Atomlaufzeiten Eigennutz vor Gemeinnutz

Zwei Minister widersprachen sich öffentlich. Ein Debakel, haben sie doch demonstriert, dass die Regierung im Laufzeitenstreit nur ans Geld denkt. Kommentar

Rainer Brüderle (links), Norbert Röttgen und Kanzlerin Angela Merkel geben sich einträchtig, eigentlich aber streiten sie heftig

Rainer Brüderle (links), Norbert Röttgen und Kanzlerin Angela Merkel geben sich einträchtig, eigentlich aber streiten sie heftig

Dürfen Bundesminister öffentlich streiten? Dürfen sie sich, wie soeben Norbert Röttgen und Rainer Brüderle , in der Bewertung derselben Fakten während eines gemeinsamen Auftritts uneins sein? Noch dazu, wenn es um die nicht ganz ungefährliche Technik der atomaren Spaltung geht.

Zahlen eines Gutachtens zur Laufzeit von Atomkraftwerken , müssen interpretiert werden. So weit kein Problem.

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Dass zwei Menschen dabei zu zwei Meinungen kommen, ist auch normal. So wird immerhin deutlich, was den Beurteilenden bei der Interpretation wichtig war: Gemeinwohl, technisches Risiko, wirtschaftliche Interessen.

Laut Grundgesetz Artikel 65 leiten Bundesminister außerdem ihren Geschäftsbereich selbständig und in eigener Verantwortung. Meinungsverschiedenheiten sind da eingeschlossen.

Trotzdem bleibt nach dem Auftritt von Brüderle und Röttgen etwas Hässliches zurück: Die Gewissheit, dass es bei der diskutierten Verlängerung der Laufzeiten nicht um "das Wohle des deutschen Volkes" geht – dem Bundesminister immerhin schwören, ihre "ganze Kraft" zu widmen.

Vielmehr haben zwei, die von vornherein anderer Meinung waren, die selben Zahlen genutzt, um ihre jeweilige Haltung zu untermauern.

Ein solcher Disput wäre gut, wenn er als solcher gedacht gewesen wäre. Wenn die Ministerien die Studie zur Debatte gestellt hätten mit der Frage an ihre Kabinettskollegen, an die Kanzlerin oder an das Parlament, wie man angesichts dieser Zahlen weiter verfahren solle.

Das haben sie nicht getan. Beide traten mit dem Ziel an die Mikrofone, einen faktischen Beleg dafür zu präsentieren, dass ihre Politik die richtige ist. Erreicht haben sie etwas anderes.

Denn der Paragraf des Grundgesetzes zur Richtlinienkompetenz sagt noch etwas. Minister sind nur eigenständig "innerhalb der vom Bundeskanzler bestimmten Richtlinien der Politik". Und im Fall eines Streites "entscheidet die Bundesregierung".

Was bedeutet es, dass die Bundesregierung, dass die Kanzlerin die beiden sich öffentlich so zanken lassen? Was sagt es, dass die Regierung öffentlich keine klare Aussage zu den Laufzeiten macht, eigentlich aber die Haltung von Brüderle unterstützt , dass längere Laufzeiten nützlich wären? Es zeigt vor allem eins: Es geht dieser Bundesregierung beim Thema Atomkraft allein um den Milliardengewinn der Stromkonzerne.

Insofern hat der absurde Auftritt auch etwas Gutes: Es gibt daran nun keinen Zweifel mehr.

 
Leser-Kommentare
    • Time24
    • 31.08.2010 um 15:28 Uhr

    Zum Allgemeinwohl gehört auch, dass die Einnahmen stimmen. Und mit den Zusatzeinnahmen durch die Verlängerung der AKW-Laufzeiten, ist auch das erreicht. Und wenn die Konzern hohe Gewinne dadurch erzielen, ist das auch gut für die Regierung. Denn auf Gewinne müssen auch Steuern gezahlt werden.
    Und wer meint, dass die Stromkonzerne mit der Abschaltung der AKWs kein Geld mehr verdienen, der wird sich wundern. Dann haben die doch gleich super Argumente. Wir haben keinen billigen Atomstrom mehr, da müssen wir den Preis gleich mal um 5 € pro Kwh erhöhen. Mangels Alternativen wird es so laufen. Und wenn es keine Verlängerung der AKW-Laufzeiten gibt, können zu diesen Zeitpunkt die Erneuerbaren energien den Atomstrom nicht einfach ersetzen. Dafür gibt es noch zu wenig.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    aber Gewinn = Umsatz - Kosten
    Zu den Kosten gehören Löhne, Steuern, Investitionen und alle weiteren Abgaben.
    Durch die längeren Laufzeiten hätten die Konzerne derzeit 51 Millarden mehr Reingeweinn. Käme die Brennelementesteuer wären es immer noch 28 Millarden mehr.

