Umfrage Union rutscht wieder unter 30-Prozent-Marke
Die Koalitionsparteien kommen nicht aus ihrem Stimmungstief heraus. Bei einer Bundestagswahl hätte Rot-Grün weiterhin gute Aussichten auf eine absolute Mehrheit.
Die Union steckt weiter im Umfragetief: Im stern- RTL-Wahltrend liegt sie einen Prozentpunkt unter dem Wert der Vorwoche. Zum zweiten Mal erreicht sie in diesem Jahr nur 29 Prozent, der schlechteste Wert seit November 2006. Für die FDP würden der Umfrage zufolge unverändert fünf Prozent der Wähler stimmen. Mit zusammen 34 Prozent befindet sich das schwarz-gelbe Lager aus CDU, CSU und FDP weiter im historischen Stimmungstief.
Die SPD hielt hingegen in der fünften Woche in Folge ihr Jahreshoch von 28 Prozent. Auch die Grünen befinden sich weiter im Aufwind: Ihr Wert stieg um einen Punkt, so dass die Partei erneut ihr Rekordhoch von 19 Prozent erreichte. Für die Linke ergaben sich unverändert elf Prozent. Für "sonstige Parteien" würden acht Prozent der Wähler stimmen.
Eine rot-grüne Koalition hätte damit weiterhin die Aussicht auf eine absolute Mehrheit. Insgesamt liegt das linke Lager aus SPD, Grünen und Linkspartei mit zusammen 58 Prozent 24 Punkte vor Union und FDP.
Der Chef des Umfrageinstituts Forsa, Manfred Güllner, sagte dem stern , beide großen Parteien litten derzeit unter einem enormen Vertrauensverlust. Dies zeigten auch die Antworten der Deutschen auf die Frage, welche Partei am besten die Probleme des Landes lösen könne. Trauten dies im Oktober 2009 noch 29 Prozent der Bürger der Union zu, so seien es aktuell nur noch 14 Prozent. Die SPD habe sich leicht auf zwölf Prozent gebessert. "Für Volksparteien sind dies sehr schlechte Zahlen", sagte Güllner.
Das Forsa-Institut befragte für den stern- RTL-Wahltrend vom 2. bis 6. August 2010 mehr als 2000 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger.
Die schlechten Umfragewerte für die Koalition sind auch eine Herausforderung für den neuen Regierungssprecher Steffen Seibert. Er tritt an diesem Mittwoch sein Amt an und soll künftig die Politik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) erklären. Seibert folgt auf Ulrich Wilhelm, der Intendant des Bayerischen Rundfunks wird.
- Datum 11.08.2010 - 13:47 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP
- Kommentare 16
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Wie können wir nun dieser nächsten Krise begegnen? Ich mein der Vertrauenskrise in die Politik. Ganz offensichtlich, hier besteht Handlungsbedarf, bevor der Bürger verzagt. Aber zuvor die Frage, wer liegt denn jetzt falsch? die Regierung oder das Volk? Ganz offenbar gibt es ja hier eindeutige Divergenzen.
Also beantworten wir es anders. Wer die Macht hat, hat das Sagen. Das ist nun mal eben die Regierung und das Volk ist für die Restlegislatur halt Staffage.
Der eleganteste Lösungsweg wäre der nach Berthold Brecht, wonach die Regierung gut beraten wäre sich ein neues Volk zu erwählen, bestens ein unkritisches und weniger mäkeliges. Sofern dies aus Gründen der Praktikabilität ausscheidet, weil gerade ein solches Volk nicht zur Hand ist, kann man die Situation noch bis zur nächsten Wahl aussitzen und dann wieder mit fulminanten Versprechungen das Volk einseifen und gleitfähig machen.
