wer meine Zeilen dazu lesen will, kann hier http://www.faz.net/f30/ko... , hier http://www.tagesspiegel.d... oder hier http://community.zeit.de/... klicken

    Jenseits davon: WIR BRAUCHEN AUSEINANDERSETZUNG DAZU!!!
    Konzeption fliegt um die Ohren bald.

    Ich weiss nicht, woran es liegt, vielleicht sind's die Werte, vielleicht fehlen dort einfach 1000 Jahre Kultur.
    Nur dürber hinweggehen kann man nicht mehr lang...

    Man muss dazu reden, schreiben, klären, sprechen, diskutieren, kontrovers auch:

    Auseinanderfallen sonst.

    Am ehesten wissen das übrigens Berliner selbst, dort stoßen sie mit diesem Thema auf den wenigsten Widerstand.

    Ich selbst? Bin für jede ehrlichen Beitrag, jede ehrliche Erklärung dankbar: Merci.

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    Beim Lesen Ihrer Kommentare (auch und gerade auf den von Ihnen verlinkten anderen Webseiten) gewinnt man beinahe den Eindruck, Sie glauben, DDR-Funktionäre haben die BRD übernommen.
    Dies können Sie weder durch Zahlen noch anderweitig belegen.

    Merkel selbst ist z.B. in Hamburg geboren.
    Ihr Vater als Überzeugungstäter ist dann in den Osten gezogen.
    ------
    Die Bevölkerung der DDR betrug 17 Millionen, die der "alten BRD" ca. 66 Millionen (oder so).
    Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages bestehen also mehrheitlich aus "Wessis".
    Die von Ihnen geschilderten Verhältnisse, sollten sie zutreffend sein, können Sie, da wir uns in einer Mehrheitsgesellschaft befinden, schlecht den "Ossis" anlasten.
    Wenn die CDUler denn wollten, könnten sie Merkel morgen absetzen.
    Ich, als im Osten geborener, habe dazu die Flasche Sekt schon lange kaltgestellt.

    Beim Lesen Ihrer Kommentare (auch und gerade auf den von Ihnen verlinkten anderen Webseiten) gewinnt man beinahe den Eindruck, Sie glauben, DDR-Funktionäre haben die BRD übernommen.
    Dies können Sie weder durch Zahlen noch anderweitig belegen.

    Merkel selbst ist z.B. in Hamburg geboren.
    Ihr Vater als Überzeugungstäter ist dann in den Osten gezogen.
    ------
    Die Bevölkerung der DDR betrug 17 Millionen, die der "alten BRD" ca. 66 Millionen (oder so).
    Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages bestehen also mehrheitlich aus "Wessis".
    Die von Ihnen geschilderten Verhältnisse, sollten sie zutreffend sein, können Sie, da wir uns in einer Mehrheitsgesellschaft befinden, schlecht den "Ossis" anlasten.
    Wenn die CDUler denn wollten, könnten sie Merkel morgen absetzen.
    Ich, als im Osten geborener, habe dazu die Flasche Sekt schon lange kaltgestellt.

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