    Es ist aber gehopft wie gesprungen, ob mit oder ohne längere Laufzeiten, werden die Energiekonzerne schon ihre Profite maximieren.
    Es bleiben aber die Fragen der Sicherheit und der Endlagerung von Atommüll und dessen Menge.

    MfG
    AoM

    • Petka
    • 31.08.2010 um 16:19 Uhr

    Es geht bei der Umweltminister-Position nicht darum, den Konzernen ihre Gewinne aus den AKWs abzunehmen, sondern um die Sicherheits- und damit Umweltaspekte. Aber es geht bei der Position des Wirtschaftsminister darum, den Konzernen diese Gewinne zu lassen, unabhängig von Sicherheitsbedenken.

    Wieso sind die AKW-Gewinne denn so hoch? Weil dort mit abgeschriebenem und nach heutigem Stand der Technik unsicherem Gerät billig Strom produziert wird, der dann an der Börse zu den jeweils hübsch nach oben geschubsten Gasstrompreisen vertickt wird.

    Von daher übrigens: ein Energiekonzern kann nur DANN den Preis bestimmen, wenn man ihm, wie hier geschieht, das Monopol lässt. Das Fatale ist ja, dass viele Stadtwerke mit kleineren Energielösungen in den Startlöchern stehen und jetzt abgebügelt werden. Zugunsten der großen Konzerne, die ihre Gewinne dann am Ende weder in Deutschland versteuern noch anlegen. Globalisierung sei dank.

    Erst wenn man das Leerräumen von Asse, die Entsorgung und die Schutzmaßnahmen auf den Strompreis oder Mehreinnahmen der Bundesregierung einrechnet, kann man Vergleiche ziehen.

    Natürlich dürfen die Konzerne Geld verdienen. Es ist aber Tatsache das die Bundesregierung die gefährliche und veraltete Technologie allein durch die Abnahme der Versorgungskosten subventioniert.
    Nur darum ist dem Atomstrom so billig.

    Das gute ist, auch Uran ist endlich ;)

    • dacapo
    • 01.09.2010 um 2:15 Uhr

    Wie z.B.: "Und wenn es keine Verlängerung der AKW-Laufzeiten gibt, können zu diesem Zeitpunkt die Erneuerbaren Energien den Atomstrom nicht einfach ersetzen. Dafür gibt es zu wenig". Das wird nicht richtiger durch ständige Wiederholungen. Man vergisst dabei auch, wie niedrig der Anteil des AKW-Stroms ist. Und dass es noch nicht genug erneuerbare Energie gibt, hat damit zu tun, dass man sich mit allen Zähnen an diese veraltete Technologie festbeißt, nur um noch billige Rendite rauszuholen. Eigennutz vor Gemeinnutz.

    Mag sein, dass die AKWs den Betreibern Milliardengewinne bescheren und dadurch dem deutschen Staat kurzfristig ein winziger Bruchteil davon an Steuern zugute kommt.

    Fakt ist aber auch, dass es global noch kein einziges sicheres Endlager für den Müll gibt und der Abbau des spaltbaren Materials schwerste Probleme verursacht. Endlager wird es wohl nie wirklich geben, denn welche Region der Erde ist schon mit Sicherheit über mehrere 100 000 Jahre stabil? Das ist die Mindestzeit für die Lagerung.

    Fakt ist auch, dass alle diese Kosten, zumindest aber die der Lagerung, am deutschen Staat hängen bleiben. Die wird mit 100%iger Sicherheit wesentlich teurer sein als die paar Netsch, die über die Gewinnsteuer für die Laufzeitverlängerung eingebracht werden.