Und für den bösen Fall, dass vor Ablauf der Legislatur Handlungsbedarf bestehen sollte, na dann muss man halt in den saueren Apfel beißen und endlich die All-Parteien-Regierung einführen, sprich die demokratischen Kräfte in der Not einen. Unsere Königin Merkel sollte damit doch noch Erfahrung haben. Und wie die ganze Geschichte ablaufen kann, dass ist in der „Über Großen Koalition" schon mal aufgezeigt (http://qpress.de/2010/08/...). Na, wenn das kein schönes Sommergewitter abgibt, dann ist auch der Union nicht mehr zu helfen.
hatte es doch die Regierung Merkel darauf angelegt, nicht als Regierung aufzufallen. Es wurde sehr konsequent alles vermieden, was nach Orientierung und Sachentscheidung aussah. Soweit man - aus Sicht der Regierungsmacher - leider doch mal was Wichtiges entscheiden musste (z.B. Eurorettung) wurde dies als unausweichlich dargestellt. Wie bitte sollen die WählerInnen in D Vertrauen in Politik und die Parteien fassen, zumal eine seit Jahrzehnten im Bewusstein der Mehrheit der Deutschen eingegrabene gesicherte "Weisheit", wonach staatliche Hilfen und Konjunkturprogramme nichts bringen und nur Geld kosten, in Wanken geraten ist. So kreist ja ein Teil der verbliebenen (Rest-)Sorge hinsichtlich des Wirtschaftswachstums gerade um die auslaufenden Konjunkturprogramme in D und anderswo. Selbst die so gescholtene Abwrackprämie scheint die deutsche Automobilindustrie halbwegs am Leben gehalten zu haben, die der Export nun wieder anzog. Diese Prämissenänderung zum staatlichen Eingreifen bei Wirtschaftskrisen ist allerdings noch nicht so recht in den Köpfen angekommen, sonst müssten Problemlösungskompetenzwerte etwa der SPD bzw. der GRÜNEN höher liegen, als von Forsa festgestellt. Aber solche Prozesse (weg von der "Chikago-Schule" hin zu einem modernen "Keynes") dauern erfahrungsgemäß. Es wäre zu hoffen, dass sie bis zur nächsten Krise (die mit Sicherheit kommen wird) vorangeschritten sind, da ich der jetzigen Regierung zur Bewältigung einer neuen Krise nichts zutraue.
CHILLY
"Dies zeigten auch die Antworten der Deutschen auf die Frage, welche Partei am besten die Probleme des Landes lösen könne. Trauten dies im Oktober 2009 noch 29 Prozent der Bürger der Union zu, so seien es aktuell nur noch 14 Prozent. Die SPD habe sich leicht auf zwölf Prozent gebessert. "Für Volksparteien sind dies sehr schlechte Zahlen", sagte Güllner."
Und was ist mit den anderen PArteien? Wer hat denn am meisten stimmen bei dieser Frage bekommen?
Wenn man sich schon die mühe macht einen ARtikel über eine Umfrage zu schreiben sollte man auf Vollständigkeit achten oder zumindest die vollständigen Zahlen tabbelarisch oder durch einen Link ergänzen.
Entfernt. Bitte bemühen Sie sich um sachlich formulierte Argumente. Danke. Die Redaktion/sh
folgendes korrigierte Ergebnis:
Nicht Wähler 50%
CDU/CSU 14,5 &
FDP 2,5%; ....Regierung 17%
SPD...14,5%
Grüne..9,5%
Linke..5,5%
Das sind die tatsächlichen Unterstützer der Üarteien.
m.f.G
HS
Ps. Ich weiss, ich weiss: Man soll Wählen gehen.
die cdu ereilt das gleiche schicksal wie die spd...die großen volksparteien können froh sein, wenn sie um die 30 % haben...das wird langfristig so bleiben...ich bin auch der meinund, dass angie, bedingt durch ihre persönliche parteigeschichte in der cdu, alles nur von "oben" kennen gelernt hat...und jetzt, in einer schwieirgen phasen, merken die mitglieder das..bis auf die kleinste ebene..
edit: zwar schon paar tage her..aber politikwissenschaftler gerd langguth hatte das schon gut erkannt..für meine begriffe: http://www.theeuropean.de... (sehr lesenswert..gute prognose)..