    Was dabei noch nicht berücksichtigt ist, ist das allfällige Risiko, dass menschgemachte Technik immer Störungsanfällig ist. Unfälle passieren, ob durch technisches oder menschliches Versagen oder Naturkatastrophen ausgelöst. Ein Unfall in diesem Bereich ist durch keine Versicherung der Welt real abgedeckt. Es gibt nur Scheinversicherungen die oberflächlich so tun als würden sie das abdecken. Doch selbst wenn die wirtschaftlichen Schäden behoben werden könnten, die menschlichen Schicksale die vernichtet wären könnte kein Geld der Welt reparieren.

    Die Anlaufkosten für erneuerbare Energien sind längst im Strompreis eingepreist und auf die Privatkunden abgewälzt. Einzig im internen Handel der Strombörse existieren die Realkosten.

    aber Gewinn = Umsatz - Kosten
    Zu den Kosten gehören Löhne, Steuern, Investitionen und alle weiteren Abgaben.
    Durch die längeren Laufzeiten hätten die Konzerne derzeit 51 Millarden mehr Reingeweinn. Käme die Brennelementesteuer wären es immer noch 28 Millarden mehr.

    Es ist aber gehopft wie gesprungen, ob mit oder ohne längere Laufzeiten, werden die Energiekonzerne schon ihre Profite maximieren.
    Es bleiben aber die Fragen der Sicherheit und der Endlagerung von Atommüll und dessen Menge.

    MfG
    AoM

    • Petka
    • 31.08.2010 um 16:19 Uhr

    Es geht bei der Umweltminister-Position nicht darum, den Konzernen ihre Gewinne aus den AKWs abzunehmen, sondern um die Sicherheits- und damit Umweltaspekte. Aber es geht bei der Position des Wirtschaftsminister darum, den Konzernen diese Gewinne zu lassen, unabhängig von Sicherheitsbedenken.

    Wieso sind die AKW-Gewinne denn so hoch? Weil dort mit abgeschriebenem und nach heutigem Stand der Technik unsicherem Gerät billig Strom produziert wird, der dann an der Börse zu den jeweils hübsch nach oben geschubsten Gasstrompreisen vertickt wird.

    Von daher übrigens: ein Energiekonzern kann nur DANN den Preis bestimmen, wenn man ihm, wie hier geschieht, das Monopol lässt. Das Fatale ist ja, dass viele Stadtwerke mit kleineren Energielösungen in den Startlöchern stehen und jetzt abgebügelt werden. Zugunsten der großen Konzerne, die ihre Gewinne dann am Ende weder in Deutschland versteuern noch anlegen. Globalisierung sei dank.

    Erst wenn man das Leerräumen von Asse, die Entsorgung und die Schutzmaßnahmen auf den Strompreis oder Mehreinnahmen der Bundesregierung einrechnet, kann man Vergleiche ziehen.

    Natürlich dürfen die Konzerne Geld verdienen. Es ist aber Tatsache das die Bundesregierung die gefährliche und veraltete Technologie allein durch die Abnahme der Versorgungskosten subventioniert.
    Nur darum ist dem Atomstrom so billig.

    Das gute ist, auch Uran ist endlich ;)

    • dacapo
    • 01.09.2010 um 2:15 Uhr

    Wie z.B.: "Und wenn es keine Verlängerung der AKW-Laufzeiten gibt, können zu diesem Zeitpunkt die Erneuerbaren Energien den Atomstrom nicht einfach ersetzen. Dafür gibt es zu wenig". Das wird nicht richtiger durch ständige Wiederholungen. Man vergisst dabei auch, wie niedrig der Anteil des AKW-Stroms ist. Und dass es noch nicht genug erneuerbare Energie gibt, hat damit zu tun, dass man sich mit allen Zähnen an diese veraltete Technologie festbeißt, nur um noch billige Rendite rauszuholen. Eigennutz vor Gemeinnutz.

    Mag sein, dass die AKWs den Betreibern Milliardengewinne bescheren und dadurch dem deutschen Staat kurzfristig ein winziger Bruchteil davon an Steuern zugute kommt.

    Fakt ist aber auch, dass es global noch kein einziges sicheres Endlager für den Müll gibt und der Abbau des spaltbaren Materials schwerste Probleme verursacht. Endlager wird es wohl nie wirklich geben, denn welche Region der Erde ist schon mit Sicherheit über mehrere 100 000 Jahre stabil? Das ist die Mindestzeit für die Lagerung.

    Fakt ist auch, dass alle diese Kosten, zumindest aber die der Lagerung, am deutschen Staat hängen bleiben. Die wird mit 100%iger Sicherheit wesentlich teurer sein als die paar Netsch, die über die Gewinnsteuer für die Laufzeitverlängerung eingebracht werden.

    Was dabei noch nicht berücksichtigt ist, ist das allfällige Risiko, dass menschgemachte Technik immer Störungsanfällig ist. Unfälle passieren, ob durch technisches oder menschliches Versagen oder Naturkatastrophen ausgelöst. Ein Unfall in diesem Bereich ist durch keine Versicherung der Welt real abgedeckt. Es gibt nur Scheinversicherungen die oberflächlich so tun als würden sie das abdecken. Doch selbst wenn die wirtschaftlichen Schäden behoben werden könnten, die menschlichen Schicksale die vernichtet wären könnte kein Geld der Welt reparieren.

    Die Anlaufkosten für erneuerbare Energien sind längst im Strompreis eingepreist und auf die Privatkunden abgewälzt. Einzig im internen Handel der Strombörse existieren die Realkosten.

  1. .
    Deutschland wird augenscheinlich nicht durch die Richtlinienkompetenz der Kanzlerin regiert sondern durch Demoblisierung.

    Angela lässt die Debatte treiben, bis alle das Thema satt haben, schaut sich dann das Meinungsbild in der Öffentlichkeit an, und mit einem kleinen Schubs an den richtigen Minister kommt es zu dem von ihr zu verantworteten, wenn auch nicht immer gewünschten Ergebnis.

    Management by flow ........wir schauen uns das jetzt 5 Jahre an!

  2. ist ein völlig nebulöser Begriff und bedeutet gar nichts. Sowas steht eben irgendwo drin. Juristisch hat es gar keine Bedeutung und als Messlatte taugt es auch nicht.
    Nur zum Quatschen ist es eine gute Grundlage.

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    So wird eine Formulierung aus dem Grundgesetz selten abqualifiziert, ich bin beeindruckt.

    > Die Eidesformel des deutschen Bundespräsidenten, Bundeskanzlers und der Bundesminister nach Art. 56 (und Art. 64) GG lautet: "Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. (So wahr mir Gott helfe.)" <

    Es sieht leider so aus, dass in sehr vielen Fällen die Worte "des deutschen Volkes" durch "der deutschen Wirtschaft" ersetzt werden. Der Aufschrei der Stromkonzerne bezüglich Brennelemente-Steuer wird vermutlich selbige beseitigen.

    • WiKa
    • 31.08.2010 um 16:29 Uhr

    Heutzutage muss man nur wissen wo man die richtige Definition dazu nachlesen kann. Will damit sagen, dass auch dieser Begriff offenbar dem Wertewandel unterliegt. Eine wahrscheinlich zutreffende Definition dessen können sie Unter: Amtseid der Kanzlerin nachlesen. Auch wenn manche das für einen Scherz halten … aber sieht denn die Praxis heute nicht genau so aus?

    Insoweit kann man das Motto des Artikels wunderbar „umdeuteln“ und sagen, Gemeinheit soll Gemeinnutz befördern und jetzt dürfen sie Gemeinheit gleich zweifach interpretieren.

    OK, vielleicht kommen ja unsere Politiker wieder auf den Boden der Tatsachen, wenn Deutschland verschwunden ist und keiner mehr die Diäten überweist. Wäre natürlich schön wenn die den Realitätsbezug etwas früher wiederfinden würden. Mir kommt die Politik derzeit vor wie eine teure Kasperade, bei der das Publikum zwar staunen darf, aber nix zu vermelden hat und die Darsteller fragen auch nicht danach ob die Darbietung gefällt. Allein der Eifer die Kassen zu befüllen scheint die Triebfeder des Handelns zu sein.

    So wird eine Formulierung aus dem Grundgesetz selten abqualifiziert, ich bin beeindruckt.

    > Die Eidesformel des deutschen Bundespräsidenten, Bundeskanzlers und der Bundesminister nach Art. 56 (und Art. 64) GG lautet: "Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. (So wahr mir Gott helfe.)" <

    Es sieht leider so aus, dass in sehr vielen Fällen die Worte "des deutschen Volkes" durch "der deutschen Wirtschaft" ersetzt werden. Der Aufschrei der Stromkonzerne bezüglich Brennelemente-Steuer wird vermutlich selbige beseitigen.