selber die Taschen füllt, hemmungslos Pensionen kassiert ohne je irgend etwas dafür geleistet zu haben, Diäten selber erhöht, Pauschalen ungeprüft kassiert, Vergünstigungen einfordert und ausreizt, sich Lobbyisten statt dem Bürger verpflichtet fühlt - solange mache ich meine Stimmzettel ungültig. Damit es keine Cent Wahlkostenzuschuß gibt für eine Kaste die ich inzwischen zu tiefst verachte.Vertrauen ist gut - das ist aber verloren gegangen. Kontrolle ist besser - leider unmöglich. Sanktionen gegen die überbezahlten, gierigen Volksvertreter - leider nicht durchsetzbar.
sehr in Grenzen. Richtig ist, dass MdB, Minister und Parlamentarische Staatssekretäre deutlich mehr verdienen, als ein Fachbearbeiter oder eine Krankenschwester. Man sollte aber auch bedenken, dass die hierbei zu tragende Verantwortung und der zu erbringende Einsatz deutlich über dem Niveau liegen, das von "normalen" Arbeitnehmern erwartet wird. Was die - in der Tat üppige - Altersversorgung angeht, sollte man weiter bedenken, dass politische Ämter (von Helmut Kohl mal abgesehen) auf Zeit vergeben werden und daher eine gewisse Absicherung gegeben sein muss.
Wir sollten die Gehälter/Bezug der Politiker daher nicht mit Facharbeitern oder Krankenschwestern vergleichen, sondern etwa mit Managern, Bänkern oder sonstigen Selbständigen. Im Vergleich hierzu liegt selbst eine Bundeskanzlerin mit ca. 15.000 €/Monat oder ein Bundespräsident mit rund 200.000 €/Jahr eher am unteren Rand. Was die "Nieten in Nadelstreifen" so alles schon an Milliarden versenkt haben, ist auch hinlänglich bekannt. Aber auch dieser Personenkreis hat oft gewaltige Pensionszusagen etc., so dass auch dort kein Vergleich zum "normalen Rentner" passt.
Daher: Lassen Sie diese billige Polemik und kritisieren Sie die Politik und die Politiker inhaltlich. Hier gibt es eine Menge Stoff.
CHILLY
sehr in Grenzen. Richtig ist, dass MdB, Minister und Parlamentarische Staatssekretäre deutlich mehr verdienen, als ein Fachbearbeiter oder eine Krankenschwester. Man sollte aber auch bedenken, dass die hierbei zu tragende Verantwortung und der zu erbringende Einsatz deutlich über dem Niveau liegen, das von "normalen" Arbeitnehmern erwartet wird. Was die - in der Tat üppige - Altersversorgung angeht, sollte man weiter bedenken, dass politische Ämter (von Helmut Kohl mal abgesehen) auf Zeit vergeben werden und daher eine gewisse Absicherung gegeben sein muss.
Wir sollten die Gehälter/Bezug der Politiker daher nicht mit Facharbeitern oder Krankenschwestern vergleichen, sondern etwa mit Managern, Bänkern oder sonstigen Selbständigen. Im Vergleich hierzu liegt selbst eine Bundeskanzlerin mit ca. 15.000 €/Monat oder ein Bundespräsident mit rund 200.000 €/Jahr eher am unteren Rand. Was die "Nieten in Nadelstreifen" so alles schon an Milliarden versenkt haben, ist auch hinlänglich bekannt. Aber auch dieser Personenkreis hat oft gewaltige Pensionszusagen etc., so dass auch dort kein Vergleich zum "normalen Rentner" passt.
Daher: Lassen Sie diese billige Polemik und kritisieren Sie die Politik und die Politiker inhaltlich. Hier gibt es eine Menge Stoff.
CHILLY
Sowohl die Union als auch die SPD werden sich zusammenraufen und wieder eine Grosse Koalition bilden, um somit die aufmuepfigen kleinen Parteien zu zeigen, wer wirklich das Sagen in der Republik hat. Denn die Wirtschaft, die heutzutage eine sehr bedeutende Rolle im Staate spielt, wird um ihre Forderungen zu verwirklichen, eine Elefantenhochzeit vorziehen, statt eine Koalition mit den Gruenen,der Linke oder auch, wenn es sein muss, der FDP einzugehen. Denn nichts anders wuenscht die Wirtschaft als Ruhe, und wie man weiss, sind Elefanten einfach behaebig.
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