    • WiKa
    • 31.08.2010 um 16:29 Uhr

    Heutzutage muss man nur wissen wo man die richtige Definition dazu nachlesen kann. Will damit sagen, dass auch dieser Begriff offenbar dem Wertewandel unterliegt. Eine wahrscheinlich zutreffende Definition dessen können sie Unter: Amtseid der Kanzlerin nachlesen. Auch wenn manche das für einen Scherz halten … aber sieht denn die Praxis heute nicht genau so aus?

    Insoweit kann man das Motto des Artikels wunderbar „umdeuteln“ und sagen, Gemeinheit soll Gemeinnutz befördern und jetzt dürfen sie Gemeinheit gleich zweifach interpretieren.

    OK, vielleicht kommen ja unsere Politiker wieder auf den Boden der Tatsachen, wenn Deutschland verschwunden ist und keiner mehr die Diäten überweist. Wäre natürlich schön wenn die den Realitätsbezug etwas früher wiederfinden würden. Mir kommt die Politik derzeit vor wie eine teure Kasperade, bei der das Publikum zwar staunen darf, aber nix zu vermelden hat und die Darsteller fragen auch nicht danach ob die Darbietung gefällt. Allein der Eifer die Kassen zu befüllen scheint die Triebfeder des Handelns zu sein.

  3. alles in BERLIN ist unglaublich. ein solches Durcheinander
    war noch nie, der Himmel weiss, wir DAS noch drei Jahre
    weitergehen soll, alles Gute jedenfalls !

  4. Stromkonzerne müssen Gewinn machen, sonst gehen Sie Konkurs.
    Dann müssten wir sie über Staatsbürgschaften retten.
    Es steht jedem frei sich durch Aktienkauf an den Gewinnen zu beteiligen.
    Auf die Gewinne müssen aber erhebliche Steuern gezahlt werden.
    Da trotzdem noch genug übrigbleibt sollte der Staat auf Senkung der Preise bestehen, tut er aber nicht wegen der dann geringeren Einnahmen.
    Also richtet er seine begehrlichen Augen auf eine andere Art der Gewinnabschöpfung.
    Erinnern wir uns schnell daran , dass die SPD seinerzeit die HEW an Vattenfall verkaufte, die BEWAG wurde ebenfalls verkauft, da hat man, wie so üblich, kurzfristige Erlöse den langfristigen vorgezogen und uns als Sparhaushalt verkauft.
    Zahlen müssen WIR auf jedenfall,
    sollte sich das Elektroauto durchsetzen , wird es sicherlich neue Steuermodelle geben , damit der Staat keine geringeren Einnahmen hat.

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    • Petka
    • 31.08.2010 um 16:22 Uhr

    ... _MUSS_ Gewinn machen, um nicht Konkurs zu gehen. Du musst auch nicht jedes Jahr 10k auf die Kante legen können, um nicht pleite zu sein. Du musst nur deine laufenden Kosten decken.

    Und der absurde Vorschlag, sich "per Aktienkauf an den Gewinnen zu beteiligen" kann eigentlich nur von jemandem kommen, der eben dieses verquere Gewinndenken auf eine Infrastruktur wie Strom anwendet.

    Strassenbau, Wasserversorger, Nahverkehr, Wärmeversorgung sollten also besser alle auf deine Kosten Gewinne machen, damit sie auch morgen noch funktionieren, ja? Obwohl sie die Gewinne gar nicht in ihre ureigene Aufgabe reinvestieren?

    Na dann wäre ja auch nichts dagegen zu sagen, dass der Staat die Steuern erhebt, um Gewinne zu machen, damit sich die Minister eine Insel kaufen können ...

    EON - EBIT 2009 9,65 Mrd EUR - Kernenergie 2009 Bund 24%
    Vattenfall Europe - Umsatzerlöse 2008 13,462 Mrd EUR - Kernenergie Bund 2008 25,4%
    RWE - Nettoergebnis 2009 3,57 Mrd EUR - Kernenergie Bund 2009 24,0%
    EnBW - EBIT 2009 1,8 Mrd EUR - Kernenergie 2009 57%

    Zu bemerken wäre noch, dass es bei RWE rund 16,8% kommunale Anteilseigner gibt.

    Quelle Wikipedia

    • Petka
    • 31.08.2010 um 16:22 Uhr

    ... _MUSS_ Gewinn machen, um nicht Konkurs zu gehen. Du musst auch nicht jedes Jahr 10k auf die Kante legen können, um nicht pleite zu sein. Du musst nur deine laufenden Kosten decken.

    Und der absurde Vorschlag, sich "per Aktienkauf an den Gewinnen zu beteiligen" kann eigentlich nur von jemandem kommen, der eben dieses verquere Gewinndenken auf eine Infrastruktur wie Strom anwendet.

    Strassenbau, Wasserversorger, Nahverkehr, Wärmeversorgung sollten also besser alle auf deine Kosten Gewinne machen, damit sie auch morgen noch funktionieren, ja? Obwohl sie die Gewinne gar nicht in ihre ureigene Aufgabe reinvestieren?

    Na dann wäre ja auch nichts dagegen zu sagen, dass der Staat die Steuern erhebt, um Gewinne zu machen, damit sich die Minister eine Insel kaufen können ...

    EON - EBIT 2009 9,65 Mrd EUR - Kernenergie 2009 Bund 24%
    Vattenfall Europe - Umsatzerlöse 2008 13,462 Mrd EUR - Kernenergie Bund 2008 25,4%
    RWE - Nettoergebnis 2009 3,57 Mrd EUR - Kernenergie Bund 2009 24,0%
    EnBW - EBIT 2009 1,8 Mrd EUR - Kernenergie 2009 57%

    Zu bemerken wäre noch, dass es bei RWE rund 16,8% kommunale Anteilseigner gibt.

    Quelle Wikipedia

    • Chilly
    • 31.08.2010 um 16:02 Uhr

    völlig normal. Dies ist - unter dem Begriff "Abstimmen" - das tägliche Geschäft des Regierungsbetriebes und wird in der Gemeinsamen Geschäftsordnung der Bundesregierung (GGO, abrufbar unter folgendem Link: http://www.bmi.bund.de/ca...) detailliert geregelt.

    Der maßgebliche Unterschied zum vorliegenden Sachverhalt ist, dass dieser Streit öffentlich und praktsich von Anfang an auf höchster Ebene geführt wird und nicht die üblichen Eskalationsstufen von Referenten- bis hin zur Staatssekretärsebene durchlaufen werden. Was die Sache weiter interessant macht, ist dass hier - wiedereinmal - die Kampflinien zwischen den Koalitionspartner laufen (FDP- gegen CDU-Ministerium), dass aber zugleich die Fronten innerhalb der Parteien, v.a. bei der CDU (erinnert sei an die höchst charmanten Worte von MP Mappus zu BM Röttgen). Dies ist das eigentliche Problem. Dies zu lösen hilft aber nicht ein juristischer Exkurs zu Art. 65 GG, sondern nur in Psychogramm der CDU-Vorsitzenden und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Wie nun schon seit einiger Zeit immer mehr bemerkt wird, ist es nicht ihre Art, sich frühzeitig festzulegen. Sie lässt vielmehr Diskussionen laufen. Positiv formuliert kann man dies im Sinne der Diskurstheorie als Voraussetzung für ein möglichst sachgerechtes Ergebnis sehen; negativ als Führungsschwäche und Angst vor einer in der Öffentlichkeit negativ bewerteten Entscheidung. Ich neige zur letzteren Ansicht.

    CHILLY

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    .
    Sie haben weit ausgeholt aber am Ende Recht!

    .
    Sie haben weit ausgeholt aber am Ende Recht!

  5. aber Gewinn = Umsatz - Kosten
    Zu den Kosten gehören Löhne, Steuern, Investitionen und alle weiteren Abgaben.
    Durch die längeren Laufzeiten hätten die Konzerne derzeit 51 Millarden mehr Reingeweinn. Käme die Brennelementesteuer wären es immer noch 28 Millarden mehr.

    Es ist aber gehopft wie gesprungen, ob mit oder ohne längere Laufzeiten, werden die Energiekonzerne schon ihre Profite maximieren.
    Es bleiben aber die Fragen der Sicherheit und der Endlagerung von Atommüll und dessen Menge.

    MfG
    AoM

    Antwort auf "Nein eben nicht"
  6. .
    Sie haben weit ausgeholt aber am Ende Recht!